Mehr Trinkgeld in NYC

Andreas hat mir heute Mittag noch folgenden Link geschickt:

Warum die Kreditkarte bei New Yorker Taxifahrern inzwischen sehr beliebt ist (Spiegel online)

Klingt alles in allem nach einer tollen Sache. Hier in Deutschland gibt es meines Wissens nach die extrem verlockenden Bonus-Knöpfchen nicht, was sicher zur Skepsis, die der Kartenzahlung auch hier entgegenschlägt, beiträgt. Nichtsdestotrotz sollen die Trinkgelder hierzulande immerhin gleich sein und in Berlin kriegt man seit der letzten Tarifänderung auch die Kosten für die Gebühren erstattet. Langfristig wird sich die Karte aber sicher durchsetzen, das ist klar.

9 Kommentare bis “Mehr Trinkgeld in NYC”

  1. Andre W. sagt:

    Deutschland ist eine Servicewüste was Zahlungen mit Kreditkarten angeht. Zum Artikel selbst würde ich sagen Typisch USA. Ein Land das auf Pump lebt und das auf Geltungssucht aus ist. Ich würde es mir wünschen das ich im Taxi mit Kreditkarte zahlen könnte. Die Knöpfe wären aber hier in Deutschland wohl nicht durch setzbar. Sash musst du eigentlich dein Trinkgeld steuerlich geltend machen? Wenn nicht wäre dieses System doch kein Mehrgewinn für dich (der Betrag wäre ja auf dem Beleg ausgewiesen)? Gut finde ich das man Kartenzahlungsbeträge heute schon selbst aufrunden kann. Bis wir aber so weit sind wie in Skandinavien das du überall und alles mit Kreditkarte bezahlen kannst sind wir noch weit entfernt …

  2. Trinkgelder sind seit ein paar Jahren steuerfrei (Danke, Rot-Grün! Wenn es auch einer der sehr wenigen Punkte aus dieser Zeit sind…) für Angestellte. Vorher lag die Steuerehrlichkeit bei Trinkgeldern geschätzt bei Werten, die unsere Fahrgäste gelegentlich als Alkohol im Blut haben… 😀

  3. Matthias sagt:

    So lange man mit Kreditkarte zahlen KANN – schön, was ist aber, wenn man mit Kreditkarte zahlen MUSS?

    In Skandinavien, speziell in Schweden, gab und gibt es Pläne, Bargeld abzuschaffen und ausschließliche Kartenzahlung einzuführen. Nicht nur bei Taxis sondern komplett, überall.

    Das dürfte auch der Hauptgrund für die Einführung der Kartenzahlung in den NYC-Cabs gewesen sein – endlich Kontrollmöglichkeiten für die Steuerbehörde (und ein diskretes Dankeschön der Kreditkartenfirmen an Michael Bloomberg für die Extraumsätze und damit Zusatzgewinne).

    Die Finanzämter würden jubeln, könnten sie dem Pöbel das Bargeld verbieten. Schwarzarbeit würde enorm erschwert bzw. fast unmöglich gemacht, Dealer müssten ein eigenes Zahlungssystem installieren (vielleicht Goldnuggets) und Sash könnte wieder an seiner Lieblingstanke Auto waschen und bliebe von den Festpreisfragen verschont.

  4. Patrick sagt:

    Das liegt aber auch daran, das Taxifahrer bis jetzt immer Sau schlecht vorbereitet warten, wenn ich mit Karte zahlen will. In Dänemark dauert der Vorgang exakt dass ausdrücken der Quittung, da die Karte beim einstieg bereits gelesen wird. In Düsseldorf und Berlin hat es immer ewig gedauert, bis der Fahrer das gerät klar hatte. Das mag aber auch dann liegen dass man in Dänemark und den USA alles mit Kreditkarte zahlt, selbst die 20 dkk Cola Flasche.

