Morgen dann wieder …

Dass bei GNIT so lange Pause ist wie derzeit, ist selten vorgekommen. Aber wär’s besser gewesen, wenn ich mir Geschichten ausgedacht hätte? Ich glaube nicht. Und ich kann meine Fantasie wohl am besten von uns allen einschätzen …

Statt bei der Arbeit war ich letztes Wochenende in meiner alten Heimat.

Und wenn ich frei habe, erlebe ich ehrlich gesagt eher weniger spannende Geschichten im Taxi.

Heute abend geht es wieder auf die Piste – und wie ich meine Fahrgäste kenne, bleibt dabei mindestens eine Story zum Bloggen hängen, Und dann werden wir hier sicher wieder voneinander hören. Versprochen!

Kleine Lücke …

Eigentlich dachte ich ja, spätestens heute könnte ich Euch hier mit einer weiteren Geschichte aus dem Taxi überraschen, vielleicht sogar aus einem anderen, denn ich war das Wochenende nicht selbst hinterm Steuer, sondern via Zug in meiner alten Heimat. Dort allerdings bin ich am Ende ganz überraschend ohne Taxi ausgekommen und jetzt weiß ich auch nicht.

Aber hey, seit Freitag bin ich genau jetzt das erste Mal ausgeschlafen, vielleicht fällt mir bis morgen beim Blick in mein heiliges Büchlein ja noch was ein. 🙂

Sorry für die unerwartete Lücke bei GNIT, danke für die vielen Geschenke und keine Sorge: Wir hören die Tage voneinander!

Mein neuer Freund

Der coolste Taxifahrer in seinem ganzen Leben wäre ich, mindestens. Ich schätze, den Titel hatte ich mir schon eingefangen, weil ich nicht einfach abgehauen bin, als er schwankend vor mir stand und reichlich unverständlich nuschelte, dass er nach Moabit müsste. Aber unbedingt vorher noch aufrauchen, denn im Auto rauche man nicht …

Das klang dann doch schon irgendwie nach angenehmer Kundschaft. Einen Zwanni hätte er noch, ob das reichen würde.

Hmm, naja, vermutlich, ganz sicher war ich nicht. Andererseits: Wer nimmt’s am Ende mit 50 Cent so genau, wenn es eine eigentlich prima Tour mit einem scheinbar netten Kerl ist? Und im Grunde ist es auch dabei geblieben. Er war ein netter Kerl, aber für 21 Uhr eindeutig mit drei Promille über Normalmaß unterwegs. Wenn man als Vergleichsgruppe russische Kampftrinker auf Wettbewerbstournee heranzieht. Wir hatten noch nicht einmal ein Viertel des Weges hinter uns, als er erklärte, er würde jetzt eine rauchen.

„Ey, Du wirst jetzt keine rauchen! Deswegen haben wir gerade aufgeraucht, schon vergessen?“

„Aba ich rauch doch hier DRAAAAUSSSEN!“

Sprach’s und lehnte sich theatralisch weit aus dem Fenster. In der Folge hab ich ihn von so ziemlich allem abhalten können, was irgendwie nicht gut war: Rauchen, seine Streckenvorschläge durchzusetzen und vor allem seine Verbrüderungsversuche.

„Du, gib’s ma am besten deine Nummer, falls ich dich mal brauch! Wir bleiben doch Freunde, oder Alter? Haste Whats App? Ich bin auch auf Facebook …“

Dass ich meine Nummer nicht rausgebe (also an Nicht-Leser 😉 ) hab ich ihm noch zu verklickern versucht. Da er aber ohnehin nur die Hälfte verstand, hab ich am Ende ja und Amen zu allem gesagt. Am Ziel hab ich ihm dann eine unleserliche Unterschrift auf der Quittung gegeben, was er toll fand und versprach, sich zu melden. Na denn, viel Glück …

PS:

Natürlich erhöhen viele Stammfahrgäste gerne mal den Umsatz. Und der größte Unsympath unter der Sonne war der Typ auch nicht. Aber ich mach’s nicht mehr – oder nur in sehr seltenen Ausnahmefällen. Dass ich das mit Lesern anders halte, liegt einfach daran, dass ich weiß, dass ihr wisst, wie meine Arbeit ist. Natürlich gehe ich nicht ans Telefon, während ich Kundschaft habe. Natürlich lehne ich Fahrten ab, wenn ich dabei 15 Kilometer Anfahrt aber nur 8 € Umsatz haben werde. Wenn mir Winker einsteigen, drücke ich selbst Ozie am Telefon ohne Verabschiedung weg. Das ist eben der Deal, den man abschließt, wenn man mich bei der Arbeit anruft. Aber so Typen wie dem oben muss man das erst langsam innerhalb der nächsten drei Fahrten erklären … bei Euch setze ich das voraus. 🙂

Hattrick in nur so mittel

Die erste Fahrt war eine Durchschnittstour; nein, eigentlich sogar darunter: 9,30 € Umsatz, 70 Cent Trinkgeld, vom Ostbahnhof in den Boxhagener Kiez zur Seumestraße – zack, fertig!

