Prozentuales

Nette Fahrt, gerne wieder – das könnte man über die kurze Tour vom Berghain zum Watergate sagen. Und lange gewartet hatte ich auch nicht darauf. Auf der Uhr standen 6,40 € – das übliche Klein-klein kurz nach Eintrittsbeginn. Da steigen einem nur Leute ins Auto, die nicht reingekommen sind und jetzt zu einem anderen Club ums Eck fahren. Neben ein paar Enttäuschten, die gleich ins Hotel sind (enttäuscht sind irgendwie immer nur Touristen, hab ich das Gefühl) war die einzige Ausnahme ein trotziger Typ, der allen Ernstes gemeint hat, er gehe dann jetzt eben in seiner Lieblingsabsturzkneipe in Weißensee die Sau rauslassen, da sei es „genauso lustig“ …

Nun aber kurze Tour, 6,40 €.

Ich war etwas überrascht, als mir meine Kundin 6,70 € in die Hand gedrückt hat. Niedrige Trinkgelder sind ja nicht selten – aber auf schiefere Beträge als 50 Cent runden wirklich nur ganz wenige auf. Die Erklärung kam umgehend:

„Ich geb immer 5%. Ich hab aber heute kein Kleingeld mehr …“

Damit hat sie wahrscheinlich die fehlenden 2 Cent gemeint, um die 5% vollzumachen.

Drücken wir’s mal diplomatisch aus: Wenn jemand es nötig hat, das Trinkgeld ernsthaft auf 2 Cent genau zu berechnen – dann kann ich’s eigentlich schon aus Gewissensgründen nicht annehmen. Und aus Mangel an Rotgeld im Portemonnaie könnte ich auf 5 Cent ja nicht einmal rausgeben! Das ist eine mittelschwere Tragödie, mindestens!

Gesagt hab ich natürlich nur „danke“.

Die düsteren Orte Berlins

„Wohin soll’s gehen?“

„Ähm, ja also, das, äh, also das ist nicht so wie sie jetzt denken, aber …“

Meine Fresse! Was kommt jetzt? Ein Puff, ein Strip- oder Swinger-Club? Also was das Publikum angeht, kenne ich Zurückhaltung eher weniger. Aber wer weiß?

„Also, wir fahren nach, nach Marzahn.“

Der Mittfünfziger mit Schnauzbart gab sich bewusst harsch auftretend nach seiner weinerlichen Einleitung. Tatsachen schaffen, zu dem stehen, was man ist, wo man wohnt. Nur kam es irgendwie lächerlich rüber.

Ich wohne jetzt selbst seit 5 Jahren in Marzahn. Der Stadtteil hat wie alle anderen auch seine Licht- und Schattenseiten, keine Frage. Aber es ist verdammt nochmal ein Stadtteil von 95 in Berlin. Trotz Plattenbauten ein sehr grüner Stadtteil. Zudem ist er günstig wie sonstnochwas und gut ans Netz der öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen. Und abgesehen von den ganzen Klischees liegen in Sichtweite meiner tatsächlich billigen Wohnung ein Haufen Einfamilienhäsuer, die sicher von Leuten bewohnt werden, die erheblich mehr Knete als ich in ihre Miete stecken. Was zur Hölle muss einem bitte peinlich sein, hier zu wohnen?

Also mal abgesehen von der Tatsache, dass Ilka Bessin es geschafft hat, mit ihrer Kunstfigur „Cindy aus Marzahn“ all das in den Dreck zu ziehen …

Das Gespräch im Taxi kam nur langsam in Gang. Zu verstört war der Typ. Glücklicherweise rückte er mit der Zeit zögernd und vorsichtig damit heraus, was sein Problem war. Er war mal Abteilungsleiter in irgendeiner Bude in Schöneberg und lebte ursprünglich dort in der Nähe. Dann der klassische Fall: Kündigung, Jobsuche, irgendwann HartzIV und dann Umzug in eine billige Wohnung am Stadtrand. In – iiih! – Marzahn. Das war jetzt ein Jahr her.

