Die Kunden sind Könige

OK, unlängst hab auch ich mich in der Gegend mal übelst verfranzt. Aber das lag ja nun auch mehr an meiner Unkenntnis bezüglich der Hausnummer. Ansonsten kenne ich mich in der Ecke ja doch gut bis sogar sehr gut aus …

Hat mir am Wochenende nicht viel geholfen, denn die Kunden wollten diesen unnötigen Umweg. Sie stiegen an der Warschauer Ecke Boxhagener zu und wollten zum Senefelderplatz. Alle drei Hipster vor dem Herrn und mit blendender Laune. Davor sollte es allerdings noch zur Sparkasse gehen. Da besteht in Berlin ja nunmal Auswahl, zwischen Friedrichshain und Prenzl’berg ohnehin. Die, die sie wählten, wäre mir nicht einmal in den Sinn gekommen: Danziger Ecke Greifswalder. Zumindest die am Bersarinplatz kannten sie auch, aber die wollten sie nicht. Na gut, warum nicht neben der Lieblingskneipe und dem Lieblingsclub auch eine Lieblingsbank haben?

Der Umweg hat mir knapp einsfuffzich mehr in die Kasse gespült, bei ihren weiteren Plänen hab ich die drei Glatzköpfe dann aber dezent zu ihren Gunsten manipuliert. Zwischenkasse vor der Bank und eine Weiterfahrt über die Danziger bis zur Schönhauser schien mir dann irgendwie doch ein bisschen zu viel des Guten. OK, ich hätte sie vielleicht gewähren lassen, hätte ich nicht sowohl schnell pinkeln müssen als auch langsam mal an Feierabend denken … 🙂

Hier noch einmal in grafisch:


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Ich bin wieder da!

So. Wieder im Taxi!

Ich war ja nun eine ganze Woche krankgeschrieben wegen meiner Zähne und hab dann ja auch noch das Bedürfnis verspürt, an einem Tag mit zwei (!) Zahnarztterminen mein erstes eBook zu veröffentlichen. Faszinierend, spannend und lustig war’s – und die Buchveröffentlichung setzte dem Ganzen dann die Krone auf.

Wie dem auch sei – ich war jedenfalls eine Weile weg vom Fenster. In Gedanken hab ich mir meine Rückkehr hinters Steuer zwar auch in schillernden Farben ausgemalt und mir überlegt, sie möglichst triumphal zu gestalten – zu guter Letzt hatte ich aber gar keine so großen Böcke auf das nasskalte Wetter und war heute Nacht nur eine halbe Schicht auf der Straße. Für sowas hab ich den Donnerstag ja. 🙂

Aro hatte via taxi-weblog.de bereits am Vortag verkündet, dass mit meinem Wiederantritt zur Arbeit auch die Wiedereröffnung der Oberbaumbrücke in Richtung Kreuzberg stattfinden würde. Bei all dem Hickhack in den letzten Monaten (siehe z.B. hier!) war es ja irgendwie nur folgerichtig, dass ich bislang nicht einmal über die Brücke gekommen bin. Vielleicht auch ganz gut, denn ich hab mich heute wie ein Neuling bereits zwischen dem Knopf für die Fackel und dem für die Innenraumbeleuchtung verirrt und es mir inzwischen erschreckend gut angewöhnt, bei Fahrten nach Kreuzberg immer erst in Richtung Schillingbrücke zu starten und unterwegs zu sagen:

„Sie wissen hoffentlich, dass die Oberbaumbrücke geschlossen ist!?“

Das hätte mir gestern Abend wahrscheinlich auch versehentlich passieren können. Drei Monate früher als geplant ist die Baustelle dort fertig geworden. Ich hoffe ja stark, die haben die Verantwortlichen umgehend zu Bauherren beim BER ernannt …

Aber anstatt dort vorbeizukommen, hab ich endlich mal eine lange geplante Lesertour von Tegel nach Steglitz zustande bekommen, danach purzelten die Kunden nur so ins Auto. Als ich nach unverschämt kurzer Zeit bereits gelangweilt das Handtuch schmeißen wollte (ich hatte meinen Fuffi, mehr war nicht geplant …), bekam ich on the fly noch 3 Winker und stellte das Auto mit einem wirklich ansehnlichen Stundenschnitt zeitlich so passend ab, dass ich gleich die Straßenbahn nach Hause besteigen konnte.

