Taxi-Talk im Radio

So, nun ist es offiziell: Für den meiner Stimme wegen ausgefallenen Online-Talk bei DRadio Wissen gibt es Ersatz. Und zwar diesen Samstag:

9.6.2012, 11 – 12 Uhr
DRadio Wissen

Der Termin ist zwar schwierig – ich müsste da eigentlich schon, ihr noch im Bett sein – aber vielleicht findet sich ja doch jemand, der mir gerne beim Reden übers Taxifahren und Bloggen zuhört. Und Konstantin Zurawski, mein Gesprächspartner in der Sendung, schrieb weiter:

Achso, wenn du Lust hast, kannst du die Sendung ja bei dir im Blog oder wo auch immer ankündigen und deine Follower ermuntern Fragen zu stellen, die wir am Samstag besprechen sollen…

Insofern: Ermunter! 🙂

Wochenendlich

Ich hab dieses Wochenende bisher nichts von mir hören lassen. Das hat seine Gründe. Ich hatte nicht wirklich etwas zu erzählen und am Wochenende wie immer wenig Zeit. Endlich lief es mal wieder so richtig, selbst bei Twitter (was gerade noch am ehesten das Social Network ist, in dem ich mich blicken lasse) bin ich nur selten mal aufgekreuzt, seit die meisten von euch am Freitag Abend den Stress der Woche von sich geschüttelt haben.

Nicht, dass ich gar keine Zeit hatte. Aber Lust muss dann ja auch mal sein, nicht wahr? 😉

Ich hab auf jeden Fall genügend Geschichtchen gesammelt in den letzten Tagen. Neben einigen, die ich etwas breiter treten werde, will ich vor allem erwähnen, dass mir dieses Wochenende besonders die Ärzte (aus Berlin) eine Menge Freude gemacht haben, haben sie doch für einige Fahrten gesorgt – unter anderem auch die mit Philipp, der hoffentlich sein kinderfreies Wochenende noch weiter genießen konnte. Nicht kinderfrei, dafür umso entspannter war K.T., der mit seinem Taxi bisher die finnische Stadt Tampere unsicher gemacht hat und sich hier in Berlin mit meiner guten alten 1925 in die Umweltzone bringen ließ. Ihm verdanke ich auch die beste Meldung am Telefon:

„Hier ist die Stimme aus dem hohen Norden …“

Das schickt einen nachts um 2 Uhr schon mal kurz 😀

Ich freue mich schon auf die ganzen (jetzt in den nächsten 48 Stunden) zu schreibenden Geschichten und hoffe, ihr habt die freien Tage auch ohne GNIT mal gut rumgebracht.

So, und jetzt denke ich ernsthaft drüber nach, heute vielleicht doch noch für zwei oder drei Stündchen loszufahren …

Die Taxifahrerin

Nachdem ich selbst ja nun seit Jahren übers Taxifahren schreibe, bin ich auch dazu übergegangen, nicht nur die inzwischen zahlreichen Blogs, sondern insbesondere auch die Bücher von Kollegen und Ex-Kollegen zu lesen. Meine bisherige Sammlung ist zwar im Grunde noch unbedeutend, aber natürlich habe ich inzwischen einige „Standard-Werke“ zum Thema gelesen.

Karen Duves „Taxi“ ist mir dabei ähnlich schwer rezensierbar erschienen wie Sabine Fabers „Ach, ’ne Dame„. Bei Frank Fischers „Der Japaner im Kofferraum“ habe ich mich indes dazu hinreissen lassen, meine Meinung zu sagen, ebenso bei Wilhelm Schusters „Ich bin Taxifahrer„.

Ich möchte es auf ein neues versuchen, so schwer es mir auch dieses Mal fällt. Der unter den Blogkommentatoren inzwischen wohlbekannte „elder taxidriver“ hat mir inzwischen eine Menge Bücher geschenkt, darunter unter anderem

„Die Taxifahrerin“ von Victoria Thérame

Im Wesentlichen trifft auf ihr Buch das zu, was ich über Wilhelm Schusters Werk geschrieben habe: Es ist ein interessanter Blick ins Gewerbe, wie es vor etlichen Jahren war. Noch dazu beschreibt Thérame ihr Leben als Taxifahrerin nicht als Deutsche, sondern als Französin in Paris der 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts.

Und diese Tatsache ist wichtiger als ihr Beruf an sich.

Natürlich liefert Thérame wie jeder Fahrer und jede Fahrerin, wie jeder Blogger und jede Bloggerin einen Einblick ins Gewerbe, mehr noch ist ihr Buch aber eine Kampfschrift für sozialistische Politik und Feminismus. Ich möchte keineswegs leugnen, dass die Autorin damit in vielerlei Hinsicht auch meinen politischen Nerv trifft, aber selbst mein Lesevergnügen hat beträchtlich darunter gelitten.

Das Buch ist nahezu komplett unsortiert gehalten, manchmal fällt es sogar schwer, die Gedanken der Autorin von den Aussagen ihrer Fahrgäste zu trennen. Die Sprache, für damalige Verhältnisse wahrscheinlich geradezu revolutionär, wirkt zwar auch heute noch nicht altbacken, als Leser mit anderen Hintergründen erwischt man sich dennoch oftmals dabei, ein geistiges „WTF?“ einzufügen.

