Natürlich: Wenn ich als Taxifahrer eine Tour fahre, bin ich in diesem Moment genau eines auf dieser Welt ganz sicher nicht: Der Fahrgast auf dieser Tour. Und da man andere Menschen nicht immer versteht, kommt es eben auch vor, dass ich manche Fahrgäste und ihre Wünsche nicht verstehe.
Im Gegensatz zu so manchen Kollegen stimme ich dieses Lied nun ja auch wirklich nicht bei jeder kurzen Strecke an. Natürlich wird ein Koffer auch nach den ersten 800 Metern schon mal unnötig schwer und manche ganz besonderen drei Minuten sind dann eben auch mal schnell fünf Euro wert. Ich stimme zwar einem Kollegen zu, der bei solchen Touren gerne sagt, er wäre dafür zu geizig; aber wirkliches Unverständnis sieht anders aus.
Heute hatte ich dann (natürlich nicht zum ersten Mal) einen solchen Fall: Zwei junge Leute, noch nicht einmal am Ende ihres Abends, aber vorerst mit zu müden Füßen. Vom Ostbahnhof zur Warschauer Straße. Gut, die Bahn fuhr nicht mehr, das passiert. Und es sind immerhin auch anderthalb Kilometer, die will man dann nicht laufen, schon klar. Kurz bevor ich sie dann – nach nochmaliger Nachfrage – tatsächlich am U-Bahnhof rausgelassen habe, berichteten sie mir, dass sie dann noch zum Cassiopeia weiter wollten. Das sind noch einmal lockere 700 Meter mehr.
Und ja: Natürlich kann man das laufen. Ich will’s auch niemandem ausreden, Himmel nein! Aber wieso man wirklich sackteure 6,90 € für ein Taxi ausgibt und dann noch ein Drittel des Weges läuft, anstatt für 8,30 € bis vor die Tür zu fahren … nee, ehrlich!
Natürlich: Noch eine Kippe rauchen, frische Luft schnappen, nochmal reihern, was zu essen holen, das Geld ist knapp – es gibt eine Menge Gründe, früher auszusteigen. Ich trauere dem Rest der Fahrt jetzt auch nicht nach. Aber mit der Begründung „die Füße sind müde“ verstehe ich das nicht. *kopfschüttel*