Der Schocker: Legale Drogen!

Nach einer mehr als gesalzenen Wartezeit lümmelte ich so neben meinem Taxi herum, als ein Reisender mehr als nur subtil einen interessierten Blick auf mein Fahrzeug warf. Ich sprang gleich um auf dieses Dienstleister-Kunden-Dingsi und sagte:

„Schönen guten Abend.“

Womit ich nicht gerechnet hatte, war seine Reaktion. Er sah nämlich erschrocken auf, anschließend mich an und insistierte geradezu:

„Aber: SIE RAUCHEN DOCH!“

Gut, das abzustreiten wäre in Anbetracht der Kippe in meiner rechten Hand ein wenig unglaubwürdig gewesen. Ich hatte jedoch keine Ahnung, worauf der Typ rauswollte, so schockiert wie er zu sein schien. Dass Fahrgäste wegen eines 20-Cent-Artikels zwischen meinen Fingern glauben, mich nicht in meiner heiligen Pause unterbrechen zu dürfen, das kenne ich ja. Aber die sagen immer nur beschwichtigend, ich solle doch bitte erst aufrauchen. Aber der war so panisch, dass ich – ohne das je gehabt zu haben – völlig selbstverständlich wie folgt geantwortet hab:

„Ja, aber ich fahre Sie gerne. Wenn Sie aber Sorgen wegen des Rauchens haben, können Sie sich gerne einen Nichtraucher unter den Kollegen aussuchen.“

Immerhin, das mit der Schlagfertigkeit sitzt.

Am Ende hat er sich im Übrigen tatsächlich als einer von diesen Pausen-Fetischisten herausgestellt, mit dem ich ab da eine vergnügte, wenn auch nicht allzu lange, Tour hatte. Aber hier unter uns: Der hat mich ehrlich erschreckt mit seinem Ausruf, und das schaffen nicht viele Kunden. 0.o

PS: Wie auch bezüglich der freien Fahrzeugwahl hab ich kein Problem damit, wenn mich ein Kunde meidet, weil ich eine Zigarette rauche. Wie jeder Raucher bin ich bestens informiert über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen dieser Drogen und glaube auch gerne, dass einige Leute da sehr empfindlich reagieren. Allerdings möchte ich mit Blick auf einige (und nicht einmal die schlimmsten) Kollegen darauf hinweisen, dass man als rauchempfindlicher Taxifahrgast manchmal sogar gut damit fährt, einen Fahrer zu wählen, der vor dem Auto steht und eine raucht. Denn schon, dass man dafür aussteigt, hat sich in den ca. 9 Jahren Rauchverbot im Taxi noch nicht so wirklich unter allen Fahrern rumgesprochen …

Überraschend freundlich

Womit man es im Stadtgebiet recht selten zu tun hat, sind Drängler. Also zumindest, wenn man in den meisten Ecken irgendwo normal nahe der Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist. Auf den Hauptstraßen in Berlin wird das Verkehrsgeschehen auch dadurch entschärft, dass einem mehr als eine Spur zur Verfügung steht.

Und dann war da der Audi-Fahrer hinter mir, der mehrmals Lichthupe gab und dicht auffuhr. Während ich das noch halbwegs gelassen genommen hab und mir überlegt hab, wie viel einfacher es wohl für ihn gewesen wäre, wäre er an mir vorbeigefahren … – nein, es war meine Kundin, die irgendwann gereizt rief:

„Was will der Arsch?“

Und da sind wir beim Punkt: Ich hatte mich bereits links eingeordnet, weil wir in ein paar hundert Metern links abbiegen wollten. Dass ich auf einer häufig blitzlichtbelasteten Straße, auf der 50 erlaubt war, nur lächerliche 48-52 km/h gefahren bin, hielt ich indes für kein großes Problem. Immerhin sollte doch gerade den eiligen Leuten bekannt sein, dass man innerorts vollkommen legal rechts überholen darf (im Gegensatz zum Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit übrigens 😉 ).

Der nicht. Der hat gelichthupt, bis es selbst mir zu blöde war und ich kurz rübergezogen bin. Rechtliche Argumente helfen ja ohnehin nicht gegen einen verkürzten Kofferraum.

