Lesertour Nummer …

Äh, hat einer von Euch mitgezählt? Nein? Ich auch nicht.

So langsam wird das alles zur Normalität, aber wenn wir mal ehrlich sind, dann ist es schon ein ziemliches Glück für mich, dass ich mir mit meiner Zweittätigkeit Schreiben Kunden für meinen Hauptjob im Taxi angeln kann. 😉

Der Tag der Hammertour mit Christian war für mich eine Art Hattrick: Zunächst kam ein Leser am Bahnhof vorbei und hat sich freundlich vorgestellt, dann kam Christian – und zu guter Letzt, direkt nach der Tour, sehe ich, dass jemand bei Twitter angefragt hat, ob ich ihn von Kreuzberg nach Reinickendorf bringen könnte. Ich vermutete schon, mit der Antwort zu spät dran zu sein, aber es sollte tatsächlich noch klappen. Mir sagte zuerst die Adresse nichts, bei ihm ging der Akku leer – wie das halt im Alltag so ist: Es funktioniert nicht immer reibungslos. 🙂

Am Ende trafen wir uns aber sehr zügig vor einer Bar in der Oranienstraße und hatten eine nette und unterhaltsame Fahrt miteinander. Details sind nicht der Rede wert, ausnahmsweise.

Dass man mich auf vielfältige Weise erreichen kann, sorgt leider hier und da mal dafür, dass es nicht klappt – weil ich es einfach nicht mitkriege. Bei Twitter schaue ich manchmal stundenlang nicht rein, das Handy liegt meist im Wagen, wenn ich mit Kollegen draußen quatsche – und bei myTaxi nehme ich auch nicht alle Touren an, schließlich sind 10 km Anfahrt auch immer ein Risiko (zumal ich dort nicht weiß, ob es wirklich Leser sind). Mal ganz abgesehen davon, dass ich oft auch einfach nicht arbeite, wenn eine Anfrage kommt.

Ich kann es nur immer wieder sagen: Ihr seid so viele und ich bin allein! Und noch dazu bin ich auch bisweilen schlecht organisiert oder zum falschen Zeitpunkt am anderen Ende der Stadt (was der Job halt so mit sich bringt). Seht es also als Glücksfall, mich zu erwischen – und seid nicht sauer, wenn es mal nicht klappen sollte …

PS:

Jetzt freue ich mich erst einmal auf eine Fahrt mit dem Maskierten am Samstag. Das ist eine lange und penibel geplante Tour, bei der ich sogar extra tagsüber unterwegs bin. Das passiert wirklich selten, schließlich gehört da einiges an Planung dazu. In diesem Fall z.B. nimmt sich mein Tagfahrer (der nach wie vor nichts mit dem Blog hier zu tun hat und nur zufällig das selbe Auto fährt) extra einen Tag frei. Für diese Kollegialität dürft ihr ihn ruhig am Taxistand bevorzugen! Aber natürlich geht das auch nur, weil es in diesem Fall auch eine sehr lange Tour sein wird – am Ende ist Taxifahren halt doch auch ein Geschäft, so leid es mir tut.

Aber hey: Alle, die es geschafft haben, mich zu treffen, können behaupten, mehr erreicht zu haben als Joko Winterscheidt. Denn den hab ich immerhin schon abblitzen lassen (obwohl er mich als Person durchaus interessiert hätte).

Die 100%-Tour

Es gibt Dinge, die passieren einem als Taxifahrer nur sehr selten bis gar nie. Etwas leichter hat man es, wenn man nebenher schreibt und einen Haufen Leser hat, die wissen, was man mag und was nicht. Von so einer – zu 100% perfekten Tour – handelt dann wohl dieser Eintrag.

Die Uhr wehte frisch und der Wind stand auf kurz nach halb eins. Oder so. Ich stand am Ostbahnhof, dritte Rücke, die nächste Fahrt so in etwa einer halben Stunde in Aussicht. Am Samstagabend sind die toten Stunden zwischen 0 und 2 Uhr nicht ganz so extrem, aber immer noch spürbar. Ich schaute ein wenig um mich, als mein Blick an einem bekannten Gesicht hängen blieb. Und das bei meiner Gesichtsblindheit! Aber ich hatte mich nicht vertan, denn das bekannte Gesicht blickte erfreut zurück und der zu dem bekannten Gesicht gehörige Mund formte betont beiläufig folgende Worte:

„Na, wir kennen uns doch!“

Allerdings.

