Zwei Vollidioten oder zwei Obervollidioten?

Am Sisyphos schlägt inzwischen eine Menge dieser Arschloch-Kollegen auf, die keine Touren zum Ostkreuz fahren wollen. Ich hab schon oft genug geschrieben, warum ich das Ablehnen kurzer Touren dumm finde, sogar schon, warum das am Sisyphos erst recht keinen Sinn macht (man wartet selten lange und kriegt oft sogar noch eine Kurzstrecke zurück).

Und dann kommen da zwei junge Frauen und zeigen den Fahrern vor mir ihr Handy und diese lehnen ab. Da hab ich mir meinen Teil schon gedacht. Als die Kundinnen dann bei mir waren, musste ich innerlich fast schon laut loslachen, aber zunächst einmal hab ich die 20€-Tour professionell eingesackt. Die beiden wussten nicht, warum sie abgelehnt wurden. Da sie aber nicht betrunken waren und die Fahrer sich das Handy zeigen ließen, hatte ich einen Verdacht:

„Wie Sie vielleicht wissen, lehnen einige Kollegen leider kurze Touren ab. Und nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Ihre Tour ist keineswegs kurz. Vielleicht haben die Kollegen in ihrer Panik vor ungewollter Kundschaft allerdings einfach nur ungenau geschaut. Sehen Sie, Ihr Hotel liegt in der Markgrafenstraße. Und, nun ja, ein paar hundert Meter vor uns liegt der Markgrafendamm, vielleicht haben die Idioten das einfach verwechselt.“

Mal abgesehen von der Beförderungspflicht und der Tatsache, dass beide diese Straßen mehr oder weniger vorausgesetzt werden können bei Taxifahrern: Dass das Hotel den Namen „Checkpoint Charlie“ im Namen hatte, hätte echt ein Hinweis sein können …

Mein Mitleid hält sich entsprechend in Grenzen. 😉

Eine lustige EC-Karten-Nebengeschichte

Wir haben in Berlin nun seit einiger Zeit eine EC-Karten-Annahmepflicht. Das ist an und für sich eine gute Sache, aber ich hab vor der Pflicht ja auch damit gehadert, ob das wirklich sein müsse. Und wie im Taxigewerbe üblich kann ich nun nach zwei Jahren sagen: Ja, natürlich ist die Neuerung gut, andererseits ist es aber auch völlig unnötig und außerdem glaubt bitte ja nicht, dass nur wegen einer gesetzlichen Regelung irgendwas im Taxigewerbe wirklich funktioniert!

Denn:

Ja, seit der Einführung habe ich ein paar Fahrten auf Karte gemacht. Letzten Monat erstmalig mehr als 10%. Also nicht 10% der Fahrten, sondern 10% vom Umsatz, es waren überwiegend lange Touren. Dafür hab ich mir halt auch eine völlig neue Kategorie von stressigen Fahrten erschlossen. Denn erstaunlicherweise funktionieren Karten öfter nicht als dass sich Kunden beim Bargeld täuschen. Da der Anteil aber sowohl anteilig an den Kartenfahrten gering als auch insgesamt völlig zu vernachlässigen ist, ist das kein Argument gegen Karten, ich wollte es nur erwähnen.

Dass deswegen alle Fahrer Karten akzeptieren: Nope. Tatsächlich kriege ich die meisten Kartentouren nur, weil der Kollege vor mir sie nicht fährt. Ob er keinen Kartenleser hat, keinen Bock oder wirklich nur ausnahmsweise mal einen technischen Defekt am Gerät … ich will ehrlich sein: Ich will’s nicht einmal wissen!

Ich bin nach wie vor ein Freund der Taxiordnung, aber mich mit Kollegen anzulegen, die mir lukrative Touren zuschanzen … dafür fehlt mir wirklich die Energie. Zumal ich ja wirklich nur die Fälle mitkriege, bei denen es dann für die Kunden und für mich ok ist.

Nun aber zum lustigen Nebenaspekt, den ich angekündigt habe: Zu einem relevanten Teil kriege ich von den Kollegen Touren zugeschanzt, die am Ende bar beglichen werden. Ehrlich! Vielleicht sogar mehr als 50%, aber ich erhebe da keine Statistik, ich kann’s also nicht belegen, deswegen schreibe ich nur „relevant“.

