Flintstones-Update

So langsam erreichen wir bei der Navi-Geschichte den Status „Als Satiremeldung brauchbar“.

Ich komme jetzt gerade eben von Opel. Das war der dritte Besuch wegen des fehlenden GPS-Signals. Den ersten hat mein Tagfahrer absolviert und weder er noch die Werkstatt hatten viel Zeit. Sie haben damals nur kurz das Navi rausgeholt und geguckt, ob die Anschlüsse ok sind – und da sie es waren, haben sie gesagt, dass die Fehlersuche länger dauern würde.

Dann war ich am letzten Donnerstag dran. Der Fehler war nun klar: Feuchtigkeit im Dach, Teil völlig hinüber. Muss bestellt werden.

Jetzt habe ich mich über meinen Totpunkt hinaus wachgehalten, sogar für mich völlig unpraktisch um 6 Uhr noch Koffein genommen und bin pünktlich um 7 Uhr dagewesen. An der Werkstatt lief auch alles super: das Auto ist umgehend in die Garage gefahren worden, ich hab mir derweil eine kalte Cola geholt. Und als ich zurückkam, kam mir der Mechaniker gleich entgegen und stand mit leicht fassungslosem Gesicht vor mir. Er entschuldigte sich und sagte mir, dass der Zulieferer im richtigen Karton das falsche Teil geschickt hätte und er jetzt ziemlich blöd dastehe.

Nun ja, also bald Termin Nummer vier. Dieses Mal erst, nachdem auch der Inhalt des Paketes gecheckt wurde. Wir nähern uns einer Reparatur immerhin langsam an …

Und hey: das ist die gute Werkstatt – die haben bisher auch bei dieser Sache eigentlich keinen Fehler gemacht. Manchmal ist wohl einfach der Wurm drin. 🙁

Auf den Spuren Fred Feuersteins

Technik ist ja manchmal so eine Sache. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der Einbau einer neuen Zündkerze bewirken kann, dass das Navi der 72 keine GPS-Signale mehr empfängt?

Ich nicht. Sicher, der Grund wird vermutlich ein versehentliches Ablösen der Antenne oder ein Bruch derselben sein. Was weiß ich, wo genau die verlegt ist und wo die Mechaniker letztes Mal rumgeschraubt haben. Nur der Stecker isses wohl nicht, aber auch so halte ich die Auswahl an Ursachen für überschaubar.

Nun war das für mich gestern ernsthaft ärgerlich. Ich hatte mich ja just auf das gute alte Navi der Kiste gefreut, das man so schön vom Lenkrad aus bedienen kann. Da mag die App auf meinem Handy mehr können, das neue Gerät in der 2223 aktuellere Adressen haben – das ist ja auch eine Sache des Komforts. Und da meine Ortskenntnis nicht schlecht ist und sich mit vielen Kunden auch ohne Navi der Weg zu unbekannten Adressen finden lässt, nutze ich es überwiegend für Hausnummern mir eigentlich bekannter Straßen oder für für so Details, bei denen ich mir nur so ungefähr sicher bin. Wohngebiete, in denen ich z.B. nur zweimal war und die drei parallelen Straßen einfach nicht in der richtigen Reihenfolge im Kopf hab. Und das einfach, weil’s geht.

Manchmal spiele ich damit auch bloß rum und gebe zum Feierabend hin den Abstellplatz ein, um die Entfernung zu wissen und versuche zu raten, wie viele Kilometer ohne Winker ich wohl schaffe.

Nein, es ist kein Problem, ohne Navi – oder sogar speziell: dieses Navi – zu fahren, aber da es mich seit der ersten Schicht in der 1925 begleitet, hab ich es halt in meinen Alltag integriert. Das ist vermutlich so ähnlich wie die Sache mit den Automatikwagen. Kein Taxifahrer hat ernstliche Schwierigkeiten damit, einen Schaltwagen zu fahren, aber es erleichtert einem die Arbeit und wenn man sich mal daran gewöhnt hat, dann will man’s nicht mehr missen. Und deswegen hab ich das Handy als Navi nie benutzt und der Stadtplan liegt ohnehin unbenutzt unterm Beifahrersitz und wird – um den Vorschriften Rechnung zu tragen – trotzdem alle 3 Jahre ersetzt.

