Ein erster Schritt …

Ich finde es ja schön, dass auch bei visitberlin.de Werbung für unsere Dienstleistung gemacht wird. Auch dass grobe Preise angegeben werden – da ich so viele Kunden schon seltsame Preise habe nennen hören, tut Aufklärung hier sicher Not.

Aber warum werden solche Texte immer von faktenresistenten Idioten geschrieben?

Ja, einen Euro mehr gebe ich auch mal an, um sicher zu gehen, dass ich nicht doch über dem versprochenen Fahrpreis liege – aber 13 € vom Hauptbahnhof zum Alex? Da reichen 10 €! Zur Messe sind es nicht 16 – 19 €, sondern eher 13 – 15. Das soll jetzt nicht nach Wortklauberei klingen, da geht es um Umwege von mehreren Kilometern!

Insgesamt wirkt es ein wenig so, als würden auf der Seite einfach ziemlich wahllos Zahlen von Google Maps übernommen, ohne die Route wenigstens halbwegs von der „schnellsten“ zur kürzesten angepasst zu haben.

Sicher, die „Mafia“-Typen, die vom Flughafen 200 € in die Innenstadt verlangen, kann man damit ausbremsen. Mich ärgert trotzdem, dass unsere Dienstleistung einmal mehr teurer angepriesen wird, als sie eigentlich ist!

 

Wort zum Sonntag

OK. Mal kurz ein Gedanke:

Ich hab gestern gelesen, dass die Deutschen durchschnittlich 103 € Bargeld im Portemonnaie mit sich rumtragen*. Wie weit man da wann in welche Richtung vom Durchschnitt entfernt ist, ist sicher  eine interessante Überlegung. Ebenso interessant ist sicher, dass das durchaus die Größenordnung von dem sein könnte, was sich im Geldbeutel eines Taxifahrers finden lässt. Im Gegensatz zu Otto-Normalbürger haben wir aber zwingend eine Alarmanlage im Auto und fast genauso zwingend Funk oder eine vergleichbar einfache Kommunikationsmöglichkeit. Dank unschöner Ereignisse in der Vergangenheit sind etliche Taxifahrer inzwischen bewaffnet und außerdem fast schon von Berufs wegen ziemlich auf der Hut vor fragwürdigen Gestalten. Und trotzdem werden wir öfter ausgeraubt?

Also wenn ich noch belastbare Zahlen für Taxifahrer finde, dann erhoffe ich mir wenigstens einen Ig-Nobelpreis für die dann folgende mathematische Beweisführung für die Blödheit von Taxiräubern. 🙂

*war ein Artikel bei welt.de, ich werde ihn hier nicht verlinken. Aus Gründen.

Bloggergramm

Ich mach ja auch mal komische Dinge. Zum Beispiel komisch gucken, wenn mich jemand plötzlich fragt, ob ich ihm ein Autogramm geben könnte. Das hat Tobias gemacht – und natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken. Da Autogramme von Bloggern bei ebay noch nicht so viel bringen, verbloggt er sie nämlich erst mal selbst. Meines (natürlich stilecht mit Bezug zum Taxi) ist inzwischen dort angekommen:

Bloggergramm von Sash

Unterschiede …

Senior hat mich in den Kommentaren auf ein neues Bild bei notesofberlin.com hingewiesen. Die Seite kann man sowieso weiterempfehlen, aber heute hat es mal wieder was mit Taxen zu tun:

Notes of Berlin: Können Sie diese Fahrzeuge unterscheiden?

Eine kleine Anmerkung muss ich aus Sicht des Taxifahrers aber dann trotzdem machen: Der Punkt „schwer betrunken“ ist wirklich unglücklich gewählt. „Betrunken“ – ok. Aber unter „schwer betrunken“ verstehe ich den Grenzbereich zur Alkoholvergiftung und da ist manches Mal dann vielleicht doch auch der Rettungswagen gefragt. Klar, keiner will diese meist schwierige Kundschaft sonderlich freiwillig haben, aber sie pauschal dem Taxi zuzuteilen, ist vielleicht doch etwas gewagt.

Noch mehr zum Kotzen …

…als kotzende Fahrgäste!

So jedenfalls bewerte ich das Verhalten einiger angeblicher Taxifahrer. Gerade eben hat der Tagesspiegel mal wieder einen wirklich perversen Fall ausgegraben:

Tagesspiegel: Taxibetrüger bedrohen Fahrgäste

Ich denke, eine Diskussion über den beschriebenen Vorgang erübrigt sich. Illegal, dreist, scheiße, unsere Sprache kennt eine Menge Adjektive dafür und in Anbetracht dieses Vorfalls sollte man nicht davor zurückschrecken, das Repertoire anderer Sprachen gleich mit auszureizen.

