Werbung, Teil 132 (grob geschätzt)

Also nicht, was ihr jetzt denkt. Ich will hier gar nicht weiter drauf rumhacken, dass ihr mich bei den BOBs wählen sollt. Obwohl? Jetzt wo der Link schon… 😉

Wie ihr schon seht: Werbung kann tückisch sein, man kann sich gegen sie oft nicht richtig wehren. Das geht mir im Taxi nicht anders. Und abgesehen von der vielen Werbung, an der ich vorbeifahre, habe ich ja selbst welche am Auto. Das ist auch für mich ok, denn erstens muss ich sie selbst nur sehr selten sehen, zum anderen bin ich ja froh um jeden Cent, den die Firma so einnimmt.

Aber bitte: Was soll das denn?

Arm. Quelle: Sash

Ist DAS jetzt die Antwort der (einen) Funkzentrale auf die Konkurrenz durch myTaxi? Irgendsowas muss es ja sein. Nichts dagegen, die eigene App zu bewerben, aber:

„Ich fahre was Besseres.“?

Das miese daran ist, dass das jeder Mensch da draussen auf mich oder mein Auto bezieht – und das kann ich mal gar nicht leiden! Denn ich fahre nichts besseres als die Kollegen und ich bin auch nichts besseres als die Kollegen. Scheißegal, welche App wer mit wem benutzt oder welche Zentrale! Sollen sie doch draufschreiben „Besser fahren mit Funk Taxi Berlin!“ Ok, das hinterlässt wenigstens nicht so einen ätzenden Nachgeschmack.

Vielleicht sollte ich mal mit Cheffe reden, ob das wirklich SO sein muss.

Tourismus in Berlin

oder Welcome Goodbye

Wenn man sich so umhört in Berlin, dann gibt es nicht schlimmeres und tolleres als Touristen. Während auf der einen Seite die Stadt zugepflastert wird mit Anti-Touristen-Aufklebern und es Veranstaltungen wie „Hilfe, die Touris kommen!“ gibt, wird auf der anderen Seite, insbesondere von Wowi himself und allerlei anderen Nutzniesern, beschworen, man bräuchte den Tourismus, anders käme kein Geld in die Kassen.

Von Klaus habe ich den Hinweis auf ein sehr interessantes Film-Projekt bekommen, von dem ich gleich mal gnadenlos den Titel für diesen Eintrag geklaut habe: Welcome Goodbye. Mir gefällt die Idee des Films gut und wenn man sich den Trailer anschaut, bekommt man schon einen ganz guten Eindruck davon, wie interessant und vielseitig das Thema ist. Ich hoffe darauf, dass einige Leser eventuell über eine Unterstützung des Ganzen nachdenken.

Aber bleiben wir beim Thema selbst: Die Touristen in Berlin.

Ich persönlich habe nichts gegen Touristen. Und auch wenn man sich aus solchen Abhängigkeitsverhältnissen nie ganz befreien kann, möchte ich doch sagen, dass es nicht daran liegt, dass ich an ihnen mitverdiene.

Natürlich gibt es Klischee- und Horrortouristen, die die Bewohner der Stadt wie im Zoo begaffen und sich benehmen wie eine Horde Raubritter. Aber wenn man Personengruppen nach solchen Randerscheinungen bewerten müsste, dann würden gerade wir Deutschen auch nicht gerade ein sonderlich gutes Bild abgeben. Dort wo wir die Touristen sind, gibt es sowas nämlich auch zuhauf.

Nun geht die Kritik an den Touristen aber in Berlin über das Nörgeln gegen Fotoapparate vor dicken Hawaihemd-Bäuchen hinaus. Die Touristen würden die einzigartige Kultur Berlins zerstören, Berlin sei einfach nicht mehr dasselbe, seit die jetzt auch noch nach Kreuzberg wollen… ganz besonders schlimm sind außerdem die, die hier nur feiern gehen würden.

