Unterschiede …

Senior hat mich in den Kommentaren auf ein neues Bild bei notesofberlin.com hingewiesen. Die Seite kann man sowieso weiterempfehlen, aber heute hat es mal wieder was mit Taxen zu tun:

Notes of Berlin: Können Sie diese Fahrzeuge unterscheiden?

Eine kleine Anmerkung muss ich aus Sicht des Taxifahrers aber dann trotzdem machen: Der Punkt „schwer betrunken“ ist wirklich unglücklich gewählt. „Betrunken“ – ok. Aber unter „schwer betrunken“ verstehe ich den Grenzbereich zur Alkoholvergiftung und da ist manches Mal dann vielleicht doch auch der Rettungswagen gefragt. Klar, keiner will diese meist schwierige Kundschaft sonderlich freiwillig haben, aber sie pauschal dem Taxi zuzuteilen, ist vielleicht doch etwas gewagt.

Noch mehr zum Kotzen …

…als kotzende Fahrgäste!

So jedenfalls bewerte ich das Verhalten einiger angeblicher Taxifahrer. Gerade eben hat der Tagesspiegel mal wieder einen wirklich perversen Fall ausgegraben:

Tagesspiegel: Taxibetrüger bedrohen Fahrgäste

Ich denke, eine Diskussion über den beschriebenen Vorgang erübrigt sich. Illegal, dreist, scheiße, unsere Sprache kennt eine Menge Adjektive dafür und in Anbetracht dieses Vorfalls sollte man nicht davor zurückschrecken, das Repertoire anderer Sprachen gleich mit auszureizen.

Dass es immer Betrüger geben wird, ist keine bahnbrechende Neuigkeit. Auch, dass Kontrollen nur bis zu einem gewissen Punkt Sinn ergeben. Aber wir sind im Taxigewerbe lang nicht an dieser Grenze angelangt. Wie kann es denn sein, dass bekannt ist, wo und wann die Typen am Flughafen rumstehen und keiner kann eingreifen? In Tegel wird seit geraumer Zeit ein Zuschlag erhoben, der (offiziell) dazu dienen soll, den Taxifahrgästen Qualität zuzusichern. Wie von den meisten Fahrern erwartet, passiert das aber nicht. Natürlich laufen in Tegel ein paar Kontrollfuzzis rum und machen einen guten Eindruck, allem Anschein nach steht das Geschäft der so genannten „Taxi-Mafia“ aber gerade seitdem in voller Blüte.

Die private Firma Apcoa hilft zwar offenbar gerne mal nach, Taxikunden „deutsche Fahrer“ zu besorgen*, hat aber keine Möglichkeit, illegal haltende Taxen von illegalen (und damit offensichtlich falsch besetzten) Taxiständen zu vertreiben, die Touristen abzocken und bedrohen?

Es scheint, als sei der Protest gegen die Einführung der 50 Cent Extragebühren (pro Taxifahrt) ziemlich berechtigt gewesen, wenn das jetzt das Ergebnis ist.

Und, als kleiner (Nicht-)Fun-Fact: Für den nur dreimal so hohen Preis werden die selben Hilfssheriffs dann am neuen Flughafen BER (wenn er denn mal fertig wird) für Sicherheit und Ordnung sorgen. Da kann man sich also schon mal drauf freuen. Wer weiß, was denen einfällt, wenn sie noch mehr Geld zur Verfügung haben!

Schlimmer aber noch als eine zwielichtige Firma, die sich sowohl in die Taxitarifordnung als auch die Kontrollen der Taxifahrer einmischt, ist was davon hängen bleibt. Denn letztlich liest man beim Tagesspiegel (stellvertretend für die meisten dieser Berichte), dass das kein Einzelfall ist und am Ende wird – wirklich ohne einen allzu großen Zusammenhang zu haben – gleich noch erwähnt, dass auch „richtige Fahrer“ ständig Umwege fahren.

Da will ich nicht widersprechen. Es liegt wohl in der Natur umsatzbasierter Bezahlung, dass man den Umsatz gerne hoch hätte. Aber – auch wenn ich mich persönlich dagegen verwehre, Umwege gut zu finden – es besteht verdammt nochmal ein Unterschied, ob man der verkehrsgünstigeren Route für 2 € mehr folgt oder ob man mal eben 1000% Aufschlag für eine Schwarzfahrt nimmt.

Und ohne Scheiß: Wir, die „richtigen“ Fahrer, sind bei weitem weitem in der Überzahl!

So gut ich es finde, dass die Medien auch diesen Sachen nachgehen – hey, es tut ja offenbar sonst niemand! – so sehr muss ich auch mal anmerken, dass das natürlich immer Extremfälle sind, die da auseinandergenommen werden. Berlin muss keine Stadt sein, in der man Angst vor Taxifahrern hat. Und ein Haufen Kollegen inklusive mir tut täglich nichts anderes, als das unter Beweis zu stellen.

*es gibt entsprechende Beschwerden aus dem Gewerbe

Großer Nachtrag

Nachdem gestern bei der Grafik über Berlins Größe insbesondere von /me bemängelt wurde, dass die Vergleichsstädte nicht mit dem ganzen Stadtgebiet, sondern nur die besiedelten Flächen eingetragen wären, hat sich ein weiterer Leser, Bo, mal eben schnell ans Werk gemacht und eine entsprechend neue Grafik angefertigt:

Stadtgebiete im Vergleich, Quelle: Bo

Ich finde es immer noch beeindruckend und bedanke mich für dieses Bild. Ich wollte aber auch noch mal sagen, dass ich das nicht als Wettbewerb zwischen den abgebildeten Städten sehen wollte. Es ging mir wirklich nur um die Größenverhältnisse und die sind nun mal so.

Kurze Rückmeldung

Da ich die SMS erst Stunden später gesehen habe, möchte ich auf diesem Wege gleichfalls ein Danke an die Mobilfunkfachverkäuferin richten. Die vermittelte Tour war sehr angenehm und unterhaltsam – und hat mir zudem super reingepasst in den gestrigen Abend! Es ist das höchste Trinkgeld der Schicht geblieben und ich hatte beileibe nicht mit allen Fahrgästen so eine angenehme Fahrt in dieser Nacht.

Auch wenn ich denke, die Zufriedenheit beruht auf Gegenseitigkeit:

Mich bitte nicht immer gleich als „besten Taxifahrer Berlins“ vorstellen. Mal abgesehen davon, dass meine Gesichtsfarbe auch so schon zu oft ein kräftiges Rot aufweist – wo bleibt denn da noch die Chance, positiv aufzufallen? 😉

Nein, im Ernst: war alles gut und hat Spaß gemacht!

😀

Dreiviertel voll …

Im Grunde mache ich das ja nicht oft, aber gerade muss ich doch mal wieder stolz auf GNIT blicken. Innerhalb der letzten 24 Stunden haben wir die 750.000 Besuche geknackt. Eine Dreiviertelmillion! Wow! Immerhin sind die 500.000 auch erst im Frühling geknackt worden …

Gut, die 1 vor dem Komma kriegen wir dieses Jahr wahrscheinlich nicht mehr voll, aber wir müssen es ja auch nicht übertreiben 😉

Ich freue mich jedenfalls über alle, die hier mal reinschauen.

🙂