Vorübergehend raus

Ich hatte diesen Artikel hier eigentlich anders geplant. Als groß vorhergeplanten, Monate im Voraus geschriebenen mit netten passenden Bildchen und vielleicht genau am richtigen Tag geschrieben. Außerdem natürlich erst dann, wenn ich wirklich alle kleinen Geschichtchen der letzten Wochen noch fein säuberlich runtergeschrieben habe.

Jetzt sitze ich dann doch mit halbvollem Büchlein drei Tage nach dem letzten Arbeitstag, aber noch vor Beendigung des ersten Kaffees zur Unzeit morgens um 9.30 Uhr am Rechner und schreib das, damit ich wenigstens dazu komme, überhaupt was zu schreiben.

Ich bin jetzt erst einmal ein paar Monate raus aus dem Taxi!

Wie die meisten nebenher mitbekommen haben dürfen, ist der Grund einfach: Ich werde irgendwann in den nächsten Tagen das erste Mal Vater, ich nehme selbstverständlich eine Weile Elternzeit und da ist das dann etwas schwer mit einem Jobblog wie GNIT. Da ich noch ein zwei Sachen im Büchlein stehen hab, will ich aber nicht vorschnell ein Aus bis zu einem bestimmten Termin verkünden, vielleicht schreibe ich ja aber doch noch einen Artikel, um in der Übung zu bleiben.

Ach ja, Übung …

Natürlich hatte ich zu Beginn auch geplant, wenn es soweit ist, einen Elternblog zu machen, aber wie so vieles ist das jetzt neben Wohnungsrenovierung und Schwangerschaft irgendwo hinten auf der To-do-Liste gelandet. Deswegen kann ich Euch noch keine tolle neue Website präsentieren, sondern muss Euch vorerst mit meinem privaten Blog vertrösten, der jetzt bald wieder etwas mehr befüllt wird. Und vermutlich werde ich Neuigkeiten auch dort verkünden.

Hier werde ich mich dann melden, wenn es wieder Taxigeschichten gibt. GNIT ist nicht tot, aber ausnahmsweise hab ich mal WIRKLICH was besseres vor. 🙂

Bis dann,

Sash

Die voll mit sich zufriedenen …

Ich will hier gar nicht so viel rumranten, meist finde ich meine Kunden sympathisch oder sogar witzig. Und dann der Typ:

„Ich bin voll der Internet-Typ, Alter, ich hab da ein paar Start-Ups am Laufen, richtig geile Scheiße!“

„Ach, cool! Ich hab einen zumindest mal mittelmäßig guten Taxiblog, ich weiß, was Sie meinen. Was machen Sie denn so?“

„Naja, Business halt.“

„OK …“

„Nee, das verstehste eh nicht, ist eher so …“

„Was denn?“

„Na, ist ja auch egal …“

„Wieso? Hey, Sie sind ein netter Kerl, ich hab ein paar tausend Leser … worum geht’s denn bei ihrem Geschäft?“

„Das … das ist kompliziert. Sie können mich eigentlich hier schon rauslassen.“

„Also nicht Prenzlauer Berg?“

„Nein, hier ist ok. Ich laufe den Rest.“

„Die ganzen sechs Kilometer?“

„Nee, ich übernachte ja bei meinem Kumpel heute.“

Alter Schwede, und ich dachte schon, ich müsste ein schlechtes Gewissen haben, weil ich GNIT nicht nach allen Regeln der Kunst kommerziell ausschlachte! Aber gut, vielleicht ging es ja um eher unappetitliche Pornos, man weiß es ja nicht.

GNIT ist gegen Nazis! Ende der Diskussion!

Es mag sein, dass ich mit meinem Beitrag „Die ekligen Ausnahmen“ auch einigen Leuten auf die Füße getreten bin, die sich selbst nicht als Nazis sehen, es aber problematisch fanden, dass ich Nazis indirekt eine gewalttätige Reaktion auf ihr menschenverachtendes Gedankengebäude gegönnt habe. Mir als Blogger fällt es naturgemäß schwer, bei den Kommentaren zwischen Naziverharmlosern und einfach nur radikalen Pazifisten zu unterscheiden.

