Ausgerechnet die Kiste!

Zwischen den Jahren ist alleine der erhöhten Urlaubsdichte so ziemlich überall wegen ein eher schlechter Zeitraum, um Probleme zu haben. Und ja, deswegen wird meine 2223 ihre neue Kupplung erst 2017 bekommen. Ist jetzt natürlich eher so mittel, immerhin haben wir heute Silvester. Und auch wenn ich immer nur die zweite Nachthälfte nutze: Dabeisein wäre schon schön.

Da das Glück selten überprüft, wer es verdient hat, hab ich gestern am Telefon von Cheffe erfahren, dass es noch ein Auto für die Nachtschicht an Silvester geben würde. Eines. Noch dazu näher an mir als an der Firma, auf dem Papier der Glücksgriff schlechthin. Es ist aber leider kein unbekanntes Gefährt. Genau genommen wurde es mir sogar vor Ewigkeiten bereits mal als potenzielles Dauerfahrzeug angeboten, was ich abgelehnt habe. Aus Gründen.

Aber was macht man nicht für eine Silvesterschicht …

Spulen wir vor: Ich hab das Auto beim Kollegen abgeholt, bin wie geplant nochmal heimgefahren und meine bessere Hälfte erwartete mich mit den einzigen passenden Worten:

„Soll ich gleich Putzzeug mit runter bringen?“

Eine halbe Küchenrolle, eine viertelvolle Flasche Spiritus, zwei Handtücher und einen Lappen später war es wieder möglich, sich mit dem Auto unter Leute zu trauen. Gut, ein bisschen nach Rauch riecht es immer noch, das wird am Dachhimmel liegen. Aber alles andere ist jetzt geputzt.

Ich gehöre tendenziell eher zu den Wenigputzern und bin so ziemlich das Gegenteil von pedantisch. Bei meiner Tastatur muss ich auch all Vierteljahr mal stutzen, was da so rauswächst. Aber bei dieser Scheißkiste ist, darauf wette ich, in den letzten 6 Monaten wortwörtlich nicht mal eine einzige Fußmatte ausgeschüttelt worden. Wenn da an Dreck irgendwas das Auto verlassen hat, dann weil es an den Klamotten kleben geblieben ist. Fußmatten sollten beim Ausschütteln nicht spürbar leichter werden und nach dem dritten Mal Wischen der Frontscheibe von innen sollte der Lappen keine Verfärbungen mehr haben! War aber so. Unübertrieben. Ebenso wie die Schweller schwarz  statt hellelfenbeinfarben waren und die Mittelkonsole eine Art angeklebte Aschesammlung beherrbergte. Schlicht und ergreifend ekelhaft. Ich würde das nicht schreiben, wenn wir hier über „mangelhaft gepflegt“ oder „etwas schmutzig“ reden würden. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich in der 2223 das letzte Mal über die Ledersitze gewischt habe, die in dem Auto jetzt sind geputzt, so richtig. Anderthalb Stunden Saubermachen. Zu zweit. Für anderthalb Schichten. Einfach weil’s nicht anders ging. Wäre nicht Silvester, ich hätte gar nix gemacht und Urlaub genommen. Und bis heute Abend sollte das Gröbste halten.

Als ich noch mit Harald im festen Team gefahren bin, hab ich mich gefreut, dass wir das Auto nicht ständig in die Firma fahren und vorführen mussten. Wir konnten uns selbst absprechen und  rückblickend betrachtet waren die Kleinigkeiten, die wegen sowas mal liegengeblieben sind, vergleichsweise harmlos. Wohin das führt, wenn zwei Leute sich ein Auto teilen, denen wirklich alles scheißegal ist, sieht man jetzt halt leider hier. Da sollten sich meine Chefs echt mal was überlegen.

