Mittendrin statt nur dabei

Das ist ein Slogan, der aufs Taxifahren wesentlich eher zutrifft als aufs Sportfernsehen. So manches Mal ist man mitten drin in einer Party, einer Beziehungskrise oder einer spannenden Diskussion. Manchmal auch durchaus ungewollt.

Im Großen und Ganzen weiß ich zu schätzen, dass die Leute in der gefühlten Anonymität des Taxis mal eben alles loswerden, was sie bedrückt – oder weiterfeiern als wären wir noch im Club. Neulich hatte ich erst ein Gespräch mit einer Psychologin (Wofür Termine? Die fahren ja auch Taxi 😉 ) und die meinte, ich hätte ja den großen Vorteil, keine Schweigepflicht zu haben. Oh ja, was würde mir mein Blog fehlen, wenn es so etwas gäbe!

Aber alles ausplaudern kann ich auch nicht. Ich würde ja gerne erzählen, bei welchem Verein der Fußballer kickt, der hackevoll vom Matrix zur Bank gefahren werden wollte und erklärte:

„Ich verdien 500.000 € im Jahr. Ist mir doch egal, was die Fahrt kostet!“

Da gibt es natürlich Grenzen. Oder die Mitarbeiter einer großen Firma, die über einen Kollegen sagten, dass sie es nicht aushalten würden, wie dieser direkt gegenüber der Firma zu wohnen und auf den Schriftzug des Arbeitgebers zu blicken… das sind so Dinge, die ich in ihrer ganzen Pracht dann doch auch alleine genießen muss – alles andere wäre unfair!

Was ich aber kann – und darüber bin ich sehr froh! – ist, obwohl in einer Beziehung lebend, darüber reden, dass ich derletzt nach langer Zeit mal wieder einen Kuss als Dankeschön akzeptiert habe für eine Anfrage nach einer Adresse. Ist vielleicht ein bisschen viel Mittendrin, aber Spaß muss bekanntlich sein 😉

16 Kommentare bis “Mittendrin statt nur dabei”

  1. Ozie hat dich nach einer Adresse gefragt? 😉

  2. Tobias sagt:

    “Ich verdien 500.000 € im Jahr. Ist mir doch egal, was die Fahrt kostet!”

    Daran sieht man mal wieder, dass es solche und solche Menschen gibt. Geld macht hat nicht glücklich, sondern eher arrogant und hochnäsig!

  3. Nick sagt:

    500.000€ im Jahr?
    Dann kann man Hertha schonmal ausschließen 😉

  4. Kommentator sagt:

    @Der Maskierte:
    Sehr charmanter Versuch zur Vermeidung eines mögliches häuslichen Zwistes, sehr elegant… Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen – Respekt! 🙂

    @Nick:
    Die Spieler bei Hertha verdienen mehr? Nee – aber sie bekommen es trotzdem… 🙂

    @Sash:
    Ich verdiene noch nicht einmal 10% dessen, was der Herr da als Einkommen behauptete (brutto, wohlgemerkt), aber auch mir ist es egal, was es kostet, wenn ich Taxi fahre – ich will dann entweder „dahin“ oder „heim“. Und dann gebe ich „guten Fahrern“ (gute Fahrer rasen nicht, hupen nicht und kennen sogar den Weg) auch noch mindestens 10% Trinkgeld – aber nur vom Fahrpreis 😉

    So, genug Smilies verteilt, die Karre muss wieder rollen. Knutschen geht in der Freizeit dann immer noch, das sollte man sich als Paar hin und wieder auch „einfach mal so“ vornehmen – es funktioniert!

