Könnten meine Kunden sein …

Ich bin ja unfreiwillig faul, was Links angeht. Ich vergesse zu oft, welche zu setzten – manchmal verzichte ich auch einfach drauf, weil GNIT nunmal eine Taxi-spezifische Seite sein soll. Aber das Netz lebt von Links und Empfehlungen. Umso mehr hab ich mich gefreut, dass Paramantus in seinem gestrigen Artikel, wieder mal eine seiner Anekdoten von der Arbeit in einem Sexshop, endlich mal einen Taxifahrer erwähnt hat.

Jene von euch, die hier wegen der Kundengeschichten gerne lesen (und das werden die meisten sein), sollten unbedingt mal einen Blick auf die Seite werfen. Denn auch wenn es sich im Sexshop um die gleiche Kundschaft dreht, die ich auch immer mal wieder habe, so sind die Begegnungen dort vor Ort offenbar immer noch eine Spur kurioser.

Aber auch die anderen Kategorien sind einen Blick wert, ich empfehle die durchaus fiesen und bissigen Texte gerne mal wieder, ich lese schließlich seit langem mit.

Zum aktuellen Artikel kann ich zwar nur sagen, dass ich nicht der Taxifahrer war, aber das ergibt sich schon daraus, dass ich in einer anderen Stadt arbeite. 😉

Lachhaft schlechter Rotz

oder kurz LSR.

Nein, natürlich ist das ein Backronym, mal eben von mir erfunden und gar nicht so schwer zu konstruieren, weil man sich bei dem Thema beherzt in den tiefsten Schimpfwort-Niederungen der deutschen Sprache bedienen kann. Das Kürzel LSR steht vorerst noch für Leistungsschutzrecht, ich bin aber zuversichtlich, dass sich meine Interpretation bereits kurz nach Einführung desselben einbürgern könnte.

Warum ich das Thema hier aufgreife? Nun, zunächst mal geht es natürlich auch alle Leser und Schreiber im Netz was an, vor allem aber lässt sich die Geschichte wunderbar mit Taxi-Analogien erzählen. Sehr gekonnt hat es beispielsweise jetzt wieder Bulo gemacht:

Männschen und Medien: Das Wesen des Leistungsschutzrechts zusammengefasst in einem Cartoon

Wer sich mit dem Thema bisher nicht befasst hat: Es geht – ebenso vereinfacht augedrückt wie in dem Cartoon – darum, dass (je nach Entwurf) alle Autoren / gewerbliche Seiten / nur Google an die deutschen Zeitungsverlage zahlen müssen, so sie deren „Content“ nutzen. Dieser Content soll im Gegensatz zum normalen Urheberrecht (das das Zitatrecht beinhaltet und eine gewisse Schöpfungshöhe und damit auch eine gewisse Länge des „Contents“ voraussetzt) auch kleinste Info-Fetzen umfassen, ggf. würde schon das Erwähnen einer Überschrift reichen. Der Grund ist einfach: Google verdient im Netz Geld und die Verlage nicht. Deswegen wollen die Verlage, dass Google dafür zahlt, sie zu verlinken. Obwohl sie erst durch Google die Besucher kriegen, mit denen sie dann Geld verdienen. Klingt bekloppt? Ist es auch. Hochgradig. Immerhin so bekloppt, dass es relevante Teile der Regierung für sinnvoll halten. Und das – hierfür Respekt an die Verlage – muss man ja auch erst mal schaffen.

Ich hab dieses Jahr schon zwei Texte zum Leistungsschutzrecht geschrieben (hier Nummer 1 und Nummer 2)

Insbesondere im zweiten Text gibt es noch lesenswerte Links zum Thema. Hier wiederholen möchte ich natürlich zum einen die Taxi-Analogie, die ich bereits in einem der Texte erwähnt hatte:

Künftig könnten uns große Hotels Werbeflyer zustecken und wenn wir mit diesen Werbeflyern dann Kunden zu ihnen locken, kassieren sie von uns Taxifahrern noch kurz eine Gebühr, weil wir ihren Flyer genutzt hätten dafür. Obwohl wir die Kunden ansonsten ja auch zum Hotel mit der längsten Fahrt hätten bringen können.

