Führerscheintauglich

Mir fällt gerade ein, dass ich am Wochenende neben dem Kerl, der mir meinen Fahrstil abkaufen wollte, noch eine Fahranfängerin hatte. Sie winkte mich für eine Kurzstrecke nach Lichtenberg ran, an der denkbar ungünstigsten Stelle:

Direkt an der Kreuzung Frankfurter Allee/Möllendorffstr.  – und zwar in der Gürtelstraße, südliche Fahrtrichtung. Dort ist das Wenden nicht nur verboten, sondern durch eine Erhöhung der Straßenbahnschienen auch behindert. Also musste ich notgedrungen bis zur Scharnweberstraße in die komplett falsche Richtung fahren, wollte dann dort aber möglichst schnell wenden. Das ist dort auf den ersten paar Metern auch nicht erlaubt, schon gar nicht, wenn man es noch so halb auf dem Fußgängerüberweg macht wie ich. Ich stand also im 45°-Winkel auf der Straße, über den durchgezogenen Mittelstreifen, die Haltelinie und in den Fußgängerüberweg hinein. Hab auch schon besser ausgesehen auf der Straße. Aber es war 4 Uhr morgens, weder Autos noch Fußgänger in Sicht.

„Gut, so ganz legal ist das jetzt auch nicht wirklich. Verraten Sie mich bitte nicht.“

„Ach, ich mach ja gerade erst Fahrschule, sowas hatten wir da auch noch nicht, aber so in etwa müsste das doch gehen …“

„Kleiner Tipp: Machen Sie das NICHT in der Fahrschule.“

Wenn schon schlechtes Vorbild, dann doch wenigstens mit erhobenem Zeigefinger! 😉

6 Kommentare bis “Führerscheintauglich”

  1. Jens sagt:

    Um eventuell mitlesende Ordnungshüter zu beruhigen: Deine Geschichten sind komplett fiktiv, gelle? 😉

  2. elder taxidriver sagt:

    Sash, dass ich Dir meinen Fahrstil nicht schon längst geschenkt habe, hängt nur damit zusammen, dass ich mal für ein halbes Jahr keinen P-Schein hatte. In dem Zusammenhang möchte ich noch erwähnen , dass die Halenseestraße zwar entlang der Stadtautobahn führt, jedoch keine Autobahn ist sondern eine gewöhnliche Straße mit Tempo 50 .
    Und , dass die Zivilstreife, die mich verfolgt hatte, wir kamen vom Funkturm, mich erst in der Teplitzerstraße stoppen konnte..
    Wie die genaue Geschwindigkeit war, habe ich vergessen, aber man könnte sagen: Mit Windgeschwindigkeit, nachts um dreie.

  3. elder taxidriver sagt:

    Den Führerschein hatte ich ja noch, also habe ich ein halbes Jahr Wäsche ausgefahren, dachte prima, die Wäschepakete beschweren sich nicht, wenn ich mal zu holprig bremse, sie kotzen nicht und sie quatschen einen nicht voll.
    Dann aber musste ich in einem Altenheim die Pakete von Tür zu Tür abgeben. 50 mal klopfen, warten: Ist die Dame gerade nicht da , ist sie schwerhörig oder plötzlich verstorben? Waren praktisch nur Frauen zwischen 80 und 104 , wirklich wahr! Die Männer hatten in dem Alter alle schon das Zeitliche gesegnet.
    Und jede dritte behauptete, beim letzten Mal sei ihr Nachthemdchen nicht mit dabei gewesen. Habe ich alles ganz brav auf dem Lieferzettel notiert. Bis ich darüber informiert wurde, dass die das jedesmal sagen..
    Hinterher war ich immer so fertig, das ich immer davon geträumt habe mal wieder ganz gemütlich am Taxihalteplatz ein Stündchen oder auch gern mehr, auf Fahrgäste zu warten.

  4. Bernd sagt:

    @elder taxidriver
    …und ich träume Tag und Nacht davon, wenigstens einmal eine Frau in einem fehlenden Nachthemdchen zu befördern! 😉

  5. Sash sagt:

    @Jens:
    Ach, ich hab mir die Schere im Kopf abgewöhnt. Noch braucht es hierzulande ein Verfahren und Beweise, um wegen irgendwas Ärger zu kriegen. Wer GNIT als seriöse Quelle für einen Verkehrsverstoß zitiert, zahlt am Ende nur drauf. Da brauch ich ja nicht einmal einen Anwalt für … 🙂

    @elder taxidriver:
    Ich hatte ja auch mal gedacht, dass Pakete eigentlich doch ganz angenehme Kundschaft wären. Aber verglichen mit den Dramen an der Haustüre ziehe ich die im Taxi dann doch vor.
    Und hey, dass auf der Halenseestraße Tempo 50 gilt, sollte man als Taxifahrer doch wissen … 😉
    Aber ich kenne auch einen Kollegen, der auf der Frankfurter Allee bei einem mobilen einen Tagesrekord im dreistelligen Bereich hält …

    @Bernd:
    Also mir waren die meisten ungewollt nackten Fahrgäste nicht unbedingt die liebsten … 😉

  6. Bernd K. sagt:

    Erst kürzlich hatte ich überlegt, dass die Taxifahrer nach meiner Beobachtung nicht auffälliger fahren als der automobile Rest, im Gegensatz zu früher. Ob das daran liegt, dass die elder(en) Taxidriver jetzt im Ruhestand sind und die Mitmenschen an ihrer Lebenserfahrung teilhaben lasen? 😉

    @Bernd: eine 80 bis 104-ährige mit ohne Nachthemdchen? Ich würde von was anderem träumen! :-))

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