Die zweite Fahrt führte mich etwas weiter nördlich, aber immer noch ins selbe Eck. Zum Ibis in der Scharnweberstraße. Ergebnis: 9,30 € Umsatz plus 70 Cent Trinkgeld. Naja, was halt so passiert.

Danach bin ich (wie auch vorher schon nach etwas Kreisen im Kiez) wieder am Bahnhof gelandet. Und reichlich weit hinten in der ohnehin kurzen Schlange stieg mir dann eine Familie ein:

„Kennen Sie das Ibis in Friedrichshain in der Scharnweberstraße?“

Und wie zu erwarten: 9,30 €, 70 Cent Trinkgeld.

Natürlich hab ich meine Lieblingshalte und auch sonst so meine Lieblingsecke in der Stadt. Natürlich ist Taxifahren auch oft nur Dienst nach Vorschrift und wenig aufregend. Aber dreimal hintereinander eine Fahrt von der gleichen Halte in die gleiche Richtung zum gleichen Betrag mit dem gleichen Trinkgeld? Für einen Moment hab ich nach der versteckten Kamera Ausschau gehalten. So viel Routine kriegt man selbst als Assistent Chief of Pneumoblasting nicht!

Aber gut: Umgehend nach der dritten Tour (also 200 Meter weiter) stand eine Winkerin und ab da hatte ich dann endlich einen guten und unvorhersehbaren Lauf an dem Abend. Was lange währt … 🙂

PS:
Nicht vergessen: Wer hier gerne liest und noch nicht beim Amazon-Autorenpreis für mich abgestimmt hat, sollte sich so langsam eine Ausrede einfallen lassen! 😉

Der Schichteinrahmer

Eigentlich nennt Matze sich ja @nachholer, zumindest bei Twitter. Bei mir hat er heute die Schicht nicht nur verbessert, sondern – auch mal was neues – eingerahmt. Ob er sich deswegen jetzt @einrahmer nennen will, ist zur Stunde noch ungewiss. 😉

Sein Anruf ereilte mich in der unschönsten Tagessituation, ich hatte nämlich weit mehr als eine Stunde nach Schichtbeginn noch nicht einen müden Kreuzer Umsatz gemacht. Erst haben die üblichen Wege nichts eingebracht, dann musste ich ohnehin zur Tanke – und am Ende hab ich mich dank passabler Schlange und schnellen Vorrückens doch an den Bahnhof gestellt. Natürlich brannte beim Lollapalooza in Tempelhof die Luft, aber ich hatte keinen Bock auf Stau und sowieso ein bisschen zu sehr auf mein Glück vertraut. War doch schließlich Samstag …
Aber als Matze im Auto saß, hab ich ihm mitgeteilt, dass er – obwohl es bereits kurz vor 23 Uhr war – den Schichtumsatz live am Taxameter ablesen könne. Er fragte, bis wann ich zu fahren gedenke. Als ich „Bis fünfe hatte ich schon vor …“ antwortete, winkte er ab und meinte, allzu alt werde er heute sicher nicht mehr. Er verschwand mit den denkbar abendtypischsten Worten überhaupt:

„So, ich muss jetzt Bier trinken.“

Auftritt Samstag. Alles, was der Abend bis zu diesem Moment vermissen ließ, passierte dann gleichzeitig. Ich bekam zwar nicht sonderlich viele Touren, aber die wenigstens lohnten sich. Ich hatte Leute von Bolivien bis Schweden im Auto, manchmal Winker, manchmal von Clubs aus. Die Fahrten führten nach Buckow, Wedding, Lichtenberg, Moabit, Kreuzberg, Friedrichshain. Das Lollapolooza hab ich nicht gesehen bisher. Die 50€-Marke fiel bereits 23:30 Uhr, der Hunni kurz nach eins. Um 2:25 Uhr waren 150 voll, die 200 dann um kurz nach vier Uhr. Zwischendrin noch eine etwas längere Pause, eine abgelehnte 40€-Tour usw usf.

Um 4:45 Uhr war ich auf dem Heimweg, dann kam doch noch ein Winker. Die 220 € waren auch gefallen. Und dann, kurz nach 5 Uhr, kam von Matze die SMS:

„Noch im Dienst?“

Nach zwei an der Ampel eingetippten Nachrichten war ich dann mit ausgeschalteter Fackel volles Rohr in Richtung Prenzl’berg unterwegs. Im Wissen, dass das nun wirklich die letzte Tour werden würde.

Während sich unser beider Suche nach einem Späti zwecks Kippenpause und Wegbier, bzw. -cola zunächst schwer gestaltete, sollte uns am Ende auch das noch gelingen. Um meine Freude so richtig einschätzen zu können, sollte man nebenbei noch wissen, dass Matze aka der Schichteinrahmer Getränke grundsätzlich ausgibt und sich in der Gegenwart nicht laufender Taxameter irgendwie chronisch unwohl fühlt. Ich würde den Kerl zwar auch gegen einen warmen Händedruck aus einer Schlammgrube nach Hause ziehen, aber so im Dienst ist es schon schön, dass man weiß, der um 50 Minuten verzögerte Feierabend zahlt sich auch aus.

