Meldet sich der Waldschrat …

…ähm, der Landrat natürlich. Das soll keine Verunglimpfung sein, ich mag das Wort Waldschrat einfach. 🙂

Naja, was will ein Landrat von mir? Richtig: Geld. Und das zu Recht. In tiefster Nacht im tiefsten Wald wurde ich vor einiger Zeit geblitzdingst. Im beigelegten Brief klingt das natürlich weniger nach Hollywood und mehr nach gemeingefährlicher Straftat, in Anbetracht meines Vergehens konnten sie einen lebenslänglichen Knastaufenthalt aber wohl gerade noch abwenden.

Ich hab es mal wieder geschafft, mich mit genau der richtigen Geschwindigkeit erwischen zu lassen, nämlich abzüglich Toleranz mit 10 km/h zu viel. Dadurch komme ich noch mit 15 € weg, von Punkten oder sonstigem Quatsch ganz zu schweigen.

Auch wenn das jetzt nach ein bisschen wenig Reue klingt: in meiner Rechnung stehen den 15 € immerhin auch 2 Blogartikel und ein aktuelles Foto meines Autos gegenüber – und sowohl Content, als auch Drive-in-Fotografen kosten nunmal Geld.

Aber ihr wolltet sowieso nur das Foto sehen, stimmt’s?

Bitte:

Die 1925: Sauber geblitzt oder biltzsauber. Man weiß es nicht. Quelle: Sash

Bevor jemand jetzt gleich auf dumme Gedanken kommt: Ja, sie haben auch noch eine saubere Aufnahme vom Kennzeichen und ich würde auch sonst nicht im Traum daran denken, so ein harmloses Verwarngeld anzufechten.

Neben mir gibt es ja aber noch die Vollprofis, die ein paar Neuleser vielleicht noch nicht kennen: Die Top-3-Verkehrssünder 2012.

Interessenkonflikt

Pärchen. Im Grunde ist es unverständlich, wieso sich Menschen paarweise zusammenrotten, stets darum bemüht, mit dem Partner in möglichst vielen Punkten uneinig zu sein. Das Pärchen, das zu mir ins Auto gefunden hatte, musste jedenfalls irgendwie ganz großartigen Sex haben oder in finanzieller Weise voneinander profitieren, denn sonst schienen sie nicht sonderlich gut zueinander zu passen. Er ein eher schüchterner Typ mit Zufallsfrisur und Dreitagebart, sie hochgestylt bis zum Level Barbie+ und mit einem Befehlston auf den Lippen, der wahrscheinlich Flugzeuge vom Himmel holen könnte.

Beide für sich waren sie nett zu mir, allerdings machte der junge Mann einen gewaltigen Fehler. Also in ihren Augen schien es zumindest so zu sein. Er fragte mich ein paar Allgemeinplätze, wie es gehe, was das Geschäft so mache – üblicher Smalltalk. Und auf meine Antworten hin erwiderte er, er kenne das, bei ihm sei gerade dies und das.

„Halt die Klappe Schatz, das interessiert keinen!“

Wann immer er sich anschickte, sich mit mir zu unterhalten, funkte seine Holde dazwischen und postulierte, dass er mich mit seinem langweiligen Geseier nerven würde. Was keineswegs der Fall war, ich hatte schon wesentlich unschönere Gespräche im Auto.

Sie suchte nicht wirklich ein Gespräch mit mir, die zwei drei Worte, die wir letztlich doch wechselten, waren allerdings keineswegs von höherer Qualität. Aber immer wieder:

„Naja, da hatte ich ja neulich auch diesen …“

„Boah Schatz, kannst Du das mal lassen, dich mit deinem langweiligen Quark einzumischen! Glaubst Du, das interessiert den Taxifahrer oder mich?“

Sie hat ihn letztlich sogar bei der Verabschiedung von mir unterbrochen und ihn angeschnauzt, er solle nicht immer so viel tratschen. Ich wünsche den beiden, dass sie zu Hause nicht so viel reden müssen wie im Taxi …

