Schon passiert

Ich überlege ja seit meinem Zwischenfall mit dem Koffer in meinem Taxi immer öfter darüber nach, ob der Spruch mit dem mitgenommenen Gepäck nicht irgendwie doch albern ist. Zur Erinnerung: Ich sage gerne, wenn Gepäck an Bord ist:

„So, dann befreien wir mal ihr Gepäck. Ist immer ein schlechtes Ende für die Fahrt, wenn der Taxifahrer damit abhaut.“

Aber er kommt gut an. Immer und immer wieder. Manche Leute lachen schon über den Ausdruck „befreien“…

Vor einer Weile dann gab es ja den Fall, wo mir ein Kunde gesagt hat, ich könne sein Bürozeug behalten, wenn ich die Arbeit gleich erledige. Jetzt hab ich aber ein neues Highlight. Irgendwie. Meine Kundin kam mir reichlich verunsichert vor. Keine Ahnung, ob ich ihr von meinem Erscheinungsbild her unheimlich vorkam, ob sie generell schüchtern war oder ob sie gerade etwas schlimmes erlebt hatte. Über den üblichen Smalltalk übers Wetter sind wir nicht rausgekommen.

Insbesondere in solchen Fällen ist Humor natürlich etwas tolles, um die Fahrt abzurunden, noch ein bisschen aufzulockern. Bei ihr hat das leider nicht so ganz geklappt. Sie ist noch während meines Satzes ausgestiegen, das Geld hatte ich schnellstmöglich mit einem „Stimmt so!“ in die Hand gedrückt bekommen. Als ich ausgestiegen war und mit einem Grinsen den Satz beendete, meinte sie etwas geistesabwesend:

„…is auch schon passiert.“

Na hoffentlich ist das nicht die Ursache für ihr Verhalten mir gegenüber gewesen 🙁

Wer langsam kackt…

kriegt auch ’nen Haufen.

Eines der liebsten Sprichwörter, die in meiner Familie so rezitiert werden…

Ich bin tatsächlich seit gestern wieder auf der Straße. Allerdings hab ich bisher noch nicht von mir hören lassen. Zum einen liegt das daran, dass es recht gut lief, zum anderen daran, dass noch nichts so richtig rund lief. Ich hab z.B. meinen Handy-Akku wiedergefunden, allerdings 10 Minuten vor dem Losgehen. Und das Autoladekabel hat sich über die ganze Nacht einen Fight mit der Handbremse geliefert, sodass ich gestern oberstumm unterwegs war.

Im Grunde lief es gut und ich hab sogar einiges für neue Blogeinträge gesammelt, aber nach 10 Stunden Arbeit war ich vorerst so geschafft, dass ich mich nicht einmal mehr an den PC gesetzt habe und bis eben mal gemütliche 10 Stunden durchgeschlafen habe. Wenn man dann noch ein bisschen Essen und Körperpflege in den Raum wirft, wird klar, warum ich wider Erwarten noch keinen Taxiartikel geschrieben habe. Deswegen – und weil ich mich auch noch um die Auswertung des Gewinnspiels kümmern muss! – verbleibe ich heute nur mit einer sehr kurzen Anekdote:

Der Fahrgast nach Rummelsburg war einer der typischen Geschäftspendler: Vornehm angezogen, ein einzelner Koffer als Reisegepäck und eine Menge Erleichterung, nun endlich heimzukommen. Trotz meiner noch immer krächzigen Stimme haben wir uns hier und da locker unterhalten und am Ende hat er mich zu seiner kleinen Nebenstraße gelotst. Eine Tour wie tausende. Da ich mich inzwischen ein wenig erholt hab vom Kofferfund, hab ich zuletzt wieder meinen üblichen dämlichen Spruch zum Ende hin gebracht:

„Na dann befreien wir mal noch das Gepäck. Wäre ja ein blödes Ende für die Fahrt, wenn ich jetzt damit abhaue…“

Er war so ziemlich der erste, der darauf schlagfertig geantwortet hat:

„Wissen sie, da ist mein halbes Büro drin. Wenn sie’s weiter bearbeiten, wäre ich ihnen sogar dankbar dafür!“

Einer von vielen kleinen Momenten gestern, in denen ich mich sehr gefreut habe, endlich wieder auf der Straße zu sein. Und einer der Gründe, weswegen ich mich gleich wieder auf den Weg mache, obwohl ich mich wesentlich unfitter fühle als gestern.

