Da bin ich mal zwei Tage halbtot zu Hause, schon steigert sich meine Produktivität ins Unermessliche! Kann ich endlich mal den ganzen Kleinkram verbloggen 🙂
Heute geht es um Taxifahrer als Zielgruppe.
Was an den meisten gewerbefremden Menschen sicher vorbeigeht, ist die Tatsache, dass Taxifahrer für einige Unternehmen tatsächlich eine relevante Zielgruppe sind. Hier in Berlin finden sich zum Beispiel an vielen Döner- oder sonstigen Imbiss-Ständen Hinweise, dass man (gerade Nachts) als Taxifahrer einen Rabatt aufs Essen bekommt – meist aber wenigstens auf den Kaffee 😀
Manche Läden lassen dazu sogar hochwertige Flyer drucken, was eigentlich auch gar keine schlechte Investition ist, schließlich sind Taxifahrer als Stammkundschaft dann doch einiges an Geld wert. Wir treten meist im Rudel auf, und ich gehöre nun wirklich zu den wenigen Ausnahmen, die nicht mindestens 2 Kaffee und eine Bockwurst pro Schicht auswärts konsumieren.
Wenn man dann auch noch mit einbezieht, dass wir Autofahrer sind, regelmäßig tanken und unsere Kisten waschen, dann ist klar, dass wir gerade für Tankstellenbetreiber eine wahre Goldgrube sind. Auch an meiner Stammtanke gibt es den Kaffee billiger und die Sitzplätze sind Nachts hauptsächlich von Kollegen besetzt.
Gut, manche „besonderen Kollegen“ drehen das gute Verhältnis auch um, indem sie stapelweise das billige Papier an den Zapfsäulen klauen, um keine Küchenrollen kaufen zu müssen – aber das ist wieder ein anderes Problem…
Letzte oder vorletzte Woche schon hat mir Kollege Hans allerdings einen „Flyer“ in die Hand gedrückt, der wirklich den Vogel abschießt. Also alleine designtechnisch hab ich sowas seit meiner Grundschulzeit nicht mehr gesehen:

- Wo ist Comic Sans? Quelle: Sash
Also mein erster Gedanke war ja:
„Bitte lasst mich das besser machen. Meinetwegen für 5 €. Dauert ja auch nicht lange!“
Das allerdings ist noch nicht der Clou. Ich hab auch erst die Rückseite ansehen müssen, um zu erahnen, wie obskur dieser Zettel ist. Kleiner Hinweis: Die Worte „pro Seite“ sind kein Scherz!
OK, hier die (etwas textlastige, aber dadurch fast schon wieder stimmige *hüstel*) Rückseite:

- Voll einen an der Klatsche, Quelle: Sash
Die bieten also tatsächlich eine Taxiwäsche nur für eine (wahrscheinlich die rechte) Seite an? So was Beklopptes hab ich selten gehört.
Ich hab im Internet auf die Schnelle nichts zu der Tanke gefunden – die in Fredersdorf scheint es (von der Adresse her) schon mal nicht zu sein…
Vielleicht kommt ja ein Kollege öfter dort vorbei und kann mir mal nähere Infos geben. Für mich sind die dörflichen Öffnungszeiten ja schon schwierig 😉
Aber jetzt mal grundsätzlich:
Ich finde es ja wirklich lobenswert, wenn wir bei Angeboten berücksichtigt werden, die wir in Anspruch nehmen. Aber halbseitige Autowäsche? Um vielleicht 2 € zu sparen? Ich stelle mir das schon technisch als ziemliche Sauerei vor – zumindest auf dem Autodach. Und wer nur die Hälfte sauber haben will – welche Kollegen hatten den diese Schnapsidee überhaupt? – der kann sie doch gleich für 50 ct abkärchern.
Natürlich steigen die meisten Kunden rechts ein. Ich bin auch froh, dass mein Auto die letzten nicht beseitigten Kampfspuren auf der linken Seite trägt, und damit kaum für Argwohn unter den Einsteigern sorgt. Aber wie ist das denn dann mit dem Kofferraum? Da müssen ja doch ein paar Kunden regelmäßig ran…
Nicht ohne Grund sind unsere Autos ja z.B. komplett in Hellelfenbein gehalten und nicht nur einseitig! Das ist definitiv Schwachsinn, was der Typ in Vogelsdorf da abzieht – und sicher die 1,50 € nicht wert!
Nachtrag: Gut, ok! Es haben alle erkannt, dass es sich hierbei um einen Aprilscherz gehandelt hat 🙂
Die Idee mit der halbseitigen Wäsche ist übrigens meiner besseren Hälfte bei einem Telefonat mit mir eingefallen. Als die Waschanlage kaputt war…
Den Flyer hab ich selbst entworfen und mir echt Mühe geben müssen, so schlecht zu sein 🙂
Aber schön, wenn ich ein zwei Leute erheitern konnte!
