Festlich

Wo wir es gestern erst vom Zustand des Autos hatten und Weihnachten nur noch ein halbes Jahr weit weg ist, hat die kleine 72 beschlossen, das Display ein bisschen festlicher zu gestalten und mehr Fehlermeldungen als üblich anzuzeigen:

I2014-06-warnleuchten

Gut, dass ich am Stand die Handbremse angezogen habe und – am Sisyphos steht man auf offener Straße – zu meiner Sicherheit das Licht angelassen habe, ist normal. Weniger erwartbar, aber ebenfalls normal ist die Abgaswarnleuchte. Die kündigt zwar manchmal wirklich heftige Schäden an, im fortgeschrittenen Alter, so mein Chef, würde die aber bei allen Opel Zafira brennen, auch wenn die Mechaniker nix und wieder nix finden. Ich persönlich tippe ja auf sowas wie einen verschmandeten Messfühler, aber ich bin kein Techniker. Hat man halt ein Warnsignal weniger.

Das jetzt aber auch noch ABS- und ESP-Warnleuchten angehen, stand so nicht im Dienstplan. Da werde ich Cheffe mal in Kenntnis setzen heute. Am Auto bemerkt habe ich nichts, sonst hätte ich danach nicht noch 40 weitere Kilometer runtergerissen. Bin mal gespannt, was die Werkstatt sagt.

Wie gesagt: die 72 kommt auch so langsam in ein Alter, in dem die Besuche dort häufiger werden. Aber den Kilometerstand sieht man auf dem Bild ja auch recht gut …

Eine exklusive Panne

Heute Nacht habe ich meine Twitter-Follower mit zwei miesen Tweets etwas erschreckt. Und in der Tat war zwischenrein alles furchtbar. Hier die (sehr lange) Erklärung dazu, was da an der Tanke heute los war. Spoiler: es hatte was mit viel Blaulicht zu tun!

Autos haben öfter mal Probleme. Das wird sich nie ganz vermeiden lassen. Glücklicherweise gibt es ja für alles Lösungen. Die paar Ausnahmen ohne Lösungen erfordern Glück. Und amüsantes Personal.

Nach Amusement war mir heute Nacht ziemlich. Die Schicht lief einfach so bombig wie schon lange nicht mehr. Auf runde 180 € hatte ich geplant und schon nach fünfeinhalb Stunden hatte ich 155 auf der Uhr. Ich dachte zwar darüber nach, an so einem schönen Tag mal mehr zu arbeiten als nötig, aber da nun wirklich nur noch 25 € fehlten, bin ich schon mal zur Tanke gefahren. Gerade in der zweiten, besseren, Hälfte der Nacht liegt der Schnitt oft jenseits von 1€/km und 50 bis 70 Kilometer runterzufahren, bevor ich das Auto abstelle, sind auch kein Problem. Ich möchte, dass mein Tagfahrer bequem eine Schicht damit fahren kann und das klappt auch so prima.

Was habe ich mich für diesen Schnellschuss verflucht. Denn als ich an meiner Stammtanke an der Holzmarktstraße war, sah die Schicht recht schnell nach Desaster aus. Ich hab die knapp 10 kg Erdgas getankt, die ich während der letzten 150 km verfahren hatte und hatte dann plötzlich ein Problem.

Wir rüsseln uns ein Problem. Quelle: Sash

Wir rüsseln uns ein Problem. Quelle: Sash

Denn kaum dass ich den Tankschlauch löste, vermeldete ein ziemlich forsches Zischen, dass Gas austritt. Nach einem kurzen Check war klar: am Auto, nicht am Schlauch. Das Ventil hatte sich einfach nicht mehr geschlossen und das eben getankte Gas freute sich über den unverhofften Ausgang. Kein Wunder, steht ja auch gut unter Druck, das Zeug. Nach ein bisschen Rumgedruckse und mehrmaligem Ver- und wieder Entriegeln war keine Lösung in Sicht: sobald ich den Schlauch ablöste, strömte das Gas aus dem Tank.