Also mal abgesehen davon, dass ich mich jetzt auch noch zu Hause über die weiterhin andauernden Verkäufe meines Buches freuen konnte, war ich echt froh, wenigstens mal kurz rausgefahren zu sein. Eindeutig ein guter Wiedereinstieg. 🙂

Taxi oder nicht?

So lobt man sich das!

Ich kam von der Petersburger Straße gen Süden geschossen, die Ampel am Frankfurter Tor im Blick. Sie war erstaunlicherweise schon grün und diesem Frieden ist einfach nicht zu trauen. Ein Kollege war noch vor mir und im Gegensatz zu mir schaffte er es. Ich hab zwar meinen kritischen Blick aufgesetzt, als er mit seiner vielleicht 100 PS stärkeren E-Klasse vor mir mal eben einen Endspurt hingelegt hat (schließlich fuhr ich selbst schon knapp 60), aber vielleicht war die Ampel wirklich noch nicht rot, als er sie passierte und unter Bremsenquietschen scharf rechts auf die Karl-Marx-Allee in Richtung Alex einbog.
Ich kenne das ja: manchmal will man’s einfach noch schaffen – und auch den größten Profi erwischt mal die Unvernunft. Ironischerweise tat mir das Warten an der Ampel ganz gut, denn auf der anderen Straßenseite postierte sich eine Winkerin. Dem Anschein nach irgendwo um die 60 Jahre alt, nicht gerade die Durchschnittskundschaft um halb drei. Während der Nachtschicht erliegt man ja manchmal dem Glauben, die einzigen Senioren in Berlin wären die Kollegen am Taxistand.

Man kann sich die äußerst energische Winkerin ungefähr so vorstellen wie „es Hilde“ aus der Serie „Familie Heinz Becker“. Nur ein wenig korpulenter. Klein, altersgerechte Kurzhaarfrisur, Brille mit sichtbarem Rand und einem verzweifelten Blick, weil die Welt mal wieder nicht so wollte wie sie. Anbei ein Mann. Ein unscheinbarer Rentner, im Gegensatz zu ihr in unauffälliges Grau gekleidet, eine ebenso fahle Schiebermütze auf dem ebenfalls bebrillten Kopf. Sicher sehr angenehme Kundschaft und zweifelsohne eine Abwechslung!

Ich setze den Blinker und halte direkt auf dem Fahrradweg. In dieser nasskalten Nacht sind kaum Radler unterwegs und so erlaube ich es den Autofahrern hinter mir, ohne Spurwechsel vorbeizufahren.

Und nun? Die Frau wirbelt freudig erregt im leichten Nieselregen umher, ist erleichtert, dass ich halte. Er hingegen würdigt mich nur schnell eines Blickes und stapft energisch und mit nach unten gezogenen Mundwinkeln von dannen. Seine Begleiterin, mutmaßlich seine Frau, redet auf ihn ein, gestikuliert wild – was ihn kein bisschen kümmert.
Das alles spielt sich für mich lautlos ab. Die Fenster sind geschlossen, allenfalls ein wenig Lärm der vorbeifahrenden Autos dringt zu mir ins Cockpit vor.
Die Frau ist außer sich vor Bestürzung, es ist ihr sichtlich peinlich, dass sie mich rangewunken hat, obwohl ihr Begleiter jetzt offenbar die Entscheidung getroffen hat, nicht mit mir zu fahren. Ob er einfach kein Taxi will, ob ihm mein Opel zu billig oder mein Bart zu sehr Rock ’n‘ Roll ist? Wer weiß es schon? Am Ende verständigen ich und ’s Hilde uns mittels hochgezogener Schultern darüber, das wir uns wohl nicht näher kennenlernen würden.

Meinem Glück tat’s keinen Abbruch, denn 20 Meter weiter winkte nun eine bedeutend jüngere Frau. Ohne mürrischen Begleiter. War nur eine Kurzstrecke, aber immerhin eine Fahrt.

