Gewohnheitsstrecken

Es hat zugegebenermaßen nicht viel Überzeugungsarbeit gekostet, meiner Kundin zu erklären, dass meine Route „geringfügig“ kürzer sein würde als die, die sie mir vorschlug. Denn das war ihr Vorschlag:


Größere Kartenansicht

Denn trotz Sperrung der Adalbertstraße ist der Weg über die Oberbaumbrücke eigentlich immer unsinnig.

Sie hat mir das im Übrigen nicht einmal ansatzweise übel genommen, obwohl Menschen ja gerne mal auf ihren Gewohnheiten beharren. Im Gegenteil: Sie hat sich gefreut, dass sie jetzt durch Zufall mal was neues gelernt hat. Sowas darf es ruhig öfter geben. 🙂

PS: Im Taxhihaus-Blog hab ich im Gegenzug von einer Fahrt heute Nacht geschrieben, die ich selbst verbockt habe. Aber gleichfalls mit gutem Ausgang. 😉

 

Große Scheine …

…waren heute Nacht nicht wirklich ein Problem. Dafür war das Kleingeldfach am Ende gut ein Kilo* schwer:

"Haste mal'n Euro?" – "Ach, wenn's nur einer wäre!" Quelle: Sash

„Haste mal’n Euro?“ – „Ach, wenn’s nur einer wäre!“ Quelle: Sash

 

*OK, hab mich verschätzt. Das Portemonnaie als Ganzes wog ziemlich genau 800 Gramm.

Massenumsatz

BÄM:

70925-taxameter-by-nastasja-kleinjung

Amtliche Summe auf der Uhr. Quelle: Nastasja Kleinjung

Ja, so dürfte es nach der Schicht auch gerne mal bei mir auf der Uhr aussehen. 🙂

Geschickt hat mir das Bild clekis, aufgenommen ist es von einer Freundin. Dazu schrieb er folgendes:

Hallo Sash,

ich habe hier mal eine kleine Story für dich aus dem Großraum Köln:

So ein paar Idioten haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ein Glasfaserkabel durchtrennt und dadurch dafür gesorgt, dass ein Stellwerk nicht mehr bedient werden konnte. So ein Stellwerk ist ja dafür da, dass die Weichen richtig liegen und die Signale entsprechend grün werden können. Also lief dadurch fast den kompletten Freitag der Zugverkehr in der Region eher mäßig – eben so, wie die Berliner es gewöhnt sind ;).
Besonders die Strecke nach Marienheide, eine Regionalbahnstrecke mit etwa 60km Länge, war betroffen, dort fuhr kein einziger Zug. Stattdessen – und nun kommt endlich der Bezug zu dir – fuhren dort wohl insgesamt 60 Taxen und 8 Busse im Pendelverkehr als sogenannter „Notverkehr“. Eine Freundin von mir musste an diesem Tag auch die Strecke fahren und „durfte“ daher eine der Taxen besteigen. Als sie entstieg, standen schon 620€ auf der Uhr – und als sie ausstieg, waren es dann knapp 710€, wie
du im angehängten Bild sehen kannst.

Ich hoffe, du erblasst nun nicht vor Neid, wenn du diese Zahlen liest, aber das ist doch sicher etwas, was sich jeder Taxifahrer mal wünscht, oder? Wie ist das eigentlich? Kann die Uhr überhaupt vier Stellen und damit dann die 1000€ anzeigen?

Wie eingangs erwähnt: Über sowas freut man sich. Ist jedenfalls ein ganz schöner Luxus, die Uhr einfach die Schicht über durchlaufen lassen zu können – und so hab ich die Aussage mal interpretiert. Damit kommt man natürlich zwingend besser weg als sonst irgendwie. Auf die Frage nach der Taxamteranzeige konnte ich leider keine befriedigende Antwort geben, denn meine erste Tour mit 1.000 € oder mehr lässt leider schon seit geraumer Zeit auf sich warten. Und meine Leser aufzufordern, in Berlin den Bahnverkehr stillzulegen, halte ich zum einen juristisch für gewagt, zum anderen dürfte ich diese Grenze auch unter besten Bedingungen nur schwer knacken. Ich müsste dazu über 750 km Fahrtstrecke zurücklegen, was bei einer 10-stündigen Schicht schon eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 km/h bedeuten würde – dass das in der Stadt nicht machbar ist, erklärt sich wohl von selbst, ohne gesondert darauf zu verweisen, dass auf 70% der Straßen in Berlin Tempo 30 gilt.