Umzug nach Wandlitz

Ein wenig sonderbar muteten die alten Damen an, die von einem gerade wegfahrenden Großraumtaxi zielstrebig mein eigenes Gefährt ansteuerten und in Augenschein nahmen. Sie lugten in den Kofferraum, tapsten um das Auto und letztlich traute eine der beiden sich sogar, den großen gefährlichen Taxifahrer anzusprechen:

„Entschuldigen sie, würden sie uns mit 2 Kisten nach Wandlitz fahren?“

„Das mache ich sehr gerne, aber wie groß sind die Kisten denn?“

„Naja…“

Ich hab ihnen den Kofferraum geöffnet und sie gefragt, ob der Platz reichen würde. So ganz sicher waren sie nicht und im Nachhinein kann ich das Zögern verstehen. Während ich mit ihnen kurz die 300 Meter zum Halteplatz ihres Busses gefahren bin, waren sie schon dabei, sich mächtig zu echauffieren über „den Oppa“, der ihnen die Großraumtaxe weggeschnappt hat und zu stur war, um wieder auszusteigen.

Beim Bus wartete eine dritte Mitstreiterin und ein bisschen mutete es an, als müsse sie ein mittelgroßes Lagerhaus verwalten, das man übergangsweise in einer Bushaltestelle untergebracht hat. Die „2 Kisten“ entpuppten sich als 2 mit Kisten vollgepackte Sackkarren und ein Koffer. Die erste Sackkarre lies sich problemlos am Stück ins Auto hieven, als die zweite verladen war, standen bereits 6 Euro auf der Uhr.

Während ich in den ersten Minuten versuchte, mein Navi zu überreden, mir wenigstens die grobe Himmelsrichtung anzuzeigen, in der Wandlitz liegt, wurde verbal noch ein wenig auf „Oppa“ eingedroschen. Im Großen und Ganzen waren es aber drei liebreizende Damen, die nicht ohne einen Haufen Selbstkritik bedauerten, dass sie sich bei einer Kaffeefahrt haben übers Ohr hauen lassen.

Die Fahrt dauerte zwar ein Weilchen und ich musste an zwei Zwischenstopps das Ausladen der Wohnzimmereinrichtung (oder was auch immer) übernehmen, aber letztlich will ich mich mal nicht beschweren. 54,00 € standen auf der Uhr, als die letzte der drei sich ans Bezahlen machte. Leider erfüllte sie nicht unbedingt das Bild der trinkgeldfreudigen Omi im Kaufrausch, was mich in Anbetracht meiner doch recht großen Hilfe während der Tour sehr gefreut hätte, aber für 2 Euro hat es dann doch gereicht.

Das wirklich Beste an der Tour war aber nach der gemütlichen Rückfahrt das Gejammer der Kollegen zu hören:

„Looft’s bei dir die letzten 2 Stunden och so beschissen? Is ja nüscht los hier!“

Nein, konnte ich so nicht wirklich sagen 🙂

Kofferraum Taxi

Es gibt so ganz ausgezeichnete WTF-Momente im Leben. Mein bester seit langem wartete am Abstellplatz auf mich. Ich hatte gerade eine eher mäßige halbe Schicht beendet, war aber froh um den Feierabend. Ich hab die Schichtabschreiber ausgefüllt, mein Zeug bereits übersichtlich auf den Beifahrersitz gestapelt und mich letztlich vom Taxameter abgemeldet.

Von diesem Punkt an trennen mich nur noch Sekunden vom In-die-Bahn-springen. Alles was ich dann noch zu tun habe, ist zum Kofferraum zu gehen, meine Leinentasche herauszuholen, das Zeug vom Beifahrersitz dort hinein zu verfrachten und im Weglaufen das Auto abzuschließen. So sollte es sein.

An diesem Abend ging ich zum Kofferraum, öffnete ihn und sah, dass dort ein Koffer liegt.

Für einen Moment habe ich überlegt, ob ich heute vielleicht dummerweise mit dem Koffer zur Arbeit bin, dann ist mir aber schnell wieder eingefallen, dass ich gar keinen Koffer besitze.

