Sie haben es gesagt!

Wirklich! Als sie eingestiegen sind, haben sie so genuschelt, dass dabei eindeutig rauskam:

„We’re terrorists.“

Da das – auch wenn es Berlin ist – eher ungewöhnlich gewesen wäre, hab ich die beiden Mädels einfach wie normale Touristinnen behandelt. 🙂

Knast

Ich rede während der Arbeit viel mit Menschen. Bei meiner Zweitbeschäftigung schreibe ich. In meiner Freizeit lese ich nahezu ununterbrochen in allen nur erdenklichen Quellen. Ich denke, ich kann behaupten, dass ich die deutsche Sprache recht gut kenne. Nicht von der Struktur – da bin ich sogar eine ausgesprochene Null – aber vom Alltagsgebrauch her. Und man kriegt ja viel lustiges mit. Gerade, wenn man es viel mit Touristen zu tun hat, die die Sprache nicht so gut kennen. Oder gar mit Dialektsprechern. Das ist ein unfassbarer Quell der Freude und ich vergreife mich auch gerne mal an Formulierungen, die ich aufschnappe.

Manchmal aber weiß man wirklich nicht, was man davon halten soll. Mein erster Winker heute Nacht beispielsweise sagte immer wieder folgendes:

„Ich hab so Knast.“

Wirklich, ohne jeden Zweifel, er hat das auch ungefähr drölfzig mal in klarer Aussprache wiederholt. Dementsprechend war es auch nicht schwer, herauszufinden, was er genau meinte. Nämlich Hunger. Einen besonders schlimmen Hunger offenbar. Kennt jemand von Euch die Formulierung oder weiß, woher sie kommt? Wollte ich mal interessehalber fragen.

Also ich kenne „Knast“ nur als Begriff für Gefängnis. Dass man da irgendwelche Herleitungen für Hunger hinkriegen kann, ist mir klar. Aber ich hab’s wirklich noch nie in meinem Leben gehört. Nicht unter österreichischen Möchtegern-Gangstern und auch nicht unter Hamburger Polizeischulabsolventen. Eine der wichtigsten Quellen allerdings fehlt mir auch: Ich sehe nicht fern. Also: Hat jemand eine Ahnung?

Vorurteile, mal wieder

Manchen gehe ich wohl ziemlich auf den Keks mit meiner vermeintlich „politisch korrekten“ Meinung. Ich ach so nerviger „Gutmensch“, der irgendwelche künstlichen Werte hochhält, weil: muss ja. Ich könnte das jetzt abkürzen und diejenigen Idioten nennen. Das mache ich gerne immer wieder, durchaus bewusst, und außerdem bin ich mir sicher, dass ich damit genau die Definition eines „Gutmenschen“ erfülle – nämlich ein guter Mensch versuchen zu sein und schlechten Menschen in den Arsch zu treten. So einfach könnte das sein.

Das Dumme ist: In gewisser Hinsicht verstehe ich die Schlechtmenschen (man beachte die hier nicht angebrachten Anführungszeichen!):

Denn ich bewerte Menschen auch nach ihrer Erscheinung.

Das tue ich nicht freiwillig, ich nehme mir immer wieder vor, da doch besser zu sein. Bin ich aber nicht. Ich hab auch meine Vorurteile, und noch dazu stelle ich fest, dass sie wie bei den meisten Idioten ebenso jeder Grundlage entbehren. Ich bewerte als Mann gerne attraktive Frauen höher als hässliche Kerle und stelle tatsächlich auch fest, dass mein Unterbewusstsein versucht, mich in ein rassistisches Arschloch zu verwandeln. Das tut es nicht ganz so normgerecht, ich fühle mich z.B. Menschen mit sehr dunkler Hautfarbe immer näher als Weißen. Was aber nicht minder blöd ist als andersrum.

Und ich bin vorsichtig bei „Osteuropäern“.

Was für eine Scheiße, mal ganz ehrlich!

Aber ja, liebe „Man wird ja wohl noch sagen“-Menschen: Ich weiß, wie das ist, xenophob zu sein. Ich kenne dieses Gefühl, daran glauben zu wollen,  dass man damit Recht hat. Aber glücklicherweise bin ich keiner von den Evolutionsverlierern, die dann nicht einmal logisch weiterdenken können.

