Nachdem ich die beiden fucking students abgelehnt hatte, bzw. nachdem sie durch Flucht der Kommunikation entkommen sind, hatte ich mal wieder Holländer im Auto. Holländer – so lange zurechnungsfähig – sind ja einfach schon der Sprache wegen unterhaltsam. Und was noch besser ist, als sich einfach über die Sprache zu amüsieren, ist sich mit ihnen über beide Sprachen zu amüsieren.
Manch einer kann meine Faszination für Sprache vielleicht nicht teilen, aber ich finde ja, dass Dialekte, Akzente und völliges Kauderwelsch sehr sehr schön sein können, und einen ganz eigenen Reiz besitzen. Ich freue mich zwar immer wieder, wenn ich feststelle, dass es noch Menschen gibt, die einer Hochsprache mächtig sind, aber gerade der Satz neulich:
Das ist doch fantastisch. Ich bewundere Leute, die so sorglos in einer fremden Sprache losreden und dabei manchmal echt Klassiker erschaffen. Alle anderen, die sich dafür auch begeistern können, sollten mal einen Blick auf das Buch
Blume ist Kind von Wiese
oder Deutsch ist meine neue Zunge
von Helga Glantschnig werfen. Aber gut, eigentlich waren wir bei den Holländern. Niederländisch ist dem Deutschen in Ansätzen ja nicht unähnlich, und entsprechend klingt es ja schon wie missratenes Deutsch, wenn sie in ihrer Heimatsprache reden 🙂
Die, die ich im Auto hatte, waren allerdings nicht gerade gewillt, neue sprachliche Höhen zu erklimmen. 2 Mädels und ein Kerl, alle im besten Sinne alkoholisiert. Das heisst: Angeheitert und lustig, aber weit entfernt von jedem Stresspotenzial und jedem Ins-Auto-Reihern.
Angefangen hat alles damit, dass sie irgendwelche (mir unbekannten) deutschen Lieder gesungen haben, wobei sie die Worte ausschließlich nach Hörensagen gebildet haben, was es umso unwahrscheinlicher macht, dass ich diese Lieder jemals kennen werde.
Der Hauptgrund, warum ich diese Zeilen schreibe, ist eigentlich der, dass ich es zwingend irgendwie vermerken will, wann mir das erste Mal eine Holländerin
„Ik hou van je“
gesagt hat. Entgegen meiner sonst eher bescheidenen Sprachbildung war mir der Satz schon bekannt, was ich keinem geringeren als Bodo Wartke und seinem Liebeslied zu verdanken habe. Falls es wen interessiert, der das noch nicht wusste: Auf seiner Seite gibt es einen Liebesliedgenerator, wo man aus 88 Sprachen und Dialekten sein Lied kombinieren (und dann runterladen) kann. Ich möchte allerdings anmerken, dass die schwäbische Variante nicht so klingt, als hätte er sie mit einem Muttersprachler zusammen entworfen.
Zurück zu ik hou van je. Wie so ziemlich alles auf dieser Fahrt, war dieser Satz nicht ganz ernst gemeint, meine bessere Hälfte kann also beruhigt sein.
Was meine Aussage ein wenig unwahrscheinlich erscheinen lässt, ist die Tatsache, dass ich seit der vergangenen Nacht auch weiss, dass sich in Holland „Ficken in der Küche“ reimt. Ehrlich! Das heisst:
„neuken in de keuken“
Ist doch eine absolut geile Sprache, oder? 😀
Für meinen nächsten Urlaub in Holland hab ich also das nötige Vokabular zusammen. Dafür kann ich meiner Kundschaft nur dankbar sein. Ob ich jetzt allerdings jemals dazu kommen werde, auf niederländisch zu sagen, dass ich den schönsten Bart in Deutschland habe, weiss ich nicht. Wie dem auch sei: Geile Fahrt, wir hatten alle viel Spass!
Und zu guter Letzt nehmen sie einem auch noch die Worte vorweg, die man zum Trinkgeld zu sagen gedenkt. Ich verlangte 17,20 €, daraufhin wurde mir ein Zwanziger gereicht. Ich wurde schief angegrinst und dann hieß es:
„Das ist schön.“
Schön, gut, nett, alles das Gleiche! Ja, und trifft auch alles auf diese Fahrt zu. Gut, niveauvoll oder anständig ist was anderes, aber immerhin hat der männliche Part der Truppe nicht mein Taxi geswaffelt.
