Änderungen unerwünscht?

Ich verstehe so manche Kollegen im Taxigewerbe nicht. Zu allererst natürlich die, die sich den Job stressig machen, indem sie sich wegen kurzen Touren mit den Kunden streiten und sich Ärger einhandeln, weil sie sich nicht an die Regeln halten.
Ähnlich wenig Verständnis hab ich für die Kollegen, die denen das durchgehen lassen. Ein paar Kollegen meckern seit einiger Zeit schon rum, dass sie immer öfter von unbesetzten „Kollegen“ überholt werden und es allgemein rau zugeht. Da hab ich wohl immer Glück gehabt. Insbesondere Anfeindungen bin ich nun wirklich noch nicht ausgesetzt gewesen.

Und dann erzählt mir Kollege Manfred folgendes:

Er ist wohl leer unterwegs gewesen, kurzer Abstecher über die Stadtautobahn zu einer anderen Halte. Er selbst ist auf der 80er-Strecke mit knapp unter hundert unterwegs, und die Fackel hat er – trotz Verbot – der Einfachheit halber eingeschaltet gelassen. Wenn man es eng nimmt, kann man ja da schon was sagen 😉

Aber gut, nun der Auftritt des Kollegen: Mit von Manfred geschätzten 140 Sachen zieht besagter Kollege in seinem Daimler an ihm vorbei, die Fackel natürlich ebenfalls an.
Wie der Zufall es so will, treffen sich die beiden kurz hinter der nächsten Ausfahrt hintereinander an der Halte. Manfred steigt aus, und ich gebe hier mal sinngemäß das Gespräch wieder:

„He Kollege, muss ja wohl nicht sein, dass du mich auf der Autobahn so stehen lässt…“

„Was? Mir doch egal! Auf der Autobahn muss ich gar nix!“

„Ich würde an deiner Stelle mal vorsichtig sein, da mit 140 langzuschießen. Wie viele Führerscheine hast du denn bitte?“

„Scheißegal. Dann schmeiß ich den Führerschein weg und schlag dich tot!“

Manfred ist daraufhin ums Auto herumgegangen und hat sich ganz demonstrativ die Konzessionsnummer angesehen. Dann hat er sich wieder in sein Auto verzogen. Daraufhin kam der ungehaltene Kollege aus seinem Wagen, kam zu Manfred und hat sich entschuldigt. Irgendwas von „war nicht so gemeint“. So eine von den ganz ganz ehrlichen Entschuldigungen, bei denen Mami hinter einem steht und einen stupst, wenn man sich nicht traut.

Und, was ist die Moral von der Geschichte? Keine!

Manfred nix weiter gemacht. Er hat aber jetzt eine tolle Anekdote, und passenderweise war der Fahrer auch noch Türke. Da lässt sich das bei bestimmten „Kollegen“ gleich nochmal gehässiger erzählen.

Mit anderen Worten: Ein eigentlich bekanntes Arschloch fährt weiter unbehelligt Taxi in dieser Stadt, hat nicht einmal eine Beschwerde gekriegt, und sicher 10 Kollegen haben jetzt eine tolle Geschichte, die beweisen soll, dass alle türkischen Taxifahrer in der Stadt ja totale Arschlöcher sind…

Ja, so lösen sich Probleme!

Manchmal tut es wirklich weh, einen Job zu machen, der weitgehend vom Intelligenzprekariat beherrscht wird! 🙁

50 Kommentare bis “Änderungen unerwünscht?”

  1. Intelligenzprekariat, jetzt machst du dir noch die Sprache der Obrigkeit zueigen!

    Nenn sie doch besser: Intelligenzverweigerer!

  2. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Ich hab es nicht so mit Political Correctness und ich mag das Wort, sorry!

  3. Thomas S. sagt:

    Was sollte Manfred deiner Meinung nach tun? Die Polizei interessiert sich für solche Affektäußerungen doch eher gar nicht, die Geschwindigkeit wäre auch eine problematische Sache .. „Ja, also, ich war da in der 80-Zone mit 100 unterwegs, da überholt mich der Kerl, der war eindeutig zu schnell.“

    Keine Ahnung, wie sowas in der Taxi-Branche üblich ist, aber würde er nicht eher Probleme mit den Kollegen bekommen, wenn er wegen sowas zur Polizei rennt? „Dem darfst Du nichts erzählen, der geht gleich zur Polizei“ etc.

    Was hättest Du getan?

  4. Sash sagt:

    @Thomas S.:
    Mag sein, dass sich die Polizei nicht dafür interessiert, geholt hätte ich sie trotzdem. Ist ja definitiv eine Drohung. Mit etwas Glück fragen sie wenigstens nach dem P-Schein, und bei solchen Kollegen habe ich die Hoffnung, dass das schon reichen könnte für Konsequenzen.
    Dass das mit der Geschwindigkeit nicht zu ahnden ist, ist klar. Schon alleine, weil man keine Beweise hat, weniger wegen der eigenen Verfehlung.
    Aber es lässt sich ja auch herausfinden, für welches Unternehmen der Kollege fährt. Gegenüber der Zentrale würde ich so ein Verhalten wie auch seinem Chef gegenüber nicht unerwähnt lassen.
    Das mag sogar erstmal gar nix bringen, und das ist auch ok. Schließlich können ja auch falsche Anschuldigungen darunter sein. Aber wenn man das machen würde, würde man schon merken, bei welchen Leuten sich das häuft und ggf. Konsequenzen daraus ziehen.

