Noch kürzer …

“Fährste uns zum Fritz-Club?”

Ja gut, eine wirklich lohnende Tour ist das nach 20 Minuten Anstehen am Berghain nicht. Aber hey, einer von denen ging auf Krücken. Möge eine gewaltige Woge plötzlichen Arschbrandes den Kollegen heimsuchen, der die Fahrt zuvor abgelehnt hat!

 

Größere Kartenansicht

Elstern im Taxi

Zugegeben, was Diebstähle angeht, muss man im Taxi eine dicke Haut haben. Mir sind im Taxi Handy und Kamera, ein Rucksack und derletzt sogar die Kofferraummatte und die Reinigungsmittel geklaut worden. Ist natürlich kein Spaß, aber man muss das ja nicht zu einem Wettbewerb machen…

Mir ist jedenfalls vor einiger Zeit völlig überraschend ein Kunde ins Auto gesprungen, als ich gerade einen anderen abgesetzt habe. Er wollte zwar völlig entgegen meiner Richtung nach Steglitz, aber natürlich hab ich mich gefreut. Der Fahrpreis lag bei knapp 12 €. Er hatte mir gleich gesagt, dass er nicht genug Geld dabei habe, aber von seinem Kumpel in dem Restaurant den Rest holen würde. Als wir ankamen, drückte er mir gleich seine verbleibenden 8 Euronen in die Hand und fragte, ob er jetzt kurz reinspringen könnte.

Normalerweise bin ich beim Pfand rigoros. Solange nicht bezahlt ist, verlässt niemand das Auto, wenn er nicht sein Handy, seinen Ausweis oder wenigstens seine Freundin im Auto liegen lässt. Aber irgendwie war mir danach. Der Typ war schlicht total sympathisch, außerdem wäre der Verlust höchstens bei 4 € gelegen. Warum auch immer, ich hab ihm vertraut.

Er ist dann wie ein geölter Blitz in einem China-Restaurant verschwunden, während ich mir eine Kippe angesteckt habe. Kurz darauf kam er wieder raus, hatte 7 € dabei und gab sie mir mit einem Lächeln. Ich hab mich artig bedankt, aber ihm lag noch was auf der Zunge:

“Hey, danke, dass Du mich hast reingehen lassen ohne Pfand.”

“Ist eine Ausnahme gewesen, ich verlange sonst immer eines!”

“Aber ich war doch da im Laden!?”

“Ja, aber weiß ich, ob es da einen Hinterausgang gibt? Was manche Leute für 4 € machen, glaubst Du gar nicht!”

“OK, stimmt natürlich. Aber ein Freund von mir hat neulich sein iPhone als Pfand dagelassen und als er wieder rauskam, war das Taxi weg…”

Jetzt mal Tacheles, lieber “Kollege” mit dem neuen iPhone:

Wegen Flachpfeifen wie dir haben wir alle immer irgendwie Stress mit dem Pfand. Wegen solchen Pissern wie dir vertrauen uns die Kunden nicht – obwohl das nicht gerade unwichtig ist in einem Job, der manches Mal einiges an Vertrauen erfordert. Wegen Intelligenzverweigerern wie dir verdienen wir alle weniger Geld, weil manche Kunden uns per se für Abzocker halten. Wegen dummdreisten Knallchargen wie dir röchelt das Taxigewerbe und ausgerechnet Spinner wie du meckern dann auch noch über die blöden Kunden. Und all das für ein neues iPhone? Na vielen Dank, du Amöbengehirn!

Taxifahrer und Abzocker

In letzter Zeit werden mir immer wieder Links zu irgendwelchen Zeitungen (leider meist Boulevardpresse, die ich ungerne prominent verlinke) geschickt, in denen vor betrügerischen Taxifahrern in Berlin – insbesondere am Flughafen Tegel – gewarnt wird. Diese widerlichen Aasgeier, die kein Kollege ernsthaft noch als Taxifahrer bezeichnen würde, verlangen absurde Fantasiepreise für Fahrten in die City von Berlin, teilweise im dreistelligen Bereich.

Dazu sollte man wissen, dass Fahrten in die City West beispielsweise selten über 20 € kosten können, Preise über 100 € sind schlicht für keinen einzigen Punkt innerhalb der Stadt machbar. Selbst wenn man die schnellste statt der kürzesten Route wählt, ist auf jeden Fall etwas faul. Auch ins entlegene Schmöckwitz sollte man für unter 60 € kommen. Mit Hilfe eines Routenplaners und eines Taxi-Tarifrechners (beispielsweise hier) kann man den ungefähren Fahrpreis auch im Vorfeld oder Nachhinein berechnen.