Da muss ich mich jetzt doch mal fragen, was in Berlin je so geblieben ist, wie es war. Welches Berlin hätten wir den gerne wieder. Das kleine Berlin von vor 1920, das ohne Eingemeindungen einer Hauptstadt kaum würdig war? Oder hätten wir lieber das niedergebombte Berlin von 1945, wo so viel Luft und Freiraum war, wie sonst nur selten?
Vielleicht wollen wir ja aber auch eine geteilte Stadt. Oder das Berlin kurz nach dem Mauerfall, wo noch nicht viel war mit Party- und Kunsthauptstadt?

Es ist das gleiche blöde Geschwätz wie mit den Zugezogenen. Wohnt einer wie ich seit 5 Jahren in Berlin, ist er einer von den komischen Neuen, über die sich diejenigen mockieren, die 10 Jahre früher hergekommen sind. Große intellektuelle Leistung!

Es ist nunmal nicht möglich, eine Weltmetropole zu sein und sie vor der Welt zu verschließen. Wie armselig wäre das auch? Wenn wir in Berlin angeblich die besten Clubs der Welt haben, dann nur, weil das die Leute sagen können, die die Welt gesehen haben. Berlin ist eine unglaublich vielfältige Stadt mit einer atemberaubenden Geschichte und in vielerlei Hinsicht einfach interessant für Menschen aus anderen Orten, anderen Ländern. Und stolz darauf sind die meisten. Egal ob man jetzt ein weltbekanntes Museum leitet oder die geilste Kommune in einem besetzten Haus unterhält – genau das macht die Stadt aus.

Wie soll man sich die Alternative vorstellen: In der geilsten Stadt der Welt leben und täglich doch nur seine Nachbarn treffen? Ganz ehrlich: Das haben wir zigtausendfach in Deutschland. Diese Dinger heißen Dörfer. Da ist dann alles so, wie man es unter Gleichgesinnten ausgemacht hat, alle sind zufrieden und keiner kriegt es je mit. Und ich rate jetzt mal, was die meisten, denen so viel an Berlin liegt, nicht wollen…

Und ja: Natürlich bringt das Geld. Tourismus ist ein Gewerbe wie jedes andere auch. Einen guten Teil seiner Urlaubserlebnisse erkauft man sich, allerdings sehe ich da keinen generellen Unterschied zum Rest des Lebens. Insofern kann man doch wirklich froh sein, dass die Stadt so beliebt ist und die Leute hier ihr Geld liegen lassen. Und wenn sie sich dafür albernes Zeug kaufen, haben halt die Albernes-Zeug-Verkäufer Glück.

Natürlich finde ich auch den ein oder anderen Hotelbau blöd. Aber ich find auch die ganzen Casinos scheiße und meinetwegen bräuchten wir auch keine Brautmodengeschäfte und Eiskunstlauf-Einzelhändler. Das alleine ist als Kriterium also auch nicht so dolle.

Sicher, hier und da muss man vielleicht mal mit Hostelbetreibern über die besoffenen Jugendlichen vor der Tür reden. Und natürlich ist nicht jedes Hotel toll und sinnvoll und nicht jeder Tourist total lieb. Aber ohne würde der Stadt einiges verlorengehen – und das ganz gewiss nicht nur finanziell.

Ich hab in jeder Schicht mindestens einmal Touristen im Auto. Das sind so viele, dass ich bald der Australier wegen einen eigenen Akzent im Englischen entwickle. Da sind haarsträubende Gestalten dabeigewesen und andere sehr nette. Menschen vom anderen Ende des Planeten, die ein schönes Bild von Berlin und von Deutschland mit in die Heimat nehmen. Menschen, die hier einen Gefallen an der Kultur oder ein Interesse an der Geschichte entdecken.
Das sind die Leute, die uns – wenn wir bei ihnen im Urlaub sind – nicht für blöde Deutsche halten, sondern uns erzählen, wie nett es bei uns war. Davon kann es meines Erachtens nach nicht genug geben.