Christian, seines Zeichens Anwalt aus der Nähe von Hamburg, saß schon einmal bei mir im Taxi und ist Blogleser und (Selten-)Kommentator der ersten Stunde. Das konnte kein Zufall sein!

War es auch nicht. Zwar hat die Bestellung bei myTaxi nicht geklappt, da uns beiden ungefähr zeitgleich das Programm abgeschmiert war – aber dank meines Trackers (dafür hab ich den also!) hat er – und das ist etwas Neues – sich extra in die Bahn gesetzt, um zu mir zum Taxi zu fahren.

„Ich bin zufällig in Berlin und wenn’s Dir recht ist, dann würde ich vorschlagen, wir fahren ein bisschen rum, gehen bei laufender Uhr einen Döner essen und Du bringst mich danach irgendwann ins Hotel zurück. Wäre das ok?“

Ob das ok wäre? Na, aber hallo!

Und dabei bin ich zunächst noch davon ausgegangen, dass wir nur mal eben nach Kreuzberg rüber zum nächsten Döner gurken. Stattdessen interessierte sich Christian aber für so allerlei Blog-spezfische Plätze und schlug vor, ich könne ihm auch gerne meinen Heimatbezirk Marzahn zeigen. Stopp an einer Bank und an einem Döner allerdings obligatorisch!

Ich hab mich anfangs ein bisschen schwer getan damit. Ziellos durch die Gegend fahren ist nun wirklich so ziemlich das Letzte, in dem man irgendwie Übung hat nach viereinhalb Jahren im Taxi. Immer geht es nur um die kürzeste Strecke, den schnellsten Weg und das letztendliche Ziel. Und nun das. Ich hab mir aus dem Ärmel eine immer noch relativ geradlinige Route nach Marzahn einfallen lassen und ihm nebenbei die Abstellplätze des Autos und alles auch nur halbwegs interessante gezeigt. Aber im Grunde war sogar das nebensächlich, denn wir haben uns vor allen Dingen gut unterhalten.
Am Ende haben wir tatsächlich im Eastgate Geld geholt und beim Döner vor meiner Haustüre gemütlich was gegessen und getrunken. Und uns weiter unterhalten. (Gemeinsamer Buchtipp übrigens: Oliver Sacks – Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte)

„Ich wusste, dass es gut wird. Aber dass es SO gut wird …“

Da konnte und kann ich auch jetzt noch nur beipflichten!

Und all das, während die Uhr in der 1925 weiter vor sich hintickte. Wenngleich die Auslegung meiner Bestellung seitens des Personals beim Döner etwas abenteuerlich war, hatten wir also unsere Unterhaltung und führten diese bis zum Ende der üppigen Portionen fort. Selbst eine Raucherpause gestand mir mein Fahrgast noch zu, während ich immer noch nicht wirklich loslassen konnte von meiner Sorge, dass ich doch wenigstens dafür die Uhr kurz … ich bin wahrscheinlich wirklich unverbesserlich.

Auf dem Rückweg nahmen wir noch ein paar Eindrücke aus Marzahn, Lichtenberg und Friedrichshain mit – und nach ein bisschen Club-Sightseeing standen wir ungefähr eindreiviertel Stunden nach unserer Begegnung vor seinem Hotel und haben uns ausdauernd verabschiedet. Die Uhr zeigte knapp über 65 € an und ich nenne den Betrag nur, damit man ungefähr eine Vorstellung hat, was folgender Satz beim Bezahlen zu bedeuten hat:

„Ich weiß ja, Du magst keine großen Scheine. Aber wenn ich sage ‚Stimmt so!‘, dann geht das hoffentlich …“