Nun hab ich gestern – da ich meine zwei Alternativen nur in absoluten Notfällen zu benutzen gedachte – das erste Mal quasi gänzlich ohne Navi die Stadt unsicher gemacht. Mal gucken, wie das so in der Steinzeit war, als man noch Vögel als Plattenspieler verwendet hat.

(Ja, einen nicht unwesentlichen Teil meines Wissens über die Steinzeit habe ich vielleicht aus Zeichentrickfilmen. 😉 )

Als Fazit muss ich jetzt leider völlig unspektakulär verkünden, dass ich nicht bei einer einzigen Tour einen ernsthaften Zweifel hatte, wie ich auf dem kürzesten Weg zur Zieladresse der Kundschaft komme. Das war freilich Zufall, denn ich werde in meinem gesamten Arbeitsleben nicht alle Straßen in Berlin auch nur einmal befahren haben, da bin ich sicher – aber doch irgendwie auch eine nette Erfahrung. Es gibt einem schlicht ein gutes Gefühl, die eigenen Erwartungen zu übertreffen.

Das ändert nichts daran, dass ich mich darauf freue, das Auto heute Abend mit hoffentlich gefixtem Navi von der Werkstatt abzuholen. Man gewinnt seine Spielzeuge halt doch lieb. 🙂

Kurzer Zwischenbericht

Dass es diese Woche an interessanten Fahrgästen bei GNIT mangelt, ist kein Zufall. Zuerst hatte ich letztes Wochenende viel zu tun und ein wenig Stress mit dem Ersatzauto – und nun ist die 72 immer noch in der Werkstatt, weil tatsächlich das Getriebe erneut raus muss. Pech gehabt, Montagsmodell, sowas in der Art. Ist ja noch nicht lange drin gewesen. Ich hoffe, dass es zeitlich klappt, dass ich heute Abend auf die Straße kann, aber das werde ich wohl erst im Laufe des Nachmittags erfahren. Irgendwas musste ja kommen, nachdem der Monat so gut angefangen hat. 😉

Das Firmengrillen war wie immer eigentlich nett, aber inzwischen bin ich bekannt als „der, der immer alles ins Internet schreibt“. Vielleicht kann ich mich deswegen an keine Kollegenanekdote erinnern. Oder es lag am letzten Bier, das weiß man ja nie.

Naja, dann drücke ich unserem Mechaniker mal die Daumen, dass er das mit dem Getriebe heute fertig bekommt.

Triggerwarnung: in Kürze erscheint noch ein Uber-Artikel. 😉

Ein Auto ist wie das andere …

Das kann man als Autofahrer immer ein bisschen sagen. Wo sich Licht und Scheibenwischer finden, variiert nur bedingt und wenn wir zum Antrieb oder Steuern kommen, sind mir wirklich wenige innovative Konzepte bekannt. Nicht ohne Grund stellt es Führerscheinbesitzer nicht wirklich vor eine große Aufgabe, sich ein Auto auszuleihen und damit irgendwwo hin zu fahren. Ein bisschen schwieriger isses für mich als Taxifahrer, weil ich gleich ein paar Stunden in der Kiste sitzen muss, gewisse Auflagen habe und gewisses Equipment.

Und nun musste ich die Kiste wegen des Ausfalls der 72 wechseln.

Und ausnahmsweise auch mal auf ein anderes Automodell – den VW Touran. Meine Chefs hatten mal eine Phase, wo sie die als gute Alternative zu den meist gekauften Zafiras gesehen haben – was sich (glücklicherweise, wie ich nach der Nacht sagen muss) inzwischen wieder geändert hat.

Der Touran hat Vorteile, keine Frage. Im Gegensatz zu Opel schafft VW es nämlich, Erdgasmotoren mit Automatikgetrieben zu verbinden – was die Fahrzeuge gegenüber den Zafiras unter Fahrern recht beliebt macht. Außerdem haben die bei uns in der Firma keine Zusatzsitze, was viele Fahrer auch total toll finden, weil große Gruppen ja so nervig sind.