Im Grunde ist es mir ja egal, wie die Kollegen das Auto nutzen. Zumal die Kiste alt ist und eh bald ausgemustert werden wird. Aber in dem Fall werde ich abermals was sagen müssen. Denn erstens ist das für Notfälle anderer Fahrer echt nicht tragbar – und in diesem Fall sorge ich mich wirklich schon fast um den Ruf unserer Zunft, wenn ich bedenke, dass das Auto in dem Zustand ernsthaft Kundenkontakt hatte.

Was ich aber darüber hinaus vermelden kann: Ich habe ein Auto für Silvester!

Gut, es waren drei Mannstunden Putzen notwendig und es hat kein Navi, vermisst ein Nummernschild und der rechte Sitz hinten ist aufgeschlitzt; ich hab keine Ablagefläche für mein Zeug, der Kindersitz ist defekt und ich muss es zudem bereits um 7 Uhr wieder abstellen. Aber ich habe ein Auto. Mit Automatik. Wobei das in der Kombination irgendwie nur so mittel interessant ist.

Kleinere Navi-Fails

Die Fahrt ging nach JWD und ich war mit dem ausgehandelten Preis zufrieden. Ein Kollege wäre für einen Zehner weniger gefahren, wurde aber vom Kunden verschmäht, weil er einfach mal im Auto rauchte; und ein anderer Kollege meinte, ich müsse mindestens einen Zehner mehr nehmen, damit mir mein Chef nicht kündigt.

Tatsächlich hab ich während der Fahrt die meiste Zeit gedacht, dass die Tour ein totaler finanzieller Reinfall wäre, weil mich die Wegbeschreibung des Kunden irgendwie alle 500 Meter von der Route des Navis wegriss. Nun bin ich ja umlandmäßig zum frei fahren wenig geeignet und hab mit mir ringen müssen, wem ich jetzt glaube und habe dabei dem betrunkenen Kunden Vorrang vor dem Navi mit den 8 Jahre alten Karten gegeben.

Leben am Limit. 😉

Es stellte sich raus: Ja, die Kundenroute war etwas von der Optimallinie entfernt, was zum Teil aber auch der einfacheren Wegbeschreibung und dem kurzen Abstecher zur Bank unterwegs geschuldet war. Das Navi, so stellte sich heraus, hat die ganze Zeit ein Ziel in 15 Kilometern Entfernung zum eigentlichen Zielpunkt anvisiert, was dem Kunden bei seiner anfänglichen Adressbestätigung eher weniger aufgefallen war.

Trotz einigen Schwitzens nebenbei ein eigentlich super Schichtabschluss.

Und so gerne ich das vermeide und so fies es sich auch mal anfühlt: Wenn es mir in irgendeiner blöd gelaufenen Schicht mal passiert, dass ich mich bei so einer Tour verfahre, dann hab ich am Ende ein paar Kilometer zu viel auf der Uhr und eine halbe Stunde umsonst gearbeitet. Geht nicht dauernd, will keiner haben, aber wegen einem Fehler oder einem Verschätzen wird zumindest bei uns, da bin ich mir auch ohne Nachfrage sehr sicher, auch niemand gefeuert. Panik ist also eigentlich auch nicht angesagt.

Speichermedien und Speichergrößen

Da meine Anreise zur Firma stets lang und beschwerlich ist und ich zudem nur in Zeiten arbeite, zu denen keiner das Büro hütet, rechne ich nur einmal im Monat mit meinen Chefs ab. Andere Kollegen tun das wesentlich öfter. Das aber bringt auch (kleinere) Probleme mit sich. So haben wir ja z.B. das Key-System, das meinen Chefs das Abtippen der Abschreiber erspart. Auf dem Key, den ich vor und nach jeder Schicht kurz an einen Kontakt im Auto drücken muss, speichert die Taxameterdaten und im Büro werden die dann direkt in den Computer eingelesen. Noch nicht ganz die schöne neue WiFi-Welt, aber eigentlich ziemlich simpel und idiotensicher. Das Problem ist: So teuer das System an sich sein mag: Der Speicherplatz auf den Keys ist begrenzt. SEHR begrenzt. „Ein paar Kilobyte“ hat mal irgendwer gesagt, genau weiß ich es immer noch nicht.