Ich – noch gut gelaunt – bin rein, hab das Gas bezahlt und mal gefragt, was ich jetzt machen soll. Ergebnis: Keine Ahnung. Und da es am Auto liegt, vielleicht am besten den ADAC anrufen. Nun ja. Das war schon recht lustig, weil die Festnetznummer nicht via Mobilfunk erreichbar ist, meine Chefs es gleich gar nicht waren, mein Handy sich wehrte … alles schon der Gute-Laune-Killer schlechthin.

Dann aber, bei allem gesunden Hass dem ADAC gegenüber, hatte ich eine wirklich nette Mitarbeiterin dran.. Also engagiert, lieb, lösungsorientiert, was man in so einer Situation braucht. Für mich war das alles reichlich blöd, denn ich weiß nicht einmal, ob meine Chefs dort Mitglieder sind, ich bin es nicht. Unser Unternehmen hat einen Abschleppdienst, mit dem es zusammenarbeitet, aber dass ich denen nicht mit einem Gasleck kommen brauchte, wusste ich auch. Entsprechend hat mir die nette Dame dann trotz aller Freundlichkeit sagen müssen, dass ich das schon vor Ort würde bezahlen müssen.

Puh!

Im Grunde nix dagegen. Ich weiß, dass ich das Geld von meinen Chefs wiederkriege. Ohne Wenn und Aber. Aber mit optimistisch geschätzten 200 € in bar auf Tasche war ich nicht sicher, ob das reichen würde. Naja, immerhin würde sich die entsprechende Werkstatt melden, bevor sie sich auf den Weg machen – inklusive Kostenvoranschlag. Und was hatte ich für eine Wahl?

Inzwischen hatte ich ein lockeres Gespräch mit dem Schichthabenden an der Tanke gestartet. Der war ebenso ratlos wie ich, aber uns war klar, dass wir uns besser anfreunden, da ich sicher noch ein paar Stündchen da sein würde. Darauf wurde ich am Telefon nämlich auch bereits hingewiesen: dass sie leider „sehr beschäftigt“ seien. Also erst einmal ein Kippchen, eine Pizza und ein paar abenteuerliche Überlegungen, wie das wohl ausgehen würde. Dann rief der Abschleppdienst an.

War ich bis dato am Boden zerstört ob der Tatsache, dass ich mir diesen Stress vor Erreichen meines Schichtziels eingehandelt hatte, war das der Punkt, an dem meine Laune ins Positive kippte. Denn der Typ am anderen Ende der Leitung – auch er ein echt netter Kerl, dafür dass es Samstag Morgen um 2 Uhr war – sagte mir frei raus, dass er nicht den Hauch eines Lösungsansatzes hätte. Natürlich würde er mir gerne jemanden schicken, aber der hätte dann halt keine Ahnung und wäre sowieso in frühestens zwei Stunden erst da. Ich solle doch besser bei der Tanke („Die verkaufen das Zeug doch, die kennen da sicher wen …“) mal nachfragen oder gleich die Feuerwehr anrufen. Er warf ein, dass sie das auch mal gemacht hätten – bei einem Unfall allerdings – da hätte die Feuerwehr dann vor Ort abgesperrt und abgewartet, bis der Tank leer war. Wenn es für mich ok wäre, würde er den Auftrag damit stornieren …

WTF?

Ich meine, ich hatte ja extra dort angerufen, weil es mir die letzte Option zu sein schien. Da ein „Da wissen wir auch nicht weiter!“ zu hören, hatte ich nicht erwartet. Das konnte ich nicht mehr ernst nehmen, ehrlich. Das wäre meinem Blutdruck gar nicht gut bekommen. Also hab ich mit der Tankstellenbesatzung ratlos um die Wette geguckt. Ich meine, immerhin habe ich deren Tankschlauch ja immer noch als Abdichtung verwendet und eine Säule blockiert, war damit ja auch deren Problem.