Ich möchte an dieser Stelle eines klarmachen: Mir ist es egal, ob jemand SPD-Wähler, Pazifist,  Demokrat oder vielleicht Haustierübersetzer ist. Das ist alles ok und ich bin bei weitem nicht so beratungsresistent, wie der ein oder andere Kommentar meinerseits unter dem erwähnten Artikel ausgesehen hat.

ABER:

Mein eigentliches Ziel war es nicht, eine Diskussion loszutreten. Ich hatte Nazis als Fahrgäste und wie jeder (auch radikal „demokratische“!) Mensch, hat das in mir eine nicht in Worte zu fassende Abscheu hervorgerufen. Ja, die Fahrgäste waren jung, dumm und besoffen. Aber ich war auch mal jung, dumm und besoffen und hab keine Naziparolen von mir gegeben.

Dennoch gestehe ich natürlich allen ein bisschen Unwissen und Dummheit zu, aber bei den Typen war Ende Gelände. Ja, ich stehe dazu: Jemand hätte dem Einhalt gebieten sollen und natürlich hätte ich das sein sollen. Und ja, ich bin kein Held, ich kann das nicht gut genug. Ich habe beschlossen, mit meinen Blogs einen Beitrag zu leisten, um rassistisches Gedankengut nicht hoffähig werden zu lassen. Was eben heißt, dass mein „Mainstream“-Blog in diesem Sinne radikal links ist. Lebt damit oder haut ab, das ist für mich ok!

Nur weil AfD und Konsorten den Diskurs nach rechts verschieben, muss ich nicht daran teilhaben.

Ich bin Taxifahrer, ich habe viele nichtdeutsche Kollegen und ich habe auch darüber hinaus kein Verständnis für Rassismus, Nationalismus und anderweitige rechtsextreme Konzepte. Die, die sich deswegen betroffen fühlen, können sich sich gerne ins Knie ficken!

Ja, ich erwähne die Antifa positiv. Und zwar, weil ich fucking nochmal Teil von ihr bin! Ich bin Teil einer Bewegung, die Nazis Einhalt gebietet und fast immer nur negativ erwähnt wird, am Ende aber doch der Grund dafür ist, dass Nazis nicht durch noch mehr Städte marschieren.

Ich weiß, dass das hier ein Taxi-Blog ist. Ihr würdet Euch wohler fühlen, wenn Politik da außen vor wäre.

Pech gehabt, das ist sie nicht!

#GoldeneBlogger-Nachlese

Ich könnte das jetzt privat bloggen, weil es kein Taxi-Content ist, aber bei den Goldenen Bloggern war GNIT nominiert, nicht ich persönlich – und damit passt das schon. 🙂

Ja, ich war letzten Abend bei der Verleihung der goldenen Blogger und soweit mein grauenhaft schlechtes Gedächtnis gefragt wird, war das die erste Preisverleihung, an der ich jemals teilgenommen habe. Und ich meine jetzt nicht nur als Nominierter.

Gleich vorweg: GNIT hat nicht gewonnen, aber das ist natürlich ok und es war ein großartiger zweiter Platz nach der Kaltmamsell. Ich gebe zu, dass ich das im ersten Moment schmerzlicher fand als ich mir selbst ausgemalt hatte, aber fairerweise muss ich auch gestehen, dass ich in den letzten Jahren nie so nahe an einem kompletten Kreislaufkollaps war wie in dem Moment, als ich auf die Bühne kommen musste. Das nämlich ist etwas, das mir sowas von gar nicht liegt. Ich persönlich bin sehr froh, in einer Zeit großgeworden zu sein, in der ich durchs Gymnasium gekommen bin, ohne mehr als drei Referate zu halten. Ich bin weit weniger öffentlichkeitstauglich als meine Doppelseite im Stern damals vermuten lassen würde.