Aber man kann das Ganze – das wäre dann meine Forderung 😉 – natürlich auch umkehren:

Wenn ich künftig vor einem Hotel halte und die Portiers geleiten einen Fahrgast zu mir, dann kassiere ich einfach noch ein kleines Trinkgeld – schließlich profitiert das Hotel außergewöhnlich davon, dass ich so schnell bei ihnen bin und ihren Kunden zufriedenstelle. Oder ich kassiere beim Hinbringen. Schließlich würde er ohne mich ja sicher ein anderes Hotel nehmen!

Zurück zum lachhaft schlechten Rotz: Auch wenn es nix mit dem Taxigewerbe zu tun hat (obwohl die Flughafengebühren für Taxen einige erschreckende Parallelen aufweisen), betrifft der Quatsch wirklich alle und ist bestenfalls zu blöd fürs Internet (und auch hier – das muss man mal schaffen!), andernfalls sogar schädlich. Stellt euch mal vor, ich zeige euch plötzlich an, weil ihr netterweise GNIT verlinkt habt … das könnte ich nach Einführung des LSR unter Umständen tun.

 Den paar Lesern, die auch meinen privaten Blog verfolgen, wird es klar sein – aber auch hier nochmal unmissverständlich: Ich bin gegen dieses Leistungsschutzrecht in allen bisher angedachten bzw. ohne Umwege über Neuronen hingekritzelten Variationen. Sollte es kommen, ist meine Position die von Thomas Knüwer (und hoffentlich die von Google): Ich werde nicht mehr auf Seiten von Verlagen verlinken – so lange, bis sie dank Besucherarmut eingehen. Meinem Blog wird’s nicht schaden und auf GNIT wird man immer verlinken, von GNIT wird man immer zitieren dürfen.

PS: bei netzpolitik.org findet sich eine tolle Auflistung von „Erklärungen“ zum Leistungsschutzrecht.

2 Jahre

Die Zeit vergeht und GNIT ist plötzlich zwei ganze Jahre alt. Was soll man sagen?

Geile Scheiße, ey!

Ich könnte jetzt den ganzen Artikel vom Vorjahr hier runterbeten, fast ohne Veränderungen. Muss ja aber auch nicht sein. Ein paar von euch kennen ihn ja noch. Überraschenderweise stelle ich allerdings fest, dass ich mein heimliches Ziel bereits jetzt erreicht habe: GNIT scheint nun wirklich der meistgelesenste Taxi-Blog in Deutschland zu sein – wozu allerdings in erheblichem Maße die beiden Kollegen beigetragen haben, die vor mir standen und nun gar nicht mehr, bzw. nur noch sehr selten bloggen.

Wie dem auch sei: Ich für meinen Teil werde diesen Tag heute genießen und einfach hoffen, dass es so weitergeht wie bisher. Ich bemühe mich, meinen Teil dazu beizutragen. Ich freue mich natürlich über jede Form von Glückwünschen – oder kommentiert ihr nur noch, wenn es Schokolade gibt? – und lustigen Anekdoten zum zweiten Jahr.

Dank meiner unverhofften Zahnarzt-Odyssee bin ich allerdings gerade tatsächlich ein wenig außer Puste, was Geschichten angeht. Wenn ihr also irgendwann mal die Idee hattet, mir mit eigenem Content auszuhelfen, dann wäre jetzt ein prima Zeitpunkt dafür! Ich hoffe einfach mal, dass die erste Arbeitsnacht genug für einen Eintrag bereithält.

Und vergesst nicht, mich heute während der Schicht zu stalken 🙂

So, auf ins dritte Jahr! Ich hoffe, ihr bleibt alle an Bord und holt noch ein paar Leute mit ins Boot. Hie ist ja schließlich noch Platz für ein paar Leser …

PS: Mein Bankberater hat mir mitgeteilt, dass ihr mich besser heute als morgen flattrt!