Nun muss man mal einwerfen, dass die Idee des Ausgasenlassens, die der Typ am Telefon genannt hat, schon plausibel klang. Auch wenn es blöd ist, dass das Erdgas im Tank unter Druck steht: das Zeug ist echt nur minimalst gefährlich. Das würde sich nicht einmal entzünden, wenn ich den kompletten Tankinhalt im Innenraum meines Opels ansammeln würde. Dass da was passieren würde, wenn ich mit der Kiste ums Eck fahre, war eigentlich so gut wie unmöglich. Aber – wie einer der weiteren Beteiligten später sagen sollte:

„Wenn dann halt doch einer mit der brennenden Kippe neben dem Auto langläuft …“

Ach ja, die weiteren Beteiligten. Es kam wirklich, wie es von da an kommen musste:

"Ihr Haus brennt? Egal, wir müssen uns um die 72 kümmern!" Quelle: Sash

„Ihr Haus brennt? Egal, wir müssen uns um die 72 kümmern!“ Quelle: Sash

Für die augenscheinliche Undringlichkeit sehr flott hatte ich eine komplette Löschwagenbesatzung zur Lösung des Problems vor Ort. Nur waren die ähnlich ratlos. Eine halbe Stunde zuvor hatte ich es ja auch erst mit Leuten von der Tankstellenbesatzung:

„Was sollen Sie machen? Zuschweissen?“

🙂

Aber ich habe eindeutig nicht den Humor der Berliner Feuerwehr. Der erste – ganz klassisch schnauzbärtige – Typ, kündigte an, dass gleich Kollegen kämen, die „behaupten, sich mit sowas besser auszukennen, naja“ und jene Kollegen ließen dann via Funk gleich von sich hören:

„Warten Sie kurz. Und vielleicht besser keine rauchen nebenher …“

„Kollege, wir sind hier an einer T-A-N-K-S-T-E-L-L-E!“

quäkte es zurück. Noch besser war es, als die Besatzung vor Ort war:

„Im Zweifelsfall kontrolliert abbrennen!“

meinte einer der Uniformierten und grinste mich an. Wie toll es ist, in einer furchtbar nervigen Situation nur nette Leute um sich zu haben! Im Ernst: ADAC, Werkstatt, Tanke, Feuerwehr – sogar die natürlich ebenfalls angerückte Polizei! Allesamt lockere Nachtschichtbesetzung mit Sinn für Humor.

Dass das Ganze im Wesentlichen ungefährlich ist, bestätigte sich zwar (die Messgeräte der Feuerwehr zeigten bereits 10 Zentimeter (!) jenseits des Ventils keine gefährliche Gaskonzentration mehr an), aber wie oben erwähnt: wenigstens irgendwo zum Abgasen abstellen, wo keiner dran vorbeilaufen kann, das wäre schon gut …

Also begann die Suche nach einem Stellplatz. Ich wusste keinen, die Feuerwehr auch nicht so wirklich – und der nette Polizist, der zu seiner Wache nach Hause telefonierte, bekam offenbar auch eine Absage von Cheffe. Irgendwie wollte niemand ein explosionsgefährdetes Taxi übergangsweise beherbergen. Na sowas aber auch!

Und dann – jetzt kommt die Sache mit dem Glück – meinte der Feuerwehrmann, der immer noch gelegentlich am Tank rumgenestelt hatte:

„Ich glaube, es hat aufgehört!“

Alle Einsatzkräfte sprangen hinzu, die Messfühler wurden ausgestreckt, kritische Blicke durchzuckten die Nacht. Und tatsächlich: Nix. Nullkommanull, babbela, die 72 hatte fertig. Der Einsatzleiter, sichtbar erleichtert, begann eine Theorie zu spinnen, nach der vielleicht nur etwas zu viel Druck auf der Zapfsäule gewesen wäre, und all das bisher ausgeströmte Gas nur aufgrund eines Überdrucks ausgetreten sei. „Nur eine Theorie“, wie er extra betonte. Aber es könne ja sein. Unsere kleine Melange aus Polizisten, Feuerwehrmännern und einem Taxifahrer erlangte langsam Einigkeit. Klang soweit ja schon irgendwie … realistisch. Dem Entdecker des Phänomens wurde auf die Schulter geklopft:

„Dann sag ich mal: Gute Arbeit, haste jut jemacht!“

Mir wurde bedeutet, doch baldestmöglich eine Werkstatt aufzusuchen und bis dahin gelegentlich mal zu checken, ob nicht doch noch mal Gas austritt. Mit anderen Worten: nach anderthalb Stunden völliger Ratlosigkeit seitens aller Beteiligten konnte ich einfach weiterfahren. Und, das muss man nachträglich mal sagen, vermutlich zu Recht. Und das mit der Werkstatt kommt, ist ja keine Frage:

„Sie würden jetzt nicht hier um mein Auto rumstehen, wenn mir das am Arsch vorbei ginge! Und sorry im Übrigen, dass ich sie deswegen von anderen Einsätzen abgehalten habe!“

„Entschuldigen Sie sich nicht! Ich sage sonst gerne, dass wir ein Schweinegeld mit sowas verdienen, aber unter uns: das ist ja leider auch nicht wirklich so!“

Hatte ich das mit dem Humor in der Runde schon erwähnt? 🙂

Richtig großartig war dann wirklich am Ende der Einsatzleiter, der sagte:

„Ja nun, dann würde ich wohl sagen, dass wir das wohl am Besten abtun als unwissentlichen Fehlalarm seitens des Melders. Hier ist nix mehr zu tun, aber sie wussten es nicht besser. Dann kostet sie der Einsatz nix und wir müssen keinen Bericht anfertigen.“

Und bevor ich mich angemessen bedanken konnte – obwohl das am Ende ja eigentlich der Realität entsprochen hat – nahm mich einer der Polizisten nochmal beiseite und erklärte mir väterlich:

„Das soll jetzt nicht heißen, dass er ihnen nicht geglaubt hat. Er sieht jetzt bloß zu, dass sie der Einsatz nix kostet!“

Für so einen Ausgang des Ganzen lasse ich mich auch gerne mal in der Auffassungsgabe unterschätzen. 😉

Und am Ende hab ich halt eine Stunde länger als geplant gearbeitet und mein Soll weit übererfüllt. Was für eine fucking bekloppte Schicht!

PS: Von meiner Seite aus ein wirklich fettes fettes Danke an alle Beteiligten! Ich war schwer gestresst von dem Mist, runter mit den Nerven und hier und da sogar außergewöhnlich unlustig. Aber jeder einzelne hat – ungelogen – in jedem Moment ein bisschen mehr dafür gesorgt, dass ich nach der Kacke eigentlich bessere Laune hatte als vorher. Wenn nur alles immer so laufen würde …

PPS: Und dann kommt man heim und fühlt sich gleich nochmal besser … 🙂

Macken à la 89

Wie Ihr wisst – weil ich es neulich geschrieben habe – fahre ich gerade übergangsweise ein anderes Auto als das übliche. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass meine Chefs es hinkriegen, dass ich das nicht ständig muss. Schließlich bin ich als Wenig-Arbeiter prädestiniert für Springer-Regelungen, andere Kollegen müssen öfter das Auto wechseln. Und ich bin nunmal ein Gewohnheitstier. Im Übrigen aus, nun ja, Gewohnheit. Zu meiner Zeit im Behindertenfahrdienst habe ich manchmal 5 verschiedene Autos pro Woche, teils mehrere an einem Tag, gefahren.

Aber gut, nun also die 89. Ich hab sie in oben verlinktem Text ja schon als gute Alternative gepriesen und will das auch gar nicht widerrufen. Aber es ist lustig, was man mit der Zeit so feststellt an Kleinigkeiten.