Da es scheinbar niemand in Berlin schafft, diesem Treiben vernünftig Einhalt zu gebieten, kann man nur immer wieder dazu raten, ein wenig vorsichtig zu sein. Damit meine ich nicht, dass man deswegen jeden Taxifahrer eines Betrugs bezichtigen sollte, wenn man sich nicht ganz sicher ist. Nach wie vor machen die meisten Fahrer einen guten Job und transportieren ihre Fahrgäste nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Tarif.

Wenn man sich unsicher ist, sollte man sich auf jeden Fall eine Quittung geben lassen. Auf dieser Quittung muss – auch das ist gesetzlich vorgeschrieben! – nicht nur der Preis stehen, sondern (neben anderem) ebenso die Anschrift des Unternehmens und die Konzessionsnummer des Taxis. Letztere muss identisch sein mit der Nummer, die sich auf einem gelben Schild in der Heckscheibe des Fahrzeugs – von außen und innen lesbar! – befindet.

Auch wenn man Fälschungen nie sicher ausschließen kann, hat man mit einer Quittung etwas in der Hand, mit dem man sich dann ans LABO wenden kann, die Betrugsfällen im Taxigewerbe nachgehen.

Jeder Hinweis nach einer betrügerischen Fahrt ist wichtig und die ehrlichen Taxifahrer in Berlin sind dankbar dafür!

“Dachte, du rauchst…”

Das war die Erklärung des Kollegen, weswegen er am Ostbahnhof direkt nach seiner Ankunft einfach mal an mir vorbeigefahren ist und sich vor mir in die extra für die Busse freigelassene* Lücke gestellt hat.

Was die Definition des in der Taxiordnung vorgeschriebenen “umgehenden Nachrückens” am Stand angeht, kann man geteilter Meinung sein. Gerade an meiner Lieblingshalte wird das eher locker ausgelegt, was ich persönlich ok finde, da ich mich gerne mal mit Kollegen unterhalte und nicht jedes Mal sofort zum Auto rennen will, wenn sich was bewegt. Allerdings ist der Übergang fließend zu den Kollegenschweinen, die eine der “Abstauberpositionen” an der gestückelten Halte besetzt halten – in der Hoffnung, so schneller Kundschaft zu bekommen.

Wie gesagt: Da kann es schon mal sein, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Aber ich bevorzuge es doch, wenn man bei vermeintlichen Problemen ein wenig kommuniziert und sie nicht gleich mit der Brechstange angeht. Ich bin ja auch noch nicht dazu übergegangen, Kollegen einfach von der Straße zu drängen, wenn sie mich überholen… Davon hielt besagter Kollege nicht sehr viel, er ist eben einfach an mir vorbeigefahren, was letztlich dazu geführt hat, dass ich das erste Mal dieses Jahr die Hupe verwendet hab.

Er hat mich dann zerknirscht und kleinlaut vorziehen lassen, sichtbar davon überzeugt, trotzdem aber Recht zu haben. Aber für sowas gibt es ja die Arschlöcher-Kategorie in diesem Blog ;)

*ist gerade alles ein wenig seltsam am Ostbahnhof wegen der Baustelle.

“Gott sei Dank, ein Deutscher!”

Es ist unglaublich, wie oft man diesen beschissenen Satz in vielen verschiedenen Formen im Taxi hören muss!

Ja, hier in Berlin sind viele Taxifahrer nichtdeutscher Herkunft. Das ist ein Fakt.Ist mir auch schon aufgefallen. Und? Bin ich wirklich ein besserer Mensch, weil ich zufällig noch in den zu meiner Geburt üblichen Grenzen der BRD geboren wurde? Ach, hört doch auf!

Ich weiß Bescheid über den vielfältigen Ärger im Taxigewerbe. Natürlich passieren hier unschöne Dinge und natürlich sind auch “Ausländer” daran beteiligt. Wie sollte es auch sonst sein in einer multikulturellen tourismusgeprägten Metropole wie Berlin? Aber immer noch wird auf den Straßen unbekümmert eine perverse Form von Rassismus und Xenophobie gehegt und gepflegt, dass mir auch als “gutem Deutschen” das Kotzen kommt.

Ich bin kein Freund von Political Correctness, ehrlich nicht. Man darf Probleme beim Namen nennen und damit ist es gut. Aber letztlich läuft es doch so: Wenn Kollege Ali einen Umweg fährt, dann ist es natürlich die “südländische Mentalität”, ein persönliches und wahrscheinlich auch noch islamistisches Statement in Form von Abzockerei. Wenn genau dasselbe mit einem dieser deutschen Kollegen passiert, dann ist das entweder logisch, weil: “Berlin ist ja so groß…”, oder aber er war schlicht und ergreifend ein doofer Taxifahrer.

Das kotzt mich an!