Dessauer Straßenkenntnisse

In die Dessauer hätte ich die beiden ja gerne mitgenommen, das wäre gefühlt schon fast außerhalb Berlins und außerdem nicht unweit meiner Heimat hier gewesen. Aber sie haben sich nur als Dessauer Bürger zu erkennen gegeben und wollten von der Boxhagener Straße lediglich zu einem der bekannten Hotels am Alex. Damit blieb die Tour unter 10 €, aber gerade bei Winkern würde ich mich ohnehin nie auch nur ansatzweise über die Streckenlänge beschweren.

Es war ein Pärchen, Ende 30 vielleicht und vermutlich so in etwa der letzte lebende Manta-Witz. Er eher prollig gekleidet, Oberlippenbart und Vokuhila, sie mit knappem Jeans-Röckchen und blonder Dauerwelle allerdings nicht weniger klischeebeladen. Für das Auftreten waren sie aber wirklich angenehme Fahrgäste. Wir fanden schnell ins Gespräch und im Grunde wollten sie sich nur über die Großartigkeit Berlins unterhalten. So ganz ohne eigenes Wissen mussten sie auch gar nicht auskommen, die Einfahrt auf die Karl-Marx-Allee kommentierten sie selbst völlig richtig und ihnen schien vor allem daran gelegen, die Größe der Stadt zu bewundern:

„Na, det is ja nu richtich weit, ne?“

„Sagen wir es so: für Berlin ist es ein recht kurzer Weg.“

„Nu ja, wir fahr’n ja aber nu schon ewich hier lang.“

„Ach, ewig. Insgesamt sind das so um die drei Kilometer.“

„Drei? Das waren doch mindestens schon fünfzehn! Durch Dessau wären wir da schon lange durch!“

Der witzige Nebeneffekt ihrer falschen Einschätzung war, dass sie meine Ortskenntnis für diese wirklich lehrbuchhaft einfache Fahrt so gnadenlos überschätzten, dass ich am Ende ungelogen beklatscht worden bin dafür, dass ich ihr Hotel gefunden hab. Bei nur 4 mal abbiegen!

Dass sie mir mit ziemlich überschwänglicher Geste erlaubten, aus den 8,40 € ganze neun zu machen, hab ich abschließend einfach mal versucht, mit Dessauer Verhältnissen zu erklären. Ich wäre dankbar, wenn mir niemand diese Illusion raubt.

Glücklich Single

„Verpiss Dich!“

habe ich es noch durch den kleinen Spalt der Scheibe reinschwappen hören. Und das trotz Musik. Einen Moment später schnellte ein Arm hoch, ein junger Mann, ein bisschen Hipster-Style – ohne jedoch völlig abgespaced zu wirken. Weiter in Fahrtrichtung, immer weiter von uns weg, stapft sichtbar wütend eine Frau, außer dass sie recht groß und blond ist, kann ich nichts erkennen. Der Rückschluss, dass der traurig durch seine Hornbrille guckende Typ an meiner Tür der Adressat des unschönen Spruches war, schien irgendwie naheliegend.

Der Schnee knirschte ein-, zweimal bevor sich das Häufchen Elend auf die Rückbank schwang. Arg viel war nicht mehr los am Boxhagener Platz um halb vier.

„Wo darf’s hingehen?“

„Ach, is im Grunde egal …“

Ich wollte schon einen Einwand bringen, da fügte er schnell an:

„Sorry! Du musst natürlich wissen, wo wir hinfahren! Tut mir leid, ich wollte jetzt auch nicht meine schlechte Laune hier …, fahren wir doch einfach mal nach Mitte. Ich überleg noch, ob ich heimfahre, oder noch was trinken gehe.“

