Einmal Zufall zum Mitnehmen, bitte!

Kuriose Situationen gibt es immer wieder. Vor einiger Zeit bin ich Abends zum Stammdöner meiner Wahl gewatschelt. Zu Essen wollte ich nichts, lediglich meine Cola war alle. Da ich ohne mein Lieblingsgetränk am Schreibtisch zu nicht viel zu gebrauchen bin, hab ich meinen inneren Schweinehund mit mir zusammen vor die Türe getreten, obwohl bereits kaltes Herbstwetter dort auf uns wartete.

Als ich den Schnellimbiss mit angeschlossener Kneipe betrat, standen an der Dönerheke ein Angestellter, den ich erst einmal gesehen habe und ein Kunde. Letzterer eher ungelenk angelehnt an die Glasfront, hinter der sich frisch geschnittenes Gemüse türmte. Er kam auch gleich zur Sache, als er mich sah:

„Haschne sammaal Tasse Fahaa!?“

Der Gastwirt winkte ab:

„Nein, der ist kein Taxifahrer!“

Ich hab meine Klappe nicht halten können und gekontert:

„Selbstverständlich bin ich Taxifahrer. Aber ich bin leider außer Dienst.“

Gut, das „leider“ war bei dem Kunden ein bisschen gelogen, ich geb’s ja zu.

Wann man kein Trinkgeld will

Die Fahrt war nett und unterhaltsam, dennoch kam am Ende ein ziemlich undankbarer Betrag für Trinkgeldgeber heraus:

„So, dann hätten wir genau 20,00 €.“

So einen Volltreffer auf einen vollen Zehner landet man nun auch nicht alle Tage. Die Kundin gab mir einen Zwanni und begann in ihrer Geldbörse zu kramen.

„Ach Mensch, jetzt hab ich nur noch Rotgeld, und ich würde ihnen doch gerne noch Trinkgeld geben.“

Nach einer Minute hatte sie es fast aufgegeben und meint zu mir:

„Wenn ich ihnen jetzt einen Euro extra mit einem Fünfziger bezahle, ist das auch nicht das Wahre, oder?“

Ist ja nicht immer einfach mit dem Wechselgeld. Aber das Schicksal war gnädig. Ihre Hosentasche gab zu guter Letzt den Betrag noch her 🙂

Richtungswechsel

Die Taxihalte am Ostbahnhof ist zweckmäßig organisiert, keine Frage. Für Kunden ohne Ahnung ist sie schlicht nicht verständlich. Die ersten 4 bis 5 Taxen halten ganz links vor den Ausgängen. Über die gesamte Länge der Bahnhofshalle befinden sich auf der anderen Straßenseite die Nachrückeplätze. Kein Wunder, dass insbesondere Kunden, die einen Ausgang weiter rechts vermuten, meist das erste Taxi irgendwo gegenüber am Beginn einer der nachstehenden Rücken vermuten.

Schlimm ist das nicht wirklich. Im Gegensatz zu manch anderer Halte ist es zumindest nachts am Ostbahnhof wirklich kein Problem, ein Taxi von weiter hinten zu nehmen. Es ist selten, dass sich unter die vielen Stammfahrer dort ausgerechnet irgendwelche Niesel verirren, die das mit der freien Wahl der Taxe nicht so genau nehmen.

Eine besonders interessante Vermutung hat sich nun aber bereits seit Ewigkeiten unter den Kunden breit gemacht: Die, dass die Taxen auf der jeweiligen Seite nur in diese Richtung abfahren können. Sicher, es ist nicht unangenehm, zu Fahrtbeginn nicht wenden zu müssen, andererseits sind die meisten Taxifahrer durchaus mit der Steuerung ihres Fahrzeugs vertraut und erfüllen auch solche Wünsche gerne 😉

Viele Kunden fragen aber, welches das erste Taxi ist oder wo sie einsteigen müssen. Da hilft man gerne und verweist auch mal auf den ersten. Wenig Zeit für Erklärungen ließ mir aber eine Frau, die schnurstracks auf mich zuschritt, obwohl ich mitten in der Schlange der ersten Nachrücke stand.

