Ich hab spät in der Nacht ein Pärchen nach Mahlsdorf gebracht. Und Mahlsdorf klingt nicht nur wie „Dorf“, es ist auch eines. Ich hätte bei runtergelassener Scheibe quasi nach Brandenburg spucken können. Und dann hundert Meter stadteinwärts eine Winkerin. Yeah! \o/
„Bestellt auf XY?“
„Oh. Nein, das bin ich nicht. Ich war nur zufällig hier, hab gerade Kundschaft abgeladen.“
„Und was machen wir jetzt?“
„Sehen Sie, ich würde sie natürlich gerne mitnehmen. Aber vermutlich kommt der Kollege gleich. Der hat extra gewartet und sich nun auf den Weg gemacht …“
„Oh! Verstehe. Gerade hieß es halt, dass in einer Minute … und jetzt sind Sie da …“
„Wissen Sie was? Ich fahre jetzt mal hier ran. Sollte in fünf Minuten niemand da sein, dann nehme ich Sie mit. Aber so viel Kollegialität muss sein, so verdienen wir halt unser Geld.“
„Oh, ja, ja … vielen Dank! Sie sind der erste, der mir das so erklärt.“
Der Kollege kam eine Minute später. Definitiv keiner, der sich via Sprachfunk näher an die Kundin herangelogen hat, was ja leider immer noch passiert.
Ja, ich hätte die Tour gut gebrauchen können. Und ja, ich hab zwei Lebensminuten mit dem Gespräch „verschwendet“. Am Ende der Schicht wusste ich nicht einmal mehr, ob das gut oder schlecht war, weil ich die ein oder andere Tour danach zwei Minuten früher nicht bekommen hätte. So geht’s also auch, liebe Tourenklauer …