„Alles klar. Stress gehabt?“

„Und wie …“

Während er erzählt, wird er merklich kleiner, sein Allerweltsdrama nimmt ihn schwer mit. Wenn man ihm Glauben schenken darf, dann war er mehr oder weniger gegen den Willen seiner Freundin mit ein paar Kumpels was trinken. Nichts wildes, ein paar Stunden gepflegter Spaß in einer kleinen Bar hier ums Eck. Ein paar Cocktails, ein paar Bier und dazu etwas altmodisch Kartenspiele. Später seien sie zum Billard gewechselt, lässt er mich wissen, die Laune gut, der beste Abend seit langem. Er käme mit seiner Freundin nicht oft dazu, auszugehen. Selbige, offenbar leicht reizbar und eifersüchtig bis zur Grenze der Paranoia, hatte da offenbar schon lange beschlossen, mal nachzusehen, ob er nichts unredliches treiben würde. Er hatte brav via Foursquare bei der Bar eingecheckt, ihn zu finden, war so schwer also nicht. Ganz dem schlechten Drehbuch des Lebens folgend, hat sie die Bar wohl betreten, als er gerade im alkohollastigen freundschaftlichen Überschwang seine Mitspielerin beim Billard umarmte, da sie die letzte Kugel stilvoll ins passende Loch versenkt hatte. Was seine Freundin darin gesehen hätte, könne ich mir ja vorstellen …

Sie hätten noch eine Weile miteinander geredet, eigentlich auf Versöhnung aus. An irgendeiner ungünstigen Stelle will er dann – „mehr oder weniger, so genau weiß ich das nicht mehr“ – angemerkt haben, dass sie nunmal einzusehen habe, dass er auch mal eine gute Freundin in den Arm nimmt, die er – „nur mal nebenbei, Schatz!“ – auch schon viel länger kennen würde.

Autsch.

Das Ergebnis verteilte sich nun auf mein Taxi und die nächtliche Ruhe Friedrichhains.

Wir waren inzwischen in Mitte, da bat er mich um einen Richtungswechsel nach Norden.

„Is‘ noch Prenzl’berg, sieht aber schon aus wie Pankow!“

sagte er über seine kleine Nebenstraße. Nach Hause also.

„Mal im Ernst, warum ist das immer so schwierig?“

„Kann ich nicht sagen, sorry. Ich kenne weder deine Freundin, noch die Problematik an sich …“

„Haha, schon klar: glücklicher Single! Ich ab heute auch wieder, mein Freund! Ich auch wieder!“

Ich hab überlegt, ob ich ihm die Wahrheit sagen sollte: dass ich verheiratet bin und deswegen trotzdem nie so einen Stress bezüglich Eifersucht hatte. Dass ich das Ganze für ziemlich dämlich halten würde und er seine Freundin mit gutem Recht ziehen lässt. Aber das war sicher nicht das, was er gerade hören wollte. Also schluckte ich es runter und schwieg.

„Musste noch lange?“

wechselte er aprupt das Thema.

„Nee, ich mach bald Feierabend.“

„Willste auf’n Bier mit hochkommen?“

„Nee, sorry. Bald ist nicht sofort. Und im Taxi gilt nullnull, logischerweise.“

„Schon klar, Du hasses auch nicht leicht, was?“

„Ach …“

„Halt, hier! Was macht das?“

„Fünfzehnachzich.“

„Dann, dann … mach einfach 25 draus! Ich hab eh nur’n Fuffi!“

„Boah, wow!“

„Is‘ schon ok, wenn sonst schon alles Scheiße ist!“

Ich hab von dem Geld am Ende noch eine Schachtel Kippen für Ozie gekauft, damit sie nicht morgens gleich wieder raus muss. Die kleinen Nettigkeiten. Im Gegenzug konnte ich – nach ewiger Wartezeit – am Ende der Schicht ein paar ziemlich betrunkene Mädels fahren, wobei eine es auch nicht lassen konnte, mich im Anschluss an die Tour zu umarmen. Ganz ohne jetzt irgendwelche Konsequenzen fürchten zu müssen. Sieht so aus, als hätte ich dieses Trinkgeld nicht wirklich verdient.