Und so fehlbar, wie ich nun einmal bin, stand ich an der Ampel. Zwei etwas verwegen aussehende junge Kerle machten mir mit Gesten klar, dass sie mit mir fahren wollten. Hervorragend! Sie stiegen ein und nannten in sehr gebrochenem Deutsch eine Zieladresse. Ein wohlbekannter Platz in Lichtenberg, eine gute 10€-Tour, für mich die Freude pur. Und doch hab ich ein bisschen Zweifel gehabt. Einfach so, des Akzents wegen. Ich Idiot.

Aber gut: Der eine konnte wirklich nur sehr schlecht mit mir sprechen, der andere eigentlich ganz ordentlich. Und er war witzig, ehrlich. Untereinander haben sie sich in ihrer Heimatsprache unterhalten, wovon ich nichts verstanden habe. In der Ecke hab ich wirklich keine Anhaltspunkte. Englisch kann ich halbwegs, bei romanischen Sprachen schwingt noch ein bisschen Verständnis mit, im östlichen Bereich kann ich nicht einmal zwischen polnisch und russisch unterscheiden. Und das, obwohl ich in Ostberlin mehr als zehnmal näher an Polen als an England wohne.

Wir legten auf der Tour noch einen Zwischenstopp ein, all das kriegten wir geregelt, trotz Sprachschwierigkeiten. Kein Grund, die Tour schlechter zu bewerten als irgendeine andere. Im Wohngebiet der beiden kannte ich mich fast null aus. (obwohl ich da vor über fünf Jahren fast einmal Pakete ausgefahren hätte, siehe mein eBook). In lustiger Zusammenarbeit zeigten die beiden mir den Weg, am Ende standen wir dort, wo sie hinwollten. Die zwei hatten mich – den Taxifahrer – auf dem kürzesten Weg ganz gut gelotst.

Die Uhr zeigte nun haargenau 10,00 € an. Ich selbst war schon jetzt zufrieden, trotz runder Summe. Ich hatte von den beiden Touren zuvor schon gut Trinkgeld und als nächstes stand eine Lesertour an. Fast perfektes Timing, besser jedenfalls als ich zu hoffen gewagt hatte. Der Tag war super, auch ohne die beiden. Dann aber meinte just der mit den größten Sprachmängeln (zumindest was sein Deutsch angeht):

„Zehn? Mache fünfzehn!“

Fünfzehn!

„Und chabe gute Abend, viel Arbeit und so!“

50% Trinkgeld. Das ist hammerscheißeselten! Überhaupt ist schon ein Fünfer hammerscheißeselten! Und ich saß nun da und hab das angenommen. Von zwei Typen, die ich einfach, weil sie einen bestimmten Akzent hatten, eher negativ eingeschätzt hatte. Manchmal fühlt man sich selbst richtig blöd. In dem Fall zu Recht!

Ehrlich, Leute: Auch ich will nicht bestreiten, dass es Idioten gibt. Und ja, vielleicht gibt es sogar mehr russische Idioten als deutsche. Aber jedes Mal, wenn jemand „die Russen“ scheiße findet, schließt er damit diese beiden witzigen Kerle mit ein, die einfach mal so spontan 99% der Deutschen beim Trinkgeld übertroffen haben. Regt Euch über Arschlöcher auf, so viel Ihr wollt. Da mache ich gerne mit. Aber Rassismus ist und bleibt scheiße, weil er dumm und falsch ist.

Sash, 31, Lotse

Ich kam gerade von der Autobahn. Quasi. Eigentlich bin ich nur von der Pasewalker Straße aus rüber auf die Prenzlauer gewechselt. Da nimmt man noch ein paar Meter Autobahn mit, eine Ecke, die einen in der Ortskundeprüfung den letzten Nerv kostet. Vor allem in die andere Richtung.