Zum einen macht das Auto „klonk“. Und zwar immer, wenn man bei niedriger Geschwindigkeit links einschlägt. Wesentlich geiler aber sind die Fensterheber! Meiner funktioniert. Die hinteren sind wohl gesperrt und können auch nur von mir bedient werden. Ähm ja, nun gut. Beachtenswert ist die Scheibe hinten links, die sich zwar absenken lässt, aber scheinbar nur durch manuelles Hochschieben – jaja, mit der Hand die Scheibe hochdrücken – wieder schließbar ist, wenn sie erst einmal geöffnet war …
Im Gegenzug ist die vordere rechte Scheibe mit einem Motor ausgestattet, der keinen Halt kennt und ein äußerst unlustiges „klack-klack-klack-klack-klack“ vermeldet, wenn man die Scheibe weiter herunterlassen will als möglich.

Das ist alles nicht schlimm, handlebar und nachzuvollziehen bei einem Auto, dass die 300.000 km schon runter hat. Aber mich erstaunt immer wieder, wie unterschiedlich die Macken von Kiste zu Kiste sein können.

Deswegen ist es natürlich nicht wirklich vorteilhaft, sich an ein Auto zu gewöhnen, wenn man beruflich Taxi fährt. Auf der anderen Seite erklärt es vielleicht, weswegen ich es mag, „mein Auto“ zu kennen. Man wird dann von sowas nicht überrascht. Und die hier genannten kleinen Macken sind ja nur Beispiele. Wenn ich an meinen früheren Job zurückdenke, erinnere ich mich an Radios bei denen die Lautstärke nicht geändert werden konnte, Sitze die nicht verstellbar waren, Autos die im zweiten Gang keinen Berg hochfahren konnten …

Wie überall sonst gilt auch im Taxi: Man sollte seinen Arbeitsplatz kennen!

1925 is back!

Im Grunde ist es eine eher traurige Nachricht. Es ist Dienstag und damit der Tag, an dem die 72 endlich wieder von ihrem Getriebeschaden genesen sein sollte. Ja, sollte!
Als ich gestern im Büro angerufen hab, um mal nachzufragen, wie wir das mit dem Schlüssel machen (den ich ja dem Abschlepptypen mitgegeben habe), hab ich die traurige Info bekommen, dass sich wohl kurz vorher unser Mechaniker gemeldet hatte, weil es irgendein Problem gab, das nicht mit einem neuen Getriebe zu lösen sei. Verstehe ich als Technik-Laie jetzt zwar nicht, schließlich war es eigentlich ja wohl ein astreines Getriebeproblem. 0.o
Naja, das Ganze sollte jetzt auf jeden Fall mal eben fix 2.500 bis 3.000 € zusätzliche Kosten verursachen. Und da sind wir beim Problem. Denn wie ich in den letzten Tagen öfter geschrieben hatte: die 72 ist ja kein Jungspund mehr, die hat ja auch schon über 370.000 Kilometer runter. Einige von Euch hatten in den Kommentaren schon gefragt, ob sich das überhaupt noch lohnen würde, da einen Getriebeschaden zu reparieren. Und mit dem Mist jetzt scheint für meine Chefs die Rechnung tatsächlich nicht mehr aufzugehen.

Jetzt kommt aber der Clou an der Sache: Eventuell kriege ich mein altes altes Auto, die 1925, wieder. Ich dachte eigentlich, die wäre längst verkauft, aber offenbar steht die immer noch bei unserem Firmenschrauber Jürgen im Hof, wo er sie für gelegentlich anfallende Reparaturen an anderen Zafiras angefangen hat auszuschlachten.

Und da der neue Wagen, der anstelle der 72 seinen Dienst leisten könnte, erst in vier bis sechs Wochen geliefert, umgerüstet und zugelassen sein wird, bestünde bei der aktuellen Autoknappheit in der Firma (neben der 72 sind noch zwei andere Autos gerade etwas länger in der Werkstatt) die Chance, dass ich die 1925 nochmal übergangsweise für eine kurze Zeit fahren könnte. Also gut, 1925 würde sie nicht mehr heißen – einen Nachfolger gibt es ja schon. Aber als 401 könnte Jürgen sie wohl bis zu meinem Arbeitsantritt am Donnerstag fit kriegen.