„Bis zu diesem Moment.“

dachte ich so bei mir. Nein! Hab ich natürlich nicht wirklich. In diesem Moment hab ich mir nur eines gedacht:

„FUCK!“

Irgendein Fahrgast vermisste also seinen Koffer. Ich war gerade dabei, darüber nachzudenken, welcher der 8 Kunden Gepäck hatte, aber ohne wieder gegangen ist. In diesem Moment kam es zum absoluten Höhepunkt, denn eine junge Frau trat an mich heran und fragte nach, ob ich sie vielleicht noch kurz nach Marzahn bringen könnte. Ich würde zu sowas niemals nein sagen, aber in diesem Moment habe ich es getan. Zwischen dem Überlegen, was ich mit dem Koffer mache und der Tatsache, dass meine Bahn in 5 Minuten fährt, passte irgendwie kein Fahrgast mehr in mein Hirn…

Polizei? Fundamt? Eigenrecherche? Was sollte ich machen? Ich wusste ja gar nix. Vielleicht bin ich ja wirklich in einem Moment geistiger Umnachtung davongerast, als der Fahrgast an den Kofferraum wollte. Vielleicht war ich ja bereits zur Fahndung ausgeschrieben!? Andererseits war es weit nach Mitternacht. Selbst wenn ich den Inhaber des Koffers noch aufgefunden hätte: Spätestens bei meinem Aufkreuzen wäre er nicht mehr erfreut gewesen 🙂

Die verbleibenden Minuten bis zur Bahn habe ich also genutzt, um einen Blick in das Gepäckstück zu werfen. Ein paar Klamotten, Zahnbürste, das übliche Reisegepäck und etwas, dessen Entdeckung der Inhaber am nächsten Abend mit den Worten

„Ich dachte mir: Wenn er das findet, dann wäre er echt clever!“

quittiert hat: Ein Namensschildchen von einer Tagung inklusive zugehörigem Lehrinstitut. Bingo! Während der Bahnfahrt habe ich festgestellt, dass es genügt, einfach alle Daten vom Schildchen bei Google einzugeben, um auf einer Seite zu landen, auf der sich sowohl eine geschäftliche Telefonnummer als auch eine Mailadresse befinden. Also bin ich etwas beruhigter nach Hause, hab meinen Bildschirm angeschaltet, eine Mail mit drei Entschuldigungen, einem Vorschlag zu einem abendlichen Treffen und der frohen Nachricht geschrieben und bin ins Bett gegangen.

Der Rest ist so unspektakulär, wie sowas in Zeiten des Internets nur sein kann. Als ich aufwachte, fand ich eine Antwortmail von einem überglücklichen Fahrgast im Postfach und als erste Amtshandlung der nächsten Schicht bin ich kurz zu ihm gegurkt und hab ihm den Koffer in die Hand gedrückt. Ein bisschen schäme ich mich dafür, einen Fünfer als Dank angenommen zu haben, weil ich die Schuld ebenso bei mir verorte, aber letztlich ging alles gut. Die Bilanz der Geschichte sind eine halbe Stunde Panik und 5 € Minus auf seiner Seite. Auf meiner sind es 5 Minuten Panik, etwas Schlepperei und 8 Kilometer Anfahrt.

Wir haben es beide sportlich genommen und ich bin künftig etwas sparsamer mit blöden Sprüchen. Mein Lieblingsspruch zum Ausladen von Gepäck ist nämlich eigentlich:

„Na, dann wollen wir mal noch das Gepäck befreien. Ist immer ein blödes Ende für eine Reise, wenn der Taxifahrer mit dem Koffer abhaut…“

Schwedische Gardinen

Und zwar nicht nur ein paar…

Ich muss ja zugeben, dass es nicht wirklich im Sinne der StVO war, was ich meiner guten 1925 da die Tage mal zugemutet habe. Es war aber nur eine kurze Tour für einen alten Bekannten, der mich angefragt hat, ob ich mit ihm ein paar Dinge vom IKEA in seine neue Bude und sein Büro bringen könnte.