    Wie das „in der Taxi-Branche“ üblich ist, kann selbst ich nicht sagen. Tatsache ist, dass ich mit etwas Glück den betreffenden „Kollegen“ niemals wiedersehe. Hier arbeiten rund 12.000 Fahrer bei 5.000 Unternehmen und teilen sich 7.000 Taxen. Man kennt so oder so nur die Kollegen, die einem mehr oder minder sympathisch sind. Und es kann einem insofern eigentlich egal sein, ob man nun bei 20 Freunden eines Arschlochs selbst als Arschloch gilt.
    (natürlich mal davon ausgegangen, dass es unwahrscheinlich ist, dass die geäußerte Drohung in die Tat umgesetzt wird)

    Das Problem am Gewerbe ist, dass außer den Kunden und im „Glücksfall“ den Kollegen keiner sonst je rausfinden wird, wer in dem Job krumme Dinger abzieht. Ich kann nicht ausschließen, dass ich auch mal so einen Fall habe, und in dem Fall die Einschüchterung zieht. Das jedoch scheint bei Manfred nicht so gewesen zu sein.
    Und wenn ich mich über die Kollegen ärgere, die wirklich Mist bauen (und die Mischung aus Bedrohung, ziemlich heftigem Fahrstil und Missachten von branchenüblichen Selbstverständlichkeiten bezeichne ich als wirklichen Mist!), dann kann ich doch nicht lachend ein Auge zudrücken, wenn ich die Chance habe, so jemandem an den Karren zu fahren.

    Und ich bin nun wirklich keiner, der das Gewerbe als Kriegsschauplatz und Verdrängungskampf begreift – aber solche Arschlöcher ruinieren den Ruf des ganzen Gewerbes und sorgen für weiteren Kundenschwund.

  5. Matthias sagt:

    Du hättest nicht erwähnen müssen, dass der Fahrer Türke war. Da wäre jeder verständige Mensch von selbst drauf gekommen.

  6. Sash sagt:

    @Matthias:
    Vielen Dank für die sachliche Feststellung. Die anderen Arschlöcher stammen übrigens allesamt aus Tunesien und dem Iran. Nur falls du das vergessen haben solltest.

    @all:
    Können wir das Netz mal wieder ein bisschen nach links drehen. Ich hab das Gefühl, meine Seite landet bei der derzeitigen Ausrichtung in einem ungünstigen schwarz-braunen Randbereich, und das wirkt sich negativ auf die Intelligenz der Leser aus…

  7. Christian sagt:

    @ Sash

    Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass in allen Ländern, die ich besucht habe, die Verteilung zwischen aufgeschlossenen, freundlichen und hilfsbereiten Menschen (überall die große Mehrheit) und den leider auffälligeren Idioten (überall in der Minderheit) ungefähr gleich ist. Nur im Netz, wo man in der Anonymität trollen kann, fällt die Verteilung etwas stärker zugunsten der Idioten aus.

  8. Seismo sagt:

    Darf die Leuchte auf der Autobahn nicht eingeschaltet sein? Da ist man ja auch unbesetzt.

  9. Sash sagt:

    @Christian:
    Danke! Du ersparst es mir, diese Ansicht selbst zu formulieren 🙂
    Ansonsten beste Grüße ins Hamburger Umland! Ich hoffe, du bist bald mal wieder spät Nachts in Berlin.

  10. Enno sagt:

    Sicher interessiert sich die Polizei dafür, da es wie Sascha schon angemerkt hat um eine Drohung handelte. Die Frage ist allerdings ob es auch Strafrechtliche Konsequenzen gibt oder es sich im Sande verläuft. Wenn Manfred keine Zeugen hat, dann wird es schwer eine Verurteilung zu erreichen. Aber selbst wenn nicht, sollte ein gewisser Punkt in den Ermittlungen überschritten werden, dann wird es in der Akte des Täters vermerkt.

    @Matthias:

    Dir haben sie auch auf gut Deutsch in den Kopf geschissen oder? Ich kenne mindestens, wenn nicht sogar mehr, nette Personen mit türkischem Migranten Hintergrund wie ich Arschlöcher mit dem gleichen Hintergrund kenne. Aber das ist in fast jeder ethnischen Gruppe so von denen ich mehr als 2 Personen kenne. Das Problem ist doch einfach, dass ein paar wenige den Ruf von vielen Zerstören, so wie es auch im Taxigewerbe ist.
    Diese Drohungen sind leider in gewissen Umfeldern normal und auch mir ist dieses WE so etwas passiert, allerdings waren es Deutsche die gedroht haben und mit Beleidigungen um sich geworfen haben. Wenn du meinst, nur weil die Medien (ganz vorne da mit 4 Großbuchstaben) öfter von einem Verbrechen berichten, welches von einer Person mit Migrantenhintergund begangen wurde, heißt das noch lange nicht, dass grundsätzlich jeder Migrant ein Verbrecher ist. Allerdings werden immer mehr dazu „genötigt“, da die Bevölkerung das erwartet und die Person ohne sie zu kennen als Vebrecher abstempeln. Das führt dann dazu, dass genau das getan wird, was von ihnen erwartet wird und zack können sich Leute wie du wieder daran Laben, dass die Türken/Iraner/Tunesier/Russen/Polen/usw. alle samt Verbrecher sind.

    @Sash: Ich hoffe das hat deine Seite etwas besser ausgerichtet 😀

  11. Sash sagt:

    @Seismo:
    Mist, ich finde es nicht mehr. Irgendwo stand, dass die Fackel auf der Autobahn auszuschalten ist. Ich will das aber jetzt nicht unbestätigt stehenlassen. Tut mir leid, hab ich nicht ausreichend nachgesehen. Ich finde es gerade weder im PbefG, noch in der Taxiordnung.

    @Enno:
    Ja, doch, es wendet sich… 😉

  12. Stefan Praß sagt:

    Oh man, was manche Leute so als „verständige Menschen“ verstehen. Dann will ich kein verständiger Mensch sein, sondern jemand, der nicht aufgrund eines auffälligen Einzelfalls gleich verallgemeinert. Oder sind etwa alle Deutschen Nazis, weil hier ein Schwachkopf sein Recht auf Meinungsfreiheit für seine rassistischen Plattitüden mißbraucht?

  13. Sash sagt:

    @Stefan Praß:
    Auch dir ein Danke. Das Netz dreht sich langsam 🙂
    Die Mail beantworte ich später. Hoffe, das ist ok.

