Botschaften, die einen das Gruseln lehren

Die recht begrenzte Kommunikation mit meinem Tagfahrer ist manchmal auch etwas kurios. Entweder ruft er mich an und fragt, ob ich heute auch wirklich fahre – oder er sagt mir, dass das Auto aus diesem oder jenem Grunde kaputt ist. Ansonsten läuft es so: wir schreiben uns ganz altmodisch Zettelchen, die wir im Auto hinterlegen. Der Kollege hat’s nicht so mit dem Internet, zumindest mal hat er keine eMail. Und auch mein einziger Versuch, ihm eine SMS zu senden, war irgendwie ergebnislos. Aber wir kommen schon klar und es ist jedes Mal schön, bei Schichtantritt einen Zettel vorzufinden. Meist steht dann nämlich drauf, dass er am nächsten Tag nicht fährt – was bedeutet, dass ich das Auto mit heimnehmen kann.

So im Grunde auch heute. Davor aber noch eine Notiz, die mich schlimmstes befürchten ließ:

„Hallo Sascha!
Sollen eine neue Kupplung haben.
Kommt mir ein bisschen komisch vor.“

Äh, what?

Nachdem ich dann ein paar Meter gefahren war, war mir aber klar, dass das wohl rein subjektiv war. Natürlich fuhr sich das Auto anders, aber das bin ich inzwischen gewohnt. Unser Mechaniker hat genau zwei Lieblingseinstellungen für neue Kupplungen: Einmal ist der Schleifpunkt 5 cm unter dem Bodenblech, ansonsten 5 cm über dem Pedal. 😉
Diesmal halt zweiteres. Hab’s mit der Routine langsam raus. Und den Wagen nicht einmal abgewürgt.

4 Kommentare bis “Botschaften, die einen das Gruseln lehren”

  1. hrururur sagt:

    Mh, der Titel würde auch aufs Viertelfinale von gestern Abend passen. Der Schiri sieht, dass ein Spieler einem anderen das Knie in den Rücken rammt, beweist auch dass er es gesehen hat, weil er Vorteil anzeigt und auch als er abpfeifen muss, weil der halt irgendwie nicht wieder aufstehen kann, gibtes nichtmal gelb. Die Gruselbotschaft: selbst wenn du jemandem den Rücken brichst, kriegst du keinen Ärger. Das ist wirklich keine goldene WM für die Schiris.

    Ich bin gespannt, was die FIFA entscheiden wird, wenn ein Biss vier Monate Sperre gibt, der zwar auch absolut daneben war, aber keine echten gesundheitlichen Folgen hatte. Was gibt es dann für Knie mit Vorsatz in Rücken? Selbst wenn das nur ein blauer Fleck gewesen wäre, wäre das vorsätzliche Körperverletzung in meinen Augen und nicht „nur“ ein Foul mit ein bisschen schubsen oder auf den Fuß treten. Da können schließlich noch ganz andere Sachen kaputt gehen als die Wirbelsäule. Geht absolut gar nicht. Und das ist auch nicht mit dem allgemein aggressiven Spiel zu erklären.

    Merkt man, dass ich sauer bin?

  2. Cliff McLane sagt:

    > Unser Mechaniker hat genau zwei Lieblingseinstellungen für neue Kupplungen

    Mhm, die hatte mein Ford-Mechaniker auch. Wobei er eher zu „5 cm überm Pedal“ tendierte, also schleift schon wenn man das Pedal scharf anguckt, und wenn sich ’ne Fliege draufsetzt wird ausgekuppelt. Der hat sozusagen die kapazitive Touch-Kupplung (geht fast berührungslos) erfunden, bevor es Touchscreens gab.

    Großer Vorteil: Barfuß fahren im Sommer ist easy.* Nachteil: Versuch das nicht mit Arbeitsschuhen.


    *: ja, ich weiß: verboten! Auch für Privatkraftfahrer, also don’t do this at home!

  3. ednong sagt:

    … 5 cm über dem Pedal …

    Ja, damit würgt man dann sogar einen Diesel ab – hab ich dann auch mal in der Fahrschule gehabt. Aber nur kurz, er hat es dann anders einstellen lassen 😉

  4. Sash sagt:

    @hrhrurur:
    Ich merke es. 😉

    @Cliff McLane:
    Da sind die Mechaniker wohl alle ähnlich. 😀

    @ednong:
    In der Fahrschule hab ich ständig Diesel abgewürgt. 🙂

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