Erklärungsresistent

„Des ist jetzt aber auch nicht legal, oder?“

„Was?“

„Dass der da jetzt im Kofferraum sitzt …“

„Ähm, da ist ein Sitz.“

„Ja, aber nicht legal, oder?“

„Ähm, doch.“

„Aber doch nicht im Kofferraum.“

„Der sitzt nicht im Kofferraum! Der sitzt auf einem Sitz und ist angeschnallt!“

„Mir ist das egal, aber legal kann das nicht sein.“

„Was soll denn an einem regulären Sitz illegal sein?“

„Hallo! Im Kofferraum!“

Das sind so Gespräche, aus denen man sich nach spätestens zwei Minuten ausklinkt. -.-

Taxifahrer, Spätis und das Gesetz

Nun soll es also keine Veränderung des Ladenschlussgesetzes geben, den Berliner Spätis soll es nicht erlaubt werden, Sonntags zu öffnen. Wie man an der gestrigen Reaktion in den Medien gemerkt hat, bietet das durchaus Stoff für Diskussionen – und diese werden auch geführt. Ich hab das Thema öfter mal nebenbei angeschnitten, gerade neulich wieder in den Kommentaren, aber ich möchte jetzt auch mal hier mit dem Klöppel vor der großen Glocke stehend dazu etwas sagen.

Ich finde die Einschränkung des Ladenschlusses schon seit jeher bescheuert, wirklich auf die Palme aber bringen mich regelmäßig die Argumente der Gegner. Wer sich nicht gleich als geistgläubiger Religionsanhänger outet, wuselt mit Argumenten zur Ausbeutung der armen Beschäftigten durch die Diskussion. Beidem fehlt ein wichtiger Bezug: Der zur Realität. Zumindest zu einem Teil davon.

Die christliche Tradition der Sonntagsruhe hat es zu Verfassungsrang gebracht, ein Artefakt der Menschheitsgeschichte, das einmal mehr klarmacht, dass man mit Formulierungen vorsichtig sein sollte, da sie sich von Nachgeborenen mitunter idiotisch auslegen lassen. Der Traum eines arbeitsfreien Sonntags ist seit über 100 Jahren ausgeträumt und das mit gutem Grund: Es nützt der Gesellschaft und dem einzelnen. Sicher brauchen wir alle mal eine Auszeit, de facto sichert uns die allerdings schon das Arbeitnehmerschutzgesetz – über dessen Einhaltung man sich mal eher Gedanken machen sollte als über eher dogmatische als sinnvolle Öffnungszeiten.

Man kann von der Schnelllebigkeit der Welt halten was man will, gewisse Vorteile der schrittweisen Aufweichung des arbeitsfreien Sonntags wissen wir alle zu schätzen. Ob es die wirklich lebensrettenden Einsätze von Ärzten, Polizisten oder Feuerwehrleuten sind oder doch nur die Möglichkeit, abends bei Bedarf an der Tanke noch Knabberzeug zu kaufen. Und ich als Taxifahrer in der Nachtschicht sehe mich bei der Frage durchaus auch auf dem Prüfstand:

Ist meine Arbeit unnötig?

Im Grunde ja, zumindest hier in Berlin. Das ÖPNV-Netz ist gut erschlossen und mit ein paar Abstrichen auch nachts absolut brauchbar. Jeder kommt überall hin um jede Uhrzeit. Klar, man muss warten, Zeit einplanen und am Ende ein bisschen laufen – aber für die, die das nicht können, gibt es ja noch Rettungswagen und Behindertentransporte.

Aber ich bin nicht der einzige. Clubs haben am Wochenende auf, Restaurants, Bars – die ganze Gastronomie. Fiele das weg, würde Berlin ebenso belächelt, wie wenn es keine Hotels mit 24-Stunden-Rezeption bieten würde. Darüber hinaus werden tatsächlich auch Busse und Bahnen von Menschen gelenkt. Sogar nachts. Auch am Sonntag.