Nichts …

Ich bin ziemlich müde, die Augen tränen langsam vom vielen Gähnen, ein leichter Schimmer legt sich über die Bilder, die der letzte Streifen Nacht vor meinem Gesicht bereit hält. So erkenne ich gerade noch rechtzeitig, dass sich ein einsamer Mensch zu mir verirrt. In mir herrscht derweil Unbehagen. Ich fühle eine gewisse Leere im Kopf und frage mich, worum der Kerl mich nun bitten wird. Es wäre ohnehin die letzte Tat vor dem Schlafengehen, zu arg viel mehr bin ich nicht mehr in der Lage.

Eine Adresse wird genannt und ich nehme eigentlich kaum noch wahr, ob ich angesprochen bin oder sein Smartphone. Im ersten Augenblick sagt sie mir gar nichts. Aber auch nach weiterem Überlegen will mir einfach nichts einfallen. Vielleicht ist ja etwas neues gemeint – ich bin zunächst froh, denn dann bin ich offenbar doch noch nicht so durch wie ich dachte.

„Und was genau gibt es da neues?“

frage ich mehr so vor mich hin.

„Na nichts! Nichts neues gibt es da, das ist es ja!“

Also entweder ich träume schon oder ich hab mal wieder den letzten Töffel erwischt.

„Nichts neues?“

„Nichts!“

„Ja und …?“

„Da gibt es immer was neues!“

Das ist mir eine Nummer zu hoch. Ich straffe nochmal ein paar mir verbliebene Muskeln und versuche mich zu konzentrieren. Die Umgebung meines Traumes löst sich langsam auf, vor mir verschwindet die Kulisse des Ostbahnhofs und der grell-orange gekleidete Jeck mit dem unsinnigen Wunsch entpuppt sich als Leuchtpunkt auf meiner Google-Analytics-Seite. Ein Leser aus Köln. Mit mir gesprochen hat er zweifelsohne nicht, aber sein Wunsch ist ein realer: Ich hab heute keinen Artikel für GNIT. Was einem das schlechte Gewissen so für Streiche spielt …

Ich schalte den Monitor aus und gehe ins Bett. Einen Tag lang kommt auch ein Taxiblog ohne neue Artikel aus.

Liebe Berliner Kollegen,

einige von euch lesen hier mit, ich weiß das. Schließlich kommentieren ja auch ein paar und andere hab ich sogar schon getroffen. Dieser Artikel richtet sich mal ausnahmsweise hauptsächlich an euch.*

Wir haben ja alle mal Stress mit unserem Berlin-Wissen. Neue Straßen werden gebaut, alte umbenannt. Hotels wechseln ihre Namen öfter als deren Gäste die Unterwäsche und an der Baustelle, an der man gestern noch rechts abbiegen konnte, dürfen heute plötzlich nur noch einmotorige Flugzeuge mit Überschallgeschwindigkeit senkrecht starten. Sprich: Es passiert ja viel in der Stadt, das man nicht mitkriegt. Allerorten verschwinden und entstehen Zieladdressen oder Probleme – oder beides.

Manchmal steht man dann wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg, andererseits bekommt man auch viel mit. Mal erzählen einem die Fahrgäste interessante Neuerungen oder man kommt einfach an Stellen vorbei, die andere seit zwei Jahren nicht gesehen haben.

Aro von berlinstreet.de, Klaus vom Cab-log und meine Wenigkeit haben uns überlegt, dass es doch eine gute Idee wäre, solche Neuigkeiten mal zu bündeln. Sprich: Dass jeder von uns einfach mal auf eine einzige Seite schreibt, was es gerade neues gibt in der Stadt. Großes, Kleines, Dauerhaftes und Vorübergehendes.
Wir wissen natürlich, dass Berlin zu groß ist, um mit einem Blog wirklich alles abzudecken – aber wir dachten, man könne doch mal damit anfangen, die News zu sammeln, die wirklich für uns Taxifahrer relevant sind. Und wir sind ja einige!