  5. Sash sagt:

    @all:
    Ist ja immer wieder ein strittiges Thema. Ich ärger mich ja auch oft darüber, keinen Terminal an Bord zu haben, weil ich die Kunden natürlich gerne mitnehmen würde. Andererseits graut es mir vor all dem zusätzlichen Stress. Noch ein Gerät, das kaputt gehen könnte, noch was, worauf man achten muss.
    Außerdem finde ich den Einwand von Matthias nicht unberechtigt. Und auch jenseits von Schwarzarbeit und Drogen finde ich es ganz gut, dass nicht alle meine Einkäufe oder Fahrten überwachbar sind. Dass die Ausstattung hierzulande noch mangelhaft ist, liegt sicher an der Verbreitung und umgekehrt. Aber vor einer Regelung wie in Dänemark, wie Patrick erzählt, erschaudere ich wirklich ein wenig. Das gibt vielleicht auf der einen Seite ein bisschen das Gefühl von Sicherheit, aber ich glaube, ich wäre nicht mehr ganz so sehr in Plauderlust, wenn ich dem Fahrer gerade meine persönlichen Daten ausgehändigt hätte …

  6. Ich sagt:

    also ich finds toll, dass man mittlerweile sogar beim pizza dienst mit karte zahlen kann. zur bank zu gehen ist fuer mich immer ein umweg und ich fuehre nicht gerne viel geld mit mir (was ich ja muesste, wenn ich nicht jeden tag zur bank will). und wenn mit der karte was passiert (wie diebstahl etc.) merk ich das schnell und kann sie sperren lassen. gestohlenes bargeld muss ich erstmal nachweisen und haette damit garantiert mehr stress.
    und zum thema schwarzarbeit und drogenhandel: das sind straftaten. wen interessierts, wenn sich der dealer neue wege suchen muss?

  7. Tobsen sagt:

    Ok, ich mache mir den Spaß zu antworten, liebe Kollegen, die wissen wer ich bin, überlesen kurz mal , bitte…
    Ich lebe in eine Kleinstadt, ohne Taxizentrale-zentrale… meines Wissens gibt es bei uns nicht ein Taxi in dem man mit Kreditkarde oder einer andewren Karde bezahlen kann, und oh Wunder auch das Funktioniert….
    OK ich schimpfe wieder auf moderne Methoden, aber gerade Kreditkarden sind mein pers. Feindbild….

  8. Matthias sagt:

    @ Ich
    Es sind zwar auch und vor allem Drogenhandel und Schwarzarbeit die mit einem Bargeldverbot eingedämmt oder verschoben (z.B. zur Prostitution) werden.

    Aber man kann eben auch seinen Kumpels nach der Hilfe beim Umzug keinen Zwanni oder Fuffi mehr als Dankeschön geben, man müsste seinen Kindern bereits für’s Taschengeld ein Konto einrichten, die Sammlung für das Geburtstagsgeschenk der Kollegen müsste über ein Konto abgewickelt werden…

    Wollen wir das wirklich, die komplette Verfolgbarkeit unseres Tun mit Hilfe von Plastikkarten.

    Ich bin nicht komplett gegen CC eingestellt, es ist sicherer keine großen Bargeldmengen herumtragen zu müssen und es ist angenehm das Taxi in einem fremden Land mit Karte bezahlen zu können bevor man sich Bargeld eben mit Karte besorgt, aber alles und jeden Fitzel mit Chip oder Magnetstreifen bezahlen – Nein Danke.

  9. mensaessen3 sagt:

    Die Trinkgeldknöpfchen sind ganz praktisch – aber auch, weil die Fahrer in den USA (wie Kellner etc.) zu einem ziemlickh großen Teil von den Trinkgeldern leben, weil die Stundenlöhne niedrig sind. Üblich sind ohnehin so zwischen 15% und 20%. Man bekommt übrigens in den neuen NYC-Taxis auch gleich den Rechnungsbetrag inklusive Steuer etc. auf einem Display auf der Rückbanl angezeigt: sehr hilfreich!

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