Mir liegt nicht viel an Schwarz-Weiß-Denken – es ist also ok, darüber nachzudenken, ob es nicht Ausnahmen geben könnte. Aber warum ausgerechnet der Einzelhandel? Während Schichtarbeit in Fabriken erlaubt ist, jede Menge Dienstleistungen rund um die Uhr, ja 24/7, angeboten werden, muss ausgerechnet der Einzelhandel gezähmt werden? Wieso? Beziehungsweise: Wieso sollen Sonntags Bäckereien geöffnet bleiben, nicht aber wenn sie nebenbei Zigaretten verkaufen? Wieso darf ich Sonntag früh nach der Arbeit zwar Blumen kaufen, nicht jedoch Zwiebeln? Und was ist eigentlich mit eingepflanzten Zwiebeln?

Dass ich morgens um 5 Uhr Menschen in den Puff fahre, ist gesellschaftlich akzeptiert – aber dass ich mir um 7 Uhr ein Feierabendbier bei einem Späti hole, widerspricht den christlichen Traditionen? Hier im atheistisch geprägten Ost-Berlin? Hat dieses Land noch alle Latten am Zaun?

Und nein: Ich vergesse und übersehe die armen Beschäftigten in den Supermärkten und Spätis nicht. Die müssen laut Gesetz zum einen einen finanziellen Ausgleich bekommen, zum anderen sind für eine ausbeuterische Unterdrückung noch ganz andere Faktoren entscheidend als nur die Arbeitszeit. Dass die Bezahlung auch Mittags um 12 Uhr scheiße ist, wird gekonnt ignoriert und dagegen scheint auch die Kirche nichts zu haben (was kein Wunder ist, schließlich speisen eine Menge kirchlicher und kirchennaher Vereine und Organisationen ihre Mitarbeiter ebenso mit Hungerlöhnen ab).

Das Problem – so es überhaupt eines gibt – liegt wirklich nicht an der Tageszeit. Ich arbeite nachts und ich liebe es. Ich arbeite auch gerne am Sonntag und an Weihnachten und ich bin da sicher nicht alleine. Es gibt allenfalls kleine Mankos. Zum einen bin ich eingeschränkter in meinen Einkaufszeiten, zum anderen läuten diese verschissenen Kirchenglocken immer während meiner Schlafenszeit. Wenn es nach mir geht, sollte man daran was ändern …

„Sehr gerne doch!“

Als Taxifahrer tut man ja gut daran, den Kunden – oft auch nur potenziellen – entgegenzukommen und auf sie zu hören. Man sollte es dabei nicht übertreiben – unsere Kundschaft ist mit Stoffeln ja ebenso durchsetzt wie unser Gewerbe – aber mehrheitlich lohnt es sich. So wie dieses Wochenende in der Wendenschloßstraße. Ich hatte eine ansehnliche Tour von Mitte aus nach dort gehabt und war so gesehen sehr zufrieden mit dem Schichtverlauf und allem, was dazugehört. Ausgerechnet 50 Meter vor der Stelle, an der ich meinen Fahrgast absetzen sollte, pöbelte ein Haufen Jugendlicher uns an, ich befürchtete zunächst, sie würden uns nicht durchlassen.

War eine unangenehme Truppe. Sicher 20 bis 30 Leute, alle besoffen und darüber hinaus etwa so sympathisch wie ein Rudel tollwütiger Affen. Ja, der Vergleich trifft es ganz gut. Als wir an ihnen vorbei waren, meinte mein Fahrgast mit einem Lächeln:

„Naja, so wie’s aussieht, kommen die gerade vom Fußball …“

Ach so, na dann ist es ja völlig logisch und normal, dass sie auf einer Durchfahrtstraße herumtorkeln und parkende Autos anpinkeln!

Was mir wesentlich mehr Sorge machte als die Feierei der Jungs, war, dass ich den Eindruck hatte, sie wären gerne mitgefahren. Dort unten, wo man den Arsch der Welt schon recht gut sehen kann, hätte ich gerne eine Anschlusstour gehabt – aber musste das Schicksal mir ausgerechnet eine Großgruppe von übermütigen Schwachmaten bescheren?

Mein Fahrgast ließ mich mit einem großzügigen Trinkgeld zurück und ich überlegte mir, was ich machen sollte. Sollte ich anhalten? Wenn ja: Großraumtaxi spielen oder nicht? Ich lehne einfach ungerne Fahrten ab und selbst solche Töffel hatten mich schon oft genug positiv überrascht. Ich war echt am Grübeln. Ich beschloss, wenigstens mal zu sehen, was sie wollen. Im Notfall bin ich halt einfach schnell weg. Und an ihnen vorbei musste ich ohnehin.