Wie alle da draußen sind auch wir Taxifahrer ein buntes Völkchen unterschiedlicher Menschen. Da gibt es solche und solche. Manche “Kollegen” würde ich selber gerne in den Wind schießen, anzeigen, kampfunfähig machen – je nachdem. Aber da sind – o Wunder! – auch viele Deutsche dabei, genauso wie es auch unter den Kollegen aus anderen Ländern einige gute Taxifahrer gibt. Es geht auch nicht darum, nicht sagen zu dürfen, woher der Fahrer kam, der einen abgezockt hat. Das kann man machen, meinetwegen. Aber deswegen ist ein Deutscher als Fahrer nicht per se besser als ein Iraner.

Geht mal zu den Prüfungsterminen der Taxiinnung und schaut euch an, wie viele Türken und Araber genau wie ich einen Scheiß-Aufwand betreiben, um den P-Schein zu bekommen, unterhaltet euch mit Kollege Mohammed, der vor einem Jahr den Sprung von HartzIV ins Taxi geschafft hat, mit seinen 5 Kindern seitdem finanziell kaum besser dransteht und trotz allem Meckern am Stand gelegentlich ein “Geld ist nicht alles” fallen lässt!

Sind wir wirklich noch so primitiv, dass wir die Probleme im Taxigewerbe einfach mal pauschal als Sache der Hautfarbe abtun wollen?

Glaubt es oder nicht, liebe Kundschaft: Mit dem Spruch macht ihr euch bei mir nicht beliebt. Und hoffentlich auch sonst nirgends!

Wie du mir…

Ich bin echt kein Freund kindischer Racheaktionen. Und bei aller lockenden Befriedigung ob der Anwendung des “Auge um Auge”-Prinzips sehe ich ja auch ein, dass das schnell böse enden kann. Dieses Wochenende brachte dennoch unschöne Dinge hervor, die mich anders entscheiden ließen.

Die vertrackte Situation am Ostbahnhof hab ich ja am Samstag schon geschildert. Schöne Scheiße!

Im Laufe der Tage hat sich dort nämlich ein Mist entwickelt wie an der Kulturbrauerei: Wenn man an der legalen (bzw. zumindest mal legal gedachten) Halte steht, kommen einfach irgendwelche Arschlöcher vorbei, stellen sich an die ehemalige Halte, sind damit kundennäher und sorgen dafür, dass dort wo alle warten kein Fahrgast mehr ankommt. Von der Behinderung der BVG-Busse durch diese Aktion wollen wir gar nicht sprechen, von der Reaktionsträgheit der Cops, vor deren Fenster das stattfindet, auch nicht.

Immer und immer wieder sind Fahrer im Hoffen auf ein Missverständnis wegen der ungewohnten Situation zu den Kollegen gefahren und haben ihnen erklärt, wo eigentlich gerade die Halte ist. Ein oder zwei sind mal rübergefahren, meist aber blieben die Fahrer stehen.

Nun hat die Taxihalte am Ostbahnhof zwar etliche Nachteile, aber auch das ein oder andere Gute: Man kennt sich. Als sich irgendwann am Abend mal 4 Schwarzlader auf einmal eingefunden hatten, sind wir einfach gesammelt abgerückt, haben den Kollegen im Vorbeifahren erklärt, weswegen sie dort unerwünscht sind und haben uns dann hinter sie an die ohnehin verfluchte illegale Halte direkt vor den Fritz-Club gestellt, der zu diesem Zeitpunkt die meisten Fahrgäste hergab.

Und während wir binnen drei Minuten mit Kundschaft unterwegs waren, haben sich die anderen, unfreiwillig dumm rumstehend, hoffentlich Gedanken darüber gemacht, wie man sich so fühlt, wenn irgendwelche Penner ihnen illegal die Kundschaft wegschnappen.

OK, schön wäre es zumindest. Aber wenigstens haben wir so auch mal eine Fahrt gekriegt und es ist immer noch besser, als diesen Arschgeigen die Reifen aufzuschlitzen.

Von meiner Seite aus hagelt es Verständnis für so ziemlich jedes Verhalten und ich gehe auch bei eindeutigen Fehlern erstmal von einem Versehen aus. Ich hab die Tage öfter mal einen Kollegen vorgewunken, der zwar vor mir da war, sich aber zunächst falsch angestellt hat. Natürlich! Ist ja eine beschissene Situation gerade – und blicken muss man die gleich dreimal nicht! Aber bei Aufkündigung der Kollegialität aus Profitgier ist Schluss! Nichts dagegen, unsinnige Amtsvorgaben zu umgehen und selbst für eine bessere Organisation zu kümmern. Klappt ja beispielsweise am Matrix trotz regelmäßiger unsinniger Bußgeldbescheide der Bullen auch ganz gut. Weitgehend zumindest. Aber so wie diese “Kollegen” es vormachen, muss ja auch nicht sein. Hoffe, wenigstens einer hat sein Lankrad durchgenagt. So wie wir vorher. In dem Fall dann eben doch: Auge um Auge…

Nachtrag: Klaus hat wie versprochen ein paar Bilder und einen Text zur Situation bei Tageslicht auf sein Blog gestellt.

