Medien und Taxen …

Wenn ich schreibe, dass ich GNIT auch gerne zum Informieren nutze, dann meine ich das ernst. Unwissen über dieses und jenes gibt es ja immer mal wieder und das ist auch nicht schlimm. Ich hab von der Arbeit von Imkern beispielsweise auch recht wenig Ahnung. Und oft sind das Kleinigkeiten – echt nix, wo es sich lohnt, drauf rumzuhacken. Aber man darf verwundert sein.

In einem Artikel der Berliner Zeitung über die London-Cabs hab ich mich durch eine Bildstrecke geklickt. Muss man nicht, mir war aber langweilig. Dann tauchte ein Foto auf, von einer S-Klasse vor dem Brandenburger Tor. Die Bildunterschrift besagt:

„Man trifft sie recht selten an, aber es gibt sie: Taxis auf Basis der Mercedes S-Klasse.“

Daran will ich gar nichts aussetzen. Es ist so. Es gibt sie, allerdings sind sie recht selten. Kein Wunder, die Kisten sind schweineteuer und die E-Klasse kann man eigentlich als luxuriös genug bezeichnen. Das Bild findet sich auch bei automobile.de in einer Bilderstrecke – mit selber Unterschrift. Das (inzwischen irgendwie einfach hingenommene) Kuriosum ist, dass das Bild sicher keinesfalls eine Abbildung der Realität ist, sondern offensichtlich ein gestelltes Pressefoto.

Sollte das nämlich Alltag sein, würde ich meinen Kollegen vor dem Adlon dringend mal empfehlen, den Spinner da wegzuschicken … mitsamt seinem Taxi. Ich zweifele die Ladeberechtigung dieses Autos massiv an – es hat nämlich ein Stuttgarter Kennzeichen. -.-

 

Ein erster Schritt …

Ich finde es ja schön, dass auch bei visitberlin.de Werbung für unsere Dienstleistung gemacht wird. Auch dass grobe Preise angegeben werden – da ich so viele Kunden schon seltsame Preise habe nennen hören, tut Aufklärung hier sicher Not.

Aber warum werden solche Texte immer von faktenresistenten Idioten geschrieben?

Ja, einen Euro mehr gebe ich auch mal an, um sicher zu gehen, dass ich nicht doch über dem versprochenen Fahrpreis liege – aber 13 € vom Hauptbahnhof zum Alex? Da reichen 10 €! Zur Messe sind es nicht 16 – 19 €, sondern eher 13 – 15. Das soll jetzt nicht nach Wortklauberei klingen, da geht es um Umwege von mehreren Kilometern!

Insgesamt wirkt es ein wenig so, als würden auf der Seite einfach ziemlich wahllos Zahlen von Google Maps übernommen, ohne die Route wenigstens halbwegs von der „schnellsten“ zur kürzesten angepasst zu haben.

Sicher, die „Mafia“-Typen, die vom Flughafen 200 € in die Innenstadt verlangen, kann man damit ausbremsen. Mich ärgert trotzdem, dass unsere Dienstleistung einmal mehr teurer angepriesen wird, als sie eigentlich ist!

 

Klaus, verzeih mir!*

Ich kann heute keinen Artikel schreiben. Sicher, ein paar Dinge hätte ich noch auf der hohen Kante – aber nix, was sich mal eben schnell machen lässt. Die lange Abstinenz von der Arbeit macht sich halt auch mal bemerkbar. Leider. 🙁

Heute Abend indes geht es wieder los. Endlich. Und so wie ich die Wochenendschichten kenne, wird sich da auch schnell wieder was zu Bloggen anbieten. Den ein oder anderen wird es vielleicht wenigstens entschädigen, dass ich heute noch zu Cheffe fahre und damit ungewöhnlich früh bereits zu stalken sein werde. 😉

Also so ab 17.30 Uhr etwa …

*Klaus hat mir mal gesagt, er könne es nicht leiden, wenn ich schreiben würde, ich hätte nichts zu schreiben. Ich hoffe, ich kann ihn mit einem Link zu seinem lesenswerten Blog besänftigen. Nicht, dass unser nächstes Treffen noch schlimmer läuft als unser letztes …

Stinker im Taxi

Nathalie hat mir eine sehr ausführliche Mail geschrieben. Das Thema hatten wir entweder noch gar nicht so richtig oder es ist ewig her. Deswegen wollte ich das mal mit freundlichem Dank an die Verfasserin zu deren Erlaubnis hier öffentlich machen:

Hallo Sash,

ich versuch es mal so, weil einfach meine Frage unter einen Beitrag als Kommentar zu packen, find ich unpassend.

Also, ich wohne in Solingen (offiziell lt. Einwohnerzahl eine Großstadt, aber eigentlich ein Provinznest). Beruflich arbeite ich als Kellnerin, was auch viel Nachtarbeit beinhaltet, dementsprechend bin ich öfters auf ein Taxi angewiesen, wenn ich nicht ne halbe Stunde bergauf laufen möchte und kein Bus mehr fährt. Bei einigen muss ich schon gar nichts mehr sagen, die wissen, wo ich wohne. Gestern Nacht hatte ich ein für mich nicht schönes Erlebnis.
Sonntags abends/nachts in Solingen ein Taxi vom Stand zu bekommen, ist recht schwer, weil hier dann echt der Hund begraben ist und nicht so viele Taxen unterwegs sind, Angebot und Nachfrage halt. Ich mich nach ner 12-Stunden-Schicht gefreut, dass wenigstens eins da stand und ich nicht erst anrufen und in der augenblicklichen Kälte warten muss. Vorsichtig an die Beifahrerscheibe geklopft, weil der Fahrer in einer gemütlichen Position da lag und wohl am dösen war. Er beugt sich sofort rüber um mir die Tür zu öffnen. Die Tür ist noch keine 5cm auf, da schlägt mir ein unangenehmer Geruch, nein schon Gestank entgegen. Es roch so dermaßen nach ungewaschenem Mensch, Stinkefüßen, alten Klamotten und Knoblauch, das Ganze in Kombination mit einem total überheizten Wagen, dass ich echt zögerte einzusteigen. Aber ich wollte nur noch nach Hause, also stieg ich todesmutig ein.
Der Fahrer meinte dann, er müsse sich noch kurz die Schuhe anziehen, während ich ihm mein Fahrtziel nannte. Bei der Gelegenheit fragte ich dann noch, ob er das Fenster etwas öffnen könne, damit frische Luft in den Wagen käme. Er dann ziemlich pampig, nein ist kalt draußen und er hätte schon 50 Minuten da gestanden, er sei durchgefroren. Ich mir so gedacht, okay die paar Kilometer hälst das schon aus. Bin ja von der Arbeit einiges an Gerüchen gewohnt und da muss ich auch schließlich durch.
Nach der zweiten Kurve konnte ich aber nicht mehr, ich fing schon an zu würgen, alles durch den Mund atmen half nicht. Ich ihn nochmal gebeten, das Fenster zu öffnen, er das wieder verweigert. Ich habe ihm dann ziemlich deutlich gesagt, dass es/er im Wagen stinkt und ich so nicht weiterfahren möchte. Er meinte dann, er hätte das Hausrecht und könne machen, was er wolle. Daraufhin hab ich ihn aufgefordert, anzuhalten, weil ich aussteigen wollte, was er dann auch tat. Habe widerwillig den Preis von 3,20 € bezahlt und beim Aussteigen vorsichtshalber noch die Wagennummer gemerkt. Den Rest des Weges bin ich dann gelaufen, nachdem ich erstmal fünf Minuten meinen Kotzreiz unterdrücken musste und es mir einigermaßen besser ging.
Ich habe nichts gegen Ess- und Waschgewohnheiten meiner Mitbürger, wir riechen alle nicht immer wie frisch erblühte Rosen. Ich bin auch nicht wirklich empfindlich, was Gerüche angeht, aber das ging gar nicht, nicht auf diesem engen Raum. Dass er die ganze Zeit seine Musik ziemlich laut laufen ließ, hat das Ganze nicht wirklich besser gemacht. Jeder hat seinen Musikgeschmack, aber die meisten Fahrer machen es dann wenigstens leiser oder sogar ganz aus. Und die kurze Zeit vertrag ich auch mal Musik, die nicht nach meinem Gusto ist.
Wie würdest du dich in so einem Fall verhalten? Oder wenn ein Fahrgast riecht, kann ja auch zuviel Parfum sein, muss ja nicht unbedingt Körpergeruch oder sonst irgendwas sein. Ich weiß nur, dass ich mit diesem Fahrer nicht mehr fahren werde.

Alles Liebe
Nathalie

Ich halte meinen eigenen Senf mal recht kurz – via Mail habe ich schon ausführlicher geantwortet. Ich hab geraten, auf jeden Fall mal wenigstens beim Unternehmen eine Meldung zu machen. Ich bin selbst vielleicht manchmal ein bisschen pingelig in Punkto Sauberkeit und Hygiene im Taxi, aber der Beschreibung nach war das einfach mies. Außerdem vermute ich, dass auch in Solingen die Gewalt über Fenster und Musik rechtlich beim Fahrgast liegt.

Ich hab schon oft gesagt, dass ich bei dem Thema durchaus Grenzen sehe – man muss ja bei -20°C nicht alle Fenster runter machen und dem Fahrer koreanische Volksmusik auf Stufe 10 antun. Kompromisse finde ich da schon schön. Allerdings: Ich fahre seit vier Jahren Taxi, also sagen wir rund 2 in Vollzeit – und noch NIE hatte ich einen Kunden, der das über MEINE Grenzen ausgenutzt hat. Meist waren die Mitfahrer zuerst so weit und haben Gegenkommandos gegeben. Ja, mal gefiel mir die Musik nicht so, aber für das Lächeln und das Trinkgeld geht das ein paar Minuten ja auch. 😉

Ich sehe reihenweise Kollegen im Wagen rauchen, Brathähnchen und Döner essen, ich hab aber die Hoffnung, dass die meisten das durch gutes Lüften und ggf. irgendwelche Raum-Deos zumindest erträglich machen. Sowas wie von Nathalie geschildert finde ich schon eine Spur zu hart. Was meint ihr so?

Weite Fahrt

Nein, ich nicht schon wieder. Aber Ben hat mir folgende Mail geschrieben:

Hey Sascha…
hast Du eine logische Erklärung was ein Taxi mit Berliner Kennzeichen in KONSTANZ so vorhaben könnte…Was mich noch mehr irritierte war, dass auch noch die Fackel an war, und er zudem so schien als sei er auf der Suche nach Winkern….War leider nicht so geistesgegenwaertig ihn anzuhalten und nachzufragen, hab nur das Nummernschild^^…. Ich dachte ihr dürft unbestellt nur in eurem Pflichtfahrgebiet aufnehmen…. Konstanz duerfte ja aus Berliner Sicht knapp nimmer dazugehören… Hat da jemand sein Auto noch nicht umgemeldet? (Ginge das, dass er dann schon hier arbeitet, mit Berliner Nummer?)…oder war das nur ein Berliner Glueckspilz der irgendwenn mal quer durch die Republik fahren wollte?. Bin gespannt auf Deine Erklaerung.

Lieben Gruss
Ben
(P.S. Wenn Du in B ein Taxi mit B-XXXXXX* siehst kannst du ja mal nachfragen… 😉

Ja, ich denke, die Lösung ist recht unspektakulär: Vergessen. Also Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber dass ein Fahrer jetzt wirklich geschäftlich so weit weg ist und dann nach so einer Tour noch rumgeiert anstatt Pause zu machen oder auf dem Weg nach Hause zu sein, halte ich für extrem unwahrscheinlich.

Heutzutage muss man die Fackeln allerdings nur noch selten ausmachen, denn wenn das Taxameter läuft, schalten sie sich selbst ab. Also klar – wenn man einen Funkauftrag angeneommen hat, dann auch. Allerdings nehmen das einige Kollegen auch nicht so genau. Und wenn man nach einer langen Tour (oder vielleicht auch privat als Selbständiger) eine Weile unterwegs ist, kann man das schon mal vergessen. Das mit dem noch nicht umgemeldeten Auto kann eigentlich auch nicht sein, zumindest wäre mir da keine Ausnahmeregelung bekannt.

Wie gesagt: Wahrscheinlich hat der Kollege es einfach vergessen. In die Hose gehen kann das allerdings trotzdem. Ein Kollege von mir musste mal Ordnungsgeld zahlen, weil er die Fackel bereits kurz vor dem Stadtgebiet Berlin wieder eingeschaltet hatte und dann in einen Blitzer gefahren ist, wo das auf dem Bild offenbar zu erkennen war. Allzu viel Rücksicht scheint man da nicht zu haben, der Blitzer soll kurz vor dem Ortsschild gestanden haben.

Update:

Miettaxi. Klar. Auf die Idee bin ich natürlich auch nicht gekommen. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und so. Danke an all euch findige Kommentatoren! 🙂

*Nummernschild von mir unkenntlich gemacht.

Wort zum Sonntag

OK. Mal kurz ein Gedanke:

Ich hab gestern gelesen, dass die Deutschen durchschnittlich 103 € Bargeld im Portemonnaie mit sich rumtragen*. Wie weit man da wann in welche Richtung vom Durchschnitt entfernt ist, ist sicher  eine interessante Überlegung. Ebenso interessant ist sicher, dass das durchaus die Größenordnung von dem sein könnte, was sich im Geldbeutel eines Taxifahrers finden lässt. Im Gegensatz zu Otto-Normalbürger haben wir aber zwingend eine Alarmanlage im Auto und fast genauso zwingend Funk oder eine vergleichbar einfache Kommunikationsmöglichkeit. Dank unschöner Ereignisse in der Vergangenheit sind etliche Taxifahrer inzwischen bewaffnet und außerdem fast schon von Berufs wegen ziemlich auf der Hut vor fragwürdigen Gestalten. Und trotzdem werden wir öfter ausgeraubt?

Also wenn ich noch belastbare Zahlen für Taxifahrer finde, dann erhoffe ich mir wenigstens einen Ig-Nobelpreis für die dann folgende mathematische Beweisführung für die Blödheit von Taxiräubern. 🙂

*war ein Artikel bei welt.de, ich werde ihn hier nicht verlinken. Aus Gründen.

Bloggergramm

Ich mach ja auch mal komische Dinge. Zum Beispiel komisch gucken, wenn mich jemand plötzlich fragt, ob ich ihm ein Autogramm geben könnte. Das hat Tobias gemacht – und natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken. Da Autogramme von Bloggern bei ebay noch nicht so viel bringen, verbloggt er sie nämlich erst mal selbst. Meines (natürlich stilecht mit Bezug zum Taxi) ist inzwischen dort angekommen:

Bloggergramm von Sash