Da spielen unterschiedliche Faktoren mit rein:

  1. Das Bezahlen mit Karte ist umständlich. Ich weiß, dass es tausend Möglichkeiten gibt, bei denen das nicht so ist, aber ein Großteil der Kunden nutzt keine App und ein Großteil der Taxis hat keine Kontaktlos-Bezahlen-Funktion. Ergo: Schneller als „Hier ein Zehner, stimmt so.“ ist einfach nicht drin.
  2. Die Gebühr für bargeldloses Zahlen. Natürlich schreckt die ab, aber schon in Anbetracht von Punkt eins (zusätzlich zu den Geräte- und Abrechnungskosten und den gelegentlichen Fehlern) finde ich die unter den gegebenen Umständen nicht falsch. Ja, vermutlich wird das irgendwann anders sein und über die Höhe darf man immer streiten, aber noch macht es halt mehr Arbeit. Und da 1,50€ nicht nichts sind, schwenken viele dann halt doch um.
  3. Wie ich seit Jahren predige: Die Kunden glauben, Taxifahren sei viel teurer als es wirklich ist. Und auch jetzt, nach zahlreichen Tariferhöhungen stimmt das noch. Und ja, zunächst fragen die Kunden also nach Kartenzahlung. Aber wenn man das bejaht hat, zahlen sehr sehr viele am Ende doch bar, weil: „Ach, DAS hab ich auch noch so!“

Die entsprechende Mustertour heute Nacht:

Ich stehe als zweiter an der Halte. Die Kundin geht zum ersten Kollegen, kommt danach zu mir. Ob ich EC-Karte nehmen würde.

„Sicher. Ich möchte bloß im Vorfeld sagen, dass ich dann auch die 1,50€ für unbare Bezahlung aufschlagen muss.“

„Kein Problem. Geht in die XYZ-Straße.“

Eine Minute später:

„Ich würde auch bar zahlen, aber ich hab halt nur noch so 15 bis 18€.“

„Naja, das reicht ja locker.“

„Ehrlich?“

„Sicher. Ob wir’s mit einem Zehner schaffen, weiß ich nicht, ich hätte jetzt aber grob auf 11 – 12€ geschätzt. Und hey, die 1,50€ würden Sie immerhin sparen.“

Ergebnis: 10,50€. Und gekriegt hab ich sogar die ganzen 15€. 🙂

Und so oder so ähnlich läuft das wirklich sehr oft. Dementsprechend muss ich etwas entgeistert feststellen: Ja, das mit der Kartenannahmepflicht ist gut. Für mich persönlich aber nur, weil ich mich daran halte, das aber nicht alle Kollegen tun und die Kundschaft trotzdem eigentlich nicht übermäßig kartenaffiner geworden ist als in all den Jahren davor.

Was unterm Strich bedeutet, dass es mir zugute kommt, dass ich wenigstens glaubhaft behaupten kann, ich hielte mich an die Taxiordnung.

Das allerdings ist – Ironie der Geschichte! – nun wirklich nix neues in unserem Gewerbe. 😉

Stress. Wegen Zuschlägen? Ehrlich?

Wie immer wieder mal ist bei mir über Funk ein Notruf eingegangen. Dass einen das trifft, während man auch nur irgendwo ansatzweise in der Nähe ist, ist glücklicherweise selten. Dieses Mal allerdings hieß es, der Kollege stehe an der … WTF?, das waren nur 800 Meter vor mir und lag eh auf meinem Weg (zum nächsten Club). Ich gebe zu, dass mir etwas mulmig zumute war, denn die Zentrale sprach schon von Stress mit den Fahrgästen. Und wenn ich ehrlich sein soll: Eigentlich bin ich ja nur so groß geworden, um mich nicht mehr prügeln zu müssen.

Und dann war das Taxi 30 Sekunden später auch noch ein Bus und es standen bereits 10 Leute drum herum. Allerdings, auch das hat sich schnell rausgestellt: Vier davon waren Taxifahrer. Solche Zugriffszeiten kriegste nicht einmal mit vier Pro-Gamern im Team bei Tactical-Ops hin!