„Sagen sie, wie würden sie von hier zum Kotti fahren? Hier runter?“

Dabei deutete sie in Richtung Mühlenstraße. Es soll ja Kollegen geben, die das versuchen, aber das verdoppelt die Strecke beinahe. Also antworte ich wahrheitsgemäß:

„Nein, natürlich nicht. Ich würde in die andere Richtung und dann über die Schillingbrücke…“

„Danke!“

hörte ich noch von ihr, dann drehte sie sich um und stieg gegenüber ins Taxi des Ersten ein. Ich schwör euch, bis ich das geblickt hab, muss ich ziemlich dumm in die Landschaft gestarrt haben.

Chillout

Anrufe sind ja grundsätzlich eine Plage. Sie kommen stets zur Unzeit. Ob man nun gerade den Schlaf der Gerechten schläft oder sich in in unterschiedlicher Gruppengröße der unchristlichen Fleischeslust hingibt – es gibt kaum angenehmes Telefonklingeln. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Da der Anruf der staatlichen Lotteriegesellschaft ausbleibt, in dem sie mir sagen, dass sie für mich ein Los gekauft haben und dies den Jackpot geknackt hat, war es in diesem Fall ein Anruf von Jo.

Jo ist neben Torsten einer der sympatischsten Menschen, die ich „aus dem Internet“ kenne, und insofern ist ein Anruf von ihm eigentlich immer eine nette Geschichte. Mal abgesehen davon, dass er mich hauptsächlich anruft, damit ich ihn im Rahmen meines Jobs von A nach B bringe. Außerdem kann ich mich immer über die zweideutige Aussage meiner Meldung am Telefon freuen, da ich bei seinem Anruf immer einfach „Jo“ sage. Ob er das als seinen Namen oder als „Ja?“ interpretiert, hab ich ihn noch nie gefragt 🙂

Am letzten Freitag ist es mir nicht schwergefallen, den Ostbahnhof hinter mir zu lassen, wenngleich eine Anfahrt bis Reinickendorf etwas ist, das ich meinem Chef besser verschweigen sollte 🙂

Dort wartete Jo im besten Wissen, dass es auch mal dauern kann, bis das Taxi kommt und hat noch den ein oder anderen Krug geleert, bis ich die Ecke der vor der Chillout Bar als Parkplatz zweckentfremdet habe. Ein guter Freund nannte das selbe vor meiner früheren Wohnung mal „Punkrock-Parkplatz“, Hugo und Elvira würden das „Parken im Kreuzungsbereich“ nennen.

Aber es war Nacht und es war in Berlin-Reinickendorf. Ich bin schon größere Risiken eingegangen…

Jo befand sich in lustiger Runde, und da es so oder so ein mieser Tag war, hab ich letztlich eine Cola bestellt und mich als Blogger vorstellen lassen. Selten genug, dass einem das Prestige bringt, also habe ich es genossen 🙂

Aus der zweiten Fahrt diesen Abend aus der Bar ist zwar leider nichts geworden, aber tatsächlich habe ich Jo kurz darauf in den Wedding gebracht, was abermals eine unterhaltsame Fahrt war. Zur Krönung ist mir bei der gemeinsamen Zigarette (Wenn ich jetzt „Zigarette danach“ schreibe, klingt es irgendwie seltsam, oder?) auch noch der nächste Fahrgast vors Auto gelaufen. Die Tour verblogge ich sicher auch irgendwann, aber das hat noch Zeit.

War auf jeden Fall abermals ein nettes Treffen mit Jo, und da dieser gerne etwas Traffic auf seiner Seite hätte, dürft ihr gerne all eure DDOS-Tools auf seine Seite richten seinen Blog ansehen und nette Kommentare hinterlassen.

Tückische Fahrpläne…

Mein Schichtende gerade war traumhaft. Ich bin auf die Landsberger Allee gebrettert, auf dem Weg gen Abstellplatz. Eigentlich hätte ich das Auto sogar mitnehmen können, nachdem sich aber die Bremsen während der letzten Touren dahingehend äußerten, dass sie mal ausgetauscht werden wollen, hab ich also nur auf die Landsberger, nicht auf Marzahn direkt gezielt. Was allerdings am Platz der Vereinten Nationen so oder so noch keinen Unterschied macht. Für Berlin recht stattliche 23 Touren hatte ich zusammen, eine unter meinem persönlichen Rekord.

