Die Sitzwahl

Peter hat mich derletzt (ich hab die Mail leider bis heute Nacht übersehen) etwas gefragt:

Hallo Sash,

sehen Taxifahrer es lieber, wenn ich vorne oder hinten einsteige? Ich sorge mich manchmal, ich könnte zu tief in ihre Privatsphäre eindringen, wenn ich vorne einsteige und ich habe auch mal irgendwo gehört, Taxifahrer hätten ihre Gäste lieber hinten. Sorgt auch für eine klare Trennung: Vorne Fahrer, hinten Gast, da ist klar, wer das Sagen über den Verkehr und die Route hat. Oder ist es Dir egal? Aber du bist ja auch ein besonders kommunikativer Taxifahrer offenbar. Wie sehen das die Kollegen? Das würde mich echt mal interessieren, ich frage mich das nämlich schon lange. Vielleicht könntest du in deinem Blog die Frage mal aufgreifen!

Viele Grüße Peter

Gute Frage, schwierige Antwort…

Naja, das Offensichtliche natürlich vorneweg: Laut Taxiordnung hat der Fahrgast die freie Sitzwahl. Ausdrücklich einschließlich des rechten Vordersitzes. §5 sagt dazu unmissverständlich:

(1) Der Fahrgast hat die freie Platzwahl. Alle Fahrgastplätze, insbesondere der Beifahrersitz, sind dazu von Gegenständen freizuhalten.

Eigentlich sollte sich also kein Fahrer ernstlich gestört fühlen dadurch. Aber natürlich ist es ein Unterschied. Und ich möchte durchaus auch die Kollegen, die ihre Zeitung auf dem Beifahrersitz liegen haben, in Schutz nehmen, denn es ist gar nicht so einfach, alles was man für eine 10-Stunden-Schicht so braucht, mal eben nur rund um den Fahrersitz unterzubringen (der Kofferraum soll ja auch frei sein).

Ich bin mir, wenn ich über die Frage nachdenke, nicht wirklich sicher, und das hängt wahrscheinlich wie so oft von den Fahrgästen ab. Manch schweigender mürrischer Zeitgenosse wirkt hinten wesentlich bedrohlicher als vorne, manch Mensch mit feuchter Aussprache und Mundgeruch hätte man lieber hinten – am besten in der dritten Sitzreihe. Für das Gros der Fahrgäste kann ich bei mir keine Präferenzen erkennen, aber die meisten Alleinfahrer steigen ohnehin hinten ein, sodass die, die sich auf den Vordersitz schwingen, meist von sich aus die kommunikativeren Beispiele sind – was sicher die Einschätzung ein wenig verfälscht.

Zumindest bei mir in der Nacht fahren außerdem häufig Gruppen, bei denen es sich oftmals notgedrungen ergibt, dass einer vorne sitzt. Vielleicht können die mitlesenden Kollegen ja mal in den Kommentaren was zu ihrer Einstellung schreiben.

40 Kommentare bis “Die Sitzwahl”

  1. Will Sagen sagt:

    Mir scheint es so zu sein, dass man in Berlin als Fahrgast eher hinten sitzt, in anderen Städten aber eher vorn. Ich sitze eigentlich lieber vorn, weil man da besser rausgucken kann. Man könnte jetzt auch noch Gründe anführen, dass Seitenairbags für den Beifahrersitz selbstverständlicher sind als für Fondsitze.
    Ich gucke meistens vorher, wie der Sitz zurechtgeschoben ist. In Berlin ist der Beifahrersitz in den Taxen auffällig oft weit nach vorn geschoben. Ein Zeichen dafür, dass der Fahrer eher damit rechnet (oder den Fahrgast dazu verleiten möchte), dass man hinten einsteigt. Ist der Sitz eh schon weit hinten, setze ich mich nach vorn, weil ich keine Lust habe, mich hinter den Sitz zu klemmen, zumal ich von hinten nicht an den dafür vorgesehenen Verstellhebel komme.