Ja, es ist wahr. Die Truppe lustiger Jugendlicher mit ihrem Mördertrinkgeld haben in der Schicht leider nur den zweiten Platz gemacht. Dass mir an diesem Tag nichts mehr die Laune verderben konnte, ist wahrscheinlich verständlich, oder? 🙂

Kleines PS:

Das ist natürlich ein Erlebnis, das ich nicht meinem Beruf als Taxifahrer zu verdanken habe. Christian hat sich ausdrücklich für mein regelmäßiges und gutes Schreiben bedankt, was ich sehr zu schätzen weiß. Und ich möchte auch den Eindruck zerstreuen, das sei für mich einfach ein tolles Geschäft gewesen. Natürlich ist so eine Tour der Hammer und unter dem Gesichtspunkt hab ich’s hier natürlich auch runtergetippt. Aber übers Finanzielle hinaus war es einfach ein netter Break, eine kleine Pause im wuseligen Wochenendbusiness, ein bisschen Erholung nebst viel Spaß. Christian möchte ich zu diesem Anlass natürlich besonders danken, aber es ist ja nicht das erste nette Erlebnis mit Euch Lesern. Und ich glaube sagen zu können, mit allen von Euch Spaß gehabt zu haben.

Immer noch nett

Wieder zurück im Cockpit. Endlich. Dank der Party letztes Wochenende, wegen der ich insgesamt über 24 Stunden unterwegs war, bin ich schon seit einer Weile nicht mehr im Auto gesessen – was in Anbetracht der durchzechten Nächte und der räumlichen Distanz zu Berlin ja auch einen gewissen Sinn ergab. Ein altes Sprichwort sagte jedoch mal sowas ähnliches wie „Der Mensch kann nicht ununterbrochen von kaltem Augustiner und selbstgemachter Steinofenpizza leben“.
(Vielleicht ist das nicht der genaue Wortlaut, ich wollte aber gerade nicht bei Wikiquote suchen.)

Da die enthemmte Feierei im Ausland zwar Spaß macht, aber Geld kostet, hab ich mich seit … (Hm, ich könnte hier wahrscheinlich eine Jahreszahl einsetzen.) mal wieder an einem Mittwoch ins Taxi gesetzt. Ich bin in letzter Zeit nicht mehr sonderlich akkurat im Bezug auf Umsatzwünsche bei Bonustagen, so dass ich erst sehr spät aus dem Haus bin. Wofür ich die Schuld aber in meinem Spieltrieb sehe, weniger in der Faulheit.

Ich habe nämlich ein neues Handy. Und völlig aus dem Häuschen bin ich weit weniger wegen all der tollen Knöpfchen und Farben, sondern weil es mir wirklich völlig überraschend und ohne Vorankündigung von einem Leser zugeschickt wurde. Was das bedeutet, wo ich so viel Stress mit meinem alten hatte, weil ich es ständig überfordert habe, bin ich kaum in der Lage, in Worte zu fassen. Und in der Tat hab ich in den letzten Monaten wahrscheinlich selten so einen stammeligen Text geschrieben wie die vorläufige Dankesmail.

Ein Galaxy S3 ist es zwar nicht geworden, aber ein in meinen Augen durchaus würdiger Ersatz. Im Vergleich zum alten jedenfalls isses riesig, schnell, besser … abgesehen von der noch ungewohnten Bedienung weiß ich echt nicht, wo ich mit dem Lob anfangen soll. Als erstes hab ich mich natürlich trotzdem wie ein Trottel benommen und bin – als sich das Netz plötzlich verabschiedet hatte – nicht auf die logischste aller Ideen seit Win 3.11 gekommen: Einfach mal neustarten. *Grummel*
Aber woher sollte ich es gewohnt sein? Mein altes Handy brauchte ungelogen (fragt den Schwob) ein paar Minuten zum Booten und mein PC hier zuhause … naja, so einmal im Monat starte ich ihn vielleicht neu. 😉