Feedleser werden!

Immer die neuesten Geschichten von gestern Nacht im Taxi findet man mit dem RSS-Feed.

Sozial vernetzt

Kleinere Zwischenrufe von Sash gibt es sowohl bei Facebook, bei Twitter und neuerdings sogar bei Google+.

Noch ein Blog

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

“Gibt’s nicht!” – ein Text über die Arschlöcher unter den Taxifahrern

Dass es da draußen einen Haufen Taxifahrer gibt, die ich nur ungerne als Kollegen bezeichne, ist leider Realität. Kurze Strecken werden dauernd abgelehnt, es werden Umwege gefahren, Kollegen überholt und (größtenteils überteuerte) Festpreise ausgemacht. Was die meisten dieser Idioten nicht so ganz mitschneiden, ist, dass sie damit eigentlich erst für den ganzen Stress im Gewerbe sorgen. Egal ob wir uns bemühen eine gute Arbeit zu machen – bei vielen Kunden ist der Ruf von Taxifahrern im Allgemeinen nach einer Fahrt mit so einem Knallkopf dauerhaft ruiniert.

Nur weil das ständig passiert, müssen alle Taxifahrer sich damit rumschlagen, Kunden klarzumachen, dass Festpreise illegal sind oder dass man nicht hinter jeder kleinen Nachfrage mangelnde Ortskenntnis oder gar einen Betrugsversuch wittern muss. Mal ganz davon abgesehen, dass manche Leute nach wiederholten schlechten Erfahrungen so weit wie möglich aufs Taxifahren verzichten.

Aber natürlich gibt das alles Sinn, denn schließlich ist ein Fünfer mehr in dieser Stunde besser als dauerhaft einen angenehmen Job und Mehreinnahmen zu haben… bei so manchem Evolutionsverweigerer fällt es schwer, angemessene Worte zu finden.

So war ich auch reichlich sprachlos, als meine Kundin mir nach einer kleinen Anfrage mitteilte, dass sie das sehr gut findet, dass ich frage, weil sie derletzt in Köln ein ziemlich mieses Erlebnis hatte:

“Ich hatte da eine Fahrt vom Flughafen zu einer Bekannten. Ich kenn’ mich in der Stadt jetzt nicht so gut aus, ich wusste nur, dass es ein recht kurzer Weg war, so vielleicht 7 Minuten mit dem Auto. Die Fahrerin ist dann mit mir losgefahren und irgendwann waren wir 20 Minuten unterwegs und ich hab gefragt, ob wir nicht eigentlich schon längst da sein müssten. Daraufhin hat sie mir gesagt, dass es die Adresse ja gar nicht geben würde: Gibt’s nicht!
Ich hab ihr dann erklärt, dass das aber ganz sicher der Fall ist, ich war ja selbst schon da und meine Bekannte wohnt da seit Jahrzehnten – ist also auch keine neue Straße gewesen. Daraufhin hat die dann zu mir gemeint, dass ich das dann halt zeigen müsste, wenn ich schon in so ‘ne blöde Ecke will.”

Hey, auch wir Taxifahrer machen mal Fehler. Wie das auch jedem anderen Menschen da draußen passiert. Aber wie kommt man eigentlich auf die Idee, einfach mal loszufahren und erst auf Nachfrage zu sagen, dass es das gar nicht gibt? Hallo?

Über vieles, was ich schreibe, kann man diskutieren. Manch Kollege ist hier und da nicht mit meiner Meinung einverstanden und das ist ok so – wir sind Menschen, als solche unterschiedlich, und auch als Taxifahrer haben wir ja hier und da ein wenig Spielraum. Aber solche Fahrer wie die oben angesprochene Kölner Kollegin… da fallen mir echt nur Dinge mit Fäkalien ein, sorry!

Hey, vielleicht bin ich ja zu ehrlich für diese Welt, aber kann man es nicht erwarten, dass man in einem Dienstleistungsberuf auch mal an die Kunden denkt und nicht NUR auf seinen Geldbeutel? Man muss ja nicht gleich bis zur Selbstaufgabe kriechen und auf alle Spielchen eingehen, aber was würden diese Kollegen eigentlich machen, wenn man sie selbst so behandeln würde? Ich blicke es echt nicht und ich kann nur sagen:

“Macht doch einen anderen Job, wenn ihr zu inkompetent seid, um diesen zu machen und versaut den echten Taxifahrern nicht ihre Arbeit!”