Dann Winker.

Ging zwar leicht weg von der Optimallinie, das Ziel sollte allerdings die Gürtelstraße sein. Die in Friedrichshain, nicht zu verwechseln mit der anderen! (Lustig ist es vielleicht, zu erwähnen, dass ich mich an der Tanke kurz zuvor just mit genau dem Kollegen aus der verlinkten Geschichte unterhalten habe 🙂 )

Wo waren wir? Ach ja: Gürtelstraße. Nette Tour, knapper Zehner. Also zielte ich nun gen Norden. Mein Abstellplatz liegt unweit des HolidayInn-Hotels an der Ecke Landsberger Allee / Weißenseer Weg, ich war meinem Ziel also immerhin näher gekommen. Mit 24 Touren. Damit bin ich gleichgezogen mit dem diesjährigen Silvester. Allerdings habe ich an Silvester die Touren in kürzerer Zeit eingefahren und sie waren durchschnittlich länger. Der Rekord selbst hat also keine allzu große Bedeutung. Gehabt. Denn wie fast zu erwarten in dieser Nacht hatte ich nochmals Winker.

„Wohin soll es gehen?“

„Landsberger Allee.“

„Wohin da genau?“

„Ähm, die Nummer ist, muss ich gucken. Wir müssten da eigentlich genau zu diesem Holiday Inn…“

Bingo!

Die Tour hat nochmal 7 Euro in die bereits gut gefüllte Kasse gespült und der Weg zum Abstellplatz war nun nicht mehr weit. Da ich nun ja unweit einer Haltestelle für meine Bahn parke, sah ich schon beim Ankommen, dass ich noch 6 Minuten Zeit hätte. 6 Minuten? Nicht unmöglich, aber halbwegs eng. Ich muss am Abstellplatz all mein im Auto verteiltes Zeug zusammensuchen, gewissenhaft den Abschreiber ausfüllen, mich am Taxameter abmelden, das Auto nochmal nach Fundsachen durchsehen, abschließen und zur Haltestelle laufen.

Insbesondere das Ausfüllen des Abschreibers kostet Zeit, weil man immer wieder am Taxameter rumklicken muss und mein Tagfahrer und ich uns ohnehin angewöhnt haben, die Anfangsdaten immer schon in den Zettel für den anderen einzutragen. Erspart einem zum Beginn der Schicht Schreibarbeit, verdoppelt sie dafür am Schluss. Egal, wie lange man dann Zeit hat. Während ich also so meinem eingeübten Ablauf begonnen habe, hab ich drüber nachgedacht, ob ich nicht doch lieber in Ruhe noch eine Kippe rauchen sollte. Wozu Stress? Und die nächste Bahn müsste um diese Zeit auch bald wieder fahren…

Letztlich stand ich aber mit angefangener Zigarette am Bahnsteig, als die Anzeige noch 2 Minuten Restzeit anzeigte. Und inzwischen auch die Ankunftszeit der nächsten Bahn. In 59 Minuten! Boah, was war ich froh, einmal nicht auf meine Faulheit gehört zu haben 🙂

Ermittlungen zur Verantwortung

So, die Bestätigung vom LABO zur Verlängerung meines P-Scheins ist nun da. Das ist ein Grund zur Freude, wenngleich meine Ausnahmegenehmigung ja durchaus noch bis Mitte Januar gilt. Denn auch wenn ich bisher noch nicht einmal von irgendwem nach meinem P-Schein gefragt wurde (außer von meinem Chef), vermute ich, dass so ein schnöder Computerausdruck mit der Fälschungssicherheit eines handgeschriebenen Post-it’s bei jeder erdenklichen Kontrolle für unnötigen Spaß sorgen würde.

Nun gehöre ich ja zu den wenigen Menschen, die hier und da die Amtspost sogar gründlich lesen. Das tue ich durchaus aus Interesse. Die Ämter dieses Landes repräsentieren den Staat, und da dieser mir Rechte und Pflichten auferlegt, interessiert es mich per se, was er tut. Wie jeder andere Bürger da draussen bin ja auch ich der Meinung, dass er hier zu wenig und da zu viel tut.
Amtliche Schreiben stellen nun eine (meist tatsächlich nur einseitige) Kommunikation dar, die durchaus einen Blick wert sind. Schließlich kommen hier mal regelrecht freundlich formulierte Anfragen und anderswo total kryptische Befehle.