Ähm ja …

Das is‘ jetzt halt leider so ein bisschen überhaupt nicht meine Prioritätensetzung. Nach 7 Jahren mal wieder einen Automatikwagen zu fahren ist ja ganz nett, aber große Begeisterungsstürme löste das bei mir einfach nicht aus. Und auf Großraumtouren zu verzichten ist für mich ein Manko, kein Vorteil. Außerdem: im Vergleich zu den Zafiras war dieser Touran jetzt echt eine Katastrophe. Nicht einmal technisch. Er war deutlich jünger, besser in Schuss als die 72, aber das glich nicht wirklich irgendwas aus. Zum einen sitze ich zu hoch in dem Auto. Ich passe rein, aber im Gegensatz zum Zafira nervt mich beispielsweise der Innenspiegel, weil er einen großen Teil meines Gesichtsfeldes einnimmt. Und meinem Rücken nach ist das Auto insgesamt nicht sonderlich gut auf mich ausgelegt. Dann die Ablageflächen!
Natürlich hab ich das Zeug, das ich so mit mir rumschleppe, inzwischen an einen Zafira angepasst, aber daran kann ich jetzt binnen einer Nacht nichts ändern. Die Trinkflasche musste ich irgendwo neben’s Portemonaie verkeilen, wo sie fast unzugänglich war, für den Handyakku war gar kein guter Platz zu finden und das kleine praktische Ablagefach in der Mittelkonsole war allenfalls eine fiese Erinnerung daran, dass das Auto nicht einmal ein eingebautes Navi hat. Dazu hinter mir weniger Platz im Fond, ein schwerer vorzurückender Beifahrersitz … ich hab nach einer Weile angenommen, die Kiste habe das Automatikgetriebe nur, um hier im Blogeintrag wenigstens einen Pluspunkt zu bekommen. Wobei ich zugegebenermaßen wenig dazu gekommen bin, an der Stereoanlage zumzuprobieren, vielleicht ist da ja noch ein Pluspunkt drin.

Da mir ein Kollege vor Ort den Schlüssel leihen konnte, hab ich mir ein bisschen Bahnfahren gespart und zudem ein paar völlig anders als bei mir im Auto angeordnete Schalter erklärt bekommen. Vielen Dank dafür!

Wofür mir dann aber leider wirklich wenig Dank bleibt, ist der miserable Sauberkeitszustand des Wagens gewesen. Und ich setze auf dem Gebiet gewiss keine neuen Standards …

Meine Chefs haben mir angeboten, wenn ich will, öfter oder gar regelmäßig auf den Wagen zurückzugreifen. Ich schätze, da werde ich wohl ablehnen. Obwohl es ein Automatik ist, obwohl er verkehrsgünstig steht und satte 145.000 Kilometer weniger auf dem Buckel hat als die 72.

Verzögerungen im Betriebsablauf

Eigentlich hätte ich die heutige Nacht ja wenigstens zu Teilen im Taxi verbringen sollen und eventuell eine nette Story für den Blog rausholen, aber daraus ist nix geworden. Mein Tagfahrer hat mir schon gesagt, dass das Auto „Jeräusche macht, dit haste noch nich‘ jehört“. Da war nach meiner Überprüfung durchaus ein bisschen was dran, denn von meinem Taxi hatte ich solche Geräusche wirklich noch nicht gehört. Allerdings waren sie sehr gut vergleichbar mit dem Sound alter Rennspiele auf dem Atari z.B.

Und „retro“ in allen Ehren: dass da was nicht stimmt, liegt auf der Hand. Nun wird das Auto heute nochmal einen Werkstattbesuch absolvieren und eventuell kriege ich einen Ersatzwagen. Wobei ich auch erst nachfragen muss, ob einer verfügbar ist. Wobei ich damit bei Nachtschichten bessere Chancen hab als ein Tagfahrer.

