Neuer Rekord!

OK, ich will ehrlich sein: Das ist eine etwas übergeigte Überschrift. Den heute erreichten Rekord hab ich schon öfter gebrochen. Es geht darum, dass ich heute Nacht in 5:05 Stunden die 200 € Umsatz vollgemacht habe. Mein bisheriger Rekord von 5:40 Stunden stammt aus der Walpurgisnacht von vor drei, vier oder fünf Jahren. Ich weiß es nicht einmal mehr. Besser waren natürlich die ein oder andere Silvesterschicht oder gar die paar großen Fernfahrten. So gesehen gilt der Rekord natürlich „nur“ für „normale“ Schichten. Nichtsdestotrotz hatte sich die Marke in meinem Gedächtnis eingebrannt, weswegen die Nacht heute für mich echt super war. Zumal ich viel zu spät losgekommen bin, müde war, und somit mit dem Umsatz nicht einmal gerechnet hatte. Die Fahrgäste waren dabei leider sehr unspektakulär – und so schnell wie alles ging, hab sogar ich hier und da Ohren und Gehirn auf Durchzug gestellt und einfach die Leute von A nach B gebracht.

Auch wenn ich grundsätzlich skeptisch bei Tariferhöhungen bin: Sowas wie diesen Monat hatte ich bisher noch nicht. Es könnte gut sein, dass ich meinen Rekord für den besten Monatsumsatz seit ich Taxi fahre einstelle – und das bei nur 4 Arbeitstagen pro Woche. Wow!

12,88€/km

Bei allerkürzesten Strecken wirkt sich die letzte Tariferhöhung besonders aus. Richtiggehend absurd wird es dann, wenn noch der neue Großraumzuschlag für mehr als 4 Personen obenauf kommt. Die Tour gestern Abend hat damit (für noch halbwegs plausible Fahrtstrecken) quasi Rekordniveau gehabt:

Mit 6 Leuten vom Ostbahnhof zum Berghain. 800 Meter etwa. Für mal eben flotte 10,30 €.

0.0

Aber ich hab dreimal nachgefragt: Sie wollten das wirklich.

Wie’s dann gestern weiter ging …

Nach dem Spamunfall gestern haben meine bessere Hälfte und ich erstaunt festgestellt, dass uns der Quatsch jeweils 4 Stunden Zeit gekostet hat. Unschön an einem Arbeitstag. Wobei, das ist ja auch so eine selten doofe Einstellung …
Naja, jedenfalls bin ich sehr sehr spät zur Arbeit losgekommen und von entspanntem Tagesbeginn konnte so ja auch keine Rede mehr sein. Ich bin jedenfalls etwas entmutigt in Richtung Firma gefahren, in den Stunden zuvor hatte ich ohnehin bereits die Sorge, die Schicht könnte ersatzlos gestrichen werden, weil uns das Problem bei GNIT bis nachts in Atem hält. Wäre nicht das erste Mal …

Es war fast 23 Uhr, als ich in Schöneweide den Motor startete und in der ersten Stunde passierte dann auch umgehend fast nix. Na vielen Dank auch! Ich rechnete nicht ernsthaft mit dem Hunni, den ich mir mal so als Wenigstens-etwas-Ziel ausgesonnen hatte. Auf fast schon wundersame Weise hatte ich den dann aber nach weiteren drei Stunden bereits eingefahren. 0.o

Olé! \o/

Und wie schön war erst, was dann kam. Ich hatte auf dem Weg zur Arbeit schon die Nicht-Panik-GNIT-ist-tot-Mails gecheckt und gesehen, dass eine Packstationssendung angekommen war. Und das konnte doch nur … und ich hatte recht. :)

Vor einiger Zeit hatte ich über das polnische Apfelbier geschrieben, dass ich als Trinkgeld bekommen hatte. Daraufhin hatte mir Super-Dauerleser Konrad (er liest seit der Taxischule hier mit!) angeboten, mir ein paar Dosen zu schicken, da er direkt an der Grenze wohnen würde. Und das hatte er nun eingelöst. Hach. Zunächst einmal durfte ich dann feststellen, dass er eine gesunde Ansicht vom Begriff „ein paar Dosen“ hat:

bierchen

Turmbau zu Babbela, Quelle: Sash

Neben den ohnehin beachtlichen 16 Dosen hat er mir nämlich auch noch je vier der beiden anderen Sorten der Firma mitgeschickt – einmal Himbeere (gruselt’s mich etwas vor) und einmal Birne-Chili (wo ich den Laden schon für die Idee umarmen könnte). Und als ob das nicht genug wäre, gab’s neben einem lustigen und netten Brief auch noch einen Frankfurter Kräuterlikör obenauf.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels werde ich mit einmal Apfel auf Konrad anstoßen. Danach ist allerdings Bettchen angesagt, denn die Natur meines Berufes verbietet es mir leider, heute mal eben auszuprobieren, wie viel von dem Zeug man hintereinander trinken kann. Schließlich will ich heute Abend fit und nüchtern sein. 😉

So endet nun also der Tag, der mit dem Horror von 25 Nachrichten à la „GNIT wurde gehackt!!!“ angefangen hat, äußerst entspannt mit einer halbwegs brauchbaren Kasse, einem kühlen polnischen Apfelbier und dem Wissen um die immer noch beste Leserschaft überhaupt. Habt Dank dafür! Und Konrad: Prost, auf die nächsten sieben Jahre! 😀

Kurze Info: Spam ist erledigt

Heute wurde bei GNIT leider einiges an Spam verbreitet. Durch eine Sicherheitslücke bei WordPress wurden einige Posts und Seiten um unsichtbare Bereiche erweitert, was dafür sorgte, dass sowohl im Feed als auch auf der Startseite einige Links zu fremden und vermutlich nicht sehr netten Seiten geführt haben. Das Problem ist behoben und die Posts sind gesäubert.

Ich danke Euch für die vielen Hinweise, das Beheben hat vor allem so lange gedauert, weil ich noch geschlafen hab.

So, damit wird die heutige Schicht wohl unverhofft kurz – dafür läuft hier wieder alles! :)

Hatte die Nase voll

Ich hab nur kurz jemanden am Ostkreuz abgesetzt, da winkte mich ein junger Kerl ran, dem ein blutiges Taschentuch in der Nase steckte. Und siehe da, er wollte zur Apotheke am Hauptbahnhof, die S-Bahn war mal wieder unterbrochen. Bei aller Kundenfreundlichkeit hab ich nicht angeboten, nun mal eben schnell zu googeln, ob es nicht eine nähere Notfallapotheke gäbe – was sehr sicher der Fall gewesen wäre. Aber er hatte sich wohl schon irgendwie erkundigt und ich will auch nicht unbedingt mehr Zeit investieren, um am Ende weniger Geld zu verdienen. Für ihn war die Fahrt so oder so ok. (Und am Hbf war sicher die Chance auf englische Beratung nochmal höher als sonstwo)

Ich erfuhr dann, dass er Norweger war, seit drei Tagen in der Stadt, volle Kanne Party und so. Und jetzt am letzten Tag hatte er „mal wieder“ eine Stunde lang Nasenbluten. Genetisch bedingt, seine Mutter hätte das auch. Und für ihn ein gutes Signal, das mit dem Feiern nun zu beenden. Irgendwann ist auch mal gut, das Wochenende war lang genug. Auch eine Philosophie.

Am Ende durfte ich ihn danach noch zum Generator-Hostel in der Storkower fahren, eine gute 30€-Tour. Und alles für ein paar Wattepfropfen, die während der Fahrt schon überflüssig wurden, weil die Blutung gestoppt war. Aber was will ich schon über Kunden sagen, die mal eben 30 € im Taxi liegen lassen, trotz blöder Rahmenbedingungen guter Laune und freundlich sind? Ach ja, natürlich:

„Thank you!“

:)

Wo die Wirtschaft noch was lernen kann

Ein Gespräch über eher schwierige Themen unter den Fahrgästen. Zwei Frauen unterhielten sich darüber, warum eine von ihnen nicht mehr in Berlin lebt.

„Du weißt doch, dass ich hier keine Arbeit finde.“

„Aber Berlin ist so toll. Guck mal, selbst jetzt können wir noch schnell was zu Essen holen. Um 1 Uhr nachts!“

„Mag ja sein, aber wenn man keine Arbeit hat und deswegen kein Geld verdient, dann bringt das halt nix, dass man um 1 Uhr nachts noch einen Döner holen kann.“

Daraufhin meldete sich erstmals das kleine Mädchen aus dem Kindersitz zu Wort, das bis dato nicht eben durch Wachsamkeit aufgefallen war. Und es hat erstaunlich gut das Problem analysiert und für die schwierige Lage eine adäquate Lösung gefunden. Also, nun ja, aus Kindersicht zumindest:

„Aber dafür kriegt man doch immer das Rückgeld!“

Da ist natürlich was dran. :)

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Hör mal, Uber!

Dass wir Taxifahrer Euren Laden scheiße finden, mag noch in der Natur der Sache begründet liegen; es gibt halt systemimmanente Feindschaften. Aber vom Managermagazin mit dem Adjektiv „zweifelhaft“ bedacht zu werden, das müsste doch selbst bei Euch mal die Glocken klingeln lassen, oder?

Managermagazin: Uber stellt Fahrern 12.000 € pro Monat in Aussicht