Dass es immer Betrüger geben wird, ist keine bahnbrechende Neuigkeit. Auch, dass Kontrollen nur bis zu einem gewissen Punkt Sinn ergeben. Aber wir sind im Taxigewerbe lang nicht an dieser Grenze angelangt. Wie kann es denn sein, dass bekannt ist, wo und wann die Typen am Flughafen rumstehen und keiner kann eingreifen? In Tegel wird seit geraumer Zeit ein Zuschlag erhoben, der (offiziell) dazu dienen soll, den Taxifahrgästen Qualität zuzusichern. Wie von den meisten Fahrern erwartet, passiert das aber nicht. Natürlich laufen in Tegel ein paar Kontrollfuzzis rum und machen einen guten Eindruck, allem Anschein nach steht das Geschäft der so genannten „Taxi-Mafia“ aber gerade seitdem in voller Blüte.

Die private Firma Apcoa hilft zwar offenbar gerne mal nach, Taxikunden „deutsche Fahrer“ zu besorgen*, hat aber keine Möglichkeit, illegal haltende Taxen von illegalen (und damit offensichtlich falsch besetzten) Taxiständen zu vertreiben, die Touristen abzocken und bedrohen?

Es scheint, als sei der Protest gegen die Einführung der 50 Cent Extragebühren (pro Taxifahrt) ziemlich berechtigt gewesen, wenn das jetzt das Ergebnis ist.

Und, als kleiner (Nicht-)Fun-Fact: Für den nur dreimal so hohen Preis werden die selben Hilfssheriffs dann am neuen Flughafen BER (wenn er denn mal fertig wird) für Sicherheit und Ordnung sorgen. Da kann man sich also schon mal drauf freuen. Wer weiß, was denen einfällt, wenn sie noch mehr Geld zur Verfügung haben!

Schlimmer aber noch als eine zwielichtige Firma, die sich sowohl in die Taxitarifordnung als auch die Kontrollen der Taxifahrer einmischt, ist was davon hängen bleibt. Denn letztlich liest man beim Tagesspiegel (stellvertretend für die meisten dieser Berichte), dass das kein Einzelfall ist und am Ende wird – wirklich ohne einen allzu großen Zusammenhang zu haben – gleich noch erwähnt, dass auch „richtige Fahrer“ ständig Umwege fahren.

Da will ich nicht widersprechen. Es liegt wohl in der Natur umsatzbasierter Bezahlung, dass man den Umsatz gerne hoch hätte. Aber – auch wenn ich mich persönlich dagegen verwehre, Umwege gut zu finden – es besteht verdammt nochmal ein Unterschied, ob man der verkehrsgünstigeren Route für 2 € mehr folgt oder ob man mal eben 1000% Aufschlag für eine Schwarzfahrt nimmt.

Und ohne Scheiß: Wir, die „richtigen“ Fahrer, sind bei weitem weitem in der Überzahl!

So gut ich es finde, dass die Medien auch diesen Sachen nachgehen – hey, es tut ja offenbar sonst niemand! – so sehr muss ich auch mal anmerken, dass das natürlich immer Extremfälle sind, die da auseinandergenommen werden. Berlin muss keine Stadt sein, in der man Angst vor Taxifahrern hat. Und ein Haufen Kollegen inklusive mir tut täglich nichts anderes, als das unter Beweis zu stellen.

*es gibt entsprechende Beschwerden aus dem Gewerbe

Ein Taxi geht um die Welt

Also im herkömmlichen Sinne fahren Taxis natürlich selten um die Welt – die Tour bezahlt einem ja dann doch keiner. Von der Laufleistung her schaffen die meisten Autos jedoch locker 10 bis 20 Weltumrundungen. Die 1925 hat die 400.000 Kilometer ja noch nicht voll, kommt allerdings doch ganz schön herum. Und dabei nicht immer nur dort, wo ich es gerne hätte.

Gerade hab ich ein schönes Beispiel gefunden. Man sehe sich doch mal das Cover des Taxi Simulators bei Amazon an. Nun liegt es nicht unbedingt in meinem Sinne, für ein offensichtlich grottiges Spiel Werbung zu machen, aber irgendwie cool ist es dann doch, zu wissen, dass das Dach des Taxis das der 1925 ist. Und sie haben das Bild bei Fotolia gekauft, ist also rechtlich alles in Ordnung.

Was war jetzt der Sinn dieses Eintrages? Ach ja: Solltet ihr jemanden kennen, der das Spiel hat, könnt ihr mit ziemlich abgefahrenem Spezialwissen angeben. 😀