  14. Marius K. sagt:

    @Matthias: Ich glaub dich würde man überall erkennen an deinem Brett vorm Kopf. Selbst wenn man mal „Türken“ (die zumeist auch deutsche Bürger sind) kennen gelernt hat, die sich wie Idioten verhalten, heißt das nicht, dass alle gleich sind. ICH persönlich bin der Meinung, dass die meisten „Türken“ sehr nett sind und sich nicht so idiotisch verhalten wie „Deutsche“.
    Auch wenn ich sagen muss, dass nach meiner Einschätzung 75% der Bürger mit türkischem Migrationshintergrund bis zum Alter von ca. 20 bis 25 sich extrem ausfallend verhalten und danach erst „normal“ werden, und trotzdem kann man auch in dieser Altersgruppe vernünftige Leute finden.
    Alle Menschen mit Migrationshintergrund über einen Kamm zu scheren ist einfach nur erbärmlich.

    @Sash: Man kann es ja schon differenziert betrachten ohne gleich nach links oder rechts auszuscheren. Wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat ist es meiner Meinung nach legitim diese auch kund zu tun. Allerdings ohne zu verallgemeinern.
    Ich glaube eher weniger, dass sich das negativ auf die Intelligenz deiner Leser auswirken wird.
    Aber auf die Intelligenz deiner Kommentatoren bzw. auf die Qualität der Kommentare auf jeden Fall.
    Mit etwas Glück wird sachlich darüber diskutiert, mit etwas Pech beginnen hier ellenlange EMOTIONALE Diskussionen.

    Ich für meinen Teil sehe das ganze so:
    „Es sind die vorgefaßten Meinungen, die es den Völkern so schwer machen, einander zu verstehen, und die es ihnen so leicht machen, einander zu verachten.“ – Romain Rolland
    Dieses schöne Zitat ist sicher auch auf einzelne Menschen anwendbar…

  15. Sash sagt:

    @Marius K.:
    Natürlich ist es legitim, schlechte Erfahrungen kund zu tun. Und ich habe nicht einmal ein Problem damit, wenn dabei erwähnt wird, woher der Stein des Anstosses kommt. Aber die Umkehrung ist nicht drin. Die Straße mag auf jeden Fall nass sein wenn es regnet – deswegen verkünde ich keinen Regen, nur weil meine Reifen feucht sind…
    Man muss für diese Erkenntnis auch nicht links ausscheren, aber wenn man ganz rechts bleibt, wird es schwierig…
    Dass das mit der Intelligenz ironisch gemeint war, war – dachte ich – selbstverständlich.
    Und die meisten Diskussionen werden irgendwann mal emotional. Das muss nicht schlimm sein. Dennoch kann es Dinge geben, die fernab jeder Akzeptanz liegen.

  16. Thomas S. sagt:

    Sash: danke, stimmt, hatte nicht bedacht, wie groß die Branche ist. Gibt’s denn so einen Ehrenkodex, dass man andere Taxler nicht anschwärzt?

    Marius K:

    ICH persönlich bin der Meinung, dass die meisten “Türken” sehr nett sind und sich nicht so idiotisch verhalten wie “Deutsche”.

    Fehlen hier die Ironiekennzeichner oder wolltest Du den Verallgemeinerer mit Verallgemeinerungen widersprechen?

  17. hans sagt:

    meine lieblingshalte wird ständig von taxen und privatfahrzeugen zugeparkt.
    die privaten lassen sich leicht verscheuchen,von den taxlern kriegt man egal von welcher nationalität
    nur dämliche antworten.die fahrer mit migrationshintergrund sind mir jedoch die liebsten.ich habe es einfach
    gern,wenn sich jemand 2cm vor meiner nase aufbaut mit den worten „was willst du“,
    da resigniert man,spricht keinen sogenannten kollegen mehr an und ruft gleich das o-amt.
    das mit dem überholen auf der autobahn und der eingeschalteten fackel verstehe ich nicht.
    sehe da kein problem,wär mir völlig egal.

  18. Aro sagt:

    Was regt Ihr euch denn alle so auf? Natürlich sind Türken Arschlöcher. Genau wie die Iranier, Tunesier, Schwaben und Deutsche. Bei allen genannten sind es schätzungsweise zwei Prozent. Ausnahmen gibt es nur bei den Rassisten jeglicher Nationalistät, da ist der Prozentsatz weitaus höher.

    @ Sash
    Überholen auf der Autobahn, auch mit angeschalteter Fackel, ist doch egal, oder? Außer es geht um die Gefährdung anderer. Was die Bedrohung betrifft, hätte ich auf jeden Fall auch das LABO informiert.
    Vor fünf Jahren hatte ich auch Ärger mit solch einem Typen und habe ihn angezueigt. Er wurde in erster Instanz zu einer Geldstrafe und Fahrverbot verurteilt. Zur Berufungsverhandlung wurde er bereits aus der U-Haft vorgeführt – sein Verhalten mir gegenüber war offensichtlich kein Einzelfall.
    Ich finde es richtig, solche Leute aus dem Verkehr zu ziehen. Sowohl wegen der Gefährdung und Einschüchterung, als auch, weil sie dem Taxigewerbe erheblichen Schaden zufügen. Oder glaubt irgend jemand, dass er sich den Fahrgästen gegenüber korrekt verhält?

    Nochmal @ Sash
    Was will uns eigentlich die Überschrift sagen?

  19. Marcus sagt:

    Die Türken sind doch selber schuld das Sie immer und immer wieder die vorurteile bestätigen……das ist doch nicht erst seit Sarazzin bekannt.

  20. Thomas S. sagt:

    Marcus, ich fürchte, das siehst Du verquer. Bei vielen Türken ist es wirklich so wie Marius K. schrieb: sobald sie etwas älter sind, ändert sich das Verhalten grundlegend.