Da sie ihr Gelage inzwischen wirklich über die ganze Straße ausgedehnt hatten, fuhr ich vorsichtig heran und sah mich behutsam um. Alle stierten mich an, aber nix passierte. Bis einer mir freundlich zurief:

„Verpiss Dich! Wir brauchen kein Taxi!“

Und da greift meine Aussage von oben: Einfach machen! War in dem Fall sicherlich eine vernünftige Entscheidung. 😉

Hilfe!?

Ich hab mich gerade als vierter Taxifahrer am Ostbahnhof angestellt – in der Hoffnung, mal kurz eine rauchen zu können. Ging natürlich daneben. Nach dem zweiten Zug steigt plötzlich ein Junge in mein Taxi, ungeachtet der Tatsache, dass ich danebenstehe. Ich linse mal runter und sehe einen verschwitzten jungen Kerl, gefühltes Alter: 14. War aber wahrscheinlich ein Trugschluss.

Naja, der Kleine war jedenfalls voll wie Eimer und sprach etwa so gut deutsch wie afrikanische Bergziege auf Koks. Wobei? Naja, ein wenig schlechter vielleicht. Ziegen sollen ja sehr lernbegierig sein.
Englisch lag ihm offenbar auch nicht so, also versuchten wir in den nächsten drei Minuten (in denen ich meiner Zigarette nachweinte, die ich inzwischen weggeworfen hatte, weil ich im Auto saß), sowas ähnliches wie einen Zielpunkt zu definieren. Und wenn ich von schlechtem Deutsch rede, dann meine ich das zum Beispiel:

„Fragen Sie will sehe Brensber?“

Ich bin ja gutmütig und geduldig und halte mich sogar für verständnisvoll. Es hat dennoch eine Weile gedauert, bis klar war, dass er mich fragte, ob ich ihn nach Prenzlauer Berg bringen will.

„Könnser Saase!“

Kein Problem. Zumindest drei Minuten Fahrtweg später. Da hatte ich dann nach 10 Varianten die Christburger Straße auch herausgefunden. Aber es kam ja noch besser:

„Wo Hauteno?“

„Hauptbahnhof?“

„Ja, wo?“

„Das ist noch ein Bisschen weiter weg.“

„Kenn bring Könnser nicht wie Hauteno?“

OK, kürzen wir das Trauerspiel ab und übersetzen! Er fragte mich auf der Karl-Marx-Allee, wo der Hauptbahnhof sei und ob ich ihn stattdessen dorthin bringen könnte. Ist ja kein Thema. Aber er hörte nicht auf zu fragen, wo der sei. Ich vermutete also, dass er da auch nicht wirklich hin will. Und sonderlich geheuer war mir das langsam auch nicht mehr. Sprachprobleme sind kein Ding, das passiert immer wieder mal. Aber der Kerl schien einfach keine Ahnung davon zu haben, wo er hin will.

Kaum, dass der Alex langsam näherrückte, fragte er wieder nach, wo wir gerade wären. Ich erkläre es ihm und fortan beginnt er unverständliche Sätze zu sprechen, die alle bisher genannten Zielpunkte und zusätzlich noch ein Hostel beinhalten. Also gut, welches Hostel? Wo? Kann er nicht sagen. Aber er würde jetzt gerne hier am Alex rausgelassen werden. Und dem Hauptbahnhof. In Prenzl’berg. Versteht sich von selbst.

Ich lese ihm die Zahlen auf der Uhr vor, woraufhin er mir seinen Ausweis hinhält.

„Ich brauch Deinen Ausweis nicht. Geld wäre ok.“

„Ja. Hier.“

„Das ist dein Ausweis.“

„Nein.“

„Oh doch, schau ihn Dir doch mal an! Ist das Geld?“

„Ja.“

Dass er so Banane war, hatte ich trotz all der Einleitung nicht erwartet. Geduldig wie ich bin, hab ich ihm den Ausweis wieder zugeschoben und Geld verlangt. Dann hab ich dooferweise den Spruch angefügt, von dem Ausweis könne ich mir auch nichts kaufen.