Aber gut, ich kam von der Leser-Tour und mir fehlten noch 20 Cent auf der Uhr, um ins – zumindest in meinen Augen: wohlverdiente – Wochenende zu kommen. Plötzlich gab mir der Wagen hinter mir Lichthupe. Oder war es eine Bodenunebenheit, die mich in den Fokus seiner Scheinwerfer rücken ließ? Sowas passiert ständig, aber ich bin da immer etwas nervös, weil ich so tatsächlich schon mal eine Tour bekommen habe. Das kann man hier nachlesen.

Ich fuhr also etwas langsamer und der Wagen setzte zum Überholen an. Ich dachte an vieles, z.B. auch daran, dass sie mich auf was aufmerksam machen wollten. Ich gebe auf der Straße auch hier und da mal Leuten ein Signal, damit sie z.B. das Licht einschalten. Vielleicht war ja bei mir das Rücklicht kaputt. Man weiß ja nie …

Ich ließ den Wagen überholen und sah hinüber. Ein schwarzer Kombi mit drei ziemlich grobschlächtigen Gesellen drin. Der Beifahrer hatte das Fenster runtergekurbelt und winkte mich rechts ran. Mein Gedanke war folgender: „Fuck, die Bullen! Ich bin nach der Autobahn sicher noch zu schnell gewesen …“
Wäre ja ein klassischer Einsatzort für eine Zivilstreife. Aber dann hätten sie doch die Kelle …

Wir haben also beide angehalten und einer der Typen ist wie ich ausgestiegen. Anstatt mich nun auf ungebührliches Benehmen hinzuweisen, fragte er mich, ob ich ihnen sagen könnte, wo die Storkower Straße sei. Nun, ähm, ja, schon irgendwie. In ein paar Kilometern links ab …
Bevor ich den Gedanken zu Ende bringen konnte, schlug er aber selbst vor:

„Would you bring us there? We pay!“

Eine Lotsenfahrt also. Immer gerne, auch wenn im Konvoi fahren nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen im Straßenverkehr gehört. Außerdem ist Vorkasse da geradezu Pflicht. Es kommt ja so schon gelegentlich (seltener als ich dachte) vor, dass Leute ohne Bezahlung abhauen. Aber wenn sie auch gleich noch in einem anderen Auto sitzen, ist mir die Gefahr dann doch zu groß. Für Verfolgungsjagden bin ich wohl inzwischen zu erwachsen. Traurig, aber wahr.

Das aber sollte kein Problem sein. Einer der Typen bot sich an, in meinem Auto mitzufahren und teilte mir dann mit, dass sie zum Generator Hostel wollten. Super Tour, über 10 €. Und wenn man eh nur noch 20 Cent braucht …
Ebenfalls von meinem Beifahrer erfuhr ich indirekt, warum die Fahrzeugbesatzung irgendwie nach 50 Jahren Knast aussah: Sie waren Kickboxer und zu einem Kampf angereist. Aus Dänemark.
Nun funktionierten ihre Handys im fremden Deutschland halt nicht und sie waren ohne Navigation aufgeschmissen. Sie hatten wohl schon mehrere Versuche, die Straße zu treffen, hinter sich und waren müde. Verdammt müde. Aber clever, dabei an ein Taxi zu denken! Lotsenfahrten sind ja – zumindest hierzulande – nicht gerade das häufigste Einsatzgebiet von uns. Und werden es sicher auch nie mehr werden dank Navis.

Ich hab die müden Fighter dann ohne Probleme in ein paar Minuten zu ihrem Ziel gebracht. Dort haben sie dann leider noch lernen müssen, dass 200€-Scheine fürs Taxi in Berlin echt eine Nummer zu groß sind, aber da waren sie schon dankbar und lieb und sahen weit nicht mehr so gefährlich aus wie bei unserer ersten Begegnung. Am Ende haben sie die 12,20 € in klein zusammengekriegt. Und ich hab Feierabend gemacht. 🙂

Der Sausberblatsch-Schmerzbold

Ja, ganz recht. Jetzt gibt’s die Auflösung zur Rätselfrage heute morgen. Sorry, wenn ich hier noch keine findigen Kommentatoren beklatsche, ich hab den Text geschrieben, bevor ich ins Bett bin, wo ich mich jetzt um kurz nach 16 Uhr hoffentlich auch noch befinde.