Ich hab den Kollegen, dem offensichtlich der Bus gehörte, kurz gefragt, ob noch Hilfe notwendig wäre.

„Nein, nein, sind ja genug hier jetzt!“

„Worum ging’s denn?“

„Sind 6 Jungs, wollten nicht akzeptieren, dass der Großraumzuschlag noch draufkommt.“

WTF?

Ein klassischer Fall von „Da machste alles wasserdicht, aber irgendein Idiot, der dich deswegen dumm anlabert, findet sich immer“. Dass die Zuschläge (Großraum, Flughafen Tegel, unbares Bezahlen) in Berlin getrennt angezeigt werden, hat einen Grund: Transparenz. Man kann als Taxifahrer nicht mal eben 12€ extra angeben und irgendwas vor sich hinmurmeln, man hat da deutlich Betrag X stehen und muss den begründen können. In dem Fall waren das eben 5,00€, die – wenn ich das Taxameter richtig gelesen habe – auf eine 27€-Tour eben aufgeschlagen wurden. Man kann das vorher googeln, die Zentrale erwähnt das vermutlich auch; und nicht zuletzt kann man’s in Deutsch und Englisch am Aufkleber an der linken Seitenscheibe nachlesen. Wir müssen diese Infos mitführen. Es muss einem nicht gefallen, man darf das zu teuer oder zu billig finden, aber es ist höchstamtlich Teil des Tarifs und wirklich ganz klar nachvollziehbar kein Aufschlag für „Ich mag dein Gesicht nicht“. Und ungeachtet der Höhe meiner Meinung nach deutlich besser als dass Großraumtaxis einfach mit 8,90€ Grundgebühr starten und am Ende niemand weiß, wieso eigentlich. (Was natürlich trotzdem eine Option sein kann und vielerorts sicher Realität ist)

Aber ja, auch so fängt man sich ein paar Idioten ein, die lieber Ärger androhen, als das einfach mal hinzunehmen. Zumal bei dem Preis … -.-

Es war schön zu sehen, dass das zumindest in dem Fall gut ausging. Vielleicht hilft’s ja dabei, das nächstes Mal zu googeln.

Dieses Wochenende! <3

Vorweg: Es gab genügend Gründe, dieses Wochenende nicht zu lieben! Die Umsätze waren unterdurchschnittlich und zu den Zeiten, an denen man mal drei Touren hintereinander bekommen hat, lagen meine fast durchweg im 8€-Bereich. Ich bin zweimal alleine als erster von der Halte weggefahren. Darüber hinaus hatte ich etliche Telefongespräche mit Kollegen und Chefs zu führen, musste einen Zwischenstopp in der Firma einlegen, hatte zweimal eine nichttaugliche Fackel und das kann alles weg!

Dennoch sitze ich jetzt hier und bin zufrieden, ja fast schon glücklich. 🙂

Zunächst einmal: Die Osterferien haben begonnen, da ist das Geschäft halt mies. Es fällt nicht leicht, aber manchmal kann sogar ich das akzeptieren. Und dann das Größte und wichtigste:

Ich habe ein neues Auto!

Die 72 im 2017er-Gewand. Quelle: Sash

Und: Keine Sorge, der guten 2223 geht es blendend, die hat noch ein paar Jährchen vor sich und es kann durchaus sein, dass ich sie noch öfter fahren werde. Das Auto da oben aber soll von nun an mein Stammwagen zumindest für die Tage Freitag bis Sonntag werden. Dieser überraschenden Wende zuvor ging eine werkstattbedingte Autoknappheit, wegen der ich kürzlich öfter das Auto an der Firma abstellen musste. Logisch, wenn ein Kollege tagsüber sonst ohne Fahrzeug wäre. Dieses Wochenende allerdings hätte ich es jeden einzelnen Tag abstellen müssen, was in meinem Fall halt jeden Tag zwei Stunden An- und Abreise bedeutet. Und eine Art kleinere Kommunikationsschwierigkeit würde ich der Situation auch attestieren, denn dass ich überhaupt ein Auto an der Firma holte, war ja ursprünglich nur eine Übergangslösung nach dem überraschenden Tod meines Tagfahrers Harald, aber es hat sich halt als Standard etabliert und so hat halt niemand nach einer anderen Lösung gesucht. Als ich jetzt mal angeklopft hab, hat sich schnell rausgestellt, dass abgesehen von meiner Donnerstagsschicht die Kiste da oben einfach perfekt ist: Nicht nur ist sie mit bisher schon zwei Fahrern besetzt und trotzdem das ganze Wochenende frei: Nein, sie wohnt auch noch schlappe anderthalb Kilometer entfernt von mir. Also selbst wenn ich sie mal abstellen muss, ist das überhaupt nicht schlimm für mich.