Auch sonst bin ich nicht der Beste für solche Veranstaltungen, denn ich bin sehr schlecht darin, fremde Menschen anzuquatschen, wenn ich mich einfach nur als Fan fühle. Mein Glück war, dass ich diesbezüglich in dem – übrigens mit einem Preis ausgezeichneten – Kinderdok einen Verbündeten gefunden habe, der sich mit mir die ganze Vorlaufzeit redenderweise mit vor den vielen Kameras versteckte. 😉

Im Ernst: Großartiger Kerl – und das sage ich, obwohl ich ihn vor drei Tagen das erste Mal gesehen habe!

Aber darüber hinaus war es spannend und eine wirklich überragend angenehme Feel-good-Atmosphäre dort und ich als kleiner Taxiblogger hab mich sehr wohlgefühlt, obwohl ich mich mit Thomas Knüwer schon mehr als gefetzt habe, Leute wie Sophie Passmann, Mario Sixtus, Raul Krauthausen und Boris Rosenkranz mehr bewundere als damals, mit 11, Michael Jackson und mir bisher nie von Preisgewinnerinnen auf einer Gala sagen lassen durfte, dass sie mir den Sieg gegönnt hätten und mir das schon viel zu viel war.

Natürlich hätte ich mir hier und da andere Preisträger gewünscht und bin überdies etwas überrascht gewesen, dass die Gala eine so reinweiße Veranstaltung war, dass selbst Alpina da als Sponsor hätte auftreten können, aber für mich persönlich war es ein schöner Abend und dafür möchte ich danke sagen!

Falls sich das wiederholen könnte, möchte ich entsprechend nur anmerken:

1. Gerne! Nominiert mich, ich komme!

2. Wenn Ihr da seid: Quatscht mich an! Ich bin froh darüber.

PS: Da ich trotz Buffett und Freigetränken heute früh gegangen bin, bin ich leider nicht dazu gekommen, die Karte an Deniz Yücel zu unterschreiben und bereue das zutiefst. Tut mir deswegen einen Gefallen und verwendet öfter mal den Hashtag #FreeDeniz, wenn es passt!

In eigener Sache: Heute Abend Goldene-Blogger-Gala!

Ich hatte es vor zwei Tagen schon mal kurz erwähnt, aber heute hat es noch einen eigenen Blogeintrag verdient: GNIT ist bei den Goldenen Bloggern nominiert als bester Tagebuch-Blog. Wozu ich zuallererst mal danke sagen muss an die, die mich vorgeschlagen haben: DANKE! 😀

Und nachdem sich letztes Jahr zum selben Anlass bereits ein paar von Euch zur Verleihung eingefunden haben, bin ich dieses Mal auch mit von der Partie. Ich werde also heute Abend ab 18 Uhr im Telefónica Basecamp sein und hoffentlich einen Haufen nette Leute treffen, etwas Spaß haben und vielleicht sogar gewinnen. Die Chancen stehen bei drei Nominierten ja nicht SO schlecht.

Die anderen beiden sind übrigens Barbara Bierach und die Kaltmamsell mit ihrer Vorspeisenplatte, die wie sicher auch alle anderen Nominierten einen Blick wert sind.

Aber da kommen wir zum Punkt: Es könnte sein, dass in dieser Kategorie ab 19 Uhr online abgestimmt werden kann und ich denke, ich muss nicht explizit erklären, was ich damit sagen will … 😉

Und auch falls Ihr persönlich dort sein solltet, könnt Ihr mich gerne anquatschen. Vermutlich reicht es, wenn ihr nach dem höchsten Bart Ausschau haltet. Ich freue mich sehr auf den Abend und am lustigsten isses bekanntlich mit Menschen. Alle die nicht da sein können, können ja den Livestream verfolgen. Ich bin auch nach den jüngsten 10kg weniger auf der Waage immer noch halbwegs formatfüllend in 16:9. Und wenn das auch nix wird, dann drückt mir einfach die Daumen. 🙂

Begegnungen …

Ich stand am Bahnhof, obwohl die letzte Bahn raus war. Ich wollte nur kurz gucken, ob noch jemand übrig geblieben ist oder verspätet mit der Tram ankommt. Aber nix. Der einzige Typ im ganzen Umkreis war ein Flaschensammler, der die Mülleimer durchsah. Ich erinnerte mich darauf hin daran, dass ich noch eine kleine, aber immerhin 25 Cent bringende Eistee-Flasche im Handschuhfach hatte. Ich wollte sie ihm gleich in die Hand drücken, aber seine Runde führte ihn erst einmal weiter um den Bahnhof. Als er am Ende am Mülleimer vor dem Taxistand ankam, hab ich sie ihm angeboten und er fragte verwundert, ob ich die wirklich nicht haben wolle.