  2. Schwarzwald-Fahrer sagt:

    Die meisten Kollegen scheinen Hinten-Einsteiger zu bevorzugen…ich habe meinen Fahrgast lieber vorne sitzen. Finde das auch angenehmer um sich zu unterhalten.
    Bei Einzel-Fahrgästen ist bei mir der Platz hinten links tabu, da ich kaum sehen kann was der Fahrgast dort macht, und mich dabei ziemlich unwohl fühle.

  3. Stefan Praß sagt:

    Ich bin selber Taxifahrer in der Delmenhorster Umgebung und habe es viel lieber, wenn sie vorne einsteigen.
    Erst einmal in meiner über zehnjährigen “Karriere” ist mir ein Fahrgast hinten eingestiegen. Ich war tierisch nervös, weil es ein Einsteiger am Bahnhof war, ich ihn folglich noch nie gesehen hatte. Sehr gesprächig war er auch nicht…
    Also versuchte ich ein Gespräch anzufangen und kaum machte er seinen Mund für mehr als die Zieladresse (einem abgelegenen Gewerbegebiet auf einem Samstag Abend) auf, stellte sich heraus: Er kam aus Berlin. Um meine letzten Ängste abzulegen, sprach ich ihn direkt auf seine Sitzplatzwahl an und er erzählte, dass es in Berlin üblich sei, hinten einzusteigen. Ähnlich wie in amerikanischen Filmen, wo auch sehr oft hinten eingestiegen wird.
    Seitdem “ärgere” ich Berliner Taxifahrer damit, einfach vorne einzusteigen. Ich zeige mich aber deutlich gesprächsbereiter.^^

    Gruß
    Stefan

    P.S.: Ich weiß, dass es nicht sehr repräsentativ ist, von einem Kunden auf eine Millionen-Großstadt und deren Eigentümlichkeiten zu schließen. ;-)

  4. Freddy Kruger sagt:

    Moin,
    hier in Flensburg ist das vorne einsteigen ueblich, in jeder Stadt/Gegend ist das aber anders, wie ich von einigen Fahrgaesten weiss.

    MfG Freddy

  5. Moritz sagt:

    Ich bin zwar kein Taxifahrer aber ich lebe seit einigen Jahren in New York. Immerhin auch eine Millionenstadt. Auch hier ist es üblich immer zuerst nach hinten einzusteigen und nur wenn es aufgrund der Gruppengröße nicht anders geht gehts auch nach vorne.

    In Hamburg dagegen darf auch vorne eingestiegen werden. Habe ich da auch gerne und oft gemacht. Immerhin lässt es sich es so leichter unterhalten.

  6. Sash sagt:

    @Will Sagen:
    Auch ein interessantes Kriterium. Ich hab den Beifahrersitz meist bis zum Anschlag nach vorne geschoben, weil die Leute überwiegend sowieso hinten einsteigen. Eher aber noch, weil ich ihn so bequemer als Stütze für meinen rechten Arm verwenden kann, wenn ich mal gemütlich alleine durch die Stadt cruise. Im Zweifelsfall ist der Sitz aber schnell von mir aus in der richtigen Position.

    @Schwarzwald-Fahrer:
    Kann ich nachvollziehen. Aber zum einen sind Hinten-Links-Einsteiger wahnsinnig selten (also als Einzelfahrgäste), zum anderen hab ich aber noch nie darüber nachgedacht, einem Fahrgast irgendeinen Platz “zuzuweisen”…

    @Stefan Praß:
    Das finde ich jetzt wirklich interessant. Vor allem, dass deine Erfahrung so ähnlich ist wie 99% meiner Fahrten :)
    Naja gut, schweigende Fahrgäste sind relativ selten.

    @Freddy Kruger:
    OK. Ich steige übrigens schon meiner Größe wegen ganz selbstverständlich immer vorne ein.

    @Moritz:
    Gut, in NYC hatten sie doch auch eine Zeit lang diese Trennscheiben als Vorschrift, oder? Vielleicht wirkt das psychologisch noch nach oder so…

  7. Moritz sagt:

    Ob nun Vorschrift oder nicht aber in eigentlich allen yellow cabs mit denen ich bislang gefahren bin gibt es immer eine Trennscheibe. Die kann bei Bedarf auch zu gemacht werden. Ist manchmal ganz hilfreich da die Taxifahrer eh immer am Telefon sind und in einer mir unbekannten Sprache zu jemanden reden.

  8. Sash sagt:

    @Moritz:
    Ich glaube, da drüben wäre das kein Job für mich. Da ist Pakete ausfahren ja ähnlich spannend, oder?

  9. Daniel sagt:

    Also, Einzelgäste habe ich persönlich auch lieber vorne als hinten sitzen, und wenn sich ein Einzelgast direkt hinter mich setzt, bekomme ich ähnlich wie der Schwarzwaldfahrer auch gelegentlich ein ungutes Gefühl, deshalb liegt bei mir hinten links meistens eine Kinder-Sitzerhöhung ;)

    Durch die Nähe zum Elsass steigen viele französische Kunden dennoch hinten ein, denn wenn man sich in einem französischen Taxi nach vorne setzt, riskiert man gelegentlich, sich auf die Zeitung, das Mittagessen, die Sonnenbrille oder den Hund des Fahrers zu setzen ;) – was ich aber sehr interessant finde, sind insbesondere Parlamentsmitarbeiter, die sich im französischen Taxi ganz selbstverständlich dorthin setzen, wo es der Fahrer möchte, im deutschen Taxi aber gerne mal die Tür, die ich ihnen öffne, wieder zuschlagen mit dem durchaus giftig klingenden Kommentar: “Das bestimme immer noch ich, wo ich sitze” :o

  10. Der Maskierte sagt:

    Also ich setze mich aus Prinzip auf den Beifahrersitz, zumal es die Gesprächsmöglichkeit enorm vereinfacht.

  11. Taxi 123 sagt:

    Ich habe Einzelgäste auch lieber neben mir. Erstens mal kann ich von innen die Beifahrertür leichter öffnen als eine der hinteren Türen und zweitens hat man dort schon ein bißchen mehr Kontrolle und sieht was der “nette” Fahrgast so anstellen will. Hinten wurden mir schließlich schon die “Bitte Anschnallen” Aufkleber an den Türen geklaut!

  12. Sash sagt:

    @Daniel:
    Der Trick mit der Sitzerhöhung ist gut :)
    Aber ich hab jetzt hier in Berlin in anderthalb Jahren vielleicht drei Leute gehabt, die ausgerechnet hinten links sitzen wollten. Wirklich erinnern tue ich mich nur an einen.
    Und die Parlamentsmitarbeiter scheinen ja tolle Leute zu sein ;)

    @Der Maskierte:
    Und, schon mal Probleme gehabt mit einem Fahrer diesbezüglich?

    @Taxi 123:
    Das mit dem Klauen ist allerdings eine miese Sache. Ich hab gerade schon wieder ein schlechtes Gefühl, weil meine Jacke in einer Leinentasche im Kofferraum liegt. Wenn ich überlege, dass mir manche Kollegen erzählen, sie transportieren zusätzliches Wechselgeld da hinten… niemals!

  13. Der Maskierte sagt:

    @Sash

    Naja, in Berlin hat mich mal einer etwas irrtiert angeschaut, weil ich da den Sitz nach hinten gemacht habe. Jetzt verstehe ich auch wieso.

    Aber generell war das größte Problem bisher, dass der Fahrer oder die Fahrerin arg wortfaul waren. Rekord war in Wiesbaden, der hat mein gewünschtes Ziel mit einem Grunzlaut quittiert und das war es dann mit Kommunikation. Auch alle meine Wünsche (Quittung für Brötchengeber etc.) wurden nur mit knappen Grunzlauten quittiert.

  14. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Puh, das ist aber echt rekordverdächtig. So sollte man den Job ja nun echt nicht machen…

  15. Wolfram sagt:

    Ich fahr selten selber… die Fahrgäste, die ich regelmässig fahre, sitzen fast immer vorne, weil ich mich mit denen gut verstehe und wir dann plaudern können.

    Sonst ist es mir schlicht egal.

  16. MacSpi sagt:

    Gerade wenn man zu Zweit unterwegs ist sitzt man natürlich hinten.
    In dem Zusammenhang sind mir drei Dinge aufgefallen:
    - Taxifahrer halten es offensichtlich für unnötig die Tür für beide aufzuhalten (50% in D scheinen sogar auf ihrem Sitz festgewachsen zu sein).
    - Es ist einem Taxifahrer offensichtlich nicht zuzumuten den Fahrersitz nach vorn zu verschieben, soll der Arsch im Fond sich doch die Knie brechen (Das man bei knapp 2m größe darauf hinweisen muß das der Beifahrersitz stört ist auch unschön)
    - In D werden die Taxen immer kleiner. Waren vor 15-20 Jahren noch größere Merzedeslimousinen Standard kommen heute vermehrt kleinere Wagen zum Einsatz (was Problem 1und 2 verschärft).

    Alles in allem, in D lohnt sich Taxifahren fast nicht mehr, in vielen Großstädten kann man auch auf Minicar zurückgreifen, und die sind oft noch preiswerter.

  17. Sash sagt:

    @Wolfram:
    Ja, wenn man sich kennt, dann ist das natürlich eine ganz andere Sache :)

    @MacSpi:
    Ich bin gerade in Diskussionslaune, deswegen antworte ich doch mal:

    Zu 1)
    Kommt mir auch mal vor. Ich warte noch auf eine Lösung, wie ich zeitgleich den letzten Koffer einladen und rechts und links vom Auto die Tür aufhalten soll.

    Zu 2)
    Den Fahrersitz? Ey, ganz im Ernst: Dann such dir’n vernünftiges Auto oder den richtigen Sitzplatz. Wenn meine Kundschaft aus einem Rudel Vollochsen bestehen würde, bei dem immer der 2m-Genosse ausgerechnet hinter meine 2m kraxeln muss, ohne bei freier Platzwahl mal über was anderes nachzudenken, als sich hinterher über Fahrer und Auto zu beschweren, dann wäre denen aber eine extra Homepage gewidmet.

    Zu 3)
    Das muss aber auch ein bisschen an den Autos selbst liegen. Wenn ich bei einem 20 cm kleineren Kollegen in seiner E-Klasse mal hinter den Fahrersitz schiele, dann kann ich meine Kunden nur dazu beglückwünschen, in einem kleinen Opel mit 2m-Fahrer unterwegs zu sein…

    Und Minicars bieten tatsächlich fast den selben Service zu meist günstigeren Preisen. Soweit ich weiss, sparen die meist nur bei Fahrer und Fahrzeug. Ist also vernachlässigbar.

  18. MacSpi sagt:

    Zu 1:
    Linke Tür auf, rechte Tür auf, Gepäck einladen (so überhaupt vorhanden) rechte Tür zu, linke Tür zu.
    Einige schaffen das ja durchaus. Jetzt muß ich allerdings dazu sagen das wir selten auf offener Straße in ein Taxi steigen.

    Zu 2:
    Meist rufen wir uns ein Taxi, auch der Wunsch nach großen Autos wird da immer wieder erwähnt, nützt nur nichts. Ich bin selbst 1.98m groß, meine Freundin ist 1.91m, meine 2 besten Freunde sind 2.01m und 2.05m groß. Ca 50% unserer Angestellten sind auch >1.90m (und berichten von ähnlichen Problemen). Wir bedanken uns hiermit als “Vollochsen” bezeichnet zu werden.
    Ist ja auch extrem dämlich in einem Taxi Service (oder gar Beinfreiheit) zu erwarten.
    Wie schon gesagt, die Prämisse war: “Wenn man zu 2 …”

    Zu 3:
    In den Städten in denen ich häufig bin (DD, DO, LU, MA, F, HH, L, M, R, London, Amsterdam) kosten Minicars pro Strecke etwa das gleiche wie die jeweiligen Taxen, haben aber keine Kosten für das Warten, die Fahrer sind immer korrekt gekleidet (Anzug, Hemd, Krawatte) und laut aussage der meisten verdienen sie mehr als die Taxler (fahren aber halt in ihren Schichten auch mindestens 70% der Zeit). Die Autos sind i.d.R. größere Limousinen (Audi, VW, Merzedes) Der einzige Nachteil ist halt das man hin und wieder mal länger warten muß. Spricht aber eigentlich für sie.

  19. Sash sagt:

    @MacSpi:
    Ist es nicht wie bei eigentlich allen verbalen Auseinandersetzungen hier so, dass man sich darauf einigen könnte, dass bei gegenseitiger Rücksichtnahme durchaus vieles möglich ist?

    Zu 1: Natürlich geht das. Aber eben nicht, wenn alle Fahrgäste wie wild durcheinanderwuseln und möglichst als erste ins Auto wollen. Sich über die Fahrer aufzuregen, die wirklich “am Sitz festgewachsen” sind, ist völlig ok. Allerdings hatte ich auch schon viele Einsteiger am Bahnhof, denen das schnelle Türöffnen von innen mehr entgegenkommt als ein Sprint ums Auto, um dabei noch nett auszusehen.

    Zu 2: Ja, an dem Punkt bin ich ein wenig gehässig. Denn wie oft erwähnt, habe ich auch eine entsprechende Größe, und selbst als durchaus kundenorientierter Fahrer ist es einfach nicht drin, dass ich völlig verknautscht eine Tour fahre. Und das hat auch tatsächlich Gründe. Jede andere Sitzposition bedeutet, dass ich die Füße völlig entgegen der Gewohnheit auf die Pedale legen muss, und das ist abgesehen von Schmerzen im Bein schlicht ein Sicherheitsrisiko. Da muss die Bequemlichkeit der Mitreisenden tatsächlich leiden, tut mir ehrlich leid, aber alles andere wäre noch bekloppter. Ob es mit zwei Leuten über zwei Meter immer noch praktikabel ist, hängt sicher vom Fahrzeug ab, aber so lange es die Autoindustrie nicht hinkriegt, geräumigere Kisten zu bauen, besteht ja immer noch die Option, dass einer nach vorne kommt. So fahre ich als Fahrgast mit meiner Freundin beispielsweise immer vorne, und sie sitzt hinten. Ich weiss um die Nachteile großer Leute in der Öffentlichkeit aus eigener Erfahrung Bescheid, und da nervt es mich einfach, wenn letztlich “der Taxifahrer” schuld dran sein soll. Die Kritik sollte hier vielleicht eher an die Zentralen gehen, die den Wunsch nach großen Autos ignorieren oder aber gar keine entsprechende Kategorisierung haben.

    Zu 3:
    Gut, die Minicars sind also auch unterschiedlich. Wen wundert’s? Hab ich aber glaub ich über Taxen auch mal geschrieben…
    Meine Erfahrungen mit Minicars sind eher ältere Fahrzeuge, und ebenso wie in Taxen unterschiedliche Fahrer. Im Übrigen aber auch immer nett und ziemlich günstig. Ich hab wirklich kein Problem mit Minicars gehabt bisher – aber ich bin scheinbar auch nicht ganz so anspruchsvoll.

  20. Schwarzwald-Fahrer sagt:

    Ein Minicar ist für den normalen Einsteiger eh keine Alternative, da es immer gerufen werden muss.

  21. Der Maskierte sagt:

    Dem aber anzumerken ist, dass alles sonstige wirklich mustergültig von statten lief. Hat mir meinen Koffer abgenommen und in den Kofferraum geladen und am Ziel auch wieder ausgeladen etc. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass er mit mir noch einen kleinen Umweg über die schönsten Dörfer um Wiesbaden macht.

    Aber bisschen skuril war es schon.

  22. SteffenG sagt:

    Hi Sash,

    Da ich auch öfter Taxi fahre und ebenso wie Du an der 2m-Marke kratze, kenne ich das Problematik.

    Ich versuche grundsätzlich vorn zu sitzen (vertrage Autofahren auch nicht so gut). Das endet meist in einem mehr oder weniger netten Gespräch. Im Allgemeinen haben die Fahrer in Europa (außer England) damit auch kein Problem.
    Von Tegel nach Schöneweide war durchaus Zeit sich mit einem Deiner Kollegen über seine türkische Herkunft und allgemeine Vorurteile zu unterhalten.
    Im Allgemeinen haben die Fahrer in Europa (außer England) damit auch kein Problem.

    Die Problematik mit unmotivierten Taxifahrern habe ich eigentlich seltener erlebt. Als ich noch regelmäßig nach Hagen gefahren bin, gab es dort jedoch keinen Taxifahrer der Kofferraum oder Tür öffnen konnte oder mit 50km/h im Ort unterwegs war oder die gewünschte Adresse kannte. Die Fahrer dort erfüllen zumindest alle Vorurteile! (wurde bei Thorsten ja auch schon diskutiert).

    Bei der größe der Fahrzeuge scheiden sich die Geister. Eine C-Klasse ist für mich vorn wie hinten viel zu eng. Die E-Klasse, die von meinem Stammunternehmen hier gefahren wird ist bequem, ebenso wie auch die anderen Fahrzeuge des Unternehmens.

    Steffen.

  23. MacSpi sagt:

    “Ist es nicht wie bei eigentlich allen verbalen Auseinandersetzungen hier so, dass man sich darauf einigen könnte, dass bei gegenseitiger Rücksichtnahme durchaus vieles möglich ist?”

    Prinzipiell ja, den Gesprächspartner gleich in der ersten Antwort als “Vollochse” zu bezeichnen ist da allerdings kein guter Ansatz.

    Zu 1: Ich schrub ja extra das wir meist zu Zweit unterwegs sind und uns Taxen rufen (und eben nicht auf offener Straße einsteigen), warum du da jetzt mit diesen Beipielen ankommst verstehe ich nicht.

    Zu 2: Ich erwähnte ja schon in Punkt 3 das ich das Gefühl habe das die Taxen immer kleiner werden. Das die Industrie da nichts anbietet stimmt so nicht, Lexus LS z.B. wird in Asien gern als Minicar gefahren und ist sehr bequem.

    “So fahre ich als Fahrgast mit meiner Freundin beispielsweise immer vorne, und sie sitzt hinten.” Meine Freundin würde mir völlig zu Recht den Kopf abreißen wenn wir z.B. nach der Theater uns erst mal eine halbe Stunde nicht Unterhalten (als Beifahrer mit den Personen im Fond zu reden ist eher unbequem). Ganz zu schweigen von dem Problem das sie ja dann nicht hinter mir sitzen will, sie ist ja auch recht groß.

    Zu 3:

    Also ich habe noch nie ein Minicar Unternehmen gehabt das nicht auf einen gehobenen Standard wert legt. Die Sameltaxen die es in einigen Ländern gibt fallen ja nicht unter Minicar.

    Was die Ansprüche angeht, für (z.B. in DD) 1,60/km (bzw. 1,75/km Nachttarif) kann man wohl erwarten das ein gewisser Service geliefert wird, sind ja dann (wir wohnen etwas außerhalb im Königswald) immer gleich 20-30EUR. Da habe ich keine Lust danach auszusteigen wie ein Rollmops

  24. MacSpi sagt:

    Da müßte man mal wissen ob die meisten Taxen nun gerufen werden oder das Geschäft mit Stand/Winker besser läuft.

    Für mich persönlich kann ich nur sagen das ich recht selten ein Taxi von der Straße weg nehme. Meist ist man ja irgend wo und will abgeholt werden, bleibt eigentlich nur Bahnhof/Flughafen und auch dort rufe ich mir in aller Regel vorher ein Minicar

  25. Will Sagen sagt:

    Na, da werden sich die Minicar-Betreiber aber freuen, wenn der Begriff von Google so oft in nem Taxiblog gefunden wird. ;)
    Btw.: Ich nehme (auch) meistens ein Taxi von der Straße (das ich also nicht vorher rufe). Liegt aber auch daran, dass es in Berlin an jeder Ecke ne Taxe gibt (Außer silvester).

  26. Ozie sagt:

    @MacSpi:

    “Es ist einem Taxifahrer offensichtlich nicht zuzumuten den Fahrersitz nach vorn zu verschieben, soll der Arsch im Fond sich doch die Knie brechen.”

    “Ganz zu schweigen von dem Problem das sie ja dann nicht hinter mir sitzen will, sie ist ja auch recht groß.”

    Vielleicht sind Taxifahrer ja auch so etwas ähnliches wie Menschen und können, wie du, nicht weiter nach vorne um es der Person dahinter gemütlich zu machen…

  27. Sash sagt:

    @MacSpi:
    Keine Frage, sonderlich höflich war es nicht. Mein Problem ist bei der Sache schlicht, dass ich das Gefühl habe, du suchst sowieso nach irgendeinem schlimmen Vorfall, der die sachlichen Argumente überflüssig macht.
    Du bist zu groß für den durchschnittlichen Taxi-Fond, und wenn man den Vorschlag macht, um dieses Problem zu umgehen, könntest du vorne sitzen, dann ist das natürlich ein Problem, weil es damit anscheinend unmöglich wird, sich zu unterhalten. Das schaffen Vierergruppen in meinem Taxi zigmal die Nacht, ich halte es für eine angemessene Lösung. Aber deiner Meinung nach müssten die Taxiunternehmer sich andere Autos zulegen. Ist klar.
    Es ist ja ok, wenn du schreibst, dass Taxifahren nix für dich ist, weil es zu eng ist und damit für dich das Preis-/Leistungsverhältnis nicht mehr stimmt. Ich hab nur das Gefühl, dass ich mich jetzt scheinbar dafür rechtfertigen soll, wenn mein Chef sich die Autos nicht nach dem Geschmack eines einzelnen 2m-Menschen aussucht. Und das ist schlicht absurd. Wie kommt es eigentlich, dass ich mit Taxifahrten auch zufrieden bin, wenn mal nicht alles zu hundert Prozent stimmt, sondern ich einfach mit einem netten Fahrer in einem sauberen Auto halbwegs zügig ans Ziel gebracht werde?

    @SteffenG:
    Ist ja schön, dass du wenigstens hier keine übermäßig schlechten Erfahrungen gemacht hast. Wie ich irgendwann schon mal zum ADAC-Taxitest geschrieben habe: Wir sind immer besser als unser Ruf ;)
    Und was die Größe angeht: Es gibt E-Klasse-Modelle, die ich als Fahrer nicht fahren wollte. Dann lieber meinen Zafira, bei dem ich bequem sitze und bei dem hinter meinem zurückgeschobenen Sitz noch Platz für die Beine von Mitreisenden ist.

    @Will Sagen:
    Silvester ist ja was ganz anderes :)

  28. sys sagt:

    also ich setze mich schon aufgrund meiner Körpergröße immer nach vorne – in die üblichen Taxis würde ich hinten gar nicht reinpassen :D

  29. Sash sagt:

    @sys:
    Ich schein ja irgendwie auch Leute mit meiner Körpergröße anzuziehen hier ;)

  30. MacSpi sagt:

    Darum erwähnte ich ja auch das meiner Meinung nach die Taxen immer kleiner werden.
    Zudem kann ich sagen das die allermeisten Fahrer über die ich mich geärgert habe nicht eben Riesen waren.

  31. Peter Siepe sagt:

    Taxi? Knappe 2m, nur vorn. aber das schon immer.

  32. se sagt:

    hallo sash,

    bin erst heute über deine antwort auf meine frage auf kessel.tv gestoßen. danke!
    ich sitz lieber hinten, denn ich steige nicht in ein taxi um mich zu unterhalten, sondern weil ich so bequem wie möglich von a nach b will! manchmal hab ich aber ein schlechtes gewissen, weil ich denke, vllt denkt der fahrer ich stehe auf so ein zwei-klassen-system “du-fahrer, ich-königin die chauffiert werden will”, aber nach dem lesen des artikels und ein paar der kommentare werde ich in zukunft seelenruhig meinen platz hinten RECHTS einnehmen ;)

    danke, grüße und frohes fahren!!

  33. Sash sagt:

    @se:
    Puh, ich hab meine Wortmeldung dort auch schon fast wieder vergessen ;)
    Wie gesagt:
    Im Grunde kann das jeder halten wie er will, und irgendwelche Fahrer werden immer unzufrieden sein. Hinten links ist allerdings wirklich ein seltener Platz, der einem als Fahrer zu denken gibt, ansonsten achte ich da kaum drauf – außer beim Einsteigen, um ggf. den Sitz umzustellen.

  34. Bernd K. sagt:

    Hier die Meinung eines Nürnberger Taxifahrers: “vorne sitzt der Hund” :-)

    … Wo steigt man ein?

    Höppel: Gute Frage. Wenn ein junger Mensch vorne reinhüpft, ist das für mich kein Problem. Aber ein gebildeter Mann oder eine feine Dame wird niemals vorne, sondern immer hinten einsteigen. Das kommt übrigens aus Frankreich. Da wird ausschließlich hinten eingestiegen. Weil vorne sitzt der Hund, habe ich mal gelernt.

    Der ganze Text:
    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/bei-betrunkenen-nutzt-das-navi-nix-1.1702589?searched=true

  35. Sash sagt:

    @Bernd K.:
    Wieder was gelernt :D

  36. Samara sagt:

    Als einzeln fahrende Frau steige ich immer hinten ein. Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen im Taxi gemacht, aber vom Sicherheitsgefühl ist es einfach angenehmer.

  37. Sash sagt:

    @Samara:
    Ja, es ist halt doch deutlich mehr Distanz da. Das verstehe ich. Allerdings hab ich in letzter Zeit tatsächlich sehr viele einzelne Frauen auf dem Beifahrersitz gehabt. Ist mir regelrecht aufgefallen. Aber Zufälle gibt es ja immer mal wieder…

  38. Ulli sagt:

    Ich wohne in München und bin bisher auch immer vorne auf dem Beifahrersitz gesessen, wenn ich ein Taxi genommen habe um vom Bahnhof nach Hause zu kommen. Als mein letzter Taxifahrer im März mir kurz vor der Haustür “unverbindlichen Sex” angeboten hat, weil er Single ist und ich ja auch keinen Ring am Finger habe (ich habe dankend abgelehnt..), habe ich mit meinen Freunden über diese Situation diskutiert und der Grossteil war der Meinung, ich hätte mit meinem “vorne-einsteigen” mich nicht klar genug als Kunde abgegrenzt. Mir erscheint das zwar immer noch eine etwas komische Erklärung, aber die nächsten Fahrten werde ich garantiert trotzdem auf der Rückfahrt erleben. :-)

  39. Sash sagt:

    @Ulli:
    Na klar, alle die vorne einsteigen…
    Alles in allem klingt das jetzt bei dir eher nach einer witzigen Situation als nach Belästigung, dann kann man gerne ein bisschen ironisch kommentieren. Bei dieser verdrehten Logik, man müsse sich “klar abgrenzen”, wenn man kein Interesse an Sex hat, wird mir trotzdem immer übel. Das geht gar nicht.
    Wenn ich jetzt an die Angebote in meinem Taxi zurückdenke: Die kamen sowohl von der Rückbank als auch vom Beifahrersitz – so einfach lässt es sich wohl nicht erklären ;)

  40. Ulli sagt:

    @Sash:
    belästigt habe ich mich anfangs auch wirklich nicht gefühlt (belustigt aber auch nicht), erst als er keine Ruhe gegeben hat und mir das Ganze noch vier Mal angeboten hat (das letzte Mal beim Koffer ausladen), habe ich ein mulmiges Gefühl bekommen und war froh, als die Haustür hinter mir zu fiel. :-) Traumatisch war es ganz sicher nicht, aber noch einmal brauche ich diese Situation auch nicht…

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