Besser als unser Ruf (mal wieder …)

Falls es noch nicht zu allen durchgedrungen ist: Wir Taxifahrer sind mal wieder besser als unser Ruf. Dieses Mal allerdings mit etwas Hintergrund. Wer mehr wissen will, darf mir auf die Seite meiner Chefs folgen

11 Kommentare bis “Besser als unser Ruf (mal wieder …)”

  1. elder taxidriver sagt:

    Habe alles brav geklickt und gelesen. Endlich mal etwas Substantielles zum Thema.
    Und sonst gilt natürlich nach wie vor:
    Good news is no news. Only bad news is good news.
    Oder wie Good-Old-Nietzsche immer sagte: ‚Die Regel hat einen schweigsamen Mund‘.

  2. Zero the Hero sagt:

    [irrekichernd]
    Tja, meine Erfahrungen alleine vom letzten Wochenende, wo wir zu zweit jeweils locker 120 Taler ins Taxi investiert haben fallen leicht anders aus;)
    Nur für mich:
    2x prima (davon einmal mit Benz-Stretchlimo)
    1x (ausländischer) Fahrer „und wo gehts da lang?“ WOHER SOLL ICH DAS WISSEN, ICH BIN HIER FREMD! Und die Straße gabs nur einmal. 3 markante Punkte wurden angesagt und trotzdem „übersehen“.
    1x nörgelnder Fahrer (wie schlecht doch die Welt und das Geschäft ist…)
    1x just 4fun die Rennleitung gerufen als der Fahrer kassieren wollte.
    Paar kleine Fahrten ohne weitere Vorkommnisse.
    Und das war an einem Wochenende, wo laut Aussage eines der vernünftigen Taxidriver 500 Taler rumkommen, wenn man den Finger aus dem Hintern zieht.

    btw: es scheint Wirtschaftskrise zu sein, selbst bei den Ausländern saß das Trinkgeld nicht ganz so locker?

  3. elder taxidriver sagt:

    @zero the hero, und wen es noch interessiert:

    Man liest das ja mit Interesse und Anteilnahme, vielleicht auch Entrüstung: Aber wer so oft Taxe fährt wie Sie
    kann ja wohl auch entsprechend mit den Fahrern umgehen, hoffe ich, für Sie, jedenfalls..
    Und noch spannender wäre es im Sinne der Story die Sie hier erzählen möchten, wenn man genau wüsste:
    Welche drei markanten Punkte ‚übersehen‘ wurden, und wo Sie fremd waren..
    Und der nörgelnde Fahrer: Hat noch nicht mitgekriegt, leider leider, dass das Nörgeln nichts bringt, trauriger Fall, das.
    Also : Möglichst konkret, weil’s anschaulicher ist..
    Und der ‚ausländische Fahrer‘ vielleicht in Berlin geboren ? (Großstädte leben von den Zuzüglern)

    Man braucht auch Phantasie um nicht von Intelligenz zu reden, um zu erkennen was die Fahrer so wissen könnten,
    müssten, sollten. Das kommt nämlich darauf an, wie die Juristen immer sagen.

    Vor dem Krieg, um mal ein krasses aber typisches Beispiel zu setzen, sind die alten Berliner Ehepaare eingestiegen,
    ins Taxi, in Wilmersdorf, haben gesagt: ‚Nach Weissensee‘. Dann ist der Fahrer dahin gefahren. Und dann haben sie
    gesagt : ‚Da vorne rechts rum, dann noch mal links und an der Laterne halten‘. Die haben, sprachökonomisch, die
    Straße gar nicht genannt. Diese ganze Fragerei: Wie soll ich, wo muss ich..und und und.
    Haben höchstens den Fahrer gefragt: Wo kommen Sie denn her? Hat er gesagt: Aus Rudow. Und die: Na, dann können Sie unsre Straße ja nicht kennen.

    PS: Eigentlich ist mein Pseudonym falsch, besser wäre: ‚Der Bus fährt immer ganz anders‘.

    Und dann fiel mir auf, dass die Berliner großzügiger mit den Anforderungen an Taxifahrer sind, weil sie eben
    eine Ahnung davon haben wie groß die Stadt ist

    Dass jetzt ganze Familien auf einem ‚P-Schein-Ticket ‚ fahren , wie man hört , also da verschlägt’s mir die Sprache..

  4. Christian sagt:

    Meine Antworten wären ähnlich. Meine letzte Taxifahrt war bei mir im Ort. Glatte 1.0. Da gibt es mein Stammtaxiunternehmen, die haben vernünftige Fahrer, kennen sich aus, sind pünktlich und nehmen die kürzeste Strecke. Da rufe ich gar nicht mehr bei der Taxizentrale an sondern direkt beim Unternehmen. In Hamburg oder Berlin weiß ich aber nicht welche Taxiunternehmen seriös sind oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit an einen Halunken zu geraten scheint jedenfalls nicht allzu gering zu sein. Wenn ich mit meinem leicht bayrischen Dialekt in Hamburg ein Taxi nehme, habe ich gefühlt eine mindestens 30% Chance, dass der Taxifahrer eine längere Strecke fährt als nötig weil der Auswärtige das eh nicht merkt. Konsequenterweise vermeide ich deshalb Taxifahren und wenn doch prüfe ich lieber vorher die Fahrstrecke (Google Maps auf dem Handy sei dank) um nicht jedesmal beschissen zu werden. Vertraue ich persönlich den Taxifahrern? Bestenfalls 4.0.

  5. elder taxidriver sagt:

    Und das wäre ein Thema für demnächst: Was die Gefühle so mit einem machen: Schütteln einen hin und her..
    Wachsen ins Unermessliche.. Und besonders die Projektionen..