Wenn ich das richtig verstanden hab, hat die Kiste zwar einen der Zusatzsitze an die 5144 abtreten müssen (die hab ich ja auch mal gefahren!), aber die paar Touren mit 6 Leuten, die ich in der kurzen Zeit nicht fahren könnte … wayne?
Ein bisschen mehr nervt mich, dass der linke Kotflügel wohl einer anderen Kiste vermacht wurde und wir da eventuell kein hellelfenbeinfarbenes Ersatzteil binnen zweier Tage kriegen. Hoffentlich ist das dann wenigstens schwarz und nicht metallic-grün. Aber ist ja wenigstens nicht die „Kundenseite“. -.-

Am unwohlsten ist mir bei der Radio- und damit auch der Navi-Misere. Für zwei Wochen kein Radio ist halbwegs ok (auch wenn’s sicher furchtbar aussieht mit der leeren Konsole), allerdings hängt das Navi da ja mit dran. Und das scheint jetzt auch in der 5144 zu werkeln.
Was haben die bitte mit dem Auto gemacht? Hat jemand beim Kotzen das Radio und (!) den hintersten Sitz kaputt gekriegt? Oder wie muss ich mir das vorstellen? WTF?
Naja, dann muss ich wohl wirklich mal die Navi-Funktionen meines Handys abchecken und mir ggf. irgendeine App installieren. Hat da jemand Tipps?

Ich weiß, das hört sich erst mal ziemlich bescheiden an. Wie ich gehört habe, ist die Stoßstange (Ihr wisst noch? Der Hund des chinesischen Botschafters?) auch nur getaped. Längerfristig würde ich mir sowas ja niemals antun …

Aber es ist halt auch die 1925! \o/

Bzw. die 401. 🙂

2223

Wie ich gestern schon erwähnt hatte: Ich bin dieses Wochenende mal wieder ein anderes Auto gefahren. Früher (im Behindertenfahrdienst) war ich das gewohnt, inzwischen kommt es kaum mehr vor. Nicht alle bei uns in der Firma haben das Glück, dass sie immer ein festes Auto zur Verfügung haben, bei mir hat das aber geklappt. Erst die 1925, dann die 72 …

Aber letztere verbringt noch ein Wochenende in der Werkstatt. So ein Getriebeschaden ist ja nix, was man mal kurz beiseite schraubt.

Nun hatte ich dieses Wochendende also die 2223 (sprich: Zweiundzwanzig-Dreiundzwanzig), für Fotos leider ein langweiliger Ersatz, da es sich auch hier wieder um einen Opel Zafira B handelt, bei dem die äußeren Unterschiede zu meinen bisherigen Taxis mit der Lupe gesucht werden müssten. Aber holla, ist das eine andere Kiste!

Am augenscheinlichsten ist der Kilometerstand:

Ein "kleines Bisschen" jünger als die 72 … Quelle: Sash

Ein „kleines Bisschen“ jünger als die 72 … Quelle: Sash

Das ist kein Witz! Ich hab der Kiste in der ersten Schicht (mit der ersten Tour) die 1.000 Kilometer vollgemacht. Eine Woche zuvor waren es bei der 72 die 371.000. Bei aller Verteidigung meiner alten Möhren ist das natürlich ein Unterschied, ob man einen Neuwagen oder einen kurz vor Ende fährt. In dem Fall aber waren die Unterschiede bezüglich des Verschleißes noch die geringeren. Zum einen sind alle Zafira-Taxen anders. Der Knopf für den Taxameter-Key ist unterschiedlich angebracht, die Fußmatten sind unterschiedlich, man kann einen Sitz mehr oder weniger umklappen (der Beifahrersitz), wir haben verschiedene Einsätze für die Ablagen, die Anbringung des Funkgeräts/Mikros/Terminals ist unterschiedlich … zugegeben: Nix, was einem als Fahrgast auffällt. Außer vielleicht die Fensterheber hinten, die bei der 72 noch in Form von Kurbeln vorhanden sind.