Und wo, wenn nicht in Berlin, ist auch für die ganzen Spinner Platz? 😉

The BOBs – kleiner Nachschlag

Inzwischen haben wohl alle mitbekommen, dass GNIT für die Deutsche Welle Blogawards in der Kategorie Best Blogs German nominiert ist. Viele Besucher kommen auch direkt von der Seite, denen möchte ich natürlich erstmal lieb zuwinken und sie zum Umschauen einladen:

*Wink!*

*Einlad!*

😀

Nun hab ich – durchaus ein bisschen überrascht – festgestellt, dass ich sogar gewisse Chancen hab, zu gewinnen. Gut, bildblog liegt zwar vorne, aber die werden auch nicht so schamlos Werbung machen wie ich jetzt gleich 😉
Ich sag es ehrlich: Ich bin ein schlechter Spammer und möchte meinen schönen Blog nicht dazu verwenden, euch wegen der Abstimmung täglich auf die Nüsse zu gehen. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass man nicht nur einmal – sondern bis zum 2. Mai einmal täglich abstimmen kann. D.h. ihr könnt auch mal für GNIT voten, wenn ihr schon für einen anderen Blog gevotet habt. Und das immer wieder!

Ich hab hier in die Seitenleiste vorübergehend einen Banner eingebaut, der euch daran erinnert und ich würde mich wahnsinnig freuen, da zu gewinnen. Also denkt gelegentlich dran, ein paar Sekunden für GNIT zu investieren. Passiert ja auch nicht alle Tage, sowas.

PS: In meinem ersten Post habe ich fälschlicherweise behauptet, ich könne als Gewinner nach Bonn fahren. Das ist nicht wahr, ich hab zu ungenau gelesen. Das steht nur den Jury-Gewinnern zu. Also natürlich kann man auch so nach Bonn fahren, das hat dann aber nix mit der Wahl zu tun 😉

Und nun noch ein letztes Mal:

Bitte stimmt für GNIT:


Vote now!

GNIT: BOB?

Eben sehe ich in meinem Posteingang, dass GNIT dieses Jahr für die Deutsche Welle Blogawards nominiert worden ist. Als einer von gerade mal 11 Blogs in der Kategorie Best Blog German.

Hui!

Ich erwarte zwar nicht ernsthaft, beispielsweise gegen bildblog bei der Leserabstimmung erfolgreich zu sein, aber ich würde mich natürlich freuen, wenn der ein oder andere seine Stimme für diese Seite hier abgibt – dann sieht es nämlich wenigstens nicht peinlich aus. Und hey, als Gewinner dürfte ich nach Bonn fahren und ein Ausflug nach Bonn kann ja auch mal ganz… also, ähm. Na egal:

Hier abstimmen!

😀

Flughafen reloaded (Uptdate!)

Kleiner Hinweis:

Der Taxiblogger hat heute eine interessante Mail veröffentlicht bezüglich des neuen Flughafen und der Taxiordnung dort, bzw. genau genommen geht es um die Rangeleien um die Organisation und die Kosten. Ich bin leider ein bisschen spät aufgestanden, werde mich aber in den nächsten Tagen – hier oder bei meinen Chefs drüben – auch nochmal damit befassen.

Bis dahin: Ohren steif halten und Trinkgeld geben! 😉

Update: Wie versprochen gibt es die Übersetzung der kryptischen Mail, garniert mit einer Prise Verachtung, drüben im Taxihaus-Berlin:

Neues vom Flughafen BER

Finnen finden

K.T. hat mir gerade mitgeteilt, dass es nun auch wieder Taxigeschichten in seinem Blog zu lesen gibt, nachdem dort länger Sendepause war. Deswegen verlinke ich hier mal flott den Kollegen und lenke eure Aufmerksamkeit auf den dunklen Norden, genau genommen auf Tampere in Finnland:

finnen-taxi.blogspot.de

Ich warne die Kollegen allerdings vor, dass einem ein bisschen schwindlig wird, wenn man den Taxitarif (ganz unten auf der Seite) und die Umsätze liest!