    Ich bin immer schon, wenn nicht aus Moral, sondern aus Angst vor der Debatte den kürzesten Weg gefahren..
    Und auch aus einer gewissen Intelligenz, falls ich das mal bescheiden anfügen darf: Es gibt Fahrgäste, die sind einmal im Jahr zu Besuch in Berlin. Wohnen im Hotel. Fahren per Taxi zu ihren Bekannten hin. Dann fahren sie per Taxi zurück.
    Den Preis von der Hinfahrt wissen sie noch . Tja, wenn dann grobe Unterschiede sind: Wäre peinlich, mir jedenfalls.

  6. Zero the Hero sagt:

    @ elder taxidriver
    Mit dem Fahrer umgehen:
    Man greift sich das Taxi, steigt hinten rechts ein und nennt das Fahrtziel inklusive einem Hinweis, weil die Hausnummer schwer zu sehen ist. Dann lehnt man sich entspannt zurück und läßt sich chauffieren. Dazu noch das übliche Blabla (Guten Abend, würden Sie bitte…die übliche Höflichkeit eben).
    Wo das war?
    Nicht in Berlin, sondern in einer Stadt mit rund einer halben Million Einwohner. Ich kenne diese Stadt zwar, aber eben auch nicht jede Straße in jedem Stadtteil. Ziel war regelmäßig eine lange Straße mit Hausnummern bis über 400. Daß der Fahrer eventuell nicht weiß, ob die gewünschte Nummer „oben“ oder „unten“ ist, kann passieren. Daß er aber nicht weiß, *wo* (Stadtteil wurde auch angesagt) die Straße ist…glatter fail. Als Hinweispunkt wurde zB ein Autohaus (nachts nicht zu übersehen) und eine Kirche genannt. Ich glaube, auch Du würdest es als Totalausfall bezeichnen, wenn (mal als Vergleich) in Berlin ein Taxifahrer keine Ahnung hat, wo sich in Steglitz die Potsdamer Chaussee befindet. Oder?
    Der Fahrer war der übliche Fall von „als Flüchtling o.ä. nach D gekommen, hier irgendwas studiert und dann als Taxifahrer hängengeblieben“. btw: das „Woher soll ich das wissen“ hab ich nicht gesagt, sondern nur gedacht 😉

    Nörgelnde Taxifahrer: naja, manche stammen halt von den Bauern ab, da ist das Jammern ja eine Kunstform.
    An diesen Tagen hat ein guter Fahrer rund 500 pro Schicht gemacht (und das mehrere Tage hintereinander – kriegt Ihr grade eine ejaculatio praecox?), ein nicht ganz so guter wird da wohl auch mit locker 250 pro Schicht dabeigewesen sein, was immernoch das Doppelte des Normalumsatzes ist. Und dann noch jammern: DAS nenne ich Kunst 😉

    Die beste Fahrt war in der Stretchlimo (die haben da alles rangeholt, was irgendwie rollte).
    Der Chauffeur hat uns (einem verdammt gutaussehenden Pärchen) die Tür zum Einsteigen aufgehalten, nach Nennung des Fahrtzieles 2 Gläser Sekt nach hinten gereicht und ist entspannt losgerollt. Alles sehr kultiviert und gepflegt. Dafür hab ich dann auch von 18 auf die übernächste Null aufgerundet.

    Und die Aktion mit der Rennleitung:
    Da hab ich einen Fahrer erwischt, der die Uhr nicht angemacht hat (ich weiß ungefähr, was die Strecke kostet, ich achte da nicht drauf) und dann das Dreifache des üblichen Fahrpreises haben wollte. Ich habe da nicht diskutiert, sondern gleich den Sportverein Grün/Weiß angerufen. Und selbst vor der bestand er auf seiner Forderung. Schön doof, so hat er überhaupt nichts bekommen (Polizist: oh, das Taxameter steht ja auf 0, da braucht er auch nix zu zahlen – ich hatte den üblichen Preis angeboten). Die Firma hat mich dann Mitte der Woche angerufen und sich für das Verhalten des Fahrers entschuldigt.

  7. elder taxidriver sagt:

    @Zero the Hero, vielen Dank , bin ich froh , dass das nicht in Berlin war. Hier 1 symbolisches Glas Sekt Deiner Wahl.
    Ich mach es mal als Kurzlesestrecke, damit Sash nicht soviel aufholen muss..

  8. Sash sagt:

    @all: tl;dr

    😀

    OK, Späßle g’macht! Hab alles gelesen, weiß aber gerade nicht, wo und auf was ich noch was erwidern könnte gerade …

  9. Bernd K. sagt:

    Ein Zitat zum Thema:
    „Aber gut, dass es so aufmerksame Menschen wie diesen Taxifahrer gibt, so die Polizei. “
    Die ganze Gechichte unter: http://www.nordbayern.de/region/pegnitz/kleines-kind-suchte-nachtleben-1.2118290

    Edel sei der Taxifahrer, hilfreich und gut 😉

  10. Sash sagt:

    @Bernd K.:
    Nette Story 🙂

  11. Kieler Taxe 107 sagt:

    @ Bernd K.:
    ist ja witzig, etwas ähnliches hab ich auch schon mal erlebt. mitten in der nacht so ca zwei uhr hab ich an einem abgelegenen stand eine fünfjährige aufgesammelt, die ihre mama auf der arbeit besuchen wollte. die dazugeholte streife war schnell da, die beamtin total klasse, und wir haben die kleine dann bei ihrer mama abgesetzt 🙂

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