Antisemitismus im Taxi …

Die letzten Berichte hier aus Berlin sind nicht gerade schön. Nach dem einen öffentlichen Aufschrei verursachenden Angriff auf einen Rabbiner und nun einer Bedrohung eines Mitglieds des Zentralrates der Juden wurde die Tage offenbar auch eine jüdische Familie aus dem Taxi geschmissen, nachdem sie erklärt hatten, zur Synagoge zu wollen.

Ich bin kein Freund von Religionen und ich schließe da das Judentum mit ein. Aber das alleine ist definitiv kein Grund, jemanden aus dem Taxi zu werfen und in Anbetracht der deutschen Geschichte bleibt natürlich ohnehin ein bitterer Nachgeschmack. Ich teile dieses Mal nicht die Meinung meines sonst sehr geschätzten Kollegen Aro, dass es an der Zeit sein könnte, über eine Bewaffnung nachzudenken, sondern ich denke, dass man sich mehr darum kümmern sollte, endlich mal vernünftig miteinander umzugehen.

Leider schließen sich Vernunft und Religion aus.

„Die Krone der Schöpfung“, schon klar …

Kleine Umfrage zum Trinkgeld

Ich verweise zwar ohnehin immer gerne auf die Seite meiner Chefs, heute tue ich es aber mal wieder aus Gründen: Ich hab eine kleine Umfrage zum Trinkgeld-Geben dort gestartet und würde mich freuen, wenn ein paar meiner Leser daran teilnehmen.

Und Lesen und Liken dürft ihr die Artikel ruhig auch. Ich schreibe nämlich auch dort fürs Publikum und nicht nur für meine Chefs. 😉

Being a Taxiblogger

Samstag Abend.

„Entschuldigung? Touren nach außerhalb sind doch Verhandlungssache, oder?“

„Das stimmt.“

„Kommen wir mit 50 € nach Bremen?“

„Puh! Nee sorry, nicht mal ansatzweise …“

„Komm ich damit vielleicht wenigstens ins Blog?“

Also der Preis für die beste Begrüßung am Ostbahnhof geht damit erstmal vollumfänglich an Matthias.* Hätte er nicht so schnell weiter gemusst, hätte er mich noch eine Weile kopfschüttelnd grinsen sehen können … 😀

Allerdings war er nicht der erste an diesem Wochenende. Ähnlich verdutzt (oder sollte ich vaduzt schreiben?) haben mich bereits am Freitag zwei Leser mit der Bitte nach einem Foto überrascht um mir anschließend zu erklären, sie seien aus Liechtenstein. Schon der Einwohnerzahl nach müssten das die einzigen Leser von dort gewesen sein. 😉
Auf das Foto warte ich noch – vielleicht kann ich es ja dann auch mal posten.

So langsam wird es echt zur Gewohnheit, dass ich auf GNIT angesprochen werde. Ozie meinte schon, ich könne ja froh sein, dass ich tatsächlich zu allen potenziellen Kunden erst mal nett bin und mich nicht extra verstellen muss, wenn ich befürchte, auf Leser zu treffen. Nein, es ist schön, mal ein paar von euch zu sehen – auch wenn es immer wieder seltsam ist, den Kollegen zu erklären, warum irgendwelche Passanten mich jetzt gerade fotografiert haben … 😀

Und an alle, die es nicht mal eben so zu nachtschlafender Stunde nach Berlin schaffen: Ich freue mich nach wie vor auch einfach so über Leser. Insbesondere natürlich, wenn sie GNIT auch noch weiterempfehlen oder irgendwelche sonstigen total bekloppten Dinge tun. Die Wahl der Methoden überlasse ich euch.

*Jo hätte für sein „Entschuldigung, ist hier frei?“ im Billardhouse auch einen Preis verdient gehabt. Den Witz hab ich allerdings durch pures Nichtblicken versemmelt, was mich immer noch ein wenig ärgert.

Hans Baecker ff

Dieses Wochenende hatte ich eine ziemlich außergewöhnliche Tour. Und ja: selbst für mich außergewöhnlich. Sie benötigt etwas Zeit und Platz zum Niederschreiben. Da bin ich derzeit dabei.

Am Stück wäre das ein Mords-Aufwand. Deswegen gibt es heute eine Art Eintrags-Marathon: Alle 4 Stunden haue ich einen neuen Text raus, eine Fortsetzung. Manche Leser mögen das nicht, deswegen sei hier als Service eine Warnung untergebracht:

Achtung! Die folgenden Beiträge enthalten Cliffhanger!

Derzeit weiß ich noch nicht einmal, wie viele Artikel es werden – aber vor morgen solltet ihr besser nicht reinschauen, wenn ihr alles am Stück lesen wollt!

Könnten meine Kunden sein …

Ich bin ja unfreiwillig faul, was Links angeht. Ich vergesse zu oft, welche zu setzten – manchmal verzichte ich auch einfach drauf, weil GNIT nunmal eine Taxi-spezifische Seite sein soll. Aber das Netz lebt von Links und Empfehlungen. Umso mehr hab ich mich gefreut, dass Paramantus in seinem gestrigen Artikel, wieder mal eine seiner Anekdoten von der Arbeit in einem Sexshop, endlich mal einen Taxifahrer erwähnt hat.

Jene von euch, die hier wegen der Kundengeschichten gerne lesen (und das werden die meisten sein), sollten unbedingt mal einen Blick auf die Seite werfen. Denn auch wenn es sich im Sexshop um die gleiche Kundschaft dreht, die ich auch immer mal wieder habe, so sind die Begegnungen dort vor Ort offenbar immer noch eine Spur kurioser.