War hoffentlich ein eher seltener Bug. Dennoch bin ich ziemlich nervös unterwegs gewesen, so ganz ohne Verbindung zur Außenwelt. Bin da ja ein Gewohnheitstier und mag es nicht, wenn etwas nicht tut. Und ich hatte die Befürchtung, dass sich das auch auf die Arbeit auswirkt. Stattdessen aber hatte ich nach ein bisschen Wartezeit drei betagte Damen an Bord, die mit ihrem Wunsch – mit drei extragroßen Koffern in die Görlitzer Straße gebracht zu werden – bei einem Kollegen auf taube Ohren, bzw. auch ein unpassendes Auto gestoßen sind. Mir sollte es nur recht sein, obwohl der Kerl sich schon während des Wartens völlig krude benommen hatte. Eine kurze Fahrt von der letzten Rücke wollte er nicht machen (da hatte die Kundin allerdings schon gefragt, ob sie nicht lieber doch weiter nach hinten gehen soll), dann hat er 5 Minuten gewartet, bis die Lücke zum nächsten etwa 8 Fahrzeuglängen betrug. Plötzlich ist er mit einem Affenzahn losgefahren und wollte offensichtlich ganz vom Bahnhof weg, nur um sich dann nach einer etwas eierigen Bremsaktion doch noch rückwärts einzureihen, bevor ich zu ihm aufgeschlossen hatte. Vielleicht war es also wirklich besser, dass ich die drei alten Frauen eingeladen habe.

Ich hab auf der kurzen Strecke nur mal so kurz nach ihrem Urlaub gefragt und ein zwei Anmerkungen zu meiner Route angefügt, was meine Beifahrerin dann recht zügig zu folgender Aussage inspirierte:

„Also Sie sind aber mal wirklich ein außergewöhnlich netter Taxifahrer.“

Hab ich dann einfach mal hingenommen. Ebenso wie die glatten drei Euro Trinkgeld.

Mal sehen, wie nett ich erst heute Nacht bin, wenn auch noch das Handy nach meiner Pfeife tanzt. 🙂

Wochenendauftakt

So, dem ein oder anderen hab ich es schon mitgeteilt: Arbeitsreiches Wochenende ist angesagt!

Ich hab sturmfrei, was immer noch irgendwie kindischen Übermut bei mir hervorruft, sich aber nach spätestens zwei Tagen in besonders eindrucksvolle Langeweile umwandeln wird. Ich kenn das ja. Deswegen hab ich mir auch kein Party- und Flauschweekend verordnet, sondern Arbeit. Nicht nur im Taxi, eher mehr sogar beim Schreiben. Nicht nur hier, vor allem auch am Buch – ihr kennt das ja, ich tanze ja auf vielen Parties gleichzeitig.
Motiviert bin ich bis in die Haarspitzen, dummerweise liegt hier für GNIT kaum noch verwertbares Zeug rum. Ich hab um Ostern viel freigemacht, weil die Umsätze maximal bis zum Kellerfenster gereicht haben. Also muss ich erst einmal wieder auf die Straße, damit ich irgendwas zu berichten hab – logisch, ne?

Aber ganz ohne Unterhaltung will ich Euch heute auch nicht sitzen lassen. Bei Facebook (Hey, GNIT hat bald 500 Likes! 🙂 ) hab ich heute morgen schon die aktuelle Taxigeschichte von Aro verlinkt. Also wenn es nur ums Bloggen gehen würde, wäre das ja dieses Wochenende meine Traumkundschaft. Ansonsten darf es ruhig etwas weniger anstrengend werden …

Auch nur für die nicht bei FB am Ball bleibenden neu sein wird dieses Video, ein in meinen Augen echt schon ein bisschen zu weit gehender Scherz. Aber auf der anderen Seite hab ich auch gelacht, muss ich ja zugeben:

(gefunden via cartoonland.de)

Dann noch was in eigener Sache: Ich hab Stress mit meinen Zusatzakkus. Ziemlich. Ich hab keine Ahnung, weswegen, ich hab ein wenig die Befürchtung, echte Montagsmodelle erwischt zu haben. 🙁
Jedenfalls ist ohne die Zusatzakkus für mich derzeit GPS, bzw. MyTaxi, in unerreichbare Ferne gerückt. Mein Handy – welches ich wirklich baldestmöglich mal durch ein neues ersetzen will – hält mit GPS wirklich gerade einmal zwei Stunden durch. Muss die Woche wohl erstmal ausbleiben, ich bin noch am Überlegen, wie ich das alles auf den Plan kriege. Ob jetzt mit neuen Akkus, neuer Verkabelung, neuem Handy.