Jedenfalls reicht der Speicherplatz nicht für einen Monat aus, weswegen ich all die Jahre mit zwei Keys durch die Gegend gegondelt bin. Das ist eigentlich auch völlig belanglos, denn das System scheint wirklich auf alles vorbereitet zu sein. Ich kann die Keys jeden Tag wechseln und am Monatsende wird das trotzdem korrekt übertragen. Auch die Übernahme einer Kollegenschicht, wenn der vergessen hat, sich zum Feierabend auszuloggen, scheint problemlos zu klappen und richtig zugeordnet zu werden.

Bei der letzten Abrechnung fiel Cheffe dann erstmals seit Ewigkeiten auf, dass ich zwei Keys habe und bot eine Lösung an:

„Sollen wir Dir da mal ’nen blauen Key machen, der reicht dann. Also einen richtigen?“

(Man muss dazu sagen, dass die Firma Anfang des Jahres die Taxameter umgerüstet hat und meine Keys nur umprogrammiert, nicht aber ausgetauscht worden sind.)

„Meinetwegen. Ist mir eigentlich egal. Passt da dann wirklich mehr drauf?“

„Ja ja.“

„Und wie viel?“

„So 7.000 etwa.“

„7.000 was?“

„Na 7.000 Umsatz.“

Gut, dass das geklärt wäre. 😉

Im Ernst: Eine Angabe in Kilobyte hätte mir in dem Fall auch nicht weitergeholfen, aber ich hatte gedacht, dass es eine Angabe in Schichten oder Touren gäbe. Aber gut. Das sollte gerade noch so reichen. Auf die alten Keys haben meines Wissens nach etwa 1.500 gepasst. Also 1.500 Umsatz, ist klar.

Montag, Hitze, Brille, Werkstatt!

Mein Montag, also der Donnerstag, war nicht so wirklich mein Tag. Ich fühlte mich nur so halbwegs arbeitstauglich und als dann auch noch Cheffe anrief, dass das Auto in der Werkstatt sei, war das für mich gelaufen.

Und wurde es ja so ein klitzekleines bisschen scheißheiß. Das alleine hätte mir den Freitag nicht unbedingt versaut, aber in Kombination mit einem Typen aus Calau, der mich dreimal während meines Schlafes anrief und am Ende doch falsch verbunden war und der Inaussichtstellung meines Chefs, dass ich für die kommenden drei Schichten drei unterschiedliche Autos immer je an der Firma abholen müsse, weil die 2223 leider nicht fertig würde … sagen wir es so: Ich habe mit einem längeren Urlaub geliebäugelt.

Naja, wo ich aber nun schon früh wach war, konnte ich wenigstens gleich meine Brille abholen. Die war nämlich erstaunlich früh fertig geworden und je früher desto besser, sagt man ja. Das ging eigentlich auch recht flott und problemlos, aber kaum, dass ich sie mir zu Hause zweimal testweise aufgezogen hatte, rief Cheffe schon wieder an und meinte, dass mein liebstes Auto doch noch fertig geworden wäre und ich es selbstverständlich nutzen dürfe. Kleiner Haken: Ich musste es binnen 40 Minuten zur Werkstatt schaffen.

Und obwohl ich mich zu diesem Punkt zunächst noch vollständig bekleiden musste, hab ich das am Ende noch gepackt. Inklusive einem Kilometer Laufschritt bei irgendwas um die 32°C.

Nur, dass ich danach nochmal würde duschen müssen, lag auf der Hand.