Und was macht der Typ, nachdem er vorbeigezogen ist? Nicht etwa den Vogel, den Finger oder sonstwas zeigen. Nee, er hat sich mit einem einzelnen Warnblinken höflich bedankt. Ich tippe auf Stimmungsschwankungen. 😉

„Wo sind wir?“

Es gibt so Typen, die einem um 3 Uhr morgens ins Auto steigen, und obwohl man weiß, dass außerhalb Berlins 90% der Leute schon im Bett sind, denkt man:

„Ui, stattliches Level für die frühe Uhrzeit!“

Nachdem das Ziel halbwegs klar war (die Hälfte der Zeit redeten sie davon, noch irgendwo anders in eine Kneipe zu gehen), hatte ich von meinem Beifahrer einen Endlos-Monolog im Ohr, der erkennbar kaum was beinhaltete außer „Ick bin so blau, merkste selber, wa?“.

Der zweite auf dem Rücksitz war weitaus fitter und rief seinem Kumpel auch gelegentlich zu, er solle die Fresse halten, was dieser dann mit einem „Schon gut, mach ick. Also blablabla …“ quittierte. Aber das war’s eigentlich auch schon. Sie laberten Bullshit, das passiert halt.

Keine 500 Meter vor dem Ziel fing der hintere dann an zu meckern:

„Na, willste uns verscheißern? Wo sin‘ wir denn hier? Glaub ja nich, Du kannst mit uns durche Pampa …“

woraufhin der zweite sich das erste Mal wirklich im Raum orientierte, kurz

„Ha! Hier is‘ die Kneipe, Du Eumel!“

rief, und ungeachtet der Tatsache, dass ich auf der linken Spur war, rechts die Tür aufriss und über die Straße rannte. -.-

Und der hinten hatte immer noch keine Ahnung:

„Alter, wo sind wir?“

„Da vorne, nächste Kreuzung, ist Eure Straße!“

„Ehrlich? Boah, ick muss mir ersma‘ umkiekn!“

Und das tat er dann aus dem Auto raus. Gemütliche drei Minuten lang, nachdem ich schnell mal mit offener Beifahrertüre an den rechten Straßenrand gefahren bin. Am Ende glaubte er, ungefähr zu wissen wo er sei, und gab atemberaubende 30 Cent Trinkgeld. Wenn ich jetzt noch irgendwo eine offene Kneipe gesehen hätte, wäre mir die Fahrt allerdings ein wenig sinnvoller vorgekommen als so …

Jackpot!

Ich hatte letzte Nacht am Ostbahnhof NUR Glück. Keine kurze Fahrt, der Durchschnitt lag eher so bei dem, was Flughafenfahrer machen. Dass aber ausgerechnet der Typ im Trainingsanzug das noch würde toppen können, hätte ich nicht gedacht. Im Gegenteil, eigentlich hab ich zunächst vermutet, der Typ würde meinen Kollegen um Geld anschnorren und war entsprechend ernüchtert als er zu mir kam und mich mit einem leichten Sprachfehler fragte, ob ich ihn denn verstehen würde.

Ob ich „Tropical Islands“ kennen würde, fragte er dann.

Das konnte ich nun so halbwegs bestätigen, auf die Frage, ob ich wüsste, wo das liegt, musste ich mit nein antworten. Mal ein Schild an der Autobahn gesehen. Aber wann – und an welcher? Aber da mein Handy Google kennt und auch der Fragesteller zumindest die Entfernung sehr akkurat angeben konnte, war die Lage schnell halbwegs klar. A13, nicht ganz 70 Kilometer.

„Kannst mich dahin fahren?“

OK, das war jetzt nach dem Einstieg keine Überraschung. Gewirkt hat’s trotzdem so, denn erstens war es ein Uhr nachts, und zweitens sah der Typ mit dem verblichenen Jogginganzug, dem unrasierten Gesicht und den sichtbar schlechten Zähnen immer noch eher wie ein Landstreicher aus – und nicht wie einer, der mal eben einen glatten Hunni im Taxi liegen lässt.

Deswegen hab ich vorsichtig und eigentlich alle Hoffnung aufgebend gesagt:

„Im Grunde sehr gerne, aber bei so langen Fahrten nur auf Vorkasse.“

Ich hab für einen Moment geglaubt, Enttäuschung in seinem Gesicht zu sehen, aber das war’s wohl nicht. Eher Vorsicht. Denn er ist ums Auto rum, hat sich auf den Beifahrersitz gesetzt und seinen Gelbeutel gezückt. Nachdem ich gesehen hab, dass da mindestens 250 € drin sind, hab ich zugesagt und bin möglichst schnell los, bevor er sich’s anders überlegt.