Ihr wisst ja, wie das ist: am Ende mangelt es vor allem am nötigen Kleingeld. Muss wohl doch mehr Bücher verkaufen … 😉

Wie dem auch sei, ich wünsche schon mal all jenen einen guten Start ins Wochenende, bei denen es bevorsteht. Ich arrangiere mich irgendwie mit meinem.

Nächtliche Ausflüge

Das, was die Fahrt mit mir für viele meiner Fahrgäste ist, ist für mich ja der Besuch im normalen Mittagsleben. Zwölf Uhr ist in meiner Welt jetzt seit vier Jahren keine sonderlich normale Zeit mehr – so wie vermutlich fünf Uhr in der Frühe für viele meiner Leser. Klar, man wacht um die Uhrzeit mal zu früh auf, man bleibt beim Weggehen am Wochenende mal so lange wach – aber eigentlich …

Ich hab erst einmal mein Handydisplay auf 100% gestellt. Normalerweise switche ich zwischen 17% (fast immer) und 56% (tagsüber in der Wohnung), aber 100?
Doch es war eben 10.30 Uhr, als ich mich auf den Weg zum Haus des Rundfunks gemacht hab, das in Kombination mit Frühlingsanfang und noch nicht getautem Schnee blendet doch ziemlich. Auf meinem weiten Weg vom tiefsten Osten in den mittleren Westen Berlins hab ich zwar alle Bahnen bekommen und sie fuhren in ungewohnter Regelmäßigkeit – dafür hab ich es zu meiner Arbeitszeit aber auch noch nie mit Menschen zu tun gehabt, die ihre Kinder ablecken. Zumindest nicht in meiner Gegenwart.

Wenn ihr jetzt „OMFG!“ ruft, dann behaltet das im Hinterkopf, wenn ich mal wieder von Menschen schreibe, die ihren Penis mit Godzilla vergleichen. Denn es ist nunmal nicht so, dass so etwas die ganze Zeit passiert. Der Eigenbrutpfleger war aber bald wieder ausgestiegen und ich hab mein Ziel eigentlich störungsfrei erreicht. Und kaum, dass ich ausgestiegen war, ist mir einmal mehr bewusst geworden, was ich an meinem bescheidenen Stadtteil so mag: dass es dort nicht so aussieht wie an dieser apokalyptisch grauen Vorzeige-Ecke Berlins, zwischen ICC, Messe, Autobahn und Haus des Rundfunks. Dann echt lieber realsozialistische Stapelwohnungen …

Ein paar Kollegen standen etwas unmotiviert* am ZOB rum, ich hatte aber keinen von denen je gesehen. Was ja kein Wunder ist. Anderes Ende der Stadt, anderes Ende des Tages, anderer Job eben.

An der Pforte vermeldete man mir mit einem sonst nur Postbeamten eigenen Pflichterfüllungsstolz, dass ich namentlich bereits aktenkundig bin und gleich abgeholt werden würde. Prima! Im Foyer hab ich noch obenstehendes Foto aufgenommen, das hat mir designmäßig ja wenigstens ein bisschen zugesagt. In der Folge hatte ich das Gefühl, irgendwie wenigstens halbwegs souverän rüberzukommen, aufgeregt war ich dank meines letzten Radiobesuchs beim Deutschlandradio echt gar nicht mehr.

Die ganzen Mitarbeiter waren nett, alles lief professionell und der Moderator ist sogar echt ein sympathischer Mensch. Schade war nur, dass die Sendung sehr kurz war und die Anrufer fast durch die Bank Senioren waren, die als spannendste Geschichte ein verlorenes und zurückgebrachtes Portemonnaie zu bieten hatten. Da urteile ich aber vielleicht ein wenig zu sehr mit der Abenteuerarroganz eines Nachtschichtlers.