    Das macht, glaube ich, auch viel aus bei der verschiedenen Perzeption, Leute, die ländlich oder kleinstädtisch aufgewachsen sind und dann in eine Großstadt ziehen, leben dann zB zum ersten mal mit Mitte zwanzig in einem Viertel mit hohem Migrantenanteil. Wer hingegen dort aufgewachsen ist und die normativen Jahre mit „Ich hol meine Brüder“ verbracht hat, dem fällt es schwer, sich von dem Eindruck wieder zu trennen. Kenn ich selbst. Mich hat meine Liebe zu Döner davor bewahrt, sich das verfestigen zu lassen, denn im allgemeinen: die Jungs, die im Dönerladen stehen und auch im Sommer 8 – 10 Stunden vor einem heißen Grill stehen, die halten nichts von einfachen Abzieh-Möglichkeiten, sonst würden sie das nicht machen. Und wenn man sie etwas besser kennt, dann erlauben sie sich auch durchaus, sich über die Jugendlichen Türken auszulassen, die eben noch im Laden waren. Junge, junge, dermaßen scharf hat mein Opa nie über Jugendliche geredet, die ihm irgendwie ein Dorn im Auge waren…

  21. Marcus sagt:

    Im Gegenteil…….im Gegensatz zu wahrscheinlich, den meisten hier arbeite ich in einer Branche in der ich Massenhaft mit „Kulturbereicherern“ zutun hab. Mag ja sein, das die meisten Oberflächlich einen auf nett tun, aber bei über 98% fällt die Maske doch sehr schnell……LEIDER.

    ….wie naiv muss man eigentlich sein, um zu glauben das sich die meisten diese vorurteile nur einbilden?

  22. Thomas S. sagt:

    In welcher Branche und vor allem in welcher Stadt arbeitest Du denn? Nur wenige, die in einer Großstadt leben, bestreiten ernsthaft, dass es da gewaltige Probleme in einer ganzen Generation gibt, aber ich habe zum Beispiel noch nie einen unhöflichen Türken jenseits der 40 erlebt. Und dabei sehe ich davon täglich jede Menge, aber ob ich ihnen auf den Fuss trete oder sie mir, ob’s eng ist im Bus oder nicht, die waren eigentlich immer absoluter Durchschnitt. Umarmten mich nicht, aber wollten sich auch nicht prügeln. Einer sagt „Tschuldigung“, der andere nickt, mehr spricht man nicht, wie das so üblich ist unter ÖPNV-Veteranen.
    Die einzigen, die aktuell beruflich imho vollkommen unschuldig zum Rassismus getrieben werden sind a) Polizeibeamte in typischen Drogenrevieren und b) Türsteher. Aber das hat eben primär mit dem Alter der Kontaktpersonen zu tun.

  23. Joern sagt:

    was ist denn die branchenübliche Selbstverständlichkeit, die hier missachtet wurde?

    Dass die Taxi-Lampe auf der Autobahn ausgeschaltet werden muss?

    Oder dass man ein leeres Taxi nicht leer überholt? Auf dem Weg zum Halteplatz würde ich sowas als Tabu ansehen (Vordrängeln). Aber auf der Autobahn – wo ist denn da das Problem?

  24. Sash sagt:

    @Thomas S.:
    Ach, dass man sich nicht grundlos anschwärzt und sich vor Blitzern warnt, das gibt es zum Beispiel natürlich. Aber unter denen, die ich kenne, ist es eben auch Konsens, dass die schwarzen Schafe das Gewerbe ruinieren und von der Straße geholt gehören.

    @hans:
    Dass es unter den Fahrern einen Haufen Idioten gibt, ist ja durchaus auch das, was mein Text letztlich leider bestätigt. Aber das hängt nicht ursächlich mit deren Herkunft zusammen. Ich fände es ja auch angenehm einfach, wenn es so wäre. Die Gegenbeispiele gibt es aber ebenso zuhauf.

    @Aro:
    Also es mag sein, dass die Meinungen hier auseinander gehen. Ich sehe allerdings keinen Grund, das Überholen auf der Autobahn – zumal in der Stadt – anders zu handhaben als auf den anderen Straßen.
    Und mit der Überschrift wollte ich darauf anspielen, dass Manfred offenbar kein so großes Interesse hat, dass sich im Gewerbe wirklich was bessert.

    @Marcus:
    Dir ist aber schon klar, dass Vorurteile grundsätzlich daneben sind? Dass es Missstände gibt, bestreitet ja keiner. Aber warum sollte auch nur ein Türke auf die Idee kommen, sich anders zu verhalten, um deine Vorurteile nicht zu bestätigen?
    Hättest du keine Vorurteile über Türken, dann wären die Typen, mit denen du Ärger hast, ebenso wie auf meinem Heimatplaneten einfach Arschlöcher.

    @Joern:
    Natürlich meinte ich das Überholen. Aro meint ja auch, auf der Autobahn sei das nicht so wild – wenn ihr meint…
    Ich halte das Nichtüberholen von freien Taxen für den Hauptgrund, dass wir unsere Arbeit normal machen können und nicht täglich zehnmal mehr Unfälle mit Taxenbeteiligung geschehen. Da mache ich keinen Unterschied bei einer breiteren Straße. Wobei ich es auch nicht so schlimm finde, wie mitten in der Stadt.
    Und wo daran das Problem ist? Stell dir mal vor, was auf der Autobahn los ist, wenn es da 20 Taxen gibt, die alle schnell zum Flughafen möchten, möglichst weit nach vorne in der Schlange… Also ich möchte da nicht an der selben Abfahrt raus müssen 😉

  25. Aro sagt:

    @ Sash
    Genau die beschriebene Autobahnsituation hatten wir ja mal im letzten Winter, als es plötzlich hieß, dass mehr als zehn Flieger nicht in Tegel landen können und deshalb nach Schönefeld umgeleitet werden. Da waren dann mehrere hundert Taxen auf der Autobahn. Als Nicht-Taxler hätte ich da wohl Panik gekriegt 😀
    Tatsächlich war es so, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 100-110 km/h war, und natürlich hat sich niemand um’s Überholen geschert. Aber ich sehe es trotzdem auf der Autobahn als nicht so schlimm an, dort wird man eh extrem selten gewunken. Trotzdem habe ich dort die Fackel schon aus technischen Gründen aus, weil ich sonst nämlich auch für due Aufträge als frei gelten, die über die Automatik kommen.

