FAQ zum Taxitarif

Wie berechnet sich der Fahrpreis?

Grundsätzlich setzt sich der Fahrpreis aus einem Grundbetrag, einem Kilometerpreis und ggf. einem Wartezeit-Preis zusammen. Dazu kommen eventuell auch noch Zuschläge.

Hier gibt es einen Artikel über den Berliner Taxitarif im Blog selbst.

Eine Beispielfahrt in Berlin mit allen erdenklichen Variablen (Gilt für den Tarif seit 2015):
Eine Fahrt in einem Großraumtaxi über 7km mit 5 Personen und einem Garderobenständer. Nach  den 7 km liefert man den Garderobenständer ab, was aus unerfindlichen Gründen der Einfachheit halber 13 Minuten dauert, und fährt anschließend wieder zurück.
Der Preis hierfür wäre 40,30 €
Er setzt sich wie folgt zusammen: Beim Einstieg zahlt man 3,90 € Grundbetrag und der Fahrer berechnet korrekterweise 6,00 € an Zuschlägen (5,00 € für mehr als vier Personen und 1,00 € für ein Gepäckstück, das nicht in den Kofferraum passt). Im Laufe der Hinfahrt kommen 7 mal 2,00 € Kilometerpreis zusammen, was ungefähr 13,80 € sind. (Ein kleiner Teil Fahrtstrecke ist im Startpreis inbegriffen)
Am Ziel angekommen vergeht die erste Minute Wartezeit kostenlos. Danach springt das Taxameter wieder an und zählt 30 € pro Stunde, was bei 12 Minuten genau 6 € macht. Die Rückfahrt schlägt nun nochmal mit  etwa 10,60 € zu Buche. Das ist weniger als auf der Hinfahrt, weil in Berlin die ersten 7 Kilometer teurer sind. Die folgenden kosten nämlich nur noch 1,50 €.

Im Internet finden sich verschiedene Taxirechner oder Tarifrechner, die man zum groben Überschlagen verwenden kann, wenn man eine Taxifahrt plant. Die Preise dort sind natürlich dennoch nur grobe Schätzungen, weil auch mal die Karten ungenau, der kürzeste Weg gesperrt oder Stau sein kann.

Sind die Preise fix oder Verhandlungssache?

Die Preise sind festgelegt und keine Verhandlungssache. Innerhalb des Pflichtfahrgebietes dürfen wir Taxifahrer nur nach dem Tarif fahren. Alles andere kann uns empfindliche Geldbußen bescheren. Hier gibt es einen Blogeintrag über Festpreise. Für eine Fahrt ins Umland kann man den Preis jedoch frei aushandeln.

Wer legt die Preise fest?

Taxen sind ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Das bedeutet, dass wir – wenngleich privat betrieben – nicht unbegrenzt Einfluss auf die Preisgestaltung haben. Die Tarife werden in Berlin vom Senat in Zusammenarbeit mit den Gewerbevertretungen festgesetzt. Bei der Höhe wird (zumindest hoffentlich 😉 ) darauf geachtet, dass sie sowohl für die Kunden wie auch die Angestellten erträglich sind, und das unter Einbeziehung allerlei gewerblicher und finanzieller Daten.

Warum ist Taxifahren so teuer?

Weil es teuer ist, ein Auto mit Fahrer bereitzuhalten. Dieses Fahrzeug – das nur durch die Kundeneinnahmen finanziert wird – muss gekauft, versichert, betankt, gepflegt und gewartet werden. Der Fahrer – der auch nur durch die Kundeneinnahmen bezahlt wird – muss von dem Job leben können, auch wenn er manchmal 2 Stunden auf eine Fahrt wartet. Dazu kommen dann die üblichen Steuern und Abgaben und ab einer gewissen Größe des Unternehmens auch noch die Finanzierung eines Büros und diverse Anschaffungen. Und nicht zuletzt kostet auch die Teilnahme am Funk etwas Geld. All diese Ausgaben sind nötig, um ein Taxi zu jeder Zeit möglichst schnell und dazu gepflegt und verkehrssicher vor Ort zu haben.

Was ist in Berlin eigentlich eine Kurzstrecke?