Und davon abgesehen ist das Auto sehr gepflegt und zumindest der Tagfahrer, den ich schon kennenlernen durfte, ein furchtbar netter und hilfsbereiter Kollege. Abgesehen von der Frage, ob ich künftig wirklich nur für den Donnerstag die 2223 hole, ist das erst einmal ein perfektes Arrangement, die beste Lösung seit Harald jedenfalls.

An so manches im neuen Auto muss ich mich erst einmal gewöhnen, aber im Großen und Ganzen ist es ein Traum. Man merkt, dass es eine Generation neuer ist als die B-Zafiras, er fährt sich traumhaft und alles, was mir derzeit noch auf den Sack geht, sind Dinge, die ich schlicht noch nicht verstehe. Dafür fährt es sich ultra-angenehm, obwohl es kilometermäßig der 2223 in kaum was nachsteht.

Einziges Manko war dann halt die Fackel. An der waren tatsächlich zahlreiche Lampen kaputt, weswegen ich am Freitag erst dachte, es wäre Eröffnung der Arschlochsaison, tatsächlich aber sind all die Kollegen nur an mir vorbeigezogen, weil ich nicht als frei erkennbar war. Bei der spätabendlichen Not-OP an der Firma hab ich wohl eine Schraube doch zu fest oder schief angezogen, so dass das Plastik die Waschanlage am nächsten Tag nicht überlebt hat. Die obige Übergangslösung mit Gaffa-Tape geht also auf meine Kappe und wird so mit Sicherheit nicht lange existieren. Mein neuer Tagfahrer hat gegrinst und gemeint, dass uns das wenigstens unverwechselbar macht. 😉

Besonders gefreut habe ich mich dann heute auf den Heimweg. Ich mag’s ja ohnehin, nachts durch die Stadt zu laufen, aber dann auch noch durch eine mir sonst weitgehend unbekannte Ecke des eigenen Stadtteils in der ersten frühlingsgrünen Nacht des Jahres … da werd‘ ich ja zum kitschigen Rentner. Ich hab in den letzten Monaten selten was so genossen wie die paar Minuten Heimweg heute.

Das Geschäft wird nächstes Wochenende sicher auch nochmal allenfalls so mittel werden, den Donnerstag mache vermutlich gleich präventiv frei. Aber ansonsten freue ich mich einfach, es sind einfach genau die richtigen kleinen Veränderungen, die mir plötzlich dieses angenehme Gefühl vermitteln, ich würde irgendwas tolles neues machen, obwohl der Job derselbe ist wie in den letzten achteinhalb Jahren. I like!

😀 (obszön ehrlicher Smiley!)

Einfach nur nice!

Was für eine Schicht!

Und nein, das ist kein verspäteter April-Scherz. Der gestrige Abend und heutige Morgen waren einfach prima. Dabei hatte ich nicht einmal immer Glück und von einem ernsthaften Umsatzrekord war ich weit entfernt. Es war noch nicht einmal so, dass alle Fahrgäste irgendwie super waren. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich einfach die Extra-Portion gute Laune, die ich lange nicht mehr hatte. Nicht dass ich in den letzten Monaten irgendwie schlechte Laune  gehabt hätte, aber vorher hab ich das erste Mal seit langem bei Erreichen aller Zeit- und Geldziele trotz gerade vor dem Abstellplatz vollgetankten Auto beschlossen, nochmal eine weitere Runde zu drehen. Einfach weil’s geht. Und auch als ich dann wirklich Feierabend gemacht hab, habe ich ernsthaft noch auf Winker gehofft und war nicht einfach froh, dass die Schicht rum ist.

Und zum krönenden Abschluss hab ich die Heimfahrt in der Bahn auch noch zur Hälfte mit einem der Kollegen verbringen dürfen, die ich WIRKLICH mag. So darf der Monat gerne weitergehen.

Morgen allerdings hab ich dann trotzdem unerwartet frei, weil das Auto andersweitig vergeben ist. Egal, ist auch schön. 🙂

Danke, Kollege!

Die Schicht war ohnehin schon gut, aber als ich am Bahnhof Friedrichsfelde-Ost gesehen habe, dass der einzige Kollege dort bereits Kundschaft hatte, wollte ich da doch kurz noch ranfahren. Die nächsten gehören mir, yes! \o/

Aber es kam noch besser, denn der Kollege kam gleich auf mich zu und fragte, ob ich englisch sprechen würde. Nun hatte er zwar eigentlich keine Lust, die beiden Damen mit einem Fahrtziel in Mitte abzugeben, aber er fürchtete, die beiden würden denken, ihr Hotel sei nur ums Eck. Dem war mitnichten so, sie hatten den Fahrpreis korrekt ergoogelt und wollten sich nun nur versichern, dass das richtig sei. Das hab ich bejaht und die Info auch an den Kollegen weitergegeben.

Verständlicherweise wollten die Kundinnen nun aber lieber mit mir fahren, weil ich sie verstehe. Ach, scheiße! Ich hab den Kollegen gefragt, ob er sie fahren wölle und er bejahte. Natürlich. Warum auch nicht? Aber die Kundschaft bestand auf meine Wenigkeit. Der Kollege nickte das dann ab und meinte:

„Naja, wenn Du sie verstehst, dann nimm Du sie mit!“

„Kollege, ganz ehrlich: Ich will Dir die Tour nicht klauen …“

„Ach, lief heute bisher eh scheiße. Pack sie ein, ist ok!“

Ich hab mich selten schlechter bei sowas gefühlt. Der Kollege war nett, allenfalls ein kleines Bisschen genervt wegen des bisherigen Verlaufes. Und ich war zufrieden. Ich bin sicher, er hätte die beiden ebenso gut ans Ziel gebracht (er kannte die Adresse) und auch wenn ich mit den Fahrgästinnen rumgealbert habe: Eine normal gute Taxifahrt hätte er auch hingekriegt. Trotz Einschränkungen bei der Sprache.

Deswegen geht an genau den Kollegen heute ein herzliches Danke raus, obwohl ich ihn nicht kenne. Möge er kurz danach eine Fahrt für 50€ ins Umland gehabt haben, ich würde sie ihm gönnen!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Auf’s Maul!

Wichtige Info vorweg: Diese Geschichte stammt von einem Kollegen! Ich gebe sie hier so wieder, wie ich sie gehört habe, und dabei muss man natürlich berücksichtigen, dass es – aber das trifft natürlich auch auf meine Geschichten zu – eine einseitige Sicht auf die Dinge ist. Ich kann in dem Fall die Wahrheit als Blogger halt nicht so garantieren, wie ich es bei eigenen Erlebnissen kann. Ich möchte allerdings dazusagen, dass es sich hier um einen Kollegen handelt, den ich seit Jahren kenne, der mir nie durch übertriebene Stories oder gar erwiesene Unwahrheiten aufgefallen ist und der (im Gegensatz zu vielen anderen) auch nicht ständig nur Zeug erzählt, bei dem er irgendwie positiv raussticht. Er hat mir die folgende Geschichte auch nicht für den Blog erzählt, sondern einfach so im kollegialen Erfahrungsaustausch, ich persönlich halte sie also für glaubwürdig. Aber das nur vorweg.

Der Kollege hatte also einen Auftrag. Eine angenehme Fahrt von Außenbezirk zu Außenbezirk, locker mal 30€ schwer. Als er ankam, erwiesen sich die beiden Fahrgäste als mittelschwer und ultraschwer alkoholisiert. Aber der Kollege ist wie ich Nachtfahrer, hat mir auch schon von seinen Fehltritten nach Parties berichtet, der wuchtet Betrunkene weg wie ich auch: Gehört halt dazu!

Zu seinem Vorteil hieß es nun sogar, dass der eine weniger betrunkene Kunde sogar noch einen abseits der direkten Route liegenden Reiseendpunkt erwählt hätte, was natürlich nochmal mehr Bares bedeutete. Der wurde auch abgeliefert, der zweite schlief sogar, am Ende war es also eine Tour für satte 40€, bei der einfach alles glatt lief. Traumjob Taxifahrer.

„Ey, wach auf. Wir sind da. Macht dann 40,40€.“

„N‘ Scheiß kriegst Du von mir, höchstens eine auf’s Maul!“

Der Kollege ist wie ich sicher kein perfekter Mensch, aber er  hat auf die herzerweichendste Art perfekt reagiert. Er hat die Lage kurz sondiert, festgestellt, dass der Kunde in seinem Zustand keine Gefahr ist, die Türen verriegelt und dem Typen gesagt, dass er ja wohl den Arsch offen hätte und jetzt die Uhr weiterlaufen würde, bis die Bullen anrücken:

„Siehste, dit haste jetz‘ von!“

Nach ein paar Minuten war dem „Kunden“ das dann zuviel und er hat bereitwillig einen Fuffi gezückt, aber weil „Ich zeig Dir an!“ auf eine Quittung und centgenaues Wechselgeld bestanden. Der Kollege hat mir erläutert, wie er reagiert habe, und das war genau das, was ich auch getan hätte:

Er hat die Cops „abbestellt“, das Rückgeld ausgehändigt und eine ordnungsgemäße Quittung überreicht. Arschloch hin oder her, alles andere wäre unnötiger Stress. Inzwischen waren sogar schon Nachbarn vor Ort gewesen und hatten bestätigt, wo der Typ wohnte, es war alles ok, bis mein Kollege wegfahren wollte und der Typ sich auf die Schnauze legte.

Er  hat  mir das detailliert geschildert, und noch dazu, wie er zu seinem zweiten Stopp kam:

„Auf’n Thermometer standen drei Grad, ick konnte dit Arschloch ja ooch nich‘ erfrier’n lassen!“

Also hat er Hilfe angeboten, wurde mit einem „Verpiss‘ da!“ verscheucht und hat deswegen abermals die Polizei alarmiert. Ja, er hätte gerade schon angerufen und das mit dem Geld wäre geklärt, aber der Typ liege da, sei aggressiv und würde sich nicht helfen lassen.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr genau, wie es dazu kam, dass er dann wieder aufstand, der Kollege jedenfalls funkte nochmal eine Entwarnung durch. Aber damit nicht genug! Seines Zustandes entsprechend hat der Vollpfosten sich wohl noch ein weiteres Mal hingelegt, und zwar so richtig:

„Der is‘ nur jestolpert, aber der war so hacke, der  hat die Hände nich‘ mehr hochjekriegt und is‘ so richtig derbe mit’n Jesicht auf’n Asphalt jeklatscht. Der hat jesaftet wie Sau, da war soooo ’ne Blutlache! Und ick dann, war mir auch peinlich, aber ick dann nochmal de Cops anjerufen: Sorry, ick schon wieder, aber jetz‘ liecht der Typ auffe Schnauze und is‘ richtich valetzt … und die Bull’n so: Nee, is‘ gut, dass ’se anrufen, wir schicken wen!“

Und da kam dann wohl die Frau des Kunden ins Spiel, die inzwischen vor Ort war und ihren Typen bis in die Wohnung begleitet hat.

Weswegen der Kollege nun das dritte Mal in wenigen Minuten seinen Notruf zurückgenommen hat. Kann man sich nicht ausdenken, sowas! Dass der Kollege rückblickend trotz der Kohle froh gewesen wäre, die Tour nicht gemacht zu haben, erklärt sich wohl von selbst.

Am Tag darauf bekam er übrigens noch einen Anruf von der Funkzentrale, ob er denn mal kurz erklären könne, was gestern bei der Fahrt von A nach B vorgefallen sei. Er so:

„OOOOH JA, DIT KANN ICK ABER JANZ JENAU ERKLÄR’N!“

Bisheriges Fazit ist wohl, dass selbst die bei der Zentrale lachen mussten und sich zufrieden zeigten. Und sollte das alles der Wahrheit entsprechen, hoffe ich mal stark, dass es dabei bleibt. Und wenn nicht, das sei hiermit versprochen, werde ich vom Gericht aus live berichten!