Deswegen haben wir auf der ausrangierten Domain taxi-weblog.de mal einen Versuch in die Richtung gewagt und einfach angefangen:

taxi-weblog.de

Ich möchte hier allerdings nicht einfach nur Werbung für die Seite machen, sondern auffordern, mitzumachen! Jede zusätzliche Info ist gut, jeder kann dazu beitragen, dass die mitlesenden Kollegen auf dem Laufenden bleiben. Einfach eine Mail an die Adresse auf der Seite schicken und schon können wir alle davon profitieren.

Wer auf dem Laufenden bleiben will: Die Seite hat natürlich einen RSS-Feed, dessen Daten werden zudem auf eine eigens angelegte Facebook-Seite geleitet. Das sind bisher die Möglichkeiten, vielleicht kommen ja noch welche hinzu.

Also schaut euch die Seite mal an und denkt vielleicht beim nächsten Ärgern über eine neue Baustelle darüber nach, eine Mail zu schicken. Oder wenn ihr bemerkt, dass ein Hotel einen anderen Namen hat – ihr wisst ja mit am Besten, was so die Dinge sind, die uns dabei helfen, unsere Arbeit noch besser zu machen!

Und vielleicht fallen euch ja noch Kollegen ein, die auch mitmachen wollen. Mit einer Mail ist man dabei! 🙂

Ansonsten: Gute Kasse und allseits gute Fahrt!

*Jeder andere, der in Berlin irgendwas neues sieht, darf natürlich auch gerne eine Meldung machen. Die Seite selbst ist aber wahrscheinlich doch nur für Taxifahrer interessant.

Flundergrüße

Gut, mit den Fischen teile ich eigentlich nicht viel, eine gewisse Plattheit lässt mich gerade allerdings mit Flundern sehr solidarisch sein. Während meine bessere Hälfte sich gleich richtig von der Bildfläche verabschiedet hat, bin ich mir noch nicht so ganz sicher, wie es mir geht. Ich hab es jedenfalls die ganze Nacht weder ins Taxi, noch an die Tastatur geschafft.

Aber heute ist Freitag, ich gehe stark davon aus, dass mein Geldbeutel die notwendige Überzeugungskraft hat, um auch meinen Körper zu beeinflussen 🙂

Hab gehört, gegen Mattheit soll Kaffee ganz gut helfen …

So, Taxigeschichte gibt es nachher natürlich auch noch, aber ich wollte nicht gar nichts schreiben in dieser Nacht. Das geht irgendwie ja auch nicht. Ich wünsche einen guten Start ins Wochenende, ganz gleich, ob es Arbeit oder Ausschlafen bedeutet!

Noch eine Rezension

Und ebenfalls wieder eine sehr liebenswürdige …

kelevraX hat in seinem Blog „Wait! What?“ auch sehr nett über GNIT geschrieben, etwas, das ich wirklich immer wieder schön finde. Nette Danksagungen kriege ich ja öfter mal per Mail oder in den Kommentaren, aber ich will ehrlich sein: Natürlich ist es besonders schön, wenn jemand mir und meinem Blog Zeit und den Platz auf der eigenen Page widmet – noch dazu mit Link. Neue Leser, Freude, Trallala, diese Geschichten … 🙂
Und nach dem ersten Lesen der Artikel bei „Wait! What?“ kann ich eine Lektüre derselben auch nur empfehlen.

kelevraX’s Bitte an mich, nicht zu reich zu werden mit dem Schreiben … naja. Zum einen bin ich weit entfernt, zum anderen kann ich mir ein Leben ohne gelegentliches Taxifahren eh kaum noch vorstellen. Da muss sich niemand Sorgen machen 😀

Auf jeden Fall ein dickes Danke! Ich freu mich wirklich, sowas zu lesen!

PS: Und da das jetzt eh schon so eine Art Serie ist: Noch wer, der sich mit Beweihräucherung meiner Seite einen Backlink verdienen will? 😉 (ich nehm auch negative Kritik, dann wird halt der Artikel böser …)