Die Kurzstrecke in Berlin ist ein Sondertarif im Taxi. Man kann ihn nur verlangen, wenn man ein Taxi auf der Straße heranwinkt (also nicht bei telefonischer Bestellung und auch nicht vom Taxistand aus). Die Kurzstrecke kostet ab Einstieg 5,00 € und gilt für eine Fahrt von bis zu 2,00 Kilometern. Nutzt man diese Fahrtstrecke bis zum Ende hin aus, kann man damit etwas über 3 € im Vergleich zum normalen Taxitarif sparen.

Es gibt auch einen Artikel, der über die Kurzstrecke umfassender aufklärt: Die Kurzstrecke in Berlin

Wie viel Trinkgeld gibt man eigentlich dem Taxifahrer?

Die uralte Frage… Grundsätzlich so viel, wie euch der Service extra wert ist. Manchem sind 20 Cent schon überzogene Großzügigkeit, andere haben auch kein Problem mit einem Zehner obendrauf. Trinkgeld ist keine Pflicht, und ich bin sehr überzeugt davon, dass man lieber den netten und serviceorientierten Fahrern etwas mehr gibt und es sich bei Idioten ganz spart, auch wenn “es halt dazugehört”.

Die meisten Leute runden bis zum nächsten oder übernächsten Euro auf, manchmal aber auch von 6,50 € auf einen Zehner. Dank vieler Touris, die Trinkgelder wahrscheinlich aus ihrer Heimat nicht kennen, und mancher großzügiger Spende pendelt sich der Schnitt bei mir so um die 1,00 bis 1,50 € pro Tour ein.

Bei aller Freiwilligkeit des Ganzen: Taxifahren ist ein Trinkgeld-Job. 10 bis 25% meines Netto-Einkommens sind Trinkgeld. Komplett darauf zu verzichten tut uns wirklich weh! Aber ich weiss, dass es manchen Kunden ebenso geht.

Darf der Fahrer das Trinkgeld eigentlich behalten?

Ja, als Angestellter dürfen wir das. Es soll zwar Chefs geben, die gerne einen Teil abhaben wollen, aber ich denke, in der Praxis passiert sowas selten. Rechtlich gesehen dürfen wir es behalten, steuerfrei, und darüber freuen wir uns sehr!
Wenn der Fahrer allerdings selbständig ist – was im Taxigewerbe häufig der Fall ist – dann muss er das Geld als Einnahmen ordnungsgemäß versteuern.

Das hier ist nur ein Teil der FAQ! Um die anderen Kategorien zu sehen, gehe auf die FAQ-Hauptseite.

6 Kommentare bis “FAQ zum Taxitarif”

  1. […] Nacht im Taxi Springe zum Inhalt HomeFAQFAQ zum TaxiFAQ zum Job als TaxifahrerFAQ zum TaxitarifFAQ zum TaxischeinFAQ für TaxikundenÜber GNITÜber SashKontaktImpressumUnterstützen → […]

  2. […] auch wenn der Fahrer offenkundig keinen Bock auf ‘ne kurze Tour hat?) bis hin zu handfester Kundenberatung (Mit der Kurzstrecke verhält es sich folgendermaßen: … ) sind dort auch Themen zu finden, […]

  3. […] In den FAQ beantworte ich auch Fragen zum Taxitarif. “Guten Abend, wo darf es denn hingehen?” “Spandau.” “OK, wohin […]

  4. […] kosten würde? Einfach, weil am anderen Ende der Stadt eine Messe ist. Taxifahren ist nicht billig. Kann es leider nicht sein, denn auch wir Fahrer müssen von irgendwas leben und es ist teuer, sich einen eigenen Angestellten […]

  5. Marcel sagt:

    Gestern einen humanen Fahrer gehabt. Abkürzungen, freundlich nett, keine Abzocke. Es gibt sie also doch noch 😉 Danke Berlin! Ich schaue wieder hoch ^^

  6. Ester Diemer sagt:

    Vor allem, dass Taxipreise nicht auf Verhandlungsbasis sind, sondern Festpreisen unterliegen, sollte mal jemand meiner Tante sagen. Viel zu oft hatten wir bereits Diskussionen und es hilft natürlich nicht, dass sie bei sich im Ort zwei befreundete Taxifahrer hat, die ihr einen Freundschaftsrabatt gewähren. In der Stadt, vor allem in Städten in denen man einen P Schein braucht, kommt sie damit aber nicht weit.

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