Immer noch nett

Wieder zurück im Cockpit. Endlich. Dank der Party letztes Wochenende, wegen der ich insgesamt über 24 Stunden unterwegs war, bin ich schon seit einer Weile nicht mehr im Auto gesessen – was in Anbetracht der durchzechten Nächte und der räumlichen Distanz zu Berlin ja auch einen gewissen Sinn ergab. Ein altes Sprichwort sagte jedoch mal sowas ähnliches wie „Der Mensch kann nicht ununterbrochen von kaltem Augustiner und selbstgemachter Steinofenpizza leben“.
(Vielleicht ist das nicht der genaue Wortlaut, ich wollte aber gerade nicht bei Wikiquote suchen.)

Da die enthemmte Feierei im Ausland zwar Spaß macht, aber Geld kostet, hab ich mich seit … (Hm, ich könnte hier wahrscheinlich eine Jahreszahl einsetzen.) mal wieder an einem Mittwoch ins Taxi gesetzt. Ich bin in letzter Zeit nicht mehr sonderlich akkurat im Bezug auf Umsatzwünsche bei Bonustagen, so dass ich erst sehr spät aus dem Haus bin. Wofür ich die Schuld aber in meinem Spieltrieb sehe, weniger in der Faulheit.

Ich habe nämlich ein neues Handy. Und völlig aus dem Häuschen bin ich weit weniger wegen all der tollen Knöpfchen und Farben, sondern weil es mir wirklich völlig überraschend und ohne Vorankündigung von einem Leser zugeschickt wurde. Was das bedeutet, wo ich so viel Stress mit meinem alten hatte, weil ich es ständig überfordert habe, bin ich kaum in der Lage, in Worte zu fassen. Und in der Tat hab ich in den letzten Monaten wahrscheinlich selten so einen stammeligen Text geschrieben wie die vorläufige Dankesmail.

Ein Galaxy S3 ist es zwar nicht geworden, aber ein in meinen Augen durchaus würdiger Ersatz. Im Vergleich zum alten jedenfalls isses riesig, schnell, besser … abgesehen von der noch ungewohnten Bedienung weiß ich echt nicht, wo ich mit dem Lob anfangen soll. Als erstes hab ich mich natürlich trotzdem wie ein Trottel benommen und bin – als sich das Netz plötzlich verabschiedet hatte – nicht auf die logischste aller Ideen seit Win 3.11 gekommen: Einfach mal neustarten. *Grummel*
Aber woher sollte ich es gewohnt sein? Mein altes Handy brauchte ungelogen (fragt den Schwob) ein paar Minuten zum Booten und mein PC hier zuhause … naja, so einmal im Monat starte ich ihn vielleicht neu. 😉

War hoffentlich ein eher seltener Bug. Dennoch bin ich ziemlich nervös unterwegs gewesen, so ganz ohne Verbindung zur Außenwelt. Bin da ja ein Gewohnheitstier und mag es nicht, wenn etwas nicht tut. Und ich hatte die Befürchtung, dass sich das auch auf die Arbeit auswirkt. Stattdessen aber hatte ich nach ein bisschen Wartezeit drei betagte Damen an Bord, die mit ihrem Wunsch – mit drei extragroßen Koffern in die Görlitzer Straße gebracht zu werden – bei einem Kollegen auf taube Ohren, bzw. auch ein unpassendes Auto gestoßen sind. Mir sollte es nur recht sein, obwohl der Kerl sich schon während des Wartens völlig krude benommen hatte. Eine kurze Fahrt von der letzten Rücke wollte er nicht machen (da hatte die Kundin allerdings schon gefragt, ob sie nicht lieber doch weiter nach hinten gehen soll), dann hat er 5 Minuten gewartet, bis die Lücke zum nächsten etwa 8 Fahrzeuglängen betrug. Plötzlich ist er mit einem Affenzahn losgefahren und wollte offensichtlich ganz vom Bahnhof weg, nur um sich dann nach einer etwas eierigen Bremsaktion doch noch rückwärts einzureihen, bevor ich zu ihm aufgeschlossen hatte. Vielleicht war es also wirklich besser, dass ich die drei alten Frauen eingeladen habe.

Ich hab auf der kurzen Strecke nur mal so kurz nach ihrem Urlaub gefragt und ein zwei Anmerkungen zu meiner Route angefügt, was meine Beifahrerin dann recht zügig zu folgender Aussage inspirierte:

„Also Sie sind aber mal wirklich ein außergewöhnlich netter Taxifahrer.“

Hab ich dann einfach mal hingenommen. Ebenso wie die glatten drei Euro Trinkgeld.

Mal sehen, wie nett ich erst heute Nacht bin, wenn auch noch das Handy nach meiner Pfeife tanzt. 🙂

5 Kommentare bis “Immer noch nett”

  1. Glückwunsch zum außergewöhnlichen Geschenk! Kommt sicherlich selten genug vor. Da kann man neidisch werden 🙂

  2. Sash sagt:

    @Reisebusfahrer:
    Das ist bislang neuer Rekord, das kannst Du mir glauben. Wobei ich zugeben muss: nur knapp. Der Monitor, vor dem ich gerade sitze, war ebenso ein Geschenk. 🙂
    Ich bin jedenfalls voll happy und kann aufkommende Neidgefühle voll und ganz verstehen …

  3. whiskey sagt:

    mitunter brauchts das neustarten des handys nicht mal. einfach für 2 minuten in den flugmodus versetzen und dann wieder zurück … zumindest funzt das bei mir, wenn das datennetz wieder mal nicht verfügbar ist.

  4. elder taxidriver sagt:

    Hey, Big Spender, vielen Dank:

    Das Handy-Geschenk an Sash ist ja auch ein Geschenk an alle die hier mitlesen, bequem im HighTech-Arbeitsstuhl sitzend. Wohingegen Sash lenken muss, sogar , oh Schreck, noch schalten muss, überlegen, wie er fährt, überleben auch, mit den Fahrgästen sprechen und und und und..

    Hey Big Spender, spend a litle ( more) time with GNIT.

  5. hrhrurur sagt:

    Wenn das mit dem Flugmodus nicht klappt: einmal in den Einstellungen für das mobile Netzwerk „nur GSM“ auswählen, warten bis er sich neu verbunden hat, weitermachen. Zu einem beliebigen Zeitpunkt(aka wenn einem auffällt, dass der Knochen schon wieder den Arsch nicht hochkriegt beim Laden von irgendwelchen Seiten oder so) kann man wieder auf „GSM/WCDMA automatisch“ zurückschalten. Ich persönlich steh für die ganze Einstellerei ja total auf die „Quick Settings“-App. Auch für Helligkeit und Lautstärke und den ganzen Akkukram und so. Komm ich besser mit zurecht, als mir das aus Android-Lösungen zusammen zu puzzeln.

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