„Nicht kaufen?“

„Nein, nicht Du … vergiss es! Ich brauche Geld. 7,20 €!“

„Was kann ich kaufen?“

„Keine Ahnung, was Du willst. Wenn Du Geld hast …“

„Was ich kaufen?“

So langsam ist mir der Kleine auf die Nüsse gegangen. Dann fing er an, er könne im Hostel Geld holen. Ja in welchem denn?

„Hier!“

„Dein Hostel ist hier ums Eck?“

Ich hatte ja schon gehofft, das ggf. mit nüchternen und irgendeiner mir verständlichen Sprache mächtigen Leuten klären zu können.

„Ist hier. Und hier. Oder hier? Hauteno?“

Ganz großes Kino. Ausgestiegen war er dann auch schon und wollte einfach mal blind loslaufen. Ich hab ihn dann erstmal zackig zum Auto zurückgepfiffen, auch wenn ich mir einen Moment lang gedacht habe, wegen den paar Kröten gebe ich mir das Trauerspiel keine Sekunde länger. Daran, dass er noch Geld hatte, glaubte ich ohnehin nicht mehr. Ich hab trotzdem so getan.

Etwas ratlos fragte er mich nach meiner Bitte, ob ich ihn zu seinem Hostel bringen würde.

„Ja natürlich! Aber wo ist das?“

„Du helfen?“

„Ja gerne! Aber WIE?“

„Du helfen nicht!“

Sprach’s, steckte mir einen Zehner zu und stapfte wütend davon. Würde mich wundern, wenn ich sein letztes Taxi in der Nacht war. Manche schaffen es ja ganz alleine, am letzten Tag des Monats die Idiotenquote noch mal signifikant zu erhöhen.

Krrisensicher: Idiotie

Idioten hat man öfter mal an Bord als Taxifahrer, allerdings weniger als ich ursprünglich dachte. Klar, diese Einschätzung beruht auch auf der Tatsache, dass ich bei vielen Späßen mitmache und beispielsweise Kunden nicht gleich für Idioten halte, nur weil sie einen zuviel getankt oder Lust auf laute Musik haben.

Mein Fahrgast war an sich erstmal unauffällig und hat in keinster Weise schlimmes von sich gegeben. Er hat zwar hier und da mal über „die Politik“ gemeckert, ist dabei aber bei Allgemeinplätzen geblieben, die ich ohne allzu schlechtes Gewissen auch bestätigen konnte. Für ausschweifende Gespräche fehlte auch ein wenig die Zeit, denn wir fuhren vom Ostbahnhof aus nur bis zur Simon-Dach-Straße. Die letzten 10 Sekunden hat er dann allerdings genutzt, um sich als Vollidiot zu outen:

„Nee, is ja furchtbar, was hier so passiert. Aber das nicht mehr lange!“

„Wie meinen Sie das?“

„Widerstand, Junge! Et jibt massiven Widerstand! Googel mal ‚Kommissarische Reichsregierung‘! Da ist was janz Großes im Kommen!“

Nun, ich will ehrlich sein: Ich musste es nicht googeln. Ich bin mit allerlei Verschwörungstheorien und dergleichen auf Du, ich ziehe eine Menge meiner alltäglichen Belustigung aus der realen Blödheit der Menschen – da kommt Kabarett ohnehin nur selten ran. Und dass die „kommissarischen Reichsregierungen“ neben ihrer massiven Braunfärbung auch ein echt gutes Beispiel für die menschliche Blödheit sind, ist mir durchaus bekannt.

Zeit zum Widerspruch hatte ich kaum, der Fahrgast war zu sehr elektrisiert von der Idee, in mir einen Mitstreiter gefunden zu haben. Gab über 3 € Trinkgeld, dann entschwand er in der Nacht. Also der realen. In der geistigen ist er ja offenbar davor schon lange angekommen …

Für alle, die weniger Ahnung haben: Hier ein paar Infos zu den KRR.