Obwohl die Fahrt absolut problemlos verlief, bin ich aus dem Kerl nicht schlau geworden. Denn wie Ihr sicher auch, hab ich mich gefragt, was er da nachts um 2 Uhr will. Und er hat mir geantwortet: Da steht sein Auto und er will dort schlafen, bis die aufmachen.

WTF?

Also irgendwie war er gestern zu spät dort, hat sich dann lieber noch eine Runde Berlin angeschaut und nachts blieb ihm dann nur das Taxi zurück zum Auto. Ich hab’s nicht so ganz kapiert, aber er war ein wirklich netter und völlig stressfreier Fahrgast und am Ende haben wir tatsächlich sein Auto gefunden und er hat dort dann wohl genächtigt. Selbst der Sicherheitsdienst, der binnen Minutenfrist zur Stelle war, nachdem wir da nachts auf den Parkplatz gegurkt waren, scheint sich nicht daran gestört zu haben.

Mir bleibt dann nur noch, dem Kerl wenigstens einen schönen Sonntag dort zu wünschen.

Ach ja, Beweisfoto:

2925 und die größte freitragende Halle der Welt. Quelle: Sash

Die 2925 und die größte freitragende Halle der Welt. Quelle: Sash

So Fahrten, nach denen man Urlaub braucht …

Wenn’s eh schon den ganzen Abend schlecht läuft, kommen auch noch Spanier an.

Kleiner Scherz, ich hab echt nix gegen Spanier und schon sehr nette Touren mit ihnen gehabt – aber die Sache mit dem Trinkgeld sollte man auf der iberischen Halbinsel wirklich mal erklären, denn das Klischee trinkgeldloser Fahrten mit Spaniern hat sich auch bei mir in nunmehr siebeneinhalb Jahren zu ungefähr 80 – 90% erfüllt.

Aber da stand nun ein Typ mit drei Begleitern vor mir und wollte ein Taxi für sechs Personen. So viel hab ich verstanden. Warum er dann zwei Minuten nch meinem Ja/Yes/Oui/Si mit fünf Freunden wieder auftauchte und sie in zwei Taxis einstiegen … eher weniger. Aber das sollte nur der Beginn der Verständigungsprobleme sein. Habt Ihr Zeit mitgebracht? Hoffentlich. Ich hatte nämlich eine Weile mit der Gruppe zu tun.

Drei stiegen nun also beim Kollegen vor mir ein, drei bei mir. Anstatt einer Adresse wurde mir gesagt, ich solle dem anderen Taxi folgen. Kann man natürlich machen, aber ich mag’s ehrlich gesagt nicht so. Zumal ich auch nicht sicher war, ob der Kollege wusste, dass ich ihm folgen sollte. Aber er startete, ich bin notgedrungen hinterher – und nach 300 Metern stoppte er und winkte mich heran:

„Kollege, die wollen zur Arena Charlottenburg? Kennst Du das?“

„Nee, nie gehört.“ *

„Ich auch nicht.“

„Kollege, wieso fährst Du denn dann los?“

„Na, die wollten eigentlich erst zu Puff XY, aber jetzt soll’s vorher noch …“

Da standen wir dann. Super. Nach ein bisschen Kauderwelsch war klar: OK, direkt zum Puff passt. Na dann. Den kannte ich zwar auch nur vom Namen her, aber der Kollege hat mir wenigstens die Straße gesagt – immerhin eine größere im Westteil der Stadt. Anstatt mir nun auch die Hausnummer oder Straßenecke zu verraten, meinte er aber einfach:

„Komm, fahr mir nach!“

Orrr!

Immerhin wusste er nun ja, dass ich ihm folge und er war nicht der schlimmste Konvoi-Partner, den man sich vorstellen könnte. Ja, das mit den Spurwechseln war nicht so sein Ding, aber immerhin hat er eine ähnliche Geschwindigkeitsphilosophie wie ich gehabt und bei gelben Ampeln lieber gebremst. Wir haben es also gut in den Westen geschafft. Mit den Fahrgästen hatte ich kaum was zu tun, keiner von ihnen beherrschte mehr Deutsch oder Englisch als ich Spanisch.