Nun also das LABO.

Der Schrieb ist zunächst völlig normal, mit leicht übersachlichem Amtston, ansonsten aber verständlich formuliert.

„Ihrem Antrag auf Verlängerung […] wird stattgegeben.“

liest man da, und zusammen mit der Erklärung, wohin man beim LABO genau latschen muss, ist das ja der wichtigste Part. Beim letzten Satz allerdings musste sogar ich zweimal lesen, um ihn zu verstehen.

„Mit Ablauf des 27.09.2012 wird der Antrag gegenstandslos, weil dann die Ermittlungen zur besonderen Verantwortung als Personenbeförderer nicht mehr gültig sind.“

Jaja, man liest dreimal drüber, fragt sich im Kontext, was es bedeuten könnte und sieht dann: Oh, alles klar! Ging mir auch so. Aber ohne behaupten zu wollen, dass mein Bildungsstand mit dem Erwerb des Abiturs sonderlich außergewöhnlich wäre: Ich bin gebürtiger Deutscher im heiratsfähigen Alter mit Abitur und habe diesen Text zweimal lesen müssen! Natürlich geht es bloß darum, dass meine ärztlichen Gutachten nach einem Jahr ungültig werden, kein großes Ding. Aber wie bitte kann man erwarten, dass mitunter fremdsprachliche Leute einen unnötig absurden Terminus wie „Ermittlungen zur besonderen Verantwortung“ verstehen? Man muss ja nicht gleich „dein Papierkram“ schreiben, aber was spricht gegen „die eingereichten Unterlagen“, „ihre ärztlichen Zeugnisse“ etc.?

Ich bin – wie einige bereits gemerkt haben – ein Freund der deutschen Sprache. Ich mag sie und ich nutze sie (bisweilen auch eher unbeholfen) in der ganzen Mannigfaltigkeit ihrer Komplexität. Aber von meinen Formulierungen hängt kein lebenswichtiges Geld ab, das Lesen meiner Texte ist freiwillig. Ich würde mich freuen, wenn hierzulande mehr Sprachkompetenz vorherrschen würde, aber in einem Land, in dem die Bild die meistverkaufte Zeitung ist, kann man doch Amtsanschriften nicht derart verklausuliert formulieren. Zumal das ja ein wirklich harmloses Beispiel ist, es können sich gerne mal ein paar ALG2-Bezieher mit ein paar Zitaten aus ihren Anträgen in den Kommentaren zu Wort melden…

Mir persönlich ist das egal. Ich hab noch aus jedem Schreiben rauslesen können, was ich darf, muss oder lassen kann. Aber das können nicht alle. Selbst das Schreiben vom Fundbüro bezüglich der von mir gefundenen Kamera damals war (in dem Fall sicher sogar bewusst) so formuliert, dass es einen falschen Eindruck vermittelt. Wen nimmt es da Wunder, dass ich es auch bevorzuge, möglichst absurd mit den entsprechenden Stellen zu kommunizieren und mich auch noch öffentlich darüber aufrege?

Und irgendwann in den nächsten Monaten hole ich dann meinen P-Schein. Dieses Mal werde ich nicht vergessen, dort am Infoschalter zu sagen, dass ich aufgefordert wurde, hier vorzusprechen. Würde mich ja nicht mal wundern, wenn die dann selbst nicht wissen, was ich damit meine…

Kofferraum Taxi

Es gibt so ganz ausgezeichnete WTF-Momente im Leben. Mein bester seit langem wartete am Abstellplatz auf mich. Ich hatte gerade eine eher mäßige halbe Schicht beendet, war aber froh um den Feierabend. Ich hab die Schichtabschreiber ausgefüllt, mein Zeug bereits übersichtlich auf den Beifahrersitz gestapelt und mich letztlich vom Taxameter abgemeldet.

