Spandau? Für fünfzehn?

„Hallo, kennen sie den Bahnhof Spandau?“

„Wieso?“

„Ja wie, wieso? Kennen sie ihn?“

„Klar, bin schon mal dort ausgestiegen.“

„Das klingt aber nicht sehr professionell.“

„Passen sie auf, was sie sagen!!!“

„Meinetwegen. Würden sie mich zum Bahnhof Spandau bringen?“

„Wollen sie mich verarschen?“

„Hallo, sie haben doch eine Beförderungspflicht…“

„Ich zeig ihnen gleich Beförderungspflicht!“

„Was kostet das? 15 €? Oder 20?“

„Moment mal…“

„Hm, isses also doch teurer? Hab ich mir fast gedacht…“

„Ich glaube, sie wissen nicht, wen sie hier vor sich haben!“

„Und ich glaube, sie wissen nicht, wo sie gerade stehen…“

Polizei, Taxistand

Einmal nach Spandau bitte! Quelle: Sash

Wer sind eigentlich Rubicon?

Um die Antwort auf die Frage gleich vorweg zu nehmen… Das hier sind Rubicon:

Rubicon nach ihrem Auftritt, Quelle: Sash

Rubicon sind eine Berliner Rockband, nach eigenen Angaben auf dem Weg zu Z-Promis, die gestern im Intersoup ein Konzert gegeben hat. Den Aussagen der Jungs nach ist zwar weder klar, der wievielte Auftritt es war, noch ob es pädagogisch sinnvoll ist, Zettelchen als Kommunikationsmittel zu verwenden, aber immerhin wissen sie wie heiss es bei ihrem Auftritt war: 47°C.

Auf dem Weg zur ersten Platte („und nicht nur so Demo-Tapes“) hat mich Henric (der halbdunkle Kerl leicht rechts der Mitte) bei Facebook angefragt, ob ich sie nicht nach dem Gig heimbringen könnte.

Ich hab zugesagt, und letztlich habe ich es doch nicht getan. Gut, das lag weniger an mir, als mehr an der spontanen Planung der Band selbst. Da meine gute alte 1925 sowieso nicht in der Lage gewesen wäre, 5 Fahrgäste plus Equipment zum Proberaum nach Lichtenberg zu bringen, machten wir kurzerhand eine Rundfahrt durch Prenzl’berg.

„Moment? Fünf Leute? Meine altersschwachen Augen erkennen auf dem Bild nur vier…“

Rischdisch!

Aber ein fünfter (also mit meiner Wenigkeit sechster) Mann musste auch noch an Bord, um dem ganzen so etwas ähnliches wie einen Sinn zu verleihen. Er stattete nämlich das Taxi mit einer Cam aus und hielt auch selbst eine weitere solche, um die Band während der Fahrt zu interviewen. Mich nebenbei auch, aber das wollt ihr nicht sehen 😉

Hier die total aufwändigen Vorbereitungsarbeiten:

Mischa Heintze: Hochtechnologisch und so, Quelle: Sash

Da Rubicon laut eigenen Aussagen eine „Diskutier-Band“ sind, ist die Fahrt entsprechend witzig ausgefallen. Ja, ich gebe zu, mir den ein oder anderen Lacher nicht verkniffen haben zu können 🙂

Was aus dem Material jetzt genau wird, weiss ich selbst nicht. Aber ein Blick auf die Seite von Rubicon oder den Facebook-Account lohnt sich dennoch. Ebenso das myspace-Profil wegen der Musik.

Um die Eingangsfrage etwas detaillierter zu beantworten: Rubicon sind eine gute Rock-/Pop-Band aus Berlin, mit denen ich eine Menge Spaß im Taxi hatte, weil sie zudem eine lustige Truppe sind. Das sollte reichen, um sie kennenlernen zu wollen!

Außerdem bin ich bei Rubicon endlich mal im Fernsehen! 😉

Hoffentlich auf bald, Jungs!

Symbolfoto

Jetzt mal ehrlich, das Zeichen in der Heckscheibe bedeutet hoffentlich nicht das, was ich zunächst vermutet habe, oder?

Blind? Quelle: Sash
Blind? Quelle: Sash

Also mir ist bewusst, dass das Symbol nicht für vollständige Blindheit stehen muss. Allerdings habe ich keine Ahnung, welche nicht verkehrsrelevanten Sehbehinderungen gleichermaßen so gravierend sind, dass man sicherheitshalber einen Hinweis am eigenen Fahrzeug anbringt. Sollte sich da jemand auskennen, dann wäre ich über eine Aufklärung dankbar.

Dass ich mich keineswegs über sehbehinderte Menschen lustig machen will, ist hoffentlich jedem klar.

Und wenn wir schon beim Thema sind: Ich hab gerade gelesen, dass Links in Rot für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche nicht als hervorgehoben erkannt werden. Kann mir da vielleicht ein betroffener oder sachkundiger Mensch mal sagen, ob meine orangefarbenen Links im Text diesbezüglich eine Schwierigkeit darstellen?

Jährliche Hommage

Auch wenn es niemanden wirklich interessiert und sich nicht einmal jemand gewundert hat