Der Puff, an dem wir landeten, sagte mir wie gesagt nur vom Hörensagen etwas, aber der Kollege meinte gleich:

„Warte kurz. Die zahlen.“

Nicht so viel wie die Top-Läden, aber irgendwas um die 10€ pro Fahrgast. Was bei drei Leuten ja doch immerhin ganz ansehnlich gewesen wäre. Aber ach: Da standen sie nun im Eingangsbereich und es entspann sich eine lautstarke Diskussion mit ihnen und den Türstehern. Einer kam sofort wieder raus, ein anderer kurz danach. Die dicke dunkelgraue Kohle gab es hier also auch nur bedingt zu verdienen. Und dann wollte einer der Kunden auch noch weiter.

Und jetzt bin ich dumm dagestanden. Wie der Kollege auch. Wir hätten uns gerne die Belohnung vom Bordell abgeholt, aber einer von uns sollte jetzt wegfahren. Und es war der Verständigung wegen auch nur sehr schwer, herauszufinden, wohin überhaupt. „U-Bahn“ konnte man verstehen, aber das bedeutet in einer Großstadt eben ziemlich genau das: „Bahnhof“ verstehen!

Inzwischen stand auch schon ein dritter Ex-Passagier diskutierend vor dem Club und das war alles ziemlich aussichtslos. Einer der Bordell-Türsteher hat dann übersetzt und gesagt, dass es zurück zum Ostbahnhof gehe. Ähm … ok!?

Ich meine, die Hinfahrt hat 20 € (und ja, es war dieses Mal echt Trinkgeld dabei!) gebracht, das nochmal zurück – und der Kilometerschnitt wäre spitze gewesen! Andererseits wäre das ja nix gegen potenzielle 40, 30, 20 (da war schon wieder einer nicht reingegangen!) Euro, die man als Kopfprämie hätte absahnen können.

Der Kollege – ich habe ihn im Übrigen noch nie im Leben bewusst wahrgenommen! – meinte dann:

„Fahr Du doch zurück. Und bleib am Bahnhof. Wenn’s hier noch was gibt, dann komm‘ ich vorbei und geb dir die Hälfte!“

Ja, klar! Aber eine Rücktour für zwanzig, super Kilometerschnitt … und vielleicht meint der Kollege das mit dem Bonus ja wirklich ernst …

Also hab ich mir den Spatz in der Hand gesichert. Ein junger Spanier in meinem Alter, der statt Eintritt im Puff zu zahlen lieber nochmal mit mir den gleichen Weg zurück zum Hotel fahren wollte. Und los!

Seien wir ehrlich: Er hat’s mir nicht schwer machen wollen. Wir haben es sogar geschafft, uns auf die gemeinsam schlechtestmöglich gesprochene Sprache Französisch zu einigen. Der Großteil der Fahrt war trotzdem Schweigen. Ich glaube, zwischendrin hat er mal gesagt, dass seine Kumpels eigentlich Familie wären und er im Gegensatz zu den anderen nicht das Geld verdienen würde, mehr als hundert Euro fürs Vögeln auszugeben. Aber nagelt mich nicht darauf fest.

Am Ende unserer Spezialodyssee standen wir wieder genau dort, wo er und seine Kumpels/Familie eingestiegen waren und er hatte keine Ahnung, wo er ist. Na, herzlichen Glückwunsch zu der Tour, Sash!

Wenn er jetzt – nach der zwölften Bestätigung, es würde sich hier wirklich, wirklich um den Ostbahnhof handeln – ausgestiegen wäre, hätte es mir ja so mehr oder weniger egal sein können. Aber verständlicherweise wollte er das klären. Mittels Telefon. Also hatte ich kurz nach der Ankunft am Ziel die beschissenste Handyverbindung aller Zeiten mit einem Spanier am Ohr, wobei dieser mir folgende Information zukommen ließ:

„Ostbahnhof.“

Ja, schon klar, super! Danke, Junge!

Der Spaß sollte aber weitere fünf Minuten dauern, in denen mein Fahrgast stets neue Sprecher hervorholte, die jedes Mal genau das zu mir sagten:

„Ostbahnhof.“

Ich hab meinem Fahrgast die großen blau leuchtenden Lettern gezeigt, auf Englisch und Französisch unmißverständlich bestätigt, dass wir hier am Ostbahnhof seien, aber es hat alles nix genutzt. Am Ende erzählte er mir was von einer Metro weit oben und ich hake das mal als Ortskundegenialität ab, dass ich nach den ersten zwei Minuten tatsächlich an den Metro-Markt ums Eck mit dem großen Schild und nicht etwa eine Hochbahn gedacht habe. Ob er jetzt wirklich im nahe des entsprechenden Schildes gelegenen „Ostel“ residierte oder irgendwo nebenan – ich hab’s nicht mehr rausgefunden. Aber nachdem ich ihn prophetengleich einmal ums Eck gefahren hatte, sprang er dankbar raus und bezahlte genau passend.