Aber auch die anderen Kategorien sind einen Blick wert, ich empfehle die durchaus fiesen und bissigen Texte gerne mal wieder, ich lese schließlich seit langem mit.

Zum aktuellen Artikel kann ich zwar nur sagen, dass ich nicht der Taxifahrer war, aber das ergibt sich schon daraus, dass ich in einer anderen Stadt arbeite. 😉

Lachhaft schlechter Rotz

oder kurz LSR.

Nein, natürlich ist das ein Backronym, mal eben von mir erfunden und gar nicht so schwer zu konstruieren, weil man sich bei dem Thema beherzt in den tiefsten Schimpfwort-Niederungen der deutschen Sprache bedienen kann. Das Kürzel LSR steht vorerst noch für Leistungsschutzrecht, ich bin aber zuversichtlich, dass sich meine Interpretation bereits kurz nach Einführung desselben einbürgern könnte.

Warum ich das Thema hier aufgreife? Nun, zunächst mal geht es natürlich auch alle Leser und Schreiber im Netz was an, vor allem aber lässt sich die Geschichte wunderbar mit Taxi-Analogien erzählen. Sehr gekonnt hat es beispielsweise jetzt wieder Bulo gemacht:

Männschen und Medien: Das Wesen des Leistungsschutzrechts zusammengefasst in einem Cartoon

Wer sich mit dem Thema bisher nicht befasst hat: Es geht – ebenso vereinfacht augedrückt wie in dem Cartoon – darum, dass (je nach Entwurf) alle Autoren / gewerbliche Seiten / nur Google an die deutschen Zeitungsverlage zahlen müssen, so sie deren „Content“ nutzen. Dieser Content soll im Gegensatz zum normalen Urheberrecht (das das Zitatrecht beinhaltet und eine gewisse Schöpfungshöhe und damit auch eine gewisse Länge des „Contents“ voraussetzt) auch kleinste Info-Fetzen umfassen, ggf. würde schon das Erwähnen einer Überschrift reichen. Der Grund ist einfach: Google verdient im Netz Geld und die Verlage nicht. Deswegen wollen die Verlage, dass Google dafür zahlt, sie zu verlinken. Obwohl sie erst durch Google die Besucher kriegen, mit denen sie dann Geld verdienen. Klingt bekloppt? Ist es auch. Hochgradig. Immerhin so bekloppt, dass es relevante Teile der Regierung für sinnvoll halten. Und das – hierfür Respekt an die Verlage – muss man ja auch erst mal schaffen.

Ich hab dieses Jahr schon zwei Texte zum Leistungsschutzrecht geschrieben (hier Nummer 1 und Nummer 2)

Insbesondere im zweiten Text gibt es noch lesenswerte Links zum Thema. Hier wiederholen möchte ich natürlich zum einen die Taxi-Analogie, die ich bereits in einem der Texte erwähnt hatte:

Künftig könnten uns große Hotels Werbeflyer zustecken und wenn wir mit diesen Werbeflyern dann Kunden zu ihnen locken, kassieren sie von uns Taxifahrern noch kurz eine Gebühr, weil wir ihren Flyer genutzt hätten dafür. Obwohl wir die Kunden ansonsten ja auch zum Hotel mit der längsten Fahrt hätten bringen können.

Aber man kann das Ganze – das wäre dann meine Forderung 😉 – natürlich auch umkehren:

Wenn ich künftig vor einem Hotel halte und die Portiers geleiten einen Fahrgast zu mir, dann kassiere ich einfach noch ein kleines Trinkgeld – schließlich profitiert das Hotel außergewöhnlich davon, dass ich so schnell bei ihnen bin und ihren Kunden zufriedenstelle. Oder ich kassiere beim Hinbringen. Schließlich würde er ohne mich ja sicher ein anderes Hotel nehmen!

Zurück zum lachhaft schlechten Rotz: Auch wenn es nix mit dem Taxigewerbe zu tun hat (obwohl die Flughafengebühren für Taxen einige erschreckende Parallelen aufweisen), betrifft der Quatsch wirklich alle und ist bestenfalls zu blöd fürs Internet (und auch hier – das muss man mal schaffen!), andernfalls sogar schädlich. Stellt euch mal vor, ich zeige euch plötzlich an, weil ihr netterweise GNIT verlinkt habt … das könnte ich nach Einführung des LSR unter Umständen tun.

 Den paar Lesern, die auch meinen privaten Blog verfolgen, wird es klar sein – aber auch hier nochmal unmissverständlich: Ich bin gegen dieses Leistungsschutzrecht in allen bisher angedachten bzw. ohne Umwege über Neuronen hingekritzelten Variationen. Sollte es kommen, ist meine Position die von Thomas Knüwer (und hoffentlich die von Google): Ich werde nicht mehr auf Seiten von Verlagen verlinken – so lange, bis sie dank Besucherarmut eingehen. Meinem Blog wird’s nicht schaden und auf GNIT wird man immer verlinken, von GNIT wird man immer zitieren dürfen.

PS: bei netzpolitik.org findet sich eine tolle Auflistung von „Erklärungen“ zum Leistungsschutzrecht.

Dritte Rezension

Einer meiner treuesten Leser in letzter Zeit, der highwayfloh, hat in seinem Blog GNIT empfohlen. Ich freue mich immer und immer wieder über so nette Erwähnungen in euren Blogs, denn genau so findet man Leser. Deswegen an dieser Stelle auch der Hinweis auf den Blog des Flohs. Es freut mich auch nach 2 Jahren GNIT immer noch, einen gern gelesenen Blog zu schreiben und von guten Blogschreibern erwähnt zu werden. Und jetzt alle mal rüber zum Highwayfloh, damit er das auch zu schätzen weiß!