Aber ja, das Fazit ist: Die 2223 schnurrt wieder, inklusive neuer Bremsen und kompletter Durchsicht – und ich konnte schon mal ein bisschen üben, mit der Brille zu fahren. Und da ich Euch diesbezüglich (so ihr mir nicht eh auf Twitter folgt) ein Foto schulde, sei das hier auch gleich mit eingefügt:

Glasdackel, Quelle: Ozie

Glasdackel, Quelle: Ozie

Ich hab das gute Stück heute gleich mal ein paar Stunden getragen. Müsste ich natürlich nicht, noch gilt mein P-Schein ja bis Oktober, aber als kompletter Neuzugang im Hinterglasland denke ich, dass ein wenig Eingewöhnung vor der Tragepflicht keine dumme Idee ist. Schon alleine, weil ich damit ja noch einen Sehtest machen muss.

Was ich nach ein paar Stunden feststelle: Immerhin keine Kopfschmerzen! Was mich, obwohl ich nach dem Ablegen einen deutlichen Kontrast merke, vermuten lässt, dass es wirklich nicht sooo eine gravierende Augen-Verschlechterung war. Tatsächlich habe ich während der halben Schicht, in der ich die Brille (Sie braucht noch einen Namen!) zum Fahren (fast) immer aufhatte, feststgestellt: Das Bisschen Plus an Sehschärfe macht eindeutig noch nicht das gefühlt eingeschränkte Sichtfeld und die ständige Wahrnehmung des Rahmens an dessen Rand wett. Ich fühle mich derzeit im Gegensatz zum eigentlichen Nutzen ziemlich eingeschränkt und viel unsicherer. Aber ich weiß von allen Brillenträgern, dass das Gehirn den Rahmen ach etwas Eingewöhnung recht schnell ausblenden kann, durch die Sache muss ich jetzt halt durch, es ist nur komisch, zunächst sozusagen eine Verschlechterung zu bemerken.

Ist also alles ein wenig spannend und durcheinander gerade. Das sieht man im Übrigen auch an meinem Bart. Der ist gerade auch in so einer Art Selbstfindungsphase, also nicht wundern! 🙂

Ein Fehler kommt selten allein

Der Tag fing gut an. Aber als ich nach der vierten Tour zum zweiten Mal am Ostbahnhof aufgeschlagen bin und vor dem Auto eine Kippe rauchen wollte, fiel mir auf, dass die Fackel aus war. Also kurz rein und wieder anschalten! Hatte ich wohl einfach vergess … WTF, die war angeschaltet! Aber weder die Fackel noch das Licht am entsprechenden Knopf leuchtete. Scheiße! So eine gute Nacht und dann ein Fehler in der Elektronik!

Ich hätte wie üblich mal nicht so eine Panik machen sollen. Es war mein Fehler, und noch dazu ein sehr klassischer: Ich hatte nach der letzten Tour vergessen, das Taxameter auszuschalten. Das hab ich dann nach zweimaligem Hin und Her auch zielsicher bemerkt. 😉

OK, die Fahrt war nicht weit, aber ungefähr sechs Euro mehr standen inzwischen trotzdem drauf. Kein Drama, das kann ich Cheffe sagen, mal abgesehen davon, dass es für mich selbst ohnehin nur um dreiirgendwas ging.

(Für die Neulinge unter den Lesern: Ich muss meinem Chef natürlich den Betrag abliefern, den ich laut Taxameter eingefahren habe. Sollte ich so einen Fehlbetrag mal vergessen, würde mir das Geld natürlich als ganzes fehlen. Da ich aber einen Teil des Geldes als Lohn wieder ausbezahlt bekommen würde, ist der Verlust insgesamt nicht so hoch.)

Ich hab mich schon etwas geärgert, denn immerhin muss ich mir den Spaß ja merken und für Cheffe ist es auch nicht so leicht, mal eben einen Teilbetrag einer Tour zu stornieren. Eigentlich erlaubt das System nämlich nur das Löschen kompletter Fahrten.

Aber gut, der Tag war noch nicht zu Ende.