  26. Ly sagt:

    so, Sash,

    und nun stell dir das ganze Spiel in genau so ablaufender Form in jeder denkbar variablen Spielart incl auch ab und an „Manfreds Türken“ konzentriert auf 57 Taxen und vlt 130 Mannen Besatzung vor 😉 ( nicht das unsere Stadt nur 57 Taxen hätte, dazu kommen noch ca 70 Funkmietwagen, Einwohnerzahl 110.000 )

    Grüße 🙂

  27. Ly sagt:

    PS: und natürlich auch incl. „Manfreds“, nicht zu vergessen! 😉

  28. Bernd sagt:

    War anfang des Monats in Berlin und bin dort auch seit langen mal wieder mit dem Taxi gefahren. Der Fahrer, auch mit Migrationshintergrund, war einer der nettesten Fahrer die mir je begegnet sind. Hat sich sogar nach dem Ende der Fahrt noch mit uns unterhalten. Bei so einer netten Fahrt tut das Geld für das Taxi dann auch nicht mehr so weh ^^

    Gruß
    Bernd

  29. Sash sagt:

    @Aro:
    Ich gebe zu, das hätte ich gerne gesehen 🙂
    Ich will jetzt bei der Autobahn auch nicht länger rummeckern, ich denke mir halt, dass es eigentlich keinen Unterschied macht. Und in der Stadt steht dieses Gebot des Nicht-Überholens ja wohl ausser Frage…

    @Ly:
    Ich kann nur hoffen, dass es bei uns nie soweit kommt. Wobei das schon wegen der Größe des Gewerbes schwer werden wird…

    @Bernd:
    Schön, das zu hören!

  30. Marcus sagt:

    @Marcus:
    Dir ist aber schon klar, dass Vorurteile grundsätzlich daneben sind? Dass es Missstände gibt, bestreitet ja keiner. Aber warum sollte auch nur ein Türke auf die Idee kommen, sich anders zu verhalten, um deine Vorurteile nicht zu bestätigen?
    Hättest du keine Vorurteile über Türken, dann wären die Typen, mit denen du Ärger hast, ebenso wie auf meinem Heimatplaneten einfach Arschlöcher.

    Die Türken sollten einfach nur auf die Idee kommen dahin zu gehen, so sie hergekommen sind……99% sagen sowieso ganz offen, das Sie uns dumme Deutschen nur ausnutzen wollen.( Außerdem sind diese immer noch als GASTarbeiter gekommen….demnächst wenn ich im Hotel als GAST Urlaub mache, entscheide ich mich auch spontan dafür doch Dauerhaft bleiben zu wollen….mal schauen wie lange es dauert bis man heraus geworfen wird ). Da kann ich mit Asozialen Deutschen doch wesentlich besser leben. Zumal es an der Mentalität liegt das sich der Türke so verhällt.

    Anbei ein Text von mir sehr geschätzten Herrn Broder

    Warum japanische Parallelgesellschaften keinen stören

    Nicht nur Türken, auch Japaner leben in Deutschland in Parallelgesellschaften und lassen ihre Kinder zuerst Japanisch lernen. Trotzdem beunruhigt das keinen.

    In dieser Woche war ich mit dem Taxi in Düsseldorf unterwegs. Ich war müde, machte die Augen zu und schlief ein.
    Als ich wieder aufwachte, war ich in Tokyo. Oder Kyoto. Es könnte auch Osaka gewesen sein. Jedenfalls sah ich überall Banken und Hotels mit japanischen Namen, japanische Supermärkte und Restaurants, die Kikaku, MoschMosch, Nippon-Kan und Sushi-Taxi hießen.

    Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich begriffen hatte: Ich war in Düsseldorf, und in Düsseldorf gibt es eine große japanische Gemeinde. Nicht so groß wie die türkische in Kreuzberg, aber doch nicht zu übersehen. Ich habe eine differenzierte Einstellung zu Japan. Ich fahre ein japanisches Auto, fotografiere mit einer japanischen Kamera und schaue mir meine DVDs auf einem in Japan hergestellten Gerät an. Sushi dagegen kann ich nicht leiden, ich verstehe nicht die Begeisterung für rohen Fisch und Suppen, die nach Kläranlagen schmecken.
    Umgekehrt habe ich kein einziges aus der Türkei stammendes Elektronik-Teil daheim, dafür liebe ich die türkische Küche (das einzige, was ich mit Claudia Roth gemeinsam habe). Und ich finde die extrovertierten und lärmigen Türken sympathischer als die verschlossenen und leisen Japaner, denen man nicht ansehen kann, in was für einer Stimmung sie gerade schweben.
    Deswegen frage ich mich, warum wir ein Problem mit den Türken und kein Problem mit den Japanern haben, nicht einmal in Düsseldorf. Niemand fragt nach ihrer Geburtenrate, keine Behörde stellt ihnen Integrationshelfer zu Seite, es hat auch noch keinen Japan- bzw. Asien-Gipfel beim Innenminister gegeben und keinen christlich-japanischen Arbeitskreis beim Evangelischen Kirchentag. Wir wissen nicht einmal, welcher Religion sie angehören. Sie selbst machen daraus kein Geheimnis, aber auch kein öffentliches Aufheben.
    Es muss also andere Gründe geben. Könnte es damit zu tun haben, dass noch kein Japaner vor ein Gericht gezogen ist, um einen Gebetsraum in einer Schule zu erklagen? Oder dass sich kein Japaner geweigert hat, in einem Supermarkt Getränke einzuordnen, die zu trinken ihm seine Religion verbietet? Dass sie bei den erfassten “Intensivtätern” unter-, dafür bei den Abiturienten überrepräsentiert sind? Auch die Japaner leben in Parallelgesellschaften, heiraten untereinander und lassen ihre Kinder zuerst Japanisch und dann Deutsch lernen. Aber: Noch nie ist ein japanischer Minister nach Deutschland gekommen, um seinen Landsleuten zu sagen, was sie tun und was sie lassen sollten. So etwas würde sich die Regierung als Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Republik verbieten. Es sei denn, es handelt sich um den türkischen Ministerpräsidenten.