Was jedenfalls wirklich unglaublich war, waren all diese „der war Ausländer, aber sooo nett“-Kommentare. Ich hab mit Freude zur Kenntnis genommen, dass der Moderator jedes Mal seine Augen so weit verdreht hat, dass ich einmal fast erwartete, er würde die 360° schaffen und die Pupillen würden unten wieder auftauchen. Auf der anderen Seite war’s vielleicht für die Hörerschaft auch echt ein nötiger Hinweis, dass die nichtdeutschen Kollegen hier alles in allem natürlich auch eine prima Arbeit machen. Hätte zwar gehofft, darüber wären wir langsam hinaus, aber gut. -.-

Alles in allem war’s kurzweilig, hat auch durchaus Spaß gemacht. Aber wahrscheinlich werde ich dergleichen nicht mehr machen. Insgesamt war ich dreieinhalb Stunden unterwegs und das Ergebnis könnt ihr Euch hier in 25 Minuten anhören. Da bleib ich im Großen und Ganzen doch lieber beim Bloggen. 🙂

Aber das kommt auf die Sendung an. Beim Deutschlandradio war’s den Aufwand z.B. wesentlich mehr wert. Doch deswegen gucke ich ja auch mal rum – man kann ja ruhig alles mal ausprobieren.

*so unmotiviert, wie ich sicher am Ostbahnhof nachts um drei Uhr auch aussehe 😉

Die Eins

So, der Monat neigt sich dem Ende zu und es besteht sogar ein wenig Aussicht darauf, dass so langsam der Winter vorbei ist. Und selbst ich bin froh darüber. Aber das ist nicht alles. Es neigt sich auch die Zeit dem Ende zu, in der mein Besucherzähler (ganz ganz ganz weit unten in der Seitenleiste) eine sechsstellige Zahl anzeigt. Ab jetzt steht da nämlich noch eine Eins davor. Die wirkliche Anzahl an Besuchen – und erst recht die an Besuchern! – ist natürlich nicht mehr ermittelbar. So ein Zähler – auch wenn er gut ist – ist immer nur ein Anhaltspunkt. Aber um ein paar tausend hin oder her geht es bei der Größenordnung auch nicht mehr. Eine fucking vollständige Million Mal hat irgendwer aus irgendeinem Grund hier bei GNIT vorbeigeschaut. Sicher, viele von euch lesen regelmäßig hier und kommen täglich vorbei, andere landen nur einmal von Google aus hier und wenden sich mit Grausen wieder ab.

Aber ganz ohne Grund landet man bei Google nicht so weit vorne und erst recht hat man nicht ohne Grund reihenweise Dauerleser. Insofern bilde ich mir ein, mich doch sehr freuen zu können über diese Zahl. Und bevor Gegenworte kommen, tue ich das doch auch einfach mal.

😀

Das ist für so einen Nischenblog und weniger als 3 Jahre Zeit definitiv eine verdammt geile Sache!

Es ist natürlich auch ein toller Platz, um mal wieder um mehr Aufmerksamkeit zu betteln – also folgt mir bitte alle in den sozialen Netzwerken, macht Werbung für GNIT, kauft mein Buch und so weiter und so fort … blabla, ham’s jetzt alle? Gut. 🙂

Ich muss das jetzt noch einmal kurz vor Augen halten:

1.000.000 Besuche!

Ich hoffe jetzt einfach mal, dass der überwiegende Teil der Besuche sich gelohnt hat, dass ihr Unterhaltung und oder Informationen gefunden habt, dass es nicht langweilig war, dass es Spaß gemacht hat. Dann hat sich die ganze Arbeit hier nämlich schon ziemlich gelohnt, würde ich sagen.

Ich hoffe, ihr habt heute einen guten Tag, ich hab nämlich garantiert einen sauguten! 🙂

Antirutschmatten-Test

Direkt aus dem GNIT-Labor zu euch nach Hause!

