wer sich hier in Berlin alles als „Kollege“ bezeichnet …
Vermischtes
Hmm, ok. Das Jahr neigt sich dem Ende zu, den Silvester-Artikel hab ich schon geschrieben und mir für heute gar keine großen Gedanken gemacht. Aber es ist ja nicht so, dass mir nichts einfallen würde. Ich hab ja z.B. in meinem privaten Blog über Silvester oder meine Träume geschrieben. Im Taxihaus-Blog hab ich das neue Jahr aus Taxi-Sicht begrüßt und es gibt neben mir ja auch noch einige Kollegen, die im Gegensatz zu mir nicht immer nur auf der faulen Haut liegen:
Bei Aro ist zwar seit seinem Besserwisser-Artikel nichts neues in der Taxi-Rubrik vorgekommen, aber der Rest der Seite ist wie immer lesenswert.
Klaus beklagt das miese Weihnachtsgeschäft, schießt im Gegensatz zu mir aber wenigstens ein paar schöne Fotos zwischendurch.
Torsten vom taxi-blog hat immerhin nicht weniger als den besten Grund ever gefunden, an Heiligabend Taxi zu fahren, auch wenn ihn sonst eher üble Geschichten beschäftigen. Neben den Links geht hier vor allem ein aufrichtiges Beileid nach Paderborn! 🙁
Kollege Reinhold hat Sorgen mit der Gesundheit, schreibt aber immer noch und immer wieder lesenswerte Artikel.
Und – man hätte es kaum erwartet – auch Mia aus meiner alten Heimatstadt Stuttgart meldet sich hin und wieder und erzählt die ein oder andere bewegende Geschichte – wie beispielsweise die von Frau Weiß.
Und das sind ja noch nicht alle. Bei mir in der Seitenleiste und bei den Kollegen ebenso finden sich eine Menge Taxifahrer, die alle die ein oder andere Geschichte zu erzählen haben. Gerade jetzt in der Winterzeit kurz vor dem Jahreswechsel. Und abgesehen von den vielen Kollegen möchte ich hier auch noch Jo erwähnen, der zwar letztlich bei seinem Steckenpferd – der Software – geblieben ist und nicht auch als mein Kollege im Taxihaus-Berlin angefangen hat (gut, er hat dort immerhin mal das Netzwerk eingerichtet). Der hat nach langer – unter anderem finanziell bedingter – Blogabstinenz einen neuen Blog aufgemacht, nachdem ich ihm in einer nicht gerade alkoholfreien Nacht ein bisschen Platz auf meinem Server spendiert habe. Den hatte er sich ohnehin schon dadurch verdient, dass wir uns schon eine Weile kennen und er immer noch den normalen Taxitarif zahlt, wenn ich ihn von A nach B bringe …Und wenn etwas lesenswert ist, dann auf jeden Fall sein herzlich pragmatischer Jahresrückblick.
So, damit hätten wir weit mehr gute verlinkte Texte, als zum Ausgleich für einen fehlenden GNIT-Artikel nötig wären. Da ich euch aber für eine belastbare Zielgruppe halte, wollte ich zusätzlich noch fragen, was euer Lieblingsartikel hier im Jahr 2012 war. Ursprünglich hatte ich vor, eine große Wahl mit Vorentscheidung und dergleichen zu machen, was aber bei so vielen Artikeln (Huch, es stinkt hier! Rieche ich Eigenlob?) irgendwie unpraktikabel ist.
Also falls euch was besonders in Erinnerung ist, würde ich mich einfach freuen, wenn ihr das in den Kommentaren mitteilt. 🙂
Kollege …
Also manche Kollegen haben echt Glück, dass sie an gut gelaunte Kundschaft und nicht an missmutige Ordnungshüter geraten. Kleiner Link zu „SMS von gestern Nacht“:
Weihnachtsfeier
Die Weihnachtsfeier dieses Jahr hab ich ja auch schon überlebt, einen kleinen Bericht gibt es wie üblich auf der Seite meiner Chefs, ist ja logo.
Es geht doch …
„Wer langsam kackt, kriegt auch ’nen Haufen.“
Eine zur Gelassenheit mahnende Weisheit, für die mir oft genug – wenn mich was ärgert z.B. – auch der Sinn fehlt. Aber gut, merken wir uns doch bei all dem Mist, der so passiert, dass heute am 20.12. endlich mal ein kleiner Erfolg in Punkto „Taxiabzocke“ für die Berliner Polizei zu vermelden war: Sie haben einen der Verdächtigen erwischt und dass sie gleich sein Taxi einbehalten haben, lässt darauf schließen, dass sie sich der Sache recht sicher sind und es hier wirklich auf ein Verfahren und nicht nur ein kleines Bußgeld rauslaufen wird.