  31. Aro sagt:

    99% sagen sowieso ganz offen, das Sie uns dumme Deutschen nur ausnutzen wollen.
    Die 99% beziehen sich offenbar auf den Grad deiner Dummheit, richtig?
    Außerdem sind diese immer noch als GASTarbeiter gekommen
    Außerdem haben die Polen auch aus unseren Ostgebieten zu verschwinden. Und die Neger aus Deutsch-Südwest. Und die Römer aus dem Rheinland!
    (dezent korrigiert, Sash)

  32. Sash sagt:

    @Marcus:
    Erstmal: Ein Zitat von mir anzubringen gibt nur Sinn, wenn du danach auch in irgendeiner Form mit dem Inhalt umzugehen und ihn zu beantworten weiss.
    Nun zum Thema: Sinnvolle Beiträge weiss ich ungeachtet der Meinung der Kommentatoren in gewisser Weise zu schätzen. Dein Pamphlet erfüllt diese Bedingung aber nicht einmal ansatzweise.
    Vorhandene Probleme zu benutzen um Menschen pauschal zu verurteilen zeugt zum einen nicht gerade von sachlicher Herangehensweise, zum anderen auch schlicht davon, dass man nicht sonderlich gut nachgedacht hat.
    Mark Twain soll gesagt haben, dass auch das Recht auf Dummheit zur freien Entfaltung der Persönlichkeit gehört, und ebenso wie ich das einem Türken zugestehe, gestehe ich das auch dir zu.
    Aber ich sage hiermit klipp und klar, dass hier nicht der Platz dafür ist!
    Solange da draußen auch nur ein netter Türke herumläuft und einen Beitrag zu unserer Gesellschaft leistet, sind Aussagen wie deine nachweislich falsch, dämlich und bei allem Respekt ein Betteln um fortschreitende Evolution!
    Ich bin mir sicher, da draußen im Netz existieren genügend Seiten, die deine armseelige unterdrückte Wahrheit verbreiten und die auch Kommentarspalten haben, wo man sich dementsprechend austoben kann. Und genau das möchte ich dir nahelegen.

    gestern-nacht-im-taxi.de hat trotz großzügig ausgelegter Speicherkapazitäten keinen Platz, um auch noch rassistischen Müll unterzubringen, und obiger Beitrag war definitiv der letzte, den du zu diesem Thema gemacht hast. Ich werde derartige Kommentare zukünftig ohne Antwort löschen.
    Und schlag das Wort Zensur nach, bevor du es verwendest!

    Wegtreten!

  33. Aro sagt:

    ZENSUR! ZENSUR! ZENSUR!

  34. Stefan sagt:

    Ich bin mir sicher, da draußen im Netz existieren genügend Seiten, die deine armseelige unterdrückte Wahrheit verbreiten und die auch Kommentarspalten haben, wo man sich dementsprechend austoben kann. Und genau das möchte ich dir nahelegen.
    Dort werden Broders Äußerungen auch sicher verehrt, da kann man mit einem Zitat von ihm immer punkten. Dabei sind sie unter Normaldenkenden nur zum kotzen…
    Von daher finde ich es immer sehr bezeichnend, wenn man sich damit outet, dass man Broder sehr schätzt…

  35. Stefan sagt:

    Wenn ich schon mal HTML-Tags benutzen will… 😳

  36. Mr. Gaunt sagt:

    Huih, hier geht es ja gleich richtig ab. Kaum kommt das Stichwort „Türke“ ins Spiel entfacht automatisch eine Generaldebatte über diverse Migrationsdinge.

    Ich möchte nur mal kurz neben der Grundsatzdiskussion mein Verständnis für Manfred ausdrücken. In welcher Situation ist er denn? Er hat es mit einem rücksichtslosen (140 km/h), aggresiven („schlag dich tot“) Regelbrecher (Lampe an, 140 km/h) zu tun. Bei einem solchen Exemplar muss man damit rechnen, dass dieser tatsächlich zum „hol-meine-Brüder“-Konzept in der Konfliktbewältigung neigt. Und dieses ist ganz unabhängig davon, ob die restlichen türkisch(stämmig)en Mitbürger sonst zu 50% oder zu 0,5% zu dieser Reaktion neigen.

    Dieses Einzelexamplar aber würde ich persönlich nicht mit der Kneifzange anfassen. Letztlich steht auch noch Aussage gegen Aussage. Da riskier ich doch kein Theater für! Ihr dürft mich jetzt gerne Schlappschwanz nennen, aber ich nenne das Risikoanalyse.

  37. Thomas S. sagt:

    Ich schätze Broder auch sehr, nicht nur, weil er durchaus mal eine Gegenmeinung zum Meinungsmainstream vertritt, sondern vor allem, weil er einfach ein wunderbarer Schreiber ist. Da macht das lesen Spaß. Huch, bin ich nun gerade ein böser Rassist geworden?

  38. AlexB sagt:

    mein gott dir ist schon aufgefallen, dass das hier in erster linie das blog eines taxifahrers ist der über seinen nicht ganz alltäglich alltag berichtet oder? die große sozialdebatte hier anzustoßen zu wollen ist doch nun irgendwie echt lächerlich.
    zudem:

    Wo sollen die denn hin? nach Kreuzberg wenn sie in Mitte sind oder was?
    echt lächerlich dieses geschwubbel..