Ich hab ja vor einiger Zeit mal meine Antirutschmatte fürs Handy im Auto begeistert gelobt und bin dabei nicht nur auf Gegenliebe gestoßen. Das ist schlecht, den Gegenliebe ist fast so toll wie richtige Liebe. Insbesondere wurde angemerkt, dass die Teile im Sommer vielleicht doch nicht so empfehlenswert sind, weil sie ja eventuell schmelzen könnten und dabei im schlimmsten Fall Auto und Handy versauen.

Die Theorie fand ich interessant und wollte das natürlich mal rausfinden. Auf der Suche nach einem handelsüblichen Sommer bin ich in Berlin dieses Jahr bislang noch nicht fündig geworden, da wir jedoch gestern nur rund 5 Zentimeter Neuschnee hatten, könnte es bald soweit sein. Aber immer noch viel zu lange für richtige Forschung. So stand zunächst die Frage im Raum, wie man einen Sommer vernünftig imitieren könnte und da hab ich mich für die naheliegendste Lösung entschieden: mit Wärme.

Und wie erzeugt man Wärme? Klar, durch Reibung, Blitzeinschläge und Einpinkeln. Weiß ja jeder. Am Ende haben Ozie und ich uns für den Backofen entschieden:

Braten sie das Handy währenddessen mit ein paar Zwiebeln … Quelle: Sash

Ursprünglich war ein Vergleichstest mit Aros Alternativvorschlag geplant, leider hielt keiner unserer Sekundenkleber die Frösche sicher am Backpapier fest.

Auf der Suche nach den sommerlichen Temperaturen in Autos sind wir nur auf mäßig aussagekräftige Artikel gestoßen, es war jedoch schnell klar, dass man mit irgendwas zwischen 50 und 100°C rechnen kann – also auf der Oberfläche von Armaturenbrettern und im Hirn von Eltern, die ihre Kinder im Sommer im Auto lassen.
Also haben wir den Backofen zunächst auf 50°C erhitzt und gewartet. Nach einer halben Stunde haben wir nachgesehen und festgestellt, dass nix passiert war. Außer dass es mindestens 50°C im Backofen hatte. Andere Quellen sprechen von über 320 Kelvin und die Amerikaner rechnen immer noch in Fahrenheit um.
Deswegen haben wir die Ofentüre wieder geschlossen und den Regler auf 100°C gestellt. Die Beobachtungen haben wir zeitweilig unterbrochen, da ich noch einkaufen musste und Ozie dringend einen Film schauen. Am Ende haben wir doch nach rund 45 Minuten abermals nachgesehen und es war immer noch nix passiert. Die Matte haftete gut, war nicht geschmolzen, es war total langweilig.

Da echte Forschung aber bekanntlich irgendwas kaputtmachen muss, haben wir das Spielchen bei 150 Sachen weitergespielt. Und hier dann – endlich, so viel Recherche ist echt langweilig – hat das Testobjekt begonnen, sich auf molekularer Ebene umzuorganisieren und ein wenig zu riechen:

Ab 200°C als Brotaufstrich verwendbar. Quelle: Sash

Wir haben das Experiment an dieser Stelle abgebrochen, denn die Backkartoffeln (hier nicht im Bild) waren langsam fertig und wir hatten Hunger. 😉

Interessanterweise ist die Transformation in ein Schleimpad offenbar irreversibel. Auch nach dem Abkühlen hinterlässt unser Back-Gummi nun schwarze Spuren. Vermutlich wären die – eben weil sie nicht aushärten – aber sogar recht gut mit einer Bürste entfernbar. So bekloppt, das auszuprobieren, waren wir dann aber nicht auch noch.

Fazit

Ja, wir haben es letzten Endes kaputt gekriegt – allerdings nur, weil wir von irrationaler Zerstörungswut befallen waren. Diese Temperaturen dürften so im Auto nicht auftreten, auch im Sommer nicht. An meinem Fazit bezüglich der Matte ändert sich nichts, das Teil ist spitze!

Wer sich nach dieser hochwissenschaftlichen Untersuchung noch umentschieden hat: Hier kann man die Antirutschmatte ungetoastet kaufen. Wer noch unsicher ist, jetzt aber trotzdem was kaufen will, der sollte es mal mit meinem Buch versuchen. Das klebt auch nicht.