„Nee, hab genug Pfand zuhause …“

Was inzwischen sogar fast übertrieben ist. Aber ja, man bringt ja ständig was weg. Gerade, wenn man renoviert und in Erwartung des ersten Kindes die Wohnung ausmistet.

Während ich erst dachte, dass es das jetzt gewesen sei, drehte er sich um und sagte mir, dass die letzte Bahn raus sei und hier wohl kaum was zu holen sei. Er hätte schon bemerkt, dass trotz der ungleichen Berufe ein Zusammenhang bestehe zwischen guten Umsätzen im Taxigewerbe und bei ihm.

„Wissense, Sie bloggen ja nicht – aber ich lese viel, auch Taxiblogs.“

„Was lesen Sie denn da genau?“

„Also hier aus Berlin zwei. Einmal ‚Gestern Nacht im Taxi‘, Sascha Bors, der …“

„Und da haben Sie nicht bemerkt, dass ich das bin, ja?“

Kurzum: Wir haben uns noch fast eine halbe Stunde über alles mögliche unterhalten. Und neben vielem wesentlich wichtigerem hab ich mitgenommen, dass ich – inzwischen mit Vollbart und Brille – vielleicht mal das Profilfoto ändern sollte. 😉

PS: Lieber Aro, bei Dir, bei berlinstreet.de liest der nette Mensch auch mit!

Kauft das Buch!

Wie kam Sash eigentlich zum Taxifahren? Das beschreibt er in seinem ersten eBook "Papa, ich geh zum Zirkus!".

Immer dranbleiben!

Abonniert doch den RSS-Feed von GNIT. Mehr von Sash gibt es außerdem bei Facebook und bei Twitter.

Noch ein Blog?

Kleiner Tipp: Sash hat noch einen zweiten Blog, auf dem es auch gelegentlich was zu lesen gibt.

In eigener Sache: Patreon! \o/

Nach über sieben Jahren GNIT mit über 3.300 Artikeln (insgesamt blogge ich ja schon gigantomanische 12 Jahre) hab ich immer noch keinen Bock aufzuhören! \o/
Im Gegenteil, ich will eigentlich sogar mal wieder ein bisschen mehr schreiben und hab zumindest mal schon eine Idee für ein neues Projekt hier in diesem Internet. Allerdings ist das mit der Finanzierung nach wie vor so eine Sache von unbeständiger Kleingärtnerei. Das ist kein Weltuntergang, aber ich setze jetzt mal drauf, dass Ihr als mindestens beste Leser der Welt verstehen könnt, dass ich mir da mittelfristig eine Verbesserung wünsche. 😉

Nun passen zwei Dinge bisher hier recht gut zusammen und das seid zum einen Ihr als beste Leser und zum anderen mein Interesse daran, dass meine Blogs nicht hinter einer Paywall oder – noch schlimmer – einer zentimeterdicken Werbebannerschicht verschwinden. Deswegen habe ich mich (nachdem Flattr über die Jahre eher versandet ist) bei Patreon angemeldet und würde all die, die sonst eher Geburtstagsgeschenke schicken oder Trinkgelder spenden, mal bitten, dort vorbeizuschauen und sich zu überlegen, ob sie vielleicht einen Euro/Dollar im Monat für meine Blogs und vielleicht sogar auch für andere springen lassen würden.

Unter deutschen Bloggern ist Patreon noch nicht arg weit verbreitet, aber das kann man ja ändern … also meldet Euch mal, falls ihr schon ein Projekt dort habt!

SASHS PATREON-SEITE

PS: Wer selber Blogger/Podcaster oder sonstwie auch als „Creator“ an Patreon interessiert ist: Lasst Euch von mir einladen, das bringt mir dann noch mehr als einen Euro. 😉