Im Grunde war er ein optimaler Kandidat. Ich hätte ihm sagen können, dass das doch ok sei und Marzahn ganz nett, je nachdem, wo man hinzieht. Seine Bude lag unweit meiner Packstation in der Raoul-Wallenberg-Straße – nicht meine Ecke hier, aber auch noch nicht wirklich Ghetto. Außerdem war seine Erleichterung zu spüren, als er mich fragte, wo ich denn wohnen würde. Ich interpretierte da vielleicht zu viel rein, aber es wirkte einfach so, als ob er hoffte, dass ich es noch mieser erwischt hätte und er sich an meinem vermeintlichen Elend heraufziehen könnte. Bäh! Solche Typen kotzen mich ja dann mehr an als mich mit meinem Wohnbezirk verbindet:

„Ich? Ach, in Charlottenburg. Altbau nahe dem KDW. Alter Mietvertrag, da geht das finanziell ohne Probleme …“

Fies? Vielleicht.

Aber wer meint, sich über seine Wohnsituation zu definieren, der darf gerne eine Etage unter mir Platz nehmen. 🙂

PS: Das war in all den Jahren der erste (!) Marzahner, der sich hier ernsthaft unwohl gefühlt hat. Insofern gehe ich davon aus, dass es eigentlich nicht wirklich am Stadtteil, sondern doch mehr an der eigenen Einstellung liegt …

Türken, Schwaben und Berliner

„Aber es ist schon auffällig, dass gerade so viele Türken so unfreundlich sind.“

„Finden Sie? Wirklich? Also wenn ich mir so manche alteingesessenen Berliner Taxifahrer anschaue …“

„Hmm … Sie haben Recht. Die sind ja auch sehr oft so grummelig.“

„Grummelig?“

„Ja. Und sagen nix. Ist auch nicht schön …“

„Sehen Sie: Es gibt überall solche und solche.“

„Sind Sie Berliner?“

„Nein, ich bin auch nur zugezogen.“

„Das merkt man. Sie sind ja keiner von denen, die so abweisend sind!“

Eigentlich hätte ich daraufhin ja sagen sollen, dass ich in Wirklichkeit Türke bin. Aber das hätten sie mir wohl nicht geglaubt. Und in Anbetracht der Tatsache, dass ich ja eigentlich auch noch ein Schwabe bin, gehen wir jetzt alle nochmal in uns und justieren unsere Vorurteile neu, ok? Danke.

Führerscheintauglich

Mir fällt gerade ein, dass ich am Wochenende neben dem Kerl, der mir meinen Fahrstil abkaufen wollte, noch eine Fahranfängerin hatte. Sie winkte mich für eine Kurzstrecke nach Lichtenberg ran, an der denkbar ungünstigsten Stelle:

Direkt an der Kreuzung Frankfurter Allee/Möllendorffstr.  – und zwar in der Gürtelstraße, südliche Fahrtrichtung. Dort ist das Wenden nicht nur verboten, sondern durch eine Erhöhung der Straßenbahnschienen auch behindert. Also musste ich notgedrungen bis zur Scharnweberstraße in die komplett falsche Richtung fahren, wollte dann dort aber möglichst schnell wenden. Das ist dort auf den ersten paar Metern auch nicht erlaubt, schon gar nicht, wenn man es noch so halb auf dem Fußgängerüberweg macht wie ich. Ich stand also im 45°-Winkel auf der Straße, über den durchgezogenen Mittelstreifen, die Haltelinie und in den Fußgängerüberweg hinein. Hab auch schon besser ausgesehen auf der Straße. Aber es war 4 Uhr morgens, weder Autos noch Fußgänger in Sicht.

„Gut, so ganz legal ist das jetzt auch nicht wirklich. Verraten Sie mich bitte nicht.“

„Ach, ich mach ja gerade erst Fahrschule, sowas hatten wir da auch noch nicht, aber so in etwa müsste das doch gehen …“

„Kleiner Tipp: Machen Sie das NICHT in der Fahrschule.“

Wenn schon schlechtes Vorbild, dann doch wenigstens mit erhobenem Zeigefinger! 😉

Noch ein kleines Bonmot

…bevor ihr alle zum Fernseher müsst, um Tatort anzuschauen.