„Tekesausberblatsch“ also. Puh. Aber sowas bekommt man ja öfter von Fahrgästen zu hören. 😉

Damit hab ich überhaupt nix anfangen können. Anstatt das nochmal sauber auszusprechen – oder es wenigstens zu versuchen – hat mein Fahrgast mir aber mehrere Tipps gegeben.

„Aftaback! Here, ok?“

„Danach“ wieder zurück also. Konnte nix langes sein.

„Sopen!“

Es ist offen. Nun gut. Der größte Tipp aber war am Ende „Sausberblatsch“. Das erwähnte er nochmal. Damit war „Teke“ ein eigenes Wort, „Sausberblatsch“ auch. Ergo: Kurzes Überschlagen der wahrscheinlichsten Möglichkeiten. Dann Teke. Theke, Bar? Oder Apotheke, Bibliothek, Hypothek? Und Sausberblatsch. Ein Platz, klar. Mit S und ausber? Eigentlich logisch:

„Do you want to go to the Apotheke at Strausberger Platz?“

„Yes! Apotesausberschgeplatsch!“

Na also. 🙂

Obwohl ich nur maximal ein Viertel von dem verstanden habe, was er währenddessen so erzählt hat: Es war eine lustige Tour. Und geschäftlich erst recht klasse: Mal kurz für fast 15 € hin und her zu fahren ist immer besser als in einen Außenbezirk (Gut, soo weit kommt man für 15 € auch nicht) und dann wieder leer zurück. Also ich jedenfalls hab mich gefreut. Auch wenn das Kind nach wie vor skeptisch war. Vielleicht hielt es mich ja auch für einen Polizisten, wer weiß?
Was sich rausgestellt hat: Es waren Spanier. Und sie sind zur Apotheke gefahren, um Paracetamol zu holen. Klang jetzt auch nicht gerade nach Weltuntergang. Obwohl die Schmerzen wahrscheinlich heftig waren, wenn einen bei einem 99ct-Medikament 15 € Mehrkosten fürs Taxi nicht stören …

Oh, ein Rätsel!

Nee, was ein lustiges Kerlchen. Und ich rede über den Vater, nicht nur über sein Kind! Aber es war auch eine eher seltene Konstellation an Fahrgästen und Fahrtziel. Irgendwo im Verlauf der Boxhagener Straße haben sie mich rangewunken. Also er hat. Das Kind, vielleicht sechs Jahre alt, guckte eher ein wenig verschüchtert, als ich das Taxi mit einem leisen Quietschen neben den beiden anhalten ließ. Vom weiter oben liegenden Kopf strahlte mir aber umgehend ein breites Grinsen entgegen. Designanleihen hatte er eindeutig von Jesus, die Kleidung war glücklicherweise eher schlechtwettergeeignet. Unter der Kapuze des Sprößlings lugte auch nur selten jemand heraus. Immerhin hatte es erst vor drei Stunden zu regnen aufgehört. Und dann dieser gruselige Taxifahrer da draußen!

Das Kind ins Auto hievend und das Grinsen nicht absetztend fing der Aushilfsjesus an, wasserfallartig Ergüsse im schlechtesten Englisch der Welt in mein Taxi kippen. Die Essenz des Ganzen war:

„Gerrmahni so kreet. Tekesausberblatsch.“

Und er erwartete offenbar (immerhin gut gelaunt), dass ich mich dazu äußere. Gut, dass es ihm in Deutschland gefällt … schon klar. Aber wo wollte er bitte hin? Und das war wirklich nicht leicht herauszufinden, denn er brabbelte einfach weiter in seinen Bart und hielt sich nicht gerne damit auf, Worte oder Satzteile noch einmal zu wiederholen oder etwa deutlicher auszusprechen. Großes Mitteilungsbedürfnis bei kleiner Sprachübereinstimmung. Anstrengend, aber auch etwas lustig.

Zugegeben, ohne weitere Infos hätte ich ihn auch stehenlassen müssen, die dünne Angabe verleitet Euch jedoch vielleicht zu kreativen Ideen. Also lasse ich Euch mal mitraten: Wohin wollte dieser Mann abends um halb zehn mit seinem kleinen Kind? Er sagte:

„Tekesausberblatsch!“

Kleiner Tipp: Es ist kein Stadtteil, sondern eine sehr konkrete Ortsangabe.