Gegen zwei Uhr nachts stand ich dann nämlich bei einem Kunden vor der Haustüre und stellte fest, dass ich vergessen hatte, das Taxameter überhaupt einzuschalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei solche Fails überhaupt nur in einem Monat passieren, ist schon gering. Aber an einem Tag? Wow!

Mit dem Kunden indes hatte ich riesiges Glück. Der hat mir einfach einen Betrag angeboten, der über meiner knappen Schätzung zu Beginn lag, am Ende haben wir uns aber drauf geeinigt, dass er kurz mal bei Google Maps die Fahrtstrecke eingibt und ich den Preis ausrechne. Beim aktuellen Tarif (3,90€ + 2,00€/km) geht das ja fix. Ich hab einen halben Kilometer als Ausgleich für meinen Fehler unter den Tisch fallen lassen, der Kunde hat im Gegenzug keine Überprüfung vorgenommen und mir nochmal Trinkgeld draufgepackt. Das sind so Fahrten, bei denen mir klar wird, dass es ohne all die Aasgeier auf Kollegen- und Kundenseite auch mit Laissez-Faire ganz locker laufen könnte.

Am Ende stand ich dann da und hatte ein paar Euro in der Hand, die ich jetzt einfach mal hätte einstecken können. Im Ernst. Mein Kilometerschnitt war ultrasuper in der Nacht, niemand hätte das bemerkt. Das berühmte lockere Schwarzgeld, das einem immer wieder mit den Worten „Ach, lass doch die Uhr aus!“ angeboten wird. Ich bin kein Heiliger, aber in diesem Punkt doch sehr konsequent: Ich mach das nicht.

Aber nach Aufwand war mir auch nicht. Ich hätte es ja als „Pauschalfahrt“ gesondert notieren können (wie z.B. Ferntouren nach außerhalb). Stattdessen hab ich mich an die vorherige Tour erinnert und beschlossen, das damit auszugleichen. Da das nicht wirklich gepasst hätte, hab ich kurz eine imaginäre Kurzstrecke ins Taxameter gehauen.

Ja, am Ende passt das nicht zu 100%. Ich hab immer noch drei Euro Plus bei der Sache gemacht. Aber da kommen wieder meine Chefs ins Spiel: Die dürfen jetzt nach diesem Blogeintrag bei der nächsten Abrechnung gerne die drei Euro von mir einfordern, das wäre rechtens. Das dürfen all die Hater ihnen auch gerne melden, man findet schnell raus, für wen ich arbeite. Aber zum einen würden mich die drei Euro nicht stören, zum anderen weiß ich auch, dass das Thema sofort vom Tisch wäre, wenn ich sagen würde, dass ich in den letzten paar Monaten locker einen Zehner aus eigener Tasche fürs Aussaugen des Autos ausgegeben habe. Was ich einfach mache, weil ich mir für 50 Cent niemals irgendwo umständlich eine Quittung holen würde, auch wenn diese Kosten prinzipiell natürlich nicht in meinen Aufgabenbereich fallen.

Eine Hand wäscht die andere und ein Fehler gleicht manchmal den anderen aus. So ist das Leben. Am Ende bin ich einfach froh, dass ich keine größeren Probleme hab als sowas. 🙂

Knapp vorbei …

Und als ich so gechillt mit dem Mahlsdorfer Rentnerpaar die Frankfurter Allee auf der linken Spur gen Osten gleite, zieht vor mir plötzlich ohne zu blinken einer aus einer stehenden Schlange an einer Linksabbiegerspur nach rechts auf meine.

BÄM!

Beziehungsweise: Nein, zum Glück nicht!

Ich hab trotz nur einer Hand am Steuer  mal eben den Elchtest light absolviert, meine Fahrgäste hätten für Sekundenbruchteile gute Protagonisten für ein Harlem-Shake-Video sein können und dann war alles gut. Denn es fuhr keiner rechts von mir und der rechts hinter mir war glücklicherweise nicht schneller als ich. Weswegen ich die seltsame Vermutung hab, dass es in diesem Fall von Vorteil war, dass ich etwas über den erlaubten 50 km/h gefahren bin.

War trotzdem scheiße knapp und mir ist mal wieder bewusst geworden, wie oft ich die Strecke sonst eher im Brain-Resetting-Modus fahre. Das hätte sich dann auch wieder für ein paar Wochen oder Monate erledigt.

Also Obacht da draußen: Am Ende braucht’s immer einen, der dann doch aufpasst!

PS: Und wie ärgerlich das abseits von Blechschaden und vergeigter Schicht gewesen wäre! Haben meine Chefs doch erst kürzlich eine aktuelle Liste im Hauptquartier aufgehängt, auf der ich soo schlecht nicht dastehe:

Endlich ein Ranking, bei dem ich punkten kann! Quelle: Sash

Endlich ein Ranking, bei dem ich punkten kann! Quelle: Sash

Und bevor irgendjemand auf die Idee kommt: Nein, auch wenn das Ding sicher eine psychologische Wirkung haben soll: Das ist kein Mobbing-Werkzeug und außer mir interessiert’s vermutlich sowieso keinen Kollegen. Alle weiteren Verschwörungstheorien beantworte ich in den Kommentaren. 😉

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Erfreuliches aus dem Chefbüro

Das Telefon klingelte und vermeldete „Cheffe“ auf dem Display. Das kann am letzten Tag meines Wochenendes alles bedeuten. Hoffentlich nix mit dem Auto!

„Moin Sascha, Du hast noch einen Schlüssel von der 2925  bei Dir zuhause, stimmt’s?“

„Nein, hab ich nicht. Aber ich hab letztes Wochenende gesehen, dass nur einer da war. Umso artiger hab ich ihn danach aber wieder zurückgehängt.“

„Oh.“

„Tut mir leid, ich hätte gerne ja gesagt.“

„Naja, gut, dann muss ich halt mal gucken, wer da jetzt …“

„Also irgendwer ist zwischen meinen Schichten gefahren.“

„Ja ja, gut. Find ich raus. Aber was ich eigentlich sagen wollte: Ihr fahrt ab jetzt die 2223. Der Kollege fährt den heute schon und Du ab morgen dann bitte auch!“

Ui. Da die 2925 noch nicht so alt ist, dass sie ausgemustert werden könnte, und die 2223 aber doch deutlich jünger und besser in Schuss ist, hat entweder einer meiner regelmäßigen Mitfahrer was arrangiert oder irgendwer anders ist in Ungnade gefallen und muss jetzt als Strafe eines der ältesten Autos fahren. So lange ich die Kiste weiter so nutzen kann wie die bisherige, soll mir das mal ausdrücklich gefallen. Die 2925 ist zwar ausgesprochen problemfrei gewesen im letzten Jahr, aber so Kleinigkeiten wie z.B. das eingebaute Navi in der 2223 sorgen dann doch dafür, dass ich mich über den Wechsel sehr freue.

Könnte auch gut sein, dass das der letzte B-Zafira ist, den ich als Taxi fahre, weil die auch bei uns in der Firma immer seltener werden. Aber das ist dann wirklich Zukunftsmusik, denn bei der 2223 sind sicher noch gut 200.000 bis 250.000 km bis zum Ruhestand zu absolvieren.

PS:
Und wo wir gerade bei Konzessionsnummern sind: Mischa hat mir mit dem Vermerk, er hätte das Ende des Regenbogens gefunden, ein Foto des Berliner Taxis mit der Konzessionsnummer 1 zugeschickt:

Auch Konzessionsnummern fangen mal klein an. Quelle: Mischa Heintze

Auch Konzessionsnummern fangen mal klein an. Quelle: Mischa Heintze

PPS: Mischa kenne ich von der in bester Erinnerung gehaltenen Rubicon-Tour.