Ich fahre mit zwei Mädels und einem Typen im Auto recht flott durch Mitte. Anvisiertes Ziel ist das Felix. Vom Ostbahnhof aus nehme ich da gerne die Route über die Breite Straße, die fährt sich einfach am angenehmsten. Gut, an der Baustelle ist ziemliches Kurbeln am Lenkrad angesagt, aber auch das geht ja, wenn man Auto und Strecke gut kennt. Nicht, dass ich dort wirklich schnell fahren würde – an der Stelle wirkt halt alles über 15 km/h schnell. 😉

Meint der Kerl auf dem Beifahrersitz anerkennend zu mir:

„Boah, verkaufst Du mir dein‘ Fahrstil? Ich mach grad Führerschein …“

🙂

Schlüsselerlebnisse

„Du?“

„Jepp!“

Blöde Frage, blöde Antwort. Altes Spiel. 🙂

„Du!“

„Ja …?“

„Du bringst uns heim!“

„Darauf können wir uns einigen.“

„Was macht das bis Hermann-, Ecke Flughafenstraße?“

„Ach, so 11 bis 12 € etwa.“

Da fiel seine Begleitung uns ins Wort:

„Sagen wir doch einfach 10. Los jetzt!“

„10 sagen wir nicht, das wird nicht ganz reichen. Aber ich kann Sie gerne bei 10 € rauslassen, wenn Sie nicht mehr dabei haben.“

„Nee nee, 12 is‘ ja völlig ok. War nur’n Spaß!“

Und was für ein ausgefallener und amüsanter Spaß. -.-

Aber egal. Auch wenn sie zu Beginn ein wenig reserviert wirkte, sollte das nicht die schlechteste Fahrt sein. Er hatte definitiv ein Bisschen einen im Tee und ließ sich nicht davon abbringen, zu erzählen, dass es voll toll wäre, dass ich sie jetzt heimbringen würde. Lob für recht banale Dinge kann ja auch mal erfrischend sein.
Bereits nach mehreren Metern allerdings bekamen sie einen Anruf von Freunden, die wohl mit ihnen im FritzClub waren und der warf – wie auch immer – irgendwie die Pläne durcheinander. Dass die anderen jetzt schon in der Bahn saßen war wohl irgendwie falsch, sollte doch eigentlich die Anita bei ihnen pennen, nur der Klaus musste ja nach Steglitz. Ähm, ja. Die Relevanz des Ganzen war mir nicht ganz klar, aber ich muss ja nicht alles verstehen. Eine sehr direkte Auswirkung allerdings war wichtig: im Laufe des Telefonates nämlich merkte mein fröhlicher Beifahrer, dass er seinen Schlüssel vergessen oder verloren hätte. Ach nee, den hätte ja die Anita. Die jetzt aber mit Klaus nach Steglitz fuhr.

„Schatz, hast Du ’n Schlüssel?“

„Nee. Du, mein Lieber, hast gesagt, ich soll ihn nicht mitnehmen, Du hättest ja einen dabei!“

Perfekt. Dann bräuchten sie halt den von Anita. Nun fing „Schatz“ an zu lamentieren, sie könne ja dann kurz nach Steglitz fahren, sie sei ja noch fahrtüchtig – was auf lauten und sehr sehr albernen Widerspruch stieß. Nach einem kurzen Halt zum Nachdenken beschlossen sie dann, dass das ohnehin alles irrelevant sei, weil der Autoschlüssel ja bei ihnen in der Wohnung liegen würde. In die sie ja nicht reinkommen würden. Es war offensichtlich, dass sie sich mit Anita treffen sollten. Also mir war das klar. Bei den beiden Helden in meinem Auto hat diese Erkenntnis ein wenig Zeit gebraucht. Ein Telefonat später wussten wir dann aber, dass die gerade in der Bahn zwischen Jannowitzbrücke und Alex wären. Dann legte er auf und dachte weiter nach, ob wir bis nach Steglitz fahren sollten. Binnen weniger Sekunden kam er zu einem Entschluss:

„Gut, wir fahren nach Steglitz.“

Aus meiner Tour für knapp über einen Zehner wurde plötzlich irgendwas in der Größenordnung 30 bis 50 Euro. Oha! Das war soweit prima, danach hätte ich umgehend Feierabend machen können, aber ein bisschen absurd schien mir das Ganze schon. Auch wenn wir den Weg der S-Bahn nicht nochmal gekreuzt hätten – eine halbe Stunde mehr oder minder einer Bahn hinterherzufahren, um am Ende wieder umzudrehen … also ich wär da nicht drauf gekommen. Schon gar nicht in einem Taxi, das mal eben 1,28 € pro Kilometer kostet. Also hab ich mich ein wenig eingemischt und dem Typen klargemacht, dass zumindest finanziell alles andere als Steglitz deutlich sinniger sei. Das hat er auch eingesehen und mich nebenbei ermahnt, er wolle sich jetzt bitteschön nicht den geilen Abend kaputtreden lassen.

Es waren noch zwei Telefonate mit ziemlich hanebüchener Gesprächsführung notwendig, um einen ziemlich einfachen Entschluss zu fassen: Anita und Klaus sollten am Hackeschen Markt aussteigen und kurz die Schlüssel übergeben. Manchmal frage ich mich zwar auch, warum ich so nett bin – auf der anderen Seite war mir die Unterhaltung in Kombination mit einer einstündigen Tour vielleicht auch einfach zu anstrengend.

Die Übergabe klappte problemlos, ich durfte endlich Anita und Klaus kennenlernen, von denen ich schon so viel gehört hatte, am Ende haben wir sie sogar noch zur nächsten S-Bahn-Station mitgenommen. Nach einer abermals lautstarken und mittlerweile völlig unwichtigen Diskussion, ob Madame noch fahrtüchtig sei und ob sie das einfach mal probieren sollten, erreichten wir das Ziel bei von mir vorher recht gut geschätzten 25,40 €.

Die bekam ich dann auch prompt ohne irgendwelches Trinkgeld und war doch relativ froh, die beiden loszusein. Auf dem Rückweg hab ich vorsichtshalber mal in meiner Hosentasche nachgesehen, ob mein Schlüssel da ist. Er war es, wenigstens ich müsste in dieser Nacht keinem Kollegen auf die Nerven gehen … 😉

PS: Auch von vergessenen Schlüsseln erzählt der Eintrag „Schlüsselkinder“ von 2010.

Vier Junkies

Nee, wat niedlich!

Zwei Jungs hab ich eingeladen. Beide ungefähr 1,95 Meter groß, blondierte Haare. Schlank, aber muskulös. War fast schon schwierig, die im Auto gut unterzubringen – obwohl meine Kiste ja recht geräumig ist. Die beiden hätten eine Traumbesetzung für Baywatch abgegeben, ich musste tatsächlich umgehend an Surfer denken, als ich sie gesehen hab. Ganz aus Hawaii oder Florida hat es sie aber nicht nach Berlin verschlagen, es waren Holländer. Der blondere der beiden hat ein zwar einfaches, dafür aber fast akzentfreies Deutsch gesprochen, der zweite hat offenbar nur niederländisch und englisch verstanden. Wie dem auch sei: Genügend Sprachfertigkeiten für die übliche Taxikonversation waren gegeben.

Ins Berghain wollten sie. Die Uhr zeigte kurz nach Mitternacht, der Club hatte folglich gerade aufgemacht. Von der Simon-Dach-Straße – wo ich sie aufgegabelt hatte – liegt das Pi mal Daumen eine Kurzstrecke entfernt, nach einer solchen haben sie aber gar nicht gefragt. War auch gut, dass ich keine angeboten habe, denn es ging zwischendurch noch zu einer Bank. Ich hab scharf überlegen müssen, dann ist mir die Sparkasse in der Grünberger Straße eingefallen. Ohne Umweg, alles bestens.

