Moin, Leude!
Also die Müdigkeit versucht gerade ihr Bestes, mich gnadenlos ins Bett zu zerren. Aber ich hab für dieses Wochenende keine Artikel vorbereiten können, also kriegt ihr noch kurz eine knackfrische Geschichte vom heutigen Morgen. Nicht sonderlich aufregend, dafür schnell zu erzählen 😉
Ich hatte am Spindler und Klatt Winker. Soweit, so gut. Abgesehen davon, dass sie es im Vollsuff für total normal hielten, zwei Taxen einfach mal 5 Minuten zu belagern (also bei offener Türe um den Einstieg rangeln) ohne vielleicht ein Ziel zu nennen oder mal irgendwas sinnvolles zu sagen, war es noch ok. Dass das nervig wird, hab ich mir dennoch gleich gedacht. Überdrehte Jungs, alle so um die zwanzig und ziemlich angeschlagen. Die letzte Flasche Wodka kreiste noch durch die Runde und als beide Taxen beladen und mein Kollege schon unterwegs war, haben sie festgestellt, dass einer gar nicht mehr reinpasst.
Das hat gar nicht gestimmt, weil sie zumindest den einen schon ausgeklappten Zusatzsitz völlig übersehen haben – was mich wunderte, ich hätte eher erwartet, dass sie ein paar Sitze doppelt sehen 🙂
Es dauert zwar ein bisschen, drei betrunkene Jugendliche von der Rückbank wieder runterzupflücken, aber irgendwie hab ich es geschafft. Der letzte flennte mit gespielter Dramatik, dass ich ihn nur rausjagen würde, weil er so dick sei. Ich hab ihm das einfach mal bestätigt. Hat geholfen.
Das war auch ganz gut, dass ich bei ihm – Julian – die Grenzen ausgelotet habe, denn neben der Heulsuse auf dem Beifahrersitz, der die ganze Zeit krakeelte, er würde der Gruppe in Wannsee beim McDonalds einen Burger ausgeben (obwohl wir nach Mitte gefahren sind), war er die größte Nervbacke. Im Grunde waren seine Sprüche allesamt harmlos und mir völlig egal. Irgendwann wurde es dann aber lustig. Und wie immer hat das mit Geschlechtsteilen zu tun.
„Ich wollte nur sagen, dass ich einen enorm schönen Penis habe.“
„Vielen Dank für die Info, ich glaube es mal.“
„Nein im Ernst, ich hab tatsächlich einen schönen und natürlich auch riesigen Penis. Wenn sie – das verspreche ich – meinen Penis sehen könnten, dann würden sie sagen: Woooowww!“
„Das bezweifel ich stark.“
„Wirklich: Mein Penis ist riesig. Und unglaublich schön. Es ist der ultimative Penis. Ich würde sagen, mein Penis ist wie, wie, ja wie Godzilla!“
Da hat er gestrahlt 🙂
Ich hingegen hab meine Chance gewittert:
„Ja klar, wer wenn nicht Godzilla ist für seine Schönheit bekannt…?“
Die gruppendynamischen Prozesse in solchen Momenten sind interessant. Zwar lachen nachher immer noch die gleichen vier an der „Diskussion“ unbeteiligten Leute, aber etwas anders. 3 Sekunden hat es bis zum Sprechchor gedauert:
„Eins-Null für den Taxifahrer! Eins-Null für den Taxifahrer!“
Zum Zwei-Null hat es mir sogar auch noch gereicht. Julian hat sein Gemächt weiter mit netten Worten bedacht, und so kam es, dass einer der Mitreisenden prognostizierte:
„Ach ja, ich wette, dass Julian heute 15 Mädels klarmacht!“
Ich hab nur leise vor mich hingenuschelt:
„Und Godzilla…“
Der Rest war dann Standard: Julian wollte während der Fahrt aussteigen, um mich zu schlagen, ich hab am Ende fast 3 € Trinkgeld von den anderen bekommen und der mindestens prächtigste Penis der Welt hat in Mitte gegen eine Hauswand gepinkelt.