Von diesem Punkt an trennen mich nur noch Sekunden vom In-die-Bahn-springen. Alles was ich dann noch zu tun habe, ist zum Kofferraum zu gehen, meine Leinentasche herauszuholen, das Zeug vom Beifahrersitz dort hinein zu verfrachten und im Weglaufen das Auto abzuschließen. So sollte es sein.

An diesem Abend ging ich zum Kofferraum, öffnete ihn und sah, dass dort ein Koffer liegt.

Für einen Moment habe ich überlegt, ob ich heute vielleicht dummerweise mit dem Koffer zur Arbeit bin, dann ist mir aber schnell wieder eingefallen, dass ich gar keinen Koffer besitze.

„Bis zu diesem Moment.“

dachte ich so bei mir. Nein! Hab ich natürlich nicht wirklich. In diesem Moment hab ich mir nur eines gedacht:

„FUCK!“

Irgendein Fahrgast vermisste also seinen Koffer. Ich war gerade dabei, darüber nachzudenken, welcher der 8 Kunden Gepäck hatte, aber ohne wieder gegangen ist. In diesem Moment kam es zum absoluten Höhepunkt, denn eine junge Frau trat an mich heran und fragte nach, ob ich sie vielleicht noch kurz nach Marzahn bringen könnte. Ich würde zu sowas niemals nein sagen, aber in diesem Moment habe ich es getan. Zwischen dem Überlegen, was ich mit dem Koffer mache und der Tatsache, dass meine Bahn in 5 Minuten fährt, passte irgendwie kein Fahrgast mehr in mein Hirn…

Polizei? Fundamt? Eigenrecherche? Was sollte ich machen? Ich wusste ja gar nix. Vielleicht bin ich ja wirklich in einem Moment geistiger Umnachtung davongerast, als der Fahrgast an den Kofferraum wollte. Vielleicht war ich ja bereits zur Fahndung ausgeschrieben!? Andererseits war es weit nach Mitternacht. Selbst wenn ich den Inhaber des Koffers noch aufgefunden hätte: Spätestens bei meinem Aufkreuzen wäre er nicht mehr erfreut gewesen 🙂

Die verbleibenden Minuten bis zur Bahn habe ich also genutzt, um einen Blick in das Gepäckstück zu werfen. Ein paar Klamotten, Zahnbürste, das übliche Reisegepäck und etwas, dessen Entdeckung der Inhaber am nächsten Abend mit den Worten

„Ich dachte mir: Wenn er das findet, dann wäre er echt clever!“

quittiert hat: Ein Namensschildchen von einer Tagung inklusive zugehörigem Lehrinstitut. Bingo! Während der Bahnfahrt habe ich festgestellt, dass es genügt, einfach alle Daten vom Schildchen bei Google einzugeben, um auf einer Seite zu landen, auf der sich sowohl eine geschäftliche Telefonnummer als auch eine Mailadresse befinden. Also bin ich etwas beruhigter nach Hause, hab meinen Bildschirm angeschaltet, eine Mail mit drei Entschuldigungen, einem Vorschlag zu einem abendlichen Treffen und der frohen Nachricht geschrieben und bin ins Bett gegangen.

Der Rest ist so unspektakulär, wie sowas in Zeiten des Internets nur sein kann. Als ich aufwachte, fand ich eine Antwortmail von einem überglücklichen Fahrgast im Postfach und als erste Amtshandlung der nächsten Schicht bin ich kurz zu ihm gegurkt und hab ihm den Koffer in die Hand gedrückt. Ein bisschen schäme ich mich dafür, einen Fünfer als Dank angenommen zu haben, weil ich die Schuld ebenso bei mir verorte, aber letztlich ging alles gut. Die Bilanz der Geschichte sind eine halbe Stunde Panik und 5 € Minus auf seiner Seite. Auf meiner sind es 5 Minuten Panik, etwas Schlepperei und 8 Kilometer Anfahrt.

Wir haben es beide sportlich genommen und ich bin künftig etwas sparsamer mit blöden Sprüchen. Mein Lieblingsspruch zum Ausladen von Gepäck ist nämlich eigentlich:

„Na, dann wollen wir mal noch das Gepäck befreien. Ist immer ein blödes Ende für eine Reise, wenn der Taxifahrer mit dem Koffer abhaut…“