(Zitat eines Fahrgastes: „Boah geil, voll retro!“)

Die 2223 aber …

Zum einen hat sie einen Turbo. Hui! Dann hat sie einen dieser unsäglich blöden Abstandswarner. Den Knopf zum Abstellen desselben zu finden, war eine meiner ersten Amtshandlungen. Schließlich fahre ich nicht besoffen im Tiefschlaf und fände so ein Teil nur hilfreich, wenn es erst dort zu piepen anfängt, wo es sonst einen durchgängigen Ton anstimmt. Wie zum Beispiel bei der Ausfahrt von der Firma. Brrr!

Schlimmer als das allerdings ist das Navi gewesen. Wobei „schlimm“ das falsche Wort ist. „Ungewohnt“ trifft es eigentlich eher, aber nicht all meine Kritik ist subjektiv. Es ist optisch wesentlich ansprechender und wohl inzwischen nicht mehr auf CD’s angewiesen. So weit, so gut. Auch der Umfang hat sich erweitert. So gesehen müsste es eigentlich per se besser sein als das der 72. Ist es aber nicht.
Es hat zum Beispiel einen (zumindest gefühlt) kleineren Bildschirm und ist in der Mittelkonsole gut 10 Zentimeter nach unten verrutscht. Mag besser aussehen, aber nun muss man wesentlich weiter von der Straße wegsehen. Dann ist – durch den Funktionszuwachs, zugegeben – die Bedienung erschwert worden. Gefühlt brauche ich mehr als doppelt so viele Klicks, um zu einer Routenanzeige zu kommen wie bisher. Das fängt schon damit an, dass ich am besten jedes Mal erneut die Stadt eingeben muss, während das vorher blieb, bis man es änderte. Gut für Fernreisende, schlecht für Taxifahrer.

Und wer dafür verantwortlich zeichnet, dass man jetzt ausgerechnet das Navi nicht mehr übers Lenkrad, sondern nur noch über den Touchscreen oder den Drehregler an der Konsole bedienen kann, der hat ohnehin die umgehende Arbeitslosigkeit verdient.

Aber um ehrlich zu sein: Ich könnte mich an all das gewöhnen. Als ob mich das Navi der 1925 damals nicht auch Einarbeitungszeit gekostet hätte. Aber jetzt war es eben nur für zwei Schichten. Da stresst das alles natürlich mehr als notwendig.

Aber so viel Spaß mir der Turbo-Motor und das erstaunlich geräuscharme Schalten auch macht: Ich bin tatsächlich froh, wenn die 72 wieder da ist. Ich bin nunmal inzwischen eines von diesen Gewohnheitstieren, ich gebe es ja zu. 🙂

Umparken im Kopf*

Es ist davon auszugehen, dass die Werbestrategen von Opel bei dem Slogan gerade eben nicht an solche Bilder dachten:

"Einmal die 72 mit allem und sehr laut!" Quelle: Sash

„Einmal die 72 mit allem und sehr laut!“ Quelle: Sash

Ich kann noch keine Einzelheiten nennen. Es war auf jeden Fall ein sehr lautstarkes Spektakel, was das Auto gestern veranstaltet hat und nach einem unvermittelten und nochmal lautstärkeren Knall wollte ich nicht mehr ausprobieren, was die nächste Eskalationsstufe sein würde. Bei Twitter wurden schon Spekulationen geäußert, ob es das jetzt endgültig mit der 72 gewesen wäre – aber auch dazu kann ich leider noch nix sagen. Man wird sehen.

