Ja, es ist nun vorbei. Ich hab die letzte Schicht hinter mir, hab die ersten Minuten meines 37. Geburtstages mit der Parkplatzsuche in Niederschöneweide verbracht und werde zumindest in absehbarer Zukunft nicht mehr hinter dem Steuer eines Taxis auftauchen. Aber diese letzte „Schicht“hat immerhin noch zwei zumindest erwähnenswerte Fahrten hinterlassen und ich will GNIT ja nicht beenden, bevor es Zeit ist. 🙂
Deswegen hier sofort die erste der beiden.
Ich hab einen Auftrag in Friedrichsfelde angenommen, gar nicht weit vom Bahnhof, wo ich geraume Zeit gewartet hatte. Wie der Name des Bestellers schon vermuten ließ, erwartete mich am Ort des Geschehens ein Vietnamese nebst zweier Kumpels. Die Fahrt sollte nur so mittel weit nach Lichtenberg gehen, in die Landsberger Allee. eine Nummer gab es auch noch dazu, aber als ich sie ins Navi eintippen wollte, hielt mich der Kunde auf dem Beifahrersitz davon ab und sagte mir, er zeige mir den Weg.
So weit, so normal. Etwas komisch war dann, dass er mir auf halber Strecke erzählte, dass er nur so ungefähr zu wissen glaubte, wo die Nummer genau ist und hat sich vor Lachen ausgeschüttet, als er mir erzählte, dass er das letzte Mal eine Dreiviertelstunde mit Suchen verbracht hätte. Eine Dreiviertelstunde, haha!
Mein nächster Marker auf dieser knapp 10 km langen Straße war ein Hotel, 70 Hausnummern entfernt. Ich hatte also wirklich nur so mittel eine Ahnung.
Es kam, wie es kommen musste: Er sagte mir irgendwann, dass er glaube, es sei an der nächsten Ampel, und als wir diese passiert hatten, stellte er fest, dass es doch schon die davor gewesen sei und ich hier halten könne. Und wie ein Kifferklischee fand er es sauwitzig, dass er es auch dieses Mal vergeigt hatte und gab mir auf die aufgelaufenen 17 € einen glatten Zwanni und bedankte sich dafür, dass es so nett war mit mir.
Wenn alle Kunden so gewesen wären, hätte ich mich all die Jahre nicht so sehr über ungenaue Navis beschweren müssen.