Es wird wohl von Taxameter zu Taxameter anders sein, ich vermute aber, dass sich eine vierstellige Zahl (vor dem Komma) wohl anzeigen lassen wird. Mein Taxameter zeigt beispielsweise den Gesamtumsatz auf 4 Stellen an. Was im Grunde aber schon albern ist, da die Kiste ja längst im sechsstelligen Bereich ist …

Neue Werbung

Hier im Internet hat man sich an Werbung gewöhnt, oder? Also mir persönlich geht es so und deswegen nutze ich die Möglichkeiten ja auch, um mir ein paar Cent dazu zu verdienen. Und wenn jemanden dieses eine kleine Banner stört, ist es mit gängigen Adblockern sehr leicht im Nirvana verschwunden. Dann kriegt man es allenfalls mal wieder mit, wenn ich wenig subtil mit Amazon-Link durch den Blogdschungel rufe: „Kauft endlich mein eBook!“ (Was in dieser Form jetzt aber auch eine Premiere war 😉 )

Offline passiert das mit der Werbung natürlich auch, da hat es schließlich angefangen. Und da dort immer noch mehr Geld zu verteilen ist, nutzen meine Chefs das auch. Auf den Türen, auf dem Dach – wo Werbung ranpasst, ist Werbung drauf. Und auch wenn unbeklebte Autos nochmal eine Nummer ästhetischer sind, finde ich das völlig ok. Nutzen wir doch die Zeit, bis irgendwem mal auffällt, dass keine Sau nach Zypern reisen wird, nur weil außen auf ein paar Taxis Bilder von Palmen angebracht sind. Für so eine doofe Folie bekommen meine Chefs so viel Geld, dass es einige Schichten weniger von mir braucht, um die zukünftigen Firmenfeiern zu bezahlen. Und mich schränkt’s kein Bisschen ein. Also abgesehen vom ein oder anderen schönen Foto, das ich jetzt nicht mehr machen kann …

Ansonsten sitze ich ja drinnen und seh’s nicht einmal.

Und nun:

"Was ist das?" – "Rosa." – "Dann mach's kaputt!" Quelle: Sash

„Was ist das?“ – „Rosa.“ – „Dann mach’s kaputt!“ Quelle: Sash

Nun haben wir also einmal mehr Werbung im Innenraum. Da bin ich ja wesentlich empfindlicher. Wir hatten sowas schon einmal, damals hab ich’s nach einem Tag versehentlich kaputt gemacht und dann in den Kofferraum geschmissen. Weil sich dadurch der Sitz nicht mehr umklappen ließ. Und wenn der Scheiß die Usability meines* Autos einschränkt, dann ist Schluss mit lustig!

Das jetzt ist allerdings noch nicht einmal so schlimm wie der schlimmste Außenwerbungsversuch und ich weiß ja auch, dass man sich daran gewöhnt. Inzwischen kommt mir die 1925 in einer Werbepause ja fast schon nackig vor …

Abgesehen von der Farbe stört dieses Ding zumindest mich vorerst nicht. Auch die Kunden haben in der Regel besseres zu tun, als sich die ganze Zeit über eine Werbeanzeige aufzuregen. Insofern bin ich mal guter Dinge. Und es ist ja nicht auszuschließen, dass es kuriose Nebeneffekte gibt – wie damals bei der Dachwerbung.

*Kleiner Funfact: Hab meine Chefs vor ein paar Tagen gefragt, ob das gehen würde, eine nicht wieder entfernbare Handyhalterung im Auto anzubringen (Bin noch auf der Suche, wollte nur mal die Grenzen ausloten).
Zitat Andreas: „Selbstverständlich. Das ist dein Arbeitsgerät, warum fragst Du uns da?“

Läuft, läuft nicht, läuft …

Ganz komisch. Ich komme ans Auto und entdecke erstmal einen Zettel vom Tagfahrer.

2013-05-treffer

Nicht nur, dass er eine kleinere Reparatur bislang nicht vornehmen konnte, nein, er schrieb zudem, dass unsere Stoßstange schon wieder hinüber sei – nur so, damit ich nicht denke, das sei auf dem Parkplatz passiert. Ich also gleich wieder raus und geguckt. Das Ergebnis kann man rechts sehen …

Offenbar war mein Kollege schon zum zweiten Mal in diesem Jahr unschuldig in die Deformation unseres Arbeitsgerätes verwickelt – dieses Mal verkündete der Zettel pragmatisch:

„Eine Radfahrerin hat versucht, durch’s Auto zu fahren.“

Ich hoffe ja mal, dass außer dem offensichtlich zerschmetterten Plastik nichts passiert ist. Meinetwegen kann man bei dem Schaden nun wirklich darüber streiten, ob das noch gerichtet werden muss, schließlich sollte die Außerdienststellung der 1925 noch in diesem Jahr vonstatten gehen. Und im Vergleich zum letzten Malheur versteckt sich dieses ja recht gut auf der linken Seite und ist vom Stand aus z.B. kaum wahrnehmbar für Kunden. Wesentlich weniger zumindest als die beiden Rostflecken, die wir inzwischen prominent vorne mittig auf der Motorhaube zur Schau stellen.

Man merkt dem Auto langsam das Alter an, da kann man machen, was man will. Dass jetzt die Bremsen mal wieder an der Reihe sind, ist eigentlich nicht verwunderlich, das passiert nunmal alle paar zehntausend Kilometer. Dass es sich allerdings schon soo schlimm anhört, hatte ich nicht erwartet. Hat mir heute Nacht echt die Laune verhagelt, denn ich mag es einfach nicht, wenn man das Auto schon auf 300 Meter Entfernung hört. Rein sicherheitsmäßig halten die zwar sicher noch übers Wochenende, aber ich bin mir gerade unschlüssig, ob ich das ausprobieren möchte.

Dummerweise ist das einer der wenigen Punkte, bei denen ich mit meinem Tagfahrer nur bedingt übereinkomme. Er ist bei Macken am Auto einfach wesentlich toleranter als ich und hat natürlich zudem die unangenehme Aufgabe, solche Sachen während seiner Arbeitszeit zu beheben. Ich würd’s ihm aus Fairnessgründen gerne mal abnehmen, aber nachts ist sogar Berlin ein bisschen zu dünn mit offenen Werkstätten bestückt …

Ein kleines Bisschen muss die 1925 noch aushalten. Der Herbst ist als Austauschzeitraum angedacht, zudem fehlen noch rund 2.000 km auf die von mir angepeilte mittlere Erde-Mond-Entfernung von 384.400 km. Wahrscheinlich schaffen wir – sofern größere Schäden nicht dazwischenkommen – sogar noch die 400.000. Dann aber, das kann man mit gutem Gewissen sagen, ist auch mal Schluss für so einen kleinen Opel. Ganz egal, wie gern man ihn hat.

Der erste Neue …

Ich hätte ja gedacht, dass es schneller geht. Aber hier isser nu:

Mein Scanner konnte noch nie fünfe gerade sein lassen. Quelle: Sash

Mein Scanner konnte noch nie fünfe gerade sein lassen. Quelle: Sash

First Light 2013

Bevor’s wieder dunkel wird, noch schnell der Hinweis: Heute morgen hab ich das erste Mal in diesem Jahr eine Schicht bei Sonnenschein beendet …

Alarm, Alarm! Rotes Bällchen auf 11 Uhr! Quelle: Sash

Nachtrag
Für alle, die mir nicht glauben, dass ich Haare auf den Händen hab: Es sind nicht viele, aber es gibt sie! 🙂