Am Ende waren dann auch die 250 € voll, Matze sowieso – und ich auf dem Weg gen Heimat.

Am Späti hatte er darüber sinniert, dass er das eigentlich gerne verbloggt sehen würde. Ob er das SO wollte, werde ich dann vermutlich erfahren, wenn mal wieder das Telefon klingelt. 😉

PS: Nein, Matze ist natürlich nicht nur Kunde. Der saß auch schon hier bei mir zu Hause und wir haben gemeinsam ein bisschen die Hopfenblütenteebestände meines Döners verringert. Aber ständig nur Fremde heimbringen kann ja jeder! Wozu blogge ich schließlich? 😀

Jetzt geht’s los!

Am gestrigen Abend war ich nicht zu allzuviel zu gebrauchen. Ich hatte zu wenig geschlafen, ein eigentlich sehr leckeres Habanero-Chili hat mir unschön auf den Magen geschlagen, ich hatte keine Lust auf Menschen und war insgesamt eher griesgrämiger Natur. „Krank“ wäre also sicher eine Übertreibung gewesen, aber so richtig kundschaftstauglich war ich halt auch nicht. Glücklicherweise hab ich es geschafft, mir für solche Tage bis heute mehr als die Hälfte meines Urlaubs für dieses Jahr anzusparen. Schön, dass ich den bei meinen Chefs immer noch stressfrei rückwirkend eintragen lassen kann!

In der späten Nacht hab ich mich dann aber immerhin dazu aufraffen können, wenigstens mal das Auto zu holen, um heute Abend nicht allzu spät auf der Straße zu landen – das Wochenende rocke ich trotzdem! 🙂

Ebenfalls heute Nacht habe ich dann festgestellt, dass mein Betteln bei Euch erfolgreich war:

Ich bin in der Endrunde beim Amazon-Autorenpreis „Entdeckt!“! Und IHR entscheidet!

Jetzt, da es wirklich plausible Chancen auf den Gewinn des Preises gibt, nerve ich Euch noch ein wenig weiter damit: Bitte stimmt für mich! Hier geht es zur Abstimmung!

So simpel ist das Formular, das Sash glücklich macht! Quelle: amazon.de

So simpel ist das Formular, das Sash glücklich macht!
Quelle: amazon.de

Obwohl ich nach wie vor nicht mehr weiß, was genau es zu gewinnen gibt: Ich würde mich sehr freuen, mal einen Preis zu gewinnen und mich in die tolle Liste einreihen zu können!

Und nachdem die Veröffentlichung meines Buches, um das es ja geht, schon eine Weile zurückliegt, wollte ich nochmal anmerken, dass es nach wie vor die Möglichkeit gibt, als Journalist und/oder Blogger ein kostenloses Rezensionsexemplar zu bekommen. Schickt mir einfach eine Mail.

Ich würde mich freuen, wenn wirklich alle, die mir wohlgesonnen sind und einen Amazon-Account haben, ihre Stimme abgeben. Und das teilen und andere bitten, das auch zu tun. Von allem Quatsch, um den ich Euch in all den Jahren gebeten habe, ist das der bisher aufwandfreieste und mir vielleicht meistbedeutende. Bitte, bitte, bitte! 🙂

PS: Da ich selbst nicht abstimmen darf und ich folglich nicht weiß, ob es nach der Dateneingabe eine Fortschritts-, Prozent- oder sonstige Anzeige zum Stand der Dinge gibt, würde ich mich über Screenshots o.ä. im Laufe des Monats sehr freuen.

Taxis mit Uber-Werbung

Weil mich inzwischen einige Leser darauf angesprochen haben (manchen hab ich schon per Mail geantwortet):

Ja, in Berlin und anderswo fahren Taxis mit Uber-Werbung rum.

Ich finde das nicht toll und halte die Unternehmer, die sich solche Werbung aufschwatzen lassen für rückgratlose Idioten, aber scheinbar zahlt Uber halt (wieder mal) zu gut. Und meine Befürchtungen bestätigen sich nahezu täglich: Touristen aus anderen Ländern, bei denen Uber andere Wege als in Deutschland gefunden hat, lachen sich regelmäßig kaputt und fragen mich, ob mit den Taxifahrern irgendwas nicht stimmen würde.

Dazu sei aber auch nochmal angemerkt: Hier in Berlin z.B. ist das von der Sache her logisch. Uber hat hier als Geschäftsfeld eigentlich ausschließlich reguläre Taxis. Und ein ganz besonders merkbefreites Rudel Vollhonks hat sich für eine Fahrt mehr am Tag auch tatsächlich da angemeldet – allerdings sind die Fahrer mitnichten deckungsgleich mit denen, die Uber-Werbung auf dem Auto haben, also bitte keine falschen Rückschlüsse!

UberTaxi gibt es in Berlin schon seit Ende September 2014, das war Ubers Reaktion auf das Verbot von UberPop in der damaligen Version. Nicht geändert bis heute haben sich die Gründe, warum man als Taxifahrer trotzdem nicht für Uber fahren sollte.