Mit anderen teilen …

„Ist der Bus gerade raus?“

„Bus?“

„Dachte nur. Von hier zum Bahnhof fährt ja auch ein Bus, da fahren die Leute selten mit dem Taxi.“

„Ach, keine Ahnung. Ich fahr nicht so oft mit Bus und sowas. Ich fahr lieber Taxi.“

„Hey, mich als Taxifahrer freut’s! Wollte nur mal nachfragen.“

„Ja, weisste: mein Geld reicht mir. Und was ich übrig hab, das geb ich dann halt an andere. So Taxi, Kellner und so. Immer teilen.“

Wow. Ein Mensch, der genug Geld hat. Ist mir lang nicht mehr begegnet. Ich mustere den Typen. Vielleicht 25 Jahre alt, von Stil her eher HipHop als Business. Also entweder Musik, Internet oder Drogen: anders konnte ich es mir nicht wirklich erklären.

(Ach kommt! Jeder hat so seine Vorurteile. Und nach Pornos sah er halt auch nicht aus. 😉 )

Und er war wirklich nett. Die Fahrt war genau genommen kürzer als eine Kurzstrecke, eine solche hatte er ohnehin nicht verlangt.

„Dann wären wir bei 6,40 €.“

„Ja, dann, hier, ne? Denke, 10 ist ok.“

Mein Danke hat er kaum mitbekommen. Er ist umgehend reingesprintet. Sah aus, als hätte er es eilig gehabt, sein Geld weiter unter die Leute zu bringen.

Drei auf einen Streich (2)

Der restliche Abend verlief desaströs. Insbesondere, wenn man bedachte, dass es Wochenende war. Nach der Tour mit dem komischen Krücken-Kauz kehrte ich um etwa 22 Uhr an den Ostbahnhof zurück. Mein schlaues Büchlein vermeldete in den nächsten Stunden folgende Fahrten:

22.15 Uhr – wieder für 6,60 € in den Friedrichshain, 7 € gekriegt.
23.20 Uhr – wieder für 6,60 €, dieses Mal nach Kreuzberg, wieder nur 40 Cent obenauf.
00.00 Uhr – ganze 6,80 € Richtung Mitte, dieses Mal wenigstens wieder auf 8 € aufgerundet.
00.35 Uhr – vom Ostbahnhof zum Berghain, kein Trinkgeld. Ein Klassiker.
Um 0.50 Uhr hatte ich immerhin eine Tour für mehr als 7 €, danach sogar Winker. Ironischerweise wieder für 6,60 € …

Wie eingangs erwähnt: desaströs.

Tatsächlich hatte ich bis 3.30 Uhr nur 80 € eingefahren, diese Schicht sollte meinen Stundenlohn leider nicht über die 4,38 € diesen Monat heben – im Gegenteil. 🙁
Um kurz vor vier hab ich dann zugunsten meiner Vorbestellung den Halteplatz nach einer Dreiviertelstunde anstehen ohne Kundschaft wieder verlassen. Wie hoch wäre wohl die Wahrscheinlichkeit gewesen, um 4.05 Uhr eine Tour zu kriegen, mit der ich meinen Rucksackträger um 4.15 Uhr am Boxi hätte einsammeln können?

Ich fuhr mit ausgeschalteter Fackel zum Treffpunkt an einer normalerweise belebten Ecke und registrierte mit Frustration, dass das Mädel auf der anderen Straßenseite eigentlich so aussah, als könne sie ein Taxi gebrauchen. Ist ja klar: wenn man einmal „besetzt“ ist …

Ich schob erst einmal den Beifahrersitz wieder auf Anschlag nach hinten, wischte etwas Dreck aus dem Auto, öffnete den Kofferraum. Da schallte um 4.02 Uhr dann doch die Stimme von gegenüber durch den Kiez:

„Sorry, biste frei?“

Das Mädel war nicht mehr alleine, es starrten mich vier erwartungsvolle Augenpaare an.

„Nee, eigentlich nicht. Wobei, wenn es eine kurze Fahrt ist … ich muss halt in 10 bis 15 Minuten wieder hier sein.“

„Weiß nicht. Mühsamstraße?“

„Wenn Ihr euch beeilt, dann reicht das locker!“

Hat erstklassig gereicht! Ich hab die vier eingesackt und eine weitere schnelle kurze Tour für knapp über ’nem Fünfer zuzüglich 80 Cent Trinkgeld gehabt. Dieses Mal immerhin ohne Warten.

(um 11 Uhr dann der letzte Teil)