Ich halte also an, zeige dem Sunnyboy die Bank und er geht kurz rüber. Ich sehe, wie er vor der Bank steht und zögert. Ich hab mich innerlich darauf vorbereitet, auch auszusteigen. Ging die Tür dort nur mit Karte auf? Oder was war sonst so verwirrend? Als er wieder zum Auto trottete, fragte ich ihn umgehend.

„Da sind vier Junkies in der Bank.“

Ich hab einen Blick an ihm vorbeigeworfen und festgestellt, dass vier Obdachlose am Fenster der Bank saßen und sich dort aufwärmten. Das hab ich meinem Fahrgast auch so gesagt – ohne jetzt ein Fass aufzumachen und eine Diskussion über die Begriffe Obdachloser und Junkie zu starten. Der Kerl – dieser Brecher von Kerl! – hatte Schiss vor ein paar alten bärtigen Männern mit Bier in der Hand …
Ich hab ihm Mut zugesprochen, da hat er es noch einmal versucht. Tapfer ist er reingegangen und hat sich an den Automaten gestellt. Und ich hab ihn beobachtet. Sicher aber nicht, um aufzupassen, ob die „Junkies“ ihm was antun. Die Typen haben nicht einmal aufgesehen, als er rein ist.

Und dann?

Hat er sich ein Herz gefasst, sich umgedreht und sich mit ihnen unterhalten. 🙂
Nicht lange, ein zwei Sätze hin und her. Dann hat er ihnen ganz offensichtlich was von seinem Geld gegeben und ist mit guter Laune wieder rausgekommen. Ich mag diese kleinen Momente, in denen man sieht, wie Vorurteile zerbröckeln. Wenn einen etwas an das Gute im Menschen glauben lässt, dann sowas!

Wieder im Auto sitzend hat er seine Erlebnisse mit seinem Kumpel teilen müssen. Ich hab nicht viel verstanden. Aber er hat ihn offenbar darüber aufgeklärt, dass die „Junkies“ keine Wohnung hätten, ihm aber einen schönen Abend gewünscht haben. Und dass er ihnen fünf Euro gegeben hätte, einfach so. Und ich wusste in dem Moment nicht, für wen ich mich eher freuen sollte …

Der Rest der Fahrt war in zwei Minuten erledigt. Ich hab am Ende der Tour finanziell etwas schlechter abgeschnitten als die „Junkies“, aber das war selbstverständlich in Ordnung. Und bei einem Zehner für 7,80 € auf der Uhr kann ich mich ohnehin nicht beschweren. War die Tour des Abends für mich, ganz ehrlich!

Und noch ein kleines PS dazu: Ich seh so viele Obdachlose da draussen und ich werd auch oft genug von ihnen angeschnorrt. Das fühlt sich nicht immer gut für mich an, noch weniger aber wahrscheinlich für die Leute selbst. Und während ich mich darüber freue, dass wir nochmal Schnee haben, müssen sich manche Menschen um Plätze in Notunterkünften streiten. Ich hab echt ein paar nette Typen unter den Wohnungslosen getroffen und im Nachhinein keinen einzigen Euro bereut, den ich abgegeben hab. Und wenn’s für ein Bier war! Scheiß drauf! Wenn’s für ein paar schöne Augenblicke gereicht hat, dann isses doch ok, so lange es mir nicht wehtut.
Ich hab schon ganze Nächte mit „Pennern“ verbracht und am Ende sind es – Überraschung! – Menschen wie wir auch gewesen. Die wollen wie ich auch leben, und ja: auch mal Spaß haben. Die meisten, die ich kennengelernt habe, waren echt nette Leute, ich hab sogar schon Trinkgeld von Obdachlosen bekommen.

Wir alle haben Vorurteile, natürlich. Aber wir haben auch alle die Möglichkeit, sie zu überprüfen, gegen sie anzugehen. Das wollte ich unbedingt mal gesagt haben.