  39. AlexB sagt:

    na toll, html tags verkackt – das in meinem post zitierte sollte sich beziehen auf:

    „Die Türken sollten einfach nur auf die Idee kommen dahin zu gehen, so sie hergekommen sind……“

  40. Sash sagt:

    @Aro:
    Jaja 😉

    @Thomas S.:
    Dagegen, dass jemand Broder lesenswert und gut findet, hab ich nichts einzuwenden. Zumal er wirklich gut schreibt. Ich teile seine Meinungen in der Regel nicht, aber deswegen dich als Leser als Rassist zu bezeichnen, würde mir erstmal nicht einfallen.
    Aber die „einleitenden Worte“ von Marcus sind ein ganz anderes Kaliber.

    @Mr. Gaunt:
    Ja, das ist natürlich ein bedenkenswerter Aspekt. Wobei ich persönlich nicht den Eindruck hatte, Manfred hätte Angst gehabt.
    Aber gerade eine Beschwerde bei der Funkzentrale oder so kann man doch mal einreichen. Gerichtlich würde ich da auch nicht unbedingt was riskieren.

  41. Stefan Praß sagt:

    Schön für Dich. Ich habe seinen pubertären Hang zu ständigen Provokationen schon viel zu lange satt. Zum Glück macht er sich damit in letzter Zeit nur noch lächerlich. Wenn Du das schätzt…*achselzuck*

  42. Sash sagt:

    @Stefan Praß:
    Ich lese deutlich mehr über ihn als von ihm. Aber es ist eben schon passiert, dass ich nach dem Lesen eines Textes dachte: „Wer hat denn den jetzt geschrieben? WAAS???“
    Aber ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich ihn groß kennen würde…

  43. Stefan Praß sagt:

    Das bisschen, was ich von ihm gelesen habe, hat für mich zu einigen WTF-Momenten gereicht. Dafür habe ich ihn schon häufiger bei Polit-Talkshows gesehen, wo er mit seinen Äußerungen um jeden Preis anzuecken versuchte. Ein Trauerspiel…

  44. Thomas S. sagt:

    Ohne Salz schmeckt die Suppe doch langweilig. Mir ging’s aber nicht darum, ob Du seinen Stil magst, sondern darum, dass man sich nach Dir als irgendwas entlarvt, wenn man ihn mag. Das hätte ich gerne erklärt bekommen, inwieweit mich das zum Rassisten-Faschisten-Reaktionären-Wasauchimmer macht.

  45. Thomas S. sagt:

    Dich meinte ich da auch gar nicht, Sash. Broder kann man mögen, muss man aber nicht, aber ich glaube nicht, dass man gleich zum Rassisten wird, wenn man ihn mag. Genausowenig, wie man zum Antisemiten-Appeasement-Hamas-Klerikalfaschisten wird, wenn man ihn nicht mag.

    Broders spitze Feder piekst die, die sie pieksen soll und amüsiert die, die sich amüsieren wollen. Manchmal sind selbst die gepieksten amüsiert, was man aus manchen Schriftwechseln erkennt, aber meistens trinken sie noch eine fair gehandelte Bionade und reden davon, dass „diese Hetzer wie Broder für das Unheil verantwortlich“ sind.

  46. Stefan Praß sagt:

    Ja, das hätte ich auch gerne gewusst, wann ich behauptet habe, dass Broders Lieblinge alles Rassisten sind. Das wäre ja so, als wenn ich von einem türkischstämmigen Taxifahrer auf alle Türken schließen würde.
    Also Thomas S.: Was ich selber denk und tu‘, das traue ich auch anderen zu…

  47. […] das es irgendwie ein Politikum ist, sobald man Menschen nichtdeutscher Herkunft erwähnt, habe ich neulich ja mal wieder feststellen dürfen. Ich finde es immer noch ein wenig unverständlich (nein eigentlich […]

  48. Christian Bekker sagt:

    Irgendwie schweift ihr vom Thema ab. Ich fahre seid mehreren Jahren Taxi. Mir ist Egal, ob ich überholt werde oder nicht. Wenn er sich innerhalb dea Pflichtfahrgebietes aufhält und nicht besetzt oder auch keine Bestellung hat…ist es legitim das Dachkenzeichen beleuchtet zu lassen. Ich weiss aus Erfahrung, das alle Taxifahrer unter ernormen Druck stehen. Auch an Verhalten vieler Taxifaheren gebe ich den Unternehmern die Schuld (Das Fahrpersonal hat nicht mal eine richtige Einweisung in die BOkraft erhalten, obwohl Sie verplichtet sind). Besonders wenn das Fahrpersonal auf Prozente fahren setzten man sich unter Druck. Eigentlich bringt es mit der ganzen Heizerei nichts. Lass die Leute fahren wie Sie wollen, solange niemand anders gefährdet wird. Irgendwann bekommt jeder seine Strafe 🙂

  49. Jens sagt:

    Da jetzt gerade ein Uralt-Kommentarstrang eh nochmal wieder aus der Versenkung geholt wurde, hier noch ein paar Gedanken Frage von mir (allerdings wieder zum Themenkomplex „Ausländerfeindlichkeit“ statt zum ursprünglichen Thema des Beitrags…)

    Kann es sein, dass ein Großteil der aktuellen Migrantendebatte schlichtweg ein verkleideter Klassen-Konflikt ist? Ähnliche Vorurteile gab es doch in den „besseren Schichten“ früher auch gegen Arbeiterkinder, mit denen der eigene Nachwuchs nicht zu spielen hatte, weil die nur rauchten, klauten und dreckig und zu nichts gut waren.

    Nach dem krieg war Deutschland eben dann in der besonderen Situation, sich eine neue Arbeiterschicht „importieren“ zu müssen, weil die alte zum großen Teil als Kanonenfutter verheizt worden war. Diese wurde dann von den „besseren Kreisen“ mit denselben Vorurteilen bedacht, die früher gegenüber der Arbeiterschicht galten.

    Klar, das ist sicher noch keine komplette Erklärung, es ist aber m.E. ein wichtiger Aspekt, der sich so z.B. auch innerhalb der Türkei erleben lässt: Ich besuche oft Freunde in Istanbul, und dort kann man wunderbar erleben, wie die oberen Schichten, die sich in Wohnsiedlungen für Bessergestellte sammeln, ihren Vorurteilen über die armen, ungebildeten Zuwanderer aus Ost-Anatolien freien Lauf lassen. Das klingt dann gar nicht soviel anders als das, was bei uns „den Türken an sich“ vorgeworfen wird und angeblich in türkischer Mentalität, Kultur oder ich sonst irgendwas begründet sein soll.