Wahrscheinlich handelt es sich um einen neuen Rekord, was die Beladung meines Zafiras angeht, und bei aller Vorsicht, die daraufhin im Verkehr geboten war: Ein bisschen stolz auf die Ladungsplanung sind wir dann doch gewesen. Und gelohnt hat es sich auch…

Euch wünsche ich jedenfalls ein schönes Wochenende mit wesentlich weniger Dingen, die man in den 3. und 4. Stock tragen muss 🙂

Einer geht noch… Quelle: Sash

Getrommelt sei’s!

„Fährst du mich zum Yaam!“

meinte der überaus gut gelaunte Afrikaner, als er mir am Ostbahnhof ins Taxi stieg. Ich war nun nicht gerade der erste in der Reihe, aber zum Yaam! fahren? Nichts gegen kurze Touren, aber da ist man zu Fuß einfach schneller. Wenn man bei Rot über die Ampel geht, wahrscheinlich um mehrere Minuten…

Aber so wild war es gar nicht. Natürlich sollte der Club nicht das Fahrtziel sein, sondern nur der Punkt, an dem ich die restlichen Leute und das Gepäck einladen sollte:

„Ist meine Band, wir hatten ein Konzert und brauchen ein Taxi für die Trommeln zur Heimfahrt!“

Und tatsächlich: Als wir dort ankamen, warteten am Eingang ca. 15 Leute und 20* Trommeln. Der erste Blick machte klar: Das wird nix. Aber ein anderes Auto lud plötzlich die meisten Fahrgäste ein, ein paar liefen weg, am Ende blieben etwa 5 Mann und 25 Trommeln. Während ich mit einem gut gelaunten Helfer und bei laufendem Taxameter die ersten Trommeln verladen habe, entspann sich so etwas wie ein Disput darüber, wer jetzt nicht mit ins Taxi darf.

Nachdem das langsam ausdiskutiert war und wir mittels Raumkrümmung und Draufhopsen etwa 50 Trommeln in meinem Kofferraum untergebracht hatten, ging die Fahrt bis fast nach Tempelhof. Die vier Passagiere haben sich gut unterhalten und die etwa 200 Trommeln im Kofferraum waren so verkeilt, das da nicht einmal was geklappert hat.

Als wir ankamen, haben wir die 1000 Trommeln ausgeladen, sie haben alle bezahlt und ein kleines Trinkgeld gab es auch. Der Kilometerschnitt war bombig und das einzig Negative war, dass eine der Millionen Trommeln offenbar im Sand gestanden hatte, sodass ich die Überreste des selbigen erstmal von der Kofferraummatte fegen musste. Boah, tragisch!

Kaum hatte ich das getan, kam einer der vier Fahrgäste, ein großer korpulenter schwarzer Mann, wieder aufs Auto zugewackelt und schmiss eine Sporttasche in den Kofferraum. Dass wir die auch dabei hatten, hab ich unter den Abermilliarden Trommeln schlicht übersehen.

„Ich nehm das Taxi jetzt!“

verkündete er und sagte eine U-Bahnhaltestelle in Mariendorf an. Ich kann mich nicht beschweren, dass sich die Tour nicht gelohnt hätte!

*es waren etwa 12 bis 15 Trommeln 🙂

Nass dank Fahrrad

„Das ist aber wirklich sehr nett, dass sie mir da helfen!“

„Überhaupt kein Problem. Wie schon gesagt: Bisher hab ich alle Fahrräder ins Auto reingekriegt, aber es ist jedes Mal eine ziemliche Fummelei. Könnten sie mal da vorne…“

Ächz!

Großraumtaxen sind was Tolles, aber manchmal sorgen sie auch für Arbeit, die dem E-Klasse-Fahrer erspart bleibt. Für Fahrräder hat mein Zafira sowas ähnliches wie eine Mustergröße. Ich hab bisher wirklich jedes reingekriegt mit umgelegter Rückbank – aber das System, wie jetzt gerade dieses eine dort hineinbugsiert werden kann, das darf man jedes Mal neu erfinden.