  5. @Kommentator

    Wir wollen doch alle verhindern, dass ein Ehestreit zur Einstellung der Blogtätigkeit führt. 😉

  6. Sash sagt:

    @Der Maskierte:
    Keine Sorge, Einträge wie dieser durchlaufen vorher den üblichen Begutachtungsprozess nebst Detailverhör 😉

    @Tobias:
    Ach, das möchte ich ihm nicht gleich unterstellen. Er war wirklich ein netter Kerl und hat seiner Aussage, es sei ihm egal, etwas Nachdruck verliehen. Gut, ich denke mir auch meinen Teil dazu, aber es gibt einen Unterschied zwischen den Aussagen:
    „Alter, ich verdien 500.000 €. Mir doch egal, was du machst!“ und
    „Glaub mir, mich stört die Länge der Fahrt nicht, ich hab genug Geld.“
    Gewissermaßen kann man die Formulierung oben auf beide Arten lesen, und vom Tonfall her war es eher die zweitere.
    Dass Geld deswegen nicht glücklich machen muss, stimmt aber natürlich.

    @Nick:
    Jepp.

    @Kommentator:
    Löbliche Einstellung. Wobei du sicher auch nicht darum bettelst, dass der Fahrer einen Umweg fährt, oder? 😉

  7. Kommentator sagt:

    @Sash:
    „Der Kutscher kennt den Weg“ war dermaleinst ein Lob – „der Kutscher kennt _einen_ Weg“ war selten ein Lob.
    Umwege würde ich höchstens goutieren, wenn ich davon etwas „hätte“ – was willst respektive kannst Du uns über das Freizeitverhalten dieses Fahrgastes mitteilen?
    Na, Sash? 😉

  8. Sash sagt:

    @Kommentator:
    Ich verstehe zugegebenermaßen nicht genau, wonach du fragst. Ich stehe auf dem Schlauch.

  9. Missac sagt:

    Allein weil es das Matrix ist und bekannt ist wer dort das Sagen hat, würde ich mal meine Gehirnzellen anschmeissen und sagen es ist Khedira, Özil oder einer vom FCB (wobei ich nicht weiß, ob die ersten beiden dort spielen…spielen die nicht beide im Ausland gerade?)

    Liege ich richtig?

  10. Sash sagt:

    @Missac:
    Da unterschätzt du aber die Gehälter beim FCB 😀
    Ganz im Ernst: Ich werde nicht sagen, bei welchem Verein der junge Mann gespielt hat – aber in deinem Fall kann ich noch sagen, dass es nicht stimmt.

  11. Missac sagt:

    Ich muss also weiter knobeln…aber kriegen Fußballer nicht immer Verträge für so und so viele Jahre? Da könnte man doch bei einem nicht so bekannten Spieler mit diesem Gehalt mal hochrechnen?

  12. Missac sagt:

    STOPP! Ich rudere zurück – Werder Bremen. Eindeutig ein Spieler von Werder Bremen!!!

  13. Sash sagt:

    @Missac:
    Ich empfehle dir wirklich, nicht weiterzubohren. Es wird zu nichts führen 🙂

  14. Missac sagt:

    Das nehme ich als „Es wird wärmer“ 🙂

  15. […] hatte ja auch schon mal einen Fußballer an Bord, der mir gerne 10 € für eine Fahrt zum nächsten Geldautomaten gegeben […]

  16. dingens sagt:

    @Tobias: Ich find das nicht arrogant oder hochnäsig, sondern einfach nur unverblümt offen und ehrlich. Soll er sich denn verstellen und so tun, als würde er mit dem Taxifahrer auf einer Gehaltsstufe leben?
    Wenn er bekannter Profispieler ist dürfte die ungefähre Höhe seines Gehalts bekannt sein, es gibt da also nichts zu verstecken oder zu verheimlichen.
    Wer sich mit 500.000/Jahr hinstellt und sagt, dass ihn die genauen Kosten einer Taxifahrt wirklich interessieren lügt entweder oder ist verdammt kleinlich und geizig.
    Der Kerl weiß wo er steht, gibt das offen zu und genießt es hoffentlich.
    So und nicht anders sollte Reichtum aussehen!

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