Das Buch ist zweifelsohne verdammt interessant. Es gibt einen mehr als intimen Einblick in ins Frankreich der 70er, in die damaligen Arbeitsverhältnisse und in den Kampf und zwischen Mann und Frau und die Zwischentöne desselben zu jener Zeit. Ich habe es sicher nicht bereut, das Buch gelesen zu haben und ich hab durchaus auch ein paar nette Kundengeschichten mitgenommen. Alles in allem ist es aber ein Buch, das sich wesentlich mehr für Historiker und Politikwissenschaftler eignet, die den Geist jener Epoche zu ergründen versuchen, als für Leser, die nach ein paar unterhaltsamen Geschichten gieren.

Die Taxifahrerin
von Victoria Thérame
ISBN-10: 349914235X
ISBN-13: 978-39914142352

Mehr Trinkgeld in NYC

Andreas hat mir heute Mittag noch folgenden Link geschickt:

Warum die Kreditkarte bei New Yorker Taxifahrern inzwischen sehr beliebt ist (Spiegel online)

Klingt alles in allem nach einer tollen Sache. Hier in Deutschland gibt es meines Wissens nach die extrem verlockenden Bonus-Knöpfchen nicht, was sicher zur Skepsis, die der Kartenzahlung auch hier entgegenschlägt, beiträgt. Nichtsdestotrotz sollen die Trinkgelder hierzulande immerhin gleich sein und in Berlin kriegt man seit der letzten Tarifänderung auch die Kosten für die Gebühren erstattet. Langfristig wird sich die Karte aber sicher durchsetzen, das ist klar.

Kurz ist was anderes

Nachmittags schreibe ich ja nur kurze Artikel. Manche Touren dauern allerdings etwas länger. Insbesondere, wenn man die verschiedenen Formen von Vorspielen betrachtet, die hier und da zwischen Kundschaft und Fahrer anfallen. Würde ich in sich schlüssig die Geschichte der einen Tour von heute Nacht erzählen, müsste ich zumindest bis eine Stunde davor ausholen. Zu diesem Zeitpunkt war ich nur so mittel begeistert vom Umsatz der letzten zwei Stunden und habe beschlossen, meiner besseren Hälfte einen Herzenswunsch zu erfüllen und ihr Zigaretten zu holen.

Nach einer kurzen Lektion in Berliner Schnauze gelang mir das auch. Ich stand also kurz danach vor der Haustüre, woraufhin plötzlich mein Handy plärrte. Es war Jo. In letzter Zeit war er ein ziemlicher Pechvogel im Versuch, mich als Fahrer zu kriegen. Mal war ich – wie jetzt – auf Tour in Marzahn, mal gleich ganz zu Hause und unmotorisiert. Also hab ich abermals meine nur bedingt wehleidig klingende wehleidige Stimme aufgesetzt und gefragt, „was geht“.

Sehr zu meinem Entzücken konnten wir uns allerdings darauf einigen, ihn mit Begleitung erst in einer halben Stunde in Friedrichshain aufzusammeln. Jo versprach auch gleich eine lohnende Tour – was aber nicht den Ausschlag für meine Zustimmung gab. Kurz eine Kippe mit Ozie, danach schnell die fünfeinhalb Pferde gesattelt, die unter der Haube des Opels meist schlafen und los ging es. 13 Minuten später war ich am Ziel und das beinhaltet eine Menge Glück und schon rein rechnerisch die ein oder andere Geschwindigkeitsübertretung.

Nein, im Ernst: Es war schon ok so 🙂

Mit Jo in Friedrichshain aufgegabelt habe ich Jörn von meine-url-ist-laenger-als-deine.de, es war also letztlich eine Tour von, für und mit Bloggern. Bei Jörn wird man derzeit aber wohl eher weniger übers Taxifahren, als mehr über die aktuell hier in Berlin stattfindende re:publica 12 lesen können. Die unterhaltsame Fahrt endete natürlich nicht mit Jörns Ausstieg in Kreuzberg, sondern führte mich anschließend noch zu Jo, dessen Adresse ich inzwischen auswendig kenne – was er damit torpediert, sich immer aus anderen Richtungen hinbringen zu lassen, so dass ich immer noch das Navi anschalte 😉

In Übereinstimmung mit der Prophezeihung dem Taxitarif haben wir bezüglich Raucherpausen und Fahrtunterbrechungen eine halbwegs faire Lösung gefunden, die durch das gegebene Trinkgeld zwar ad absurdum geführt wurde, mich als Nutznießer aber erfreut. Mal abgesehen davon war das Trinkgeld jenseits dieser Tour eher mau.

Zum Abschied sag ich mal: EYYY!!!

Kurzes Fazit zu den BOBs

So, der lange ersehnte Mai ist da und der zweite ist sogar schon vorbei. Das heißt, die Sieger bei den BOBs sind gekürt und GNIT hat einen respektablen zweiten Platz erreicht!

Ich wollte mich bedanken fürs viele Voten und natürlich Jule als Gewinnerin unserer Kategorie meinen Glückwunsch aussprechen. Wenn man bedenkt, dass Jule im Laufe des Aprils fast genau viermal so viele Besucher auf ihrer Seite hatte, sind die 30%, die ihr für GNIT rausgeholt habt, wohl so ziemlich das maximal machbare!

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, mitzufiebern. Nun hab ich nicht gewonnen, vielleicht gewinne ich ja mal irgendwo anders. 🙂