„Vorher war da ja ein Kollege mit so einem Bus, aber der wollte gar nicht auf mich hören. Dabei hätte man das dort wahrscheinlich einfach reinschieben können…“

teilte sie mir mit einem bedauernden und nicht einmal bösen Tonfall mit. Sie war etwa Ende 40 und hatte nach eigenen Angaben in diesem verregneten Sommer bereits eine zweiwöchige Fahrradtour absolviert, ohne ernsthaft nass zu werden. Und jetzt Berlin. Es war eine der kältesten Juli-Nächte, so ca. 12°C, sie war den ganzen Tag unterwegs mit Bahnverspätung und allem Tralala. Der Himmel schüttete sich seit 2 Tagen hemmungslos aus und sie hatte einfach keine Lust, die letzten 5 Kilometer noch mit dem Rad durch die teils zentimetertiefen Pfützen der Hauptstadt zu fahren.

Bei ihrer Aussage zum Kollegen musste ich an eine andere glückliche Kundin denken, die mir strahlend berichtet hat, dass sie letztes Mal „bei totalem Sauwetter“ einen Taxifahrer getroffen hat, der ihr Rad mehr schlecht als recht – aber besser als gar nicht – in den geöffneten Kofferraum seiner Mercedes-Limousine gestopft hat, um sie halbwegs trocken ans Ziel zu bringen.

Obwohl ich hier zum Verladen meist unter der schützdenen Heckklappe dem Regen entkam, war die Dankbarkeit meiner aktuellen Kundin etwa ähnlich umfassend.

„Sagen sie, was kostet denn so ein Fahrrad dann extra?“

Ich hab mal ziemlich frei die Tarifordnung zitiert:

„Ein Gepäckstück, das nicht in den Kofferraum passt, kostet einen Euro extra.“

„Oh, das ist ja viel zu wenig!“

Ein wenig innerlich vor mich hinfluchend, warum dieser blöde Lenker sich jetzt gerade an den Rücksitzen verkeilen musste, hab ich nur vielsagend vor mich hingemurmelt:

„Wenn es sich weiter so wehrt, dann haben sie vielleicht Recht…“

Aber ich hab mir die Zeit genommen, sie daraufhin kurz anzulächeln und zu sagen, dass das schon ok ist.

Und siehe da: Irgendwann hatten wir das geschafft. Das Rad war verstaut, und abgesehen von der bangen Frage, ob es da auch je wieder rauskommen würde, waren wir erst mal glücklich mit dem Ergebnis. Also ging es rein ins warme Auto, Tür zu und dann haben wir zugesehen, dass wir Land gewinnen. Das Fahrrad war verkeilt genug, damit nicht einmal der Gepäckkorb klapperte, und so konnte ich trotz Regenwetter den Weg ins Herz Neuköllns auch zügig zurücklegen. An der angesagten Adresse angekommen, bedeutete sie mir in ziemlicher Demut, ich solle doch bitte bitte erst mal im Auto bleiben. Sie macht jetzt erst mal die Tür auf bei sich, dann könnten wir da gleich ohne allzu nass…

Ich bin ausgestiegen und hab den Kofferraum geöffnet. Wie gesagt: Unter der Klappe ist es ja auch nicht feuchter als im Wagen selbst und ich wollte mir mal ansehen, wie wir dieses Etwas aus dem Wagen bekommen, das irgendwie entfernt an einen eingebauten Überrollkäfig erinnerte. Zu meiner Überraschung ließ sich das Rad mit 2 Handgriffen sanft und endgültig aus den Eingeweiden meines Autos rausoperieren und kaum dass sie die Türe des Hauses offen hatte, stand ich mit dem Fahrrad bei ihr.

„Oh, das ist aber… das hätten sie doch nicht… wie viel bekommen sie denn jetzt?“

„Die Uhr steht bei 10,80 €, mit dem Zuschlag wären wir dann bei 11,80.“

„Oh Mein Gott, das ist ja wirklich viel zu… also nee!“

Mein Grinsen hab ich sorgfältig verstecken müssen. Das gibt 15. Locker! 🙂

„Machen sie mal 20!“

Wow! Und da sag mal einer, dass sich Service nicht doch lohnt. Damit war auch der Typ aus dem letzten Artikel wieder völlig vergessen.

„Na, sie sind ja jetzt auch ganz nass geworden wegen dem Fahrrad…“

Das hätte ich ja auch nie erwartet bei einer Schicht im strömenden Regen 😉