Die Lösung funke ich so gegen 16 Uhr heute Nachmittag.

Party gerettet

Wenn es mal läuft, dann läuft es. Also manchmal, in seltenen Fällen. An dem Abend auf jeden Fall. Die Schicht startete mit Winkern von Friedrichshain nach Neukölln, auf dem Rückweg eine Kurzstrecke vom schlesischen Tor zur Lausitzer, dort sofort wieder Einsteiger zum Freischwimmer und kaum, dass ich dann wenden wollte, stand er plötzlich da:

Jeans, weißes T-Shirt, ein Jacket über die Schulter geworfen, Sneakers an den Füßen, eine hellrötliche und leicht verfranste Frisur über grünen Augen und einem Gesicht mit markantem Schmiss. Und ein Lächeln, das die Narbe übers ganze Antlitz zu verlängern wusste. Ein bisschen zögernd stieg er ein, ich war beim Wenden ziemlich ugünstig an ihn rangefahren. Dass er vorne einsteigen konnte, schien ihn zu irritieren. Wie so viele. Aber er taute schnell auf, ich bin ja jetzt auch nicht unbedingt ein Eisklotz im Auto.

Es ging mal wieder darum, eiligst eine Party zu retten. Dieses Mal nicht mit einem Netzteil für den DJ-Laptop, sondern gleich mit der vergessenen Musiksammlung. Die allerdings erklärte mir mein – im übrigen mal wieder englischer – Fahrgast jedoch recht schlüssig: Sein Kumpel, für den er und ich jetzt diese Boten-Tour erledigten, hatte gar nicht vor aufzulegen. Er war einfach nur DJ und privater Gast auf einer Jungesellenabschiedsparty. Aber ebenso wenig, wie man als Blogger durchs Leben gehen kann, ohne seinen Kollegen Computerfragen zu beantworten, kann man offenbar DJ sein, ohne auf Parties aufzulegen.

Und nun waren ich und der gutgelaunte Rotschopf dabei, in der Adalbertstraße kurz eine externe Festplatte oder einen USB-Stick zu holen. Müssen ja heute glücklicherweise nicht mehr ganze Plattenkisten sein. Während die Fahrt so prima lief, dass ich dem Typen nach 5 Minuten Weg nicht einmal ein Pfand abgenommen hab, bevor er ins Haus sprintete, war das mit dem Verkehr schon ein ganz anderes Kaliber. Der südliche Teil der Adalbertstraße ist immer noch (Wahrscheinlich auf Dauer oder so -.-) nur in Nordrichtung durchfahrbar, dank des Andrangs dort in den Abendstunden fährt natürlich trotzdem jeder Vollhorst erst einmal in die enge, zugeparkte und von Fußgängern durchwatschelte Straße rein, um zu gucken, ob auf den hundert Metern nicht vielleicht ein Parkplatz frei ist. Danach wird unter Zuhilfenahme der Hupe möglichst gemeingefährlich gewendet.

Und ich stand mitten drin und hab mich irgendwann einfach neben das Taxi gestellt und grinsend eine geraucht. Für die Unterhaltung zahlen andere teuren Kino-Eintritt. 🙂

Irgendwie hab ich es ohne Beule geschafft, das Auto am Ende auch wieder herauszumanövrieren und zu wenden, an Bord wieder den gut gelaunten Briten, der sich die letzten Minuten mit einer geradezu infantilen Begeisterung mit mir über meinen Beruf unterhalten wollte. Die für die ganze Action eigentlich recht mageren 12,80 € hat er am Ende großzügig auf 15 aufgerundet und sicher noch eine Menge Spaß gehabt in der Nacht. Wie ich ja auch. Nach vier Touren inklusive einer geretteten Party wollte ich eigentlich mal wirklich Pause am Bahnhof machen. Aber selbst dazu kam ich nicht. Eine Winkerin nach Baumschulenweg.

So muss Taxifahren dort aussehen, wo die Fahrer nicht über ihre Umsätze meckern. In Utopia oder so. 🙂