*Danke an @Stephan535 für diesen netten Witz. 🙂

Moderne Technik

Weil viele das immer so als Kampf sehen, möchte ich gleich vorweg kurz anmerken, dass ich wirklich nichts an Mercedes-Taxen auszusetzen habe. Ich denke nach wie vor, dass es für fast jedes Auto entsprechende Kundschaft gibt – und zudem ist die Wahl des Fahrzeugs eine der entscheidenden unternehmerischen Freiheiten im Taxigewerbe, die selbstverständlich genutzt werden. Meine Chefs sind bislang von Opel überzeugt und ich mag mein Kistchen auch. Mal mehr, mal weniger. Wie das halt so ist. Nun aber zur Geschichte:

Es pisste. Also regnete. Und zwar so richtig. Eigentlich hätte mich meine Nikotinsucht bereits nach draußen getrieben, aber da war es eklig. Ich stand auf der zweiten Rücke am Ostbahnhof, lange sollte es also nicht mehr dauern. Dann ertönte plötzlich ein Hupkonzert sondersgleichen. Schnell merkte ich, dass es tatsächlich die Kollegen am Stand waren. Warum aber nur?
Umgehend sehe ich: Gegenüber wollte einer von uns Fahrern eben mit offener Heckklappe losfahren. Na, da ist es doch toll, dass die Kollegen reagiert haben!
Besagter Kollege fährt ein T-Modell der aktuellen E-Klasse. Feine Kiste, kann ich zumindest als Taxi-Kunde sagen. Eines der Features, das mein Auto nicht hat, ist die automatische Heckklappe. Man muss sie nicht mehr herunterdrücken und zuschlagen, sondern drückt auf einen Knopf und sie schließt automatisch. Edle Sache; vor allem, da der Knopf innen an der Klappe liegt – da erspart man sich verdreckte Finger.
Nun aber war offenbar genau das das Problem. Verdreckte Finger hätte sich der Kollege sicher gerne geholt, denn er hatte bereits Fahrgäste an Bord und nur die offene Klappe hinderte ihn am Fahren. Aber die wollte nicht schließen. Er drückte auf den Knopf, die Klappe senkte sich, schloß, sprang wieder auf. Nochmal drücken, schließen, wieder auf. Dann kontrollierte er, ob Gepäck im Weg ist, drückte, wartete, guckte dumm.

Vor mir stand ein Kollege mit dem selben Modell. Vielleicht auch aus der selben Firma. Er sprintet schnell rüber und begibt sich mit dem Kollegen auf Fehlersuche. Manchmal klappt das mit der Solidarität am Taxistand dann ja doch noch.

Es zogen ungelogen fünf Minuten ins Land, während derer sich die Heckklappe dutzende Male öffnete, schloß und wieder öffnete. Einen Anhaltspunkt bei der Fehlersuche schienen die Kollegen nicht zu haben. Irgendwann bin ich dann auch raus, allerdings in mehr dekorativer Funktion. Ich kannte das Auto ja wirklich nicht. Aber unter dem Vordach eine rauchen und gucken, was passiert, konnte ich ja schon auch. Und ich war nicht alleine. Zwei weitere Kollegen mischten sich ins Geschehen ein und ich stellte mir die Gedanken der Fahrgäste vor. Da kommt man an, will mit dem Taxi schnell ins Hotel und ehe man sich’s versieht, stehen fünf Taxifahrer um einen herum und machen die Heckklappe auf und zu. Skurrile Situation.

Am Ende war die Lösung wohl denkbar einfach und fast am anderen Ende des Autos zu suchen: Ein Knopf zum Öffnen der Heckklappe befindet sich wohl auch irgendwo beim Fahrer vorne und genau jener war blockiert und öffnete die Luke stets erneut, sobald sie geschlossen war. Blöde Sache und ja, das kann man mal übersehen. Mich hat’s für den Kollegen gefreut, dass die Fahrgäste das offenbar einfach nur lustig fanden und nicht genervt ausgestiegen und zu einem anderen gegangen sind.

Ein bisschen war mir natürlich nach Lästern über die moderne Technik zumute. Dann aber musste ich an die wesentlich dämlichere Macke meines kleinen Opels denken: Wenn die Zentralverriegelung spinnt, lässt sich der Tankdeckel nicht mehr öffnen …

So haben wir wohl alle mal Grund, uns über die Technik zu beklagen. 😉