Da ich keine 200 Meter entfernt war und es sich ohnehin um meine wohl liebste Halte handelt, hab ich mich am Ostbahnhof angestellt. Nicht, dass ich glaubte, der Kollege würde – hör mir auf!

Aber er kam. Er entschuldigte sich für sein spätes Erscheinen, fügte auch an, dass wirklich nur noch zwei Leute reingegangen wären, gab mir aber immerhin einen Zehner ab. Ich glaube nicht wirklich, dass es 50% vom Erlös waren, aber ehrlich gesagt ist mir das egal. Der Kollege ist vom Westen extra nochmal rübergefahren, um mir etwas von der Kohle abzugeben, die im Puff angefallen war, während ich eine bezahlte Tour bis hierhin hatte. Da wir uns nicht einmal kannten, hätte er mir auch einfach in zwei Wochen erzählen können, die wären alle wieder rausgekommen. Insofern ziehe ich ehrlich meinen Hut vor so viel Kollegialität!

Um ehrlich zu sein: Wirklich gut geworden ist die Schicht deswegen nicht. Aber erträglich. Und sie war zudem gut für diesen ausgesprochen langen Blogeintrag, den ich jetzt ohne allzu intensive Rechtschreibüberprüfung online stellen werde. Ist doch auch was. 🙂


*hab auch nach kurzem Googeln eher eine Sportsbar in Schöneberg gefunden. Aber ladet Infos gerne bei mir ab. Man lernt nie aus!

Ganz spezielle Kurztouren

Es gibt so Abende – wie gestern – da kriegt man eine kurze Fahrt nach der anderen. Beziehungsweise, und das ist das Drama, man kriegt ungefähr einmal pro Stunde eine kurze Fahrt und sonst nix.

Das kann natürlich nicht auf Dauer klappen, so viele kurze Touren geben einzelne Halten ja gar nicht her. Da muss sich das Schicksal dann neben den Hotel- und Zum-geparkten-Auto-Fahrten noch ein bisschen mehr einfallen lassen. In meinem Fall gestern war das eine Fahrt vom Ostbahnhof zur Mercedes-Benz-Arena, bzw. gegenüber zu Anlegestelle. Irgendwas um die 750 Meter. An sich nicht bemerkenswert, hätte zu der Fahrt nicht ein voller Kasten Bier und ein funktionstüchtiges Fahrrad gehört.

Well played, Murphy!

Aber um’s geradezurücken: Selten hat ein Fahrrad so schnell ins Auto gepasst; und wenn ich Lust gehabt hätte, hätte ich sogar noch ein Bier zusätzlich zum Trinkgeld bekommen. Das allerdings wollte ich nicht noch stundenlang durch die Gegend schaukeln, sowas nehme ich nur im letzten Drittel der Schicht an. 🙂

„Schnell, schnell, schnell, es dauert noch!“

„Hey, Taxi, Taxi, TAXI!“

Wow. So dringend war meine Dienstleistung offenbar schon lange nicht mehr nötig. Also hab ich neben dem Winker angehalten.

„Hi, hi, hi, toll, dass Du da bist. Sag mal, könnteste …“

Ich war gespannt. Schnell zum Flughafen fahren? Einem Freund den Haustür-Schlüssel bringen? Einen Wagen verfolgen? Vor einem Straßenräuber flüchten? Oder gar den Cops?
Ich war auf alles eingestellt. Hell yeah, Thug Life, Action und Party, let’s roll!

“ … warten, bis meine Mutter runterkommt? Die ist nicht mehr so gut zu Fuß.“

Äh ja, selbstverständlich auch das. 😉

Gut, da Muttern noch rund zwei Minuten zum Bewältigen der Treppen brauchte und die gefühlte Taxidichte an der Frankfurter Allee am frühen Abend ungefähr 30 Autos pro Minute beträgt, war seine überaus liebenswert gemeinte Eile ein klitzekleines Bisschen unverständlich. Aber wer will sich bei einer Tour bis nach Biesdorf wegen sowas beschweren …? 😀