Kurz ist was anderes

Nachmittags schreibe ich ja nur kurze Artikel. Manche Touren dauern allerdings etwas länger. Insbesondere, wenn man die verschiedenen Formen von Vorspielen betrachtet, die hier und da zwischen Kundschaft und Fahrer anfallen. Würde ich in sich schlüssig die Geschichte der einen Tour von heute Nacht erzählen, müsste ich zumindest bis eine Stunde davor ausholen. Zu diesem Zeitpunkt war ich nur so mittel begeistert vom Umsatz der letzten zwei Stunden und habe beschlossen, meiner besseren Hälfte einen Herzenswunsch zu erfüllen und ihr Zigaretten zu holen.

Nach einer kurzen Lektion in Berliner Schnauze gelang mir das auch. Ich stand also kurz danach vor der Haustüre, woraufhin plötzlich mein Handy plärrte. Es war Jo. In letzter Zeit war er ein ziemlicher Pechvogel im Versuch, mich als Fahrer zu kriegen. Mal war ich – wie jetzt – auf Tour in Marzahn, mal gleich ganz zu Hause und unmotorisiert. Also hab ich abermals meine nur bedingt wehleidig klingende wehleidige Stimme aufgesetzt und gefragt, „was geht“.

Sehr zu meinem Entzücken konnten wir uns allerdings darauf einigen, ihn mit Begleitung erst in einer halben Stunde in Friedrichshain aufzusammeln. Jo versprach auch gleich eine lohnende Tour – was aber nicht den Ausschlag für meine Zustimmung gab. Kurz eine Kippe mit Ozie, danach schnell die fünfeinhalb Pferde gesattelt, die unter der Haube des Opels meist schlafen und los ging es. 13 Minuten später war ich am Ziel und das beinhaltet eine Menge Glück und schon rein rechnerisch die ein oder andere Geschwindigkeitsübertretung.

Nein, im Ernst: Es war schon ok so 🙂

Mit Jo in Friedrichshain aufgegabelt habe ich Jörn von meine-url-ist-laenger-als-deine.de, es war also letztlich eine Tour von, für und mit Bloggern. Bei Jörn wird man derzeit aber wohl eher weniger übers Taxifahren, als mehr über die aktuell hier in Berlin stattfindende re:publica 12 lesen können. Die unterhaltsame Fahrt endete natürlich nicht mit Jörns Ausstieg in Kreuzberg, sondern führte mich anschließend noch zu Jo, dessen Adresse ich inzwischen auswendig kenne – was er damit torpediert, sich immer aus anderen Richtungen hinbringen zu lassen, so dass ich immer noch das Navi anschalte 😉

In Übereinstimmung mit der Prophezeihung dem Taxitarif haben wir bezüglich Raucherpausen und Fahrtunterbrechungen eine halbwegs faire Lösung gefunden, die durch das gegebene Trinkgeld zwar ad absurdum geführt wurde, mich als Nutznießer aber erfreut. Mal abgesehen davon war das Trinkgeld jenseits dieser Tour eher mau.

Zum Abschied sag ich mal: EYYY!!!

2 Kommentare bis “Kurz ist was anderes”

  1. Bernd K. sagt:

    …schnell die fünfeinhalb Pferde gesattelt…
    Bist du mit dem Anlasser gefahren? 😉

  2. Sash sagt:

    @Bernd K.:
    Immer! Spart Sprit. 😉

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