    Und das, obwohl es bei den innertürkischen Migranten keine Staatsangehörigkeits-, Sprach- oder grundlegende kulturelle Unterschiede gibt. (Auch wenn diese von bestimmten türkischen Schichten gerne herbeigeredet werden.) Die Differenzen dort liegen statt dessen in Ausbildung, Klassenzugehörigkeit, politischer Überzeugung (der türkische Osten ist deutlich konservativer als der Westen) und sozialem Status. Trotzdem gibt es radikale Stimmen, die behaupten, der arme Osten der Türkei sei eigentlich kulturell überhaupt nicht mit dem Westen vereinbar und sollte als eigenes Land ausgegliedert werden, um den Westen nicht zu belasten.*

    Das Muster ist das Gleiche wie bei uns: Man nehme tatsächlich vorhandene gesellschaftliche Probleme.** Dann sucht man aber die Ursache nicht etwa in den Strukturen und Mechanismen der Gesamtgesellschaft, sondern behauptet, dass die Schwächsten selbst Schuld an ihrer Misere tragen und irgendwie sowieso nicht zum Rest der Gesellschaft dazugehören.
    Prompt kann man denen, die sich eh nicht wehren können, vorwerfen, den Rest der Gesellschaft durch ihre Unwilligkeit, sich anzupassen, zu terrorisieren und behaupten, dass eigentlich alle besser dran wären, wenn es die als Sündenbock ausgemachte Gruppe nicht gäbe.

    Ach ja, noch was zum in einem Kommentar zitierten Broder-Artikel: Wer glaubt, dass Asiaten irgendwie bessere Menschen als Türken, Deutsche, Polen oder sonstwer sind, der blendet offenbar all die negativen Vorurteile aus, die Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA und in Australien über die damals zahlreichen, meist ungebildeten und kaum Englisch sprechenden asiatischen Zuwanderer kursierten und Japaner und Chinesen als generell faul und nicht vertrauenswürdig diskreditierten, also das Gegenteil von dem, was Broder ihnen jetzt andichtet.*** Nicht ohne Grund entwickelten sich daraus die Immigranten-Ghettos, die wir heute als romantische China-Towns kennen.

    Der Grund, dass es bei uns keine Integrationsprobleme mit Japanern gibt, ist schlicht der, dass unsere Gesellschaft nie vor der Aufgabe stand, sich mit einer großen Zahl ungebildeter japanischer Zuwanderer auseinander setzen zu müssen, was wiederum mehr mit Geographie, Weltpolitik und japanischer Geschichte zu tun hat, als mit irgendwelchen genetischen Unterschieden.

    Kulturelle und sprachliche Differenzen mögen vorhandene Probleme im Einzelfall verschärfen, aber wenn man den Dingen auf den Grund geht, landet man immer wieder bei Bildungs- und Klassenunterschieden und den daraus erwachsenden Vorurteilen. Die kristallisieren sich nur leichter an Zuwanderern, weil das „Fremde“ da noch greifbarer scheint, als bei der einheimischen Arbeiterklasse, außerdem kann sich selbst ein sozial ganz unten stehendes Mitglied der Mehrheitsgesellschaft noch einreden, dass es aufgrund seiner Herkunft irgendwie den zugewanderten Klassengenossen überlegen sei**** – und nichts ist verführerischer, als Ideen, die das eigene Selbstwertgefühl erhöhen, einfach dadurch, dass man an sie glaubt.

    So, das war jetzt lang und weit weg vom Taxi-Thema, aber es musste gerade mal raus. 🙂

    @Sash: Sorry, für das Kapern eines Uralt-Threads.

    Ach ja die Sternchen-Anmerkungen noch:

    *: Vergleiche mit Ossis, Wessis und „Mauer wieder aufbauen“, darf jeder gerne selber basteln.

    **: Ich glaube schon, dass hierzulande bei der Ausländerpolitik viel schief gelaufen ist, ich denke aber, dass die Schuld mehr bei der Politik sowie bei der tendenziell zumindest fremdenskeptischen deutschen Gesellschaft liegt, als bei den Menschen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben hierher gekommen sind.

    ***: Australien führte seinerzeit sogar absichtlich willkürliche Einwanderungsgesetze ein, mit denen Asiaten bewusst „draußen“ gehalten werden konnten: Satt Englischkenntnissen war „gute Kenntnis einer europäischen Sprache“ Bedingung. Das war meist Englisch, musste es aber nicht sein. Welche Sprache geprüft wurde, bestimmte in jedem Einzelfall der zuständige Beamte. Wenn der jemanden also nicht wollte, konnte er völlig legal eventuelle Englischkenntnisse der Zuwanderer ignorieren und den Nachweis von Sprach- und Verständniskompetenz in z.B. Gälisch, Walisisch, Rätoromanisch o. Ä. verlangen. „Komischerweise“ passierte das meist bei asiatischen Immigranten…

    ****: Nicht ohne Grund scheint sich die Masse der Neo-Nazis aus Leuten vom „Rand der Gesellschaft“ zu rekrutieren, die gerne selbst jemanden haben wollen, der noch unter ihnen ist.

  50. Sash sagt:

    @Christian Bekker:
    Da haste mich erwischt. Ich war mir sicher, dass es für die Autobahn eine Regelung gab. Aber ich muss zugeben, dass ich sie nicht finde und ich mich vielleicht geirrt habe.
    Das mit dem Heizen: Ja, mein Gott, den Artikel würde es nicht geben, wenn der Kollege einfach überholt hätte… aber egal, unter was für einem Druck man steht: Kollegen bedrohen ist nicht drin! Ende.

    @Jens:
    Da wüsste ich eigentlich nichts groß hinzuzufügen 😀

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