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Bahnstreik, Besuch und so.

So, die Bahn wird seit 5 Stunden wieder bestreikt. Der letzte Bahnstreik hat sich zumindest in Berlin nur so mittel auf die Taxiumsätze ausgewirkt, der letzte davor jedoch massiv. Ich hab also keine Ahnung, wie es so werden wird, wenn ich mich am Donnerstag wieder auf die Straße werfe. Aber bis dahin werden wir noch eine Menge Artikel zum Streik lesen “dürfen”, jedoch eher nicht von mir. Ich hab derweil Besuch von Svü und lasse mich heute insbesondere vom Wetter überraschen. Seht es mir nach, wenn ich in den Kommentaren eher selten anzutreffen bin.

Ich wollte eigentlich noch ein paar Worte zur 50%-Aktion von myTaxi verlieren, weiß aber nicht, ob ich dazu komme, bis sie ohnehin vorbei sein wird. Außerdem hab ich auch noch ein paar Geschichten vom letzten und rekordverdächtigen Wochenende rumliegen, die werden sicher auch die Tage noch ihren Weg hier zu GNIT finden. Ausnahmsweise also eher mal zu viel zu schreiben und zu wenig Zeit. Umgekehrt ist es ja öfter mal.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich bin selbst gespannt, wie es hier die nächsten Tage weitergeht. :)

Mein Lieblingswitz 2015

Dass Fahrgäste mit coolen Sprüchen wirklich mal den Vogel abschießen, passiert selten – aber es passiert. In diesem Fall waren es drei Fahrgäste, die sich über verschiedenste Sachen unterhielten, schließlich dann über Ansteckungsgefahren:

“Gähnen ist ja suuper ansteckend.”

“Lachen aber auch! Da gab’s doch neulich erst dieses Video bei Youtube, wo zwei in der U-Bahn so derb loslachen. Am Ende lacht dann der ganze Waggon und keiner weiß, warum …”

Und dann warf der dritte im Bunde mit gespieltem Ernst ein:

“Genau denselben Effekt nutzen Sie ja auch bei Swinger-Clubs aus.”

XD

 

“Wenn ick hier ‘ne Straßensperrung hätte, wüsste ick dit ja wohl …”

Ich bin am Abend des ersten Mais extra einen Umweg gefahren. Dass ich durch Neukölln nicht komme, wusste ich. Aber ein kleiner Schlenker über Treptow … zurück nach Friedrichshain? Nein, denn nicht nur die Sonnenallee war gesperrt, auch die Ziegrastraße, durch die man sonst vor allem des Estrel-Hotels wegen kennen muss. Von dort über die Teupitzer, Treptower … da ist die Demo doch nie im Leben unterwegs!

Ich wagte also den Versuch, fuhr an die Absperrung heran und fragte die diensthabende Beamtin, ob denn wirklich auch die Treptower Straße dicht sei. Die Antwort hat mich etwas überrascht. Denn trotz quer über der Straße geparketem und Blaulicht aussendendem Wagen, meinte sie mit tiefstem Desinteresse völlig emotionslos:

“Wüsst’ ick nüscht von. Ick bin da ooch nich’ so …”

Und winkte mich durch.

Noch lustiger wurde es eine halbe Stunde später, denn da erfuhr ich dann aus dem Radio, dass ein Teil der Treptower Straße eines Feuers wegen komplett gesperrt wäre. War mir aber egal. Ick bin da ooch nich’ so … ;)

Kann man ja mal vergessen: Die Bezahlung

Nein, böse gesinnt waren die Fahrgäste mir nicht. Aber blöd geguckt habe ich schon, als sich alle drei nach einer kurzen Pause am Ende der Fahrt anschickten, auszusteigen. Ich fragte einfach mal höflich nach:

“Und … wer gibt mir jetzt das Geld?”

Die verstörten Blicke waren reichlich unterhaltsam, und kurz darauf quakten alle drei ungefähr zur gleichen Zeit los:

“Ich dachte, Du hättest bezahlt!”,

jeweils mit einem anderen Adressaten.

Am Ende hatte ich es mir mehr Entschuldigungen als gezahlten Euro zu tun, sie waren alle aufrichtig bemüht, mir zu versichern, das wäre keine Absicht gewesen. Gut, dass ich derartige “Kleinigkeiten” halbwegs im Blick habe. ;)

“Kein Wechselgeldtrick”

Es kam wirklich einiges durcheinander beim Bezahlen der Gruppe. Denn eine von den Frauen wollte eigentlich während der ganzen Rechnerei einen Fuffi kleingewechselt bekommen und das hat die ganze Aktion etwas verkompliziert.

“Sorry, das sollte jetzt nicht so’n Wechselgeldtrick werden, ehrlich!”,

meinte Sie, als wir alles geklärt hatten, zu mir. Was eigentlich schade war, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Fahrt bezahlt, Trinkgeld, dazu den Fünfziger von ihr in der Tasche und den kleingewechselten Schein ebenfalls. Wechselgeldbetrug zum Wohle des “Opfers” hätte ich voll ok gefunden und ich kann sie nun nur nachträglich anflehen, damit doch auf Deutschlandtour im Taxi zu gehen … ;)

Fahrten, die nur einmal pro Jahrzehnt kommen

Ich bleibe bei dem Artikel kurz und pointenlos, weil es keine meiner Fahrten war und ich etwas verfremden muss. Ein Kollege kam am Stand angerannt und rief:

“Sascha, Sascha, ich hab mal wieder eine Story für Dich!”

Und was für eine! Der Kollege wurde zu einem guten Restaurant bestellt, wo der angetrunkene Kunde ihm mitteilte, die Fahrt würde nicht im Taxi stattfinden, sondern in seinem Auto. Das kann man machen, kostet halt doppelt, weil man als Taxifahrer nach der Tour selbstverständlich mit einem Kollegen wieder zum eigenen Taxi zurückfährt. Ohne etwas derartiges zu erwarten, stand der Kollege plötzlich vor einer Kiste sondersgleichen:

“Ich hab nochmal gegoogelt: 500 PS hatte der!”

Die Fahrt war kurz, beinhaltete aber zwei Stopps an Bordellen. Der Kollege tat sich an 20€-Getränken ohne Alkohol gütlich, während der “Fahrgast” … nun ja, etwas mehr Geld ausgab. Daraufhin folgten noch etwas seltsame auf Lautsprecher durchgeführte Telefonate mit der Freundin des Kerls, der selbiger vorwarf, ihn zu betrügen (!) und am Ende eine unkomplizierte Überreichung dreier grüner Scheine, wovon sich nach zwei Stunden Zeitaufwand immer noch bequem die 20€-Tour zurück zum Taxi bezahlen ließ …

Ich jammere ja gerne mal über meine Finanzen. Aber SO locker will ich das Geld eigentlich nie sitzen haben. Wie man sieht, macht man ja doch nur Blödsinn damit!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Uber und der Skandal, der keinen interessiert

“Arm an Skandalen” wäre jetzt zugegebenermaßen nicht die Formulierung, die ich für Uber wählen würde. Jetzt aber bin ich dann doch etwas verwundert, dass das neueste Problem gar nicht so richtig in der Welt angekommen ist. Jetzt, bei einer Geschichte, wo man einmal zugeben muss, dass Uber nicht einmal das Grundproblem war – sondern nur wie üblich am Ende den Vogel abschießt. Aber gut, bislang betrifft es Deutschland nicht, vielleicht ist das der Grund.

Es geht um Nutzerdaten. Dass diese versehentlich öffentlich werden, wäre nicht das erste Mal. Um auch diese Form von Ärger mal mitzumachen, ließen sie 2014 schon mal einen Sicherheitsschlüssel auf einer offen zugänglichen Website liegen. Was gefühlt irgendwie nicht arg viel dämlicher war als dass sie selbst bei einer Presseveranstaltung Prominente live trackten und das auch noch lustig finden.
Dieses Mal geht es um Kundendaten. Und zwar scheinbar nicht die der harmlosen Sorte. Vor einem Monat hat das Online-Magazin Motherboard berichtet, dass diese Daten im Netz verkauft werden. Sie sollten später noch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden, wie man sich damit Fahrten auf Kosten der gehackten Accountinhaber erschleicht. Und, was geschah wohl? Richtig: Es wurde genutzt!

Der BusinessInsider berichtet von tausenden Beschwerden wegen Fahrten, die Kunden in Rechnung gestellt wurden, die sie nicht bestellt hatten. Teils auf anderen Kontinenten. Was genau passiert ist, scheint unklar zu sein. Ob Uber gehackt wurde oder nur “einzelne” Kunden. Uber sagt schlicht, sie hätten keinen Angriff bemerkt und die Fälle an die Behörden weitergeleitet. Großzügigerweise verzichten sie wohl zumindest manchmal auf das Geld und stornieren die Fahrten. Was aus keinem der Berichte zu erfahren war, war ob Uber wenigstens irgendwie die User gewarnt hat oder wenigstens einen Passwortwechsel empfohlen. Andererseits könnte das Thema dann ja vielleicht noch größere Wellen schlagen – und das will offenbar ja auch keiner …