Ich bin jedenfalls gespannt. Und guter Laune. 🙂
Das Estrel in Lichtenberg
Immerhin ein Anfang: Am Flughafen Tegel werden jetzt offensichtlich Info-Plakate und Flyer zugänglich gemacht, die die Touristen davon abhalten sollen, bei den bekannten Abzockern ins Auto zu steigen. Das ist natürlich noch keine Gesamtlösung und es ist natürlich unabdinglich, dass man diese „Taxifahrer“ auch rechtlich belangt.
Aber ich finde das dennoch einen guten und wichtigen Schritt – denn wie ich schon oft geschrieben habe: Informationen sind wichtig!
Neben den potenziell abgezockten Touristen hab ich da ja selbst durchaus die durchschnittlich verängstigten Wenigfahrer im Kopf, die uns aus Unwissen schnell mal den dreifachen Preis unterstellen und deswegen so selten in ein Taxi steigen.
Gestern ist dann auch die Berliner Zeitung auf den Zug aufgesprungen und berichtet, natürlich traurigerweise auch erst einmal mit dem Aufhänger, dass in Tegel massiv betrogen wird. Aber immerhin ist der Artikel halbwegs informativ, das muss man ihnen lassen. Die weiter unten im Text eingebundene Grafik „So viel kosten Taxifahrten vom Flughafen Tegel“ ist mir besonders aufgefallen – zum einen, weil ich eine derartige Übersicht, so ungenau sie natürlich sein muss, echt schön finde. Zum anderen ist die Karte aber auch auf extrem lustige Weise völlig falsch, was die Lage der nach kuriosen Kriterien ausgewählten Objekte (U-Bahnhof Dahlem-Dorf, ehrlich?) angeht.
Der Alexanderplatz liegt ab heute in Pankow, das Estrel in Friedrichsfelde – warum auch nicht?
Und ich bin mir sicher, dass sich die Bewohner von Berlin-Lichtenrade über den Flughafen in ihrem kleinen Stadtteil freuen werden. 🙂
Für ein Fazit fehlt mir die Zeit.
Gaga-Meilensteine
Manchmal ist auf die Medien ja schon Verlass. Die meisten werden es gestern im bildblog schon gelesen haben, dass die Bild ihre Qualität im Grundschulrechnen mal wieder gnadenlos überschätzt hat und eine (vielleicht ohnehin nie stattgefundene) Taxifahrt mal eben von den Kosten her verdoppelt hat.
Das ist natürlich eine Meldung, die egaler nicht sein könnte. Ich möchte trotzdem anmerken, dass hier – sehr Bild-typisch – mal wieder das gemacht wird, was mir nicht nur als Taxifahrer übel aufstößt: durch lächerliche Übertreibungen blödsinnig Stimmung machen. Dass die Bild den im Artikel erwähnten Balotelli nicht sonderlich gut leiden kann, ist fast schon zu banal. Aber trotzdem, man muss ja nochmal draufhauen. Dieser Idiot gibt 2000 € dafür aus, dass ein Taxi vor ihm herfährt! Haha!
Im Umkehrschluss ist man also blöd, wenn man das macht.
OK, ich würde für die Strecke keine 2000 € ausgeben, auch keine 1000. Und schon gar nicht für eine Lotsenfahrt, ich kann via Karte navigieren und wäre bereit, diese Fähigkeit einzusetzen. Aber für mich sind 1000 € auch eine Menge mehr Holz und meine Zeit ist entsprechend weniger wert als die von Balotelli. Und wenn ich mich beim Einkaufen mal für ein bisschen Luxus entscheide und einen Zehner mehr zahle, dann sei das einem Fußballer in seinem Universum auch gegönnt.
Ich hatte ja auch schon mal einen Fußballer an Bord, der mir gerne 10 € für eine Fahrt zum nächsten Geldautomaten gegeben hat.
Taxen sind sicher nicht die erste Wahl, wenn es um längere Strecken geht. Da sind wir einfach ein recht teures Personal, weil wir recht schnell sind und sich unser Preis in erster Linie nach Kilometern berechnet. Je nach Lebensumfeld ist das aber vielleicht auch gar nicht so entscheidend. Schicke ich jemanden nicht vielleicht doch lieber mit dem Taxi nach Hause, als ihm einen Tag Verdienstausfall und eine Übernachtung in seinem 4-Sterne-Hotel zu zahlen? Da werden 500 € schnell wieder zu einer gar nicht so abwegigen Lösung.
Eigentlich wollte ich gar keine langen Reden schwingen. Ich würde nur dazu raten, niemanden ernst zu nehmen, der einfach weiterverbreitet, dass ein Taxi irgendwo in Europa mal eben über drei Euro pro Kilometer kostet. Ich will es nicht ausschließen, aber ich würde zumindest mal recherchieren. Aber ich bin ja auch nur Blogger.