Alles in allem ist das mit der Arbeit dieses Wochenende also noch ein wenig unsicher, aber ich bin mal guter Dinge. Darüber, was nun das Problem bei der 72 war, werde ich Euch natürlich auf dem Laufenden halten – aber dass es irgendwas mit Kupplung und/oder Getriebe zu tun hat, kann ich schon mal als heißen Tipp abgeben.

Glück im Unglück?

Erste Schicht der Woche ist immer so eine Sache. Nach 3 freien Tagen freue ich mich meist wirklich, wieder im Auto zu sitzen und die – meist nur als halbe Schicht geplante – Zeit runterzurocken. Oder aber ich komme gar nicht so richtig los – wer kennt sowas nach dem Wochenende nicht auch?

Manchmal mischt es sich aber auch und ich hab voll Lust, aber draußen ist so richtig nix los. So in etwa war das gestern. Obwohl ich spät los bin. Aber das hatte andere Gründe. Mein Auto hatte wohl auch irgendwelche Gründe, sich nach einer Stunde Wartezeit batteriemäßig zu verabschieden. Just als die langersehnte Kundschaft im Auto saß. Is‘ klar!
Für die Kundin war es kein großes Ding – am Bahnhof sind schließlich auch andere Taxen. Für mich war es nun eher so mittel. Und während ich noch nach Kollegen telefonierte, kam einer, den ich wirklich nur vom Sehen her kenne, an und hat einfach mal so mir nix dir nix die Kabel gezückt und mir Starthilfe gegeben, bevor ich auch nur danach fragen konnte. Wow!

Und danke!

Sogar Kundschaft kam noch, obwohl zumindest alle ICEs schon raus waren für den Abend. Nach der Tour hatte ich dann 18 € auf der Uhr und war dafür seit fast drei Stunden auf der Straße. War der Lust nicht sehr zuträglich. Aus dem frustrierten Aufgeben wurde dann aber auch nix, denn wie zuvor der Kollege als Hilfe quasi aus dem Nichts aufgetaucht ist, hatte ich plötzlich binnen kurzer Zeit drei Winker, die mich schon mal etwas weiter gebracht haben. Als ich dann aber unweit des Abstellplatzes gelandet war und meine Bahn in nur 10 Minuten kommen sollte …

Manchmal hört man besser auf, wenn es am schönsten ist. Heute ist auch noch ein Tag.

Und jetzt rufe ich meinen Tagfahrer an und sag ihm, dass er eine neue Batterie besorgen soll.

Botschaften, die einen das Gruseln lehren

Die recht begrenzte Kommunikation mit meinem Tagfahrer ist manchmal auch etwas kurios. Entweder ruft er mich an und fragt, ob ich heute auch wirklich fahre – oder er sagt mir, dass das Auto aus diesem oder jenem Grunde kaputt ist. Ansonsten läuft es so: wir schreiben uns ganz altmodisch Zettelchen, die wir im Auto hinterlegen. Der Kollege hat’s nicht so mit dem Internet, zumindest mal hat er keine eMail. Und auch mein einziger Versuch, ihm eine SMS zu senden, war irgendwie ergebnislos. Aber wir kommen schon klar und es ist jedes Mal schön, bei Schichtantritt einen Zettel vorzufinden. Meist steht dann nämlich drauf, dass er am nächsten Tag nicht fährt – was bedeutet, dass ich das Auto mit heimnehmen kann.

So im Grunde auch heute. Davor aber noch eine Notiz, die mich schlimmstes befürchten ließ:

„Hallo Sascha!
Sollen eine neue Kupplung haben.
Kommt mir ein bisschen komisch vor.“

Äh, what?

Nachdem ich dann ein paar Meter gefahren war, war mir aber klar, dass das wohl rein subjektiv war. Natürlich fuhr sich das Auto anders, aber das bin ich inzwischen gewohnt. Unser Mechaniker hat genau zwei Lieblingseinstellungen für neue Kupplungen: Einmal ist der Schleifpunkt 5 cm unter dem Bodenblech, ansonsten 5 cm über dem Pedal. 😉
Diesmal halt zweiteres. Hab’s mit der Routine langsam raus. Und den Wagen nicht einmal abgewürgt.