Verspätungsrekorde bei Kollegen

Ich hatte schon einige verpeilte Kundschaft, natürlich. Aber selbst ich hab die Augen aufgerissen, als ich diese Geschichte bei Taxiblog Bremen gelesen hab.

Bei den Druffis hat Bremen Berlin bis zum Gegenbeweis wohl erst einmal auf Platz 2 verdrängt … :)

Dreimal Trinkgeld

Nr.1

“Das wären dann 9,80 €.”

“Mach zehne. Obwohl, nee. Mach zwölfe! Is’n schlechtes Omen, zu Beginn des Tages geizig zu sein.”

Nr.2

“Dann wären wir genau bei 20,00 €.”

“Haha, nee Du! So kommste mir nicht davon – so nicht!”

*drückt mir einen Zweier zusätzlich in die Hand*

Nr.3

“Ich weiß, ist jetzt nix besonderes, aber immerhin!”

*gibt mir einen Werbekuli von dem Hotel, für das er arbeitet*

Zusammengewürfelt

“Würden Sie mich bis in den Grunewald fahren und ihn vorher am Potsdamer Platz rauslassen. Also erst Potsdamer Platz, dann Grunewald?”

“Sicher, kein Problem.”

Isses ja tatsächlich nicht mal im Mindesten. Liegt sogar ziemlich auf dem Weg, wenn man wie wir in dem Fall vom Alex aus startet. Die beiden haben sich gleich dem Gespräch untereinander gewidmet und ich hab vorerst gar nicht hingehört. Etwas irritiert war ich, als irgendwann folgender Satz fiel:

“Du bist lustig, wie heißt Du denn?”

Also dass sich Leute jetzt nicht sooo gut kennen … ok. Aber dann haben sie sich gegenseitig ihre Namen vorbuchstabiert, was witzig war, weil sie beide ziemlich ungewöhnlich waren. Also zumindest für zwei angeschickerte deutschsprachige Mittzwanziger, die man zufällig in Berlin aufgabelt. Und dann haben sie sich erzählt, was sie den Abend über gemacht haben.

Nachdem der junge Mann dann ausgestiegen war und die Frau das Fahrtziel um 180° von Grunewald auf Prenzl’berg geändert hatte, hab ich dann mal nachgefragt:

“Und den Typen, den kannten sie vorher gar nicht?”

“Nee.”

“Wo haben Sie sich denn getroffen?”

“Na, als wir Sie rangewunken haben. Das fanden wir beide so witzig, wie wir da gleichzeitig … da sind wir einfach beide eingestiegen.”

Ähm, na gut. Random-Taxi-Sharing, hat natürlich auch was. Und ist ja auch schön, dass sie sich verstanden haben. Und ich denke ein wenig amüsiert darüber nach, dass, hätte sie gewartet und 5 Minuten später erst ein Taxi – dann gleich Richtung Prenzl’berg – bekommen hätte, ich deutlich weniger Umsatz gehabt hätte und sie trotzdem beide das etwa gleiche hätten zahlen müssen. :)


PS: Im Vornherein bin ich bei zusammengewürfelten Fahrten immer etwas skeptisch. Am Ende packt man sich wie mit Osama und Lisa (ff) noch ein kleines Halbdrama mitten in die glückliche Tour …

(Gute) Wünsche

Trotz zweitägiger Sendepause sei hier erst einmal allen versichert: Ich bin wohlbehalten von der Weihnachtsfeier heimgekehrt. Und das wie immer zufrieden und zumindest dieses Mal mit wenig Lust, betrunken noch irgendwas lustiges zu bloggen, für das ich mich am Morgen danach rituell ohrfeigen muss. Immerhin …

Nein, im Ernst: Es war wie immer gut – obwohl ich dieses Mal tatsächlich öfter am Kicker verloren habe. Aber nur im Doppel, das möchte ich mal anmerken … ;)

Wie immer eine lustige Mischung aus neuen und alten Kollegen – und natürlich auch aus netten und “Man sagt halt hallo”-Mitarbeitern. Wie das halt so ist. Das Ende des Ganzen war gewohnt spät, aber immerhin hab ich’s noch mit der Bahn nach Hause geschafft. Ich hatte also einen netten Abend und alles ist ok. Auch wenn Christian bei einem Gespräch am folgenden Nachmittag ganz vorsichtig ein “Naaaa?” ins Telefon geflüstert hat, ging es mir erstaunlich schnell wieder recht gut. :)

Und da sind wir beim Thema: Gut.

Überwiegend verlaufen die Taxifahrten hierzulande gut. Vielleicht nicht perfekt, aber gut. Und wie sieht das dann aus? Wie verabschiedet Ihr euch vom Taxifahrer oder der Taxifahrerin, was wünscht Ihr ihm oder ihr?

Ich frage das vor allem, weil mich mal interessiert, ob Leser eines Taxiblogs da anders sind als meine Kundschaft. (Deswegen auch die Antwortmöglichkeiten, die erfahrungsgemäß und erkennbar eher von Taxifahrern benutzt werden)

Was wünscht Ihr dem Taxifahrer, der Euch nachts gut heimgebracht hat?

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Ich muss jetzt noch ein wenig andere Dinge erledigen, aber ab Donnerstag geht es wieder auf die Straße. Und ich freu mich drauf! :D

Was die Kollegen so machen

Wer glaubt, ich erlebe seltsame Sachen oder rede komisches Zeug, sollte heute dringend noch bei Aro und auch bei Taxiblog Bremen vorbeischauen.

Aros Kundin war so sehr in ihr asoziales Milieu abgerutscht, dass sie selbst mit einfachster menschlicher Kommunikation nichts mehr anfangen konnte (Traurig, sowas! :( ), in Bremen hingegen lässt es sich schmunzeln über unheimliche Geräusche

Ein Danke nach Oldenburg

Gestern sind über alle Kanäle Infos zu einem Fall in Oldenburg eingetrudelt und ich wollte das auch an die “Nur”-Leserschaft weitergeben. Während ich mich auf die Weihnachtsfeier im Betrieb freue und mit meinen Chefs bestens auskomme, wird in Oldenburg ein Taxifahrer entlassen. Gut, das mag vorkommen – und ist derzeit wegen des bevorstehenden Mindestlohns sogar recht häufig. Was die dortige Geschichte aber so unglaublich macht, ist der Grund.

Besagter Kollege hat eine gewalttätige Auseinandersetzung zweier Männer gesehen und eingegriffen. Er konnte den einen Typen verjagen, der dem anderen, am Boden liegenden, gegen den Kopf trat. Anschließend kümmerte er sich um Hilfe, nahm sogar kurzzeitig noch die Verfolgung des Täters auf. Ein erstklassiges Beispiel für Zivilcourage, ein Helfer in der Not? Sicher. Das zumindest scheint laut diesem Bericht auch die Meinung der Polizei zu sein. Vielleicht hat er gar ein Leben gerettet, obwohl er hätte vorbeifahren können. Solche Leute wünscht man sich, wenn man selbst mal in Bedrängnis gerät!

Sein Chef hingegen sah das ganz anders. Der Kollege war so mit Hilfe und am Ende mit der Zeugenaussage beschäftigt, dass er – irgendwie nachvollziehbar – keine Fahrtaufträge mehr annahm. Das reichte dem Chef – zumindest vorerst – für eine Kündigung. Und besagter Kollege ist nicht etwa erst nach drei Tagen wieder aufgetaucht und hat die Story als Entschuldigung gebracht. Nein, nachdem der Chef offenbar binnen kürzester Zeit einfach das Auto von einem anderen Fahrer abholen ließ, kam der mutige Kollege mit Begleitung der Polizei ins Büro, welche ihn über alle Maßen für seinen Einsatz lobte – und entsprechend überrascht war, dass dem Helden gekündigt wurde.

Nun ist in anderen Städten und auf dem Land das Taxigeschäft anders als in Berlin. Da organisieren die Betriebe selbst die Fahrtvermittlung und die Unternehmen kämpfen gegenseitig um Kunden. Das ist eine andere Situation als hier. Und natürlich ist eine ungenehmigte “Pause” da was anderes und die Fahrer stehen mehr in der Pflicht. Schön und gut. Aber der junge Taxifahrer dort hat vermutlich ein Leben gerettet, ein Verbrechen verhindert und getan, was viel zu wenige Menschen da draußen tun: Ungeachtet eigener Gefährdung einen Menschen beschützt. Es gibt keine – aber auch gar keine – Begründung, warum sowas mit einem Jobverlust bestraft werden darf. Und wenn es ein paar tausend Euro gekostet haben sollte (was hier sicher nicht der Fall war).

Sollte die Geschichte sich wirklich so zugetragen haben, dann möchte ich meinem Oldenburger Kollegen jedenfalls ein dickes Danke dafür ausrichten, dass er so gehandelt hat wie er gehandelt hat. Und seinem Chef so ungefähr die Situation herbeiwünschen, die der durch den Fahrer Gerettete inne hatte. Jetzt mal aus dem Bauch raus formuliert – natürlich wünscht man selbst Arschlöchern sowas eigentlich nicht.

Innerlich würde ich jetzt bei einem Shitstorm gegen das Unternehmen jubeln – aber ich möchte dennoch davor warnen. Ja, dem Chef die Laune und das Geschäft zu verderben, würde jetzt Spaß machen. Vermutlich würde man mit so einer Aktion am Ende aber mehr den Fahrern – eventuell also auch diesem einen besonders guten – schaden. Also ruhig Blut da draußen, bitte! Keine Namen und Adressen posten, wir sind hier nicht bei bild.de!

Ich würde mich über Infos freuen, ich würde z.B. auch gerne mit dem Kollegn selbst sprechen, falls ihn jemand kennt. Aber wenn es um persönliche Daten geht, dann bitte nicht öffentlich!

Ich freue mich jetzt erst einmal über mein Wochenende und darüber, dass ich solche Arbeitsverhältnisse bisher vermeiden konnte. Leider ist ja gerade beim Taxifahren keine Lösung, Kollegen aus anderen Städten ins eigene Unternehmen einzuladen. Sonst würde ich das natürlich tun.

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

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Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

Weihnachtsfeier! \o/

Wo ich die Tage immer mehr Kundschaft von Weihnachtsfeiern aufgabele, hätte ich fast schon die unserer Firma vergessen. OK, war nur Spaß, ich hab sie mir natürlich abgespeichert.

“Wie immer” findet sie auch dieses Jahr am Montag – dem vermutlich einfach traditionell schlechtesten Tag im Taxigewerbe – statt. Und zwar am jetzt kommenden. Wie jedes Jahr freue ich mich, ein paar Kollegen zu treffen, die man übers Jahr selten gesehen hat, ebenso lassen mir aber die Aussicht auf Gänsebraten und Bier das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Natürlich weiß ich wie immer nicht, wie es laufen wird. Wird Kollege A. im Vollrausch wieder absurde Geschichten erzählen und Kollege T. unterm Billardtisch die Nacht verbringen? Werde ich mit Ben um 3 Uhr zur Tanke wanken, um noch einen Kasten Desperados zu holen? Oder schlägt mich endlich mal irgendein neuer Kollege beim firmeneigenen Tischkicker?
Und welchem firmenfremden Kollegen werde ich Angst einjagen, wenn ich heimfahre?

Fragen über Fragen!

Alle davon werde ich sicher schon am Tag danach nicht mehr beantworten können. Aber ich bin guter Dinge, dass das Ganze eher ein Spaß als eine lästige Pflichtübung wird. Denn auch nach nunmehr über 6 Jahren gilt eines noch immer ausnahmslos:

Ich verlasse unseren Firmensitz stets besser gelaunt als ich ihn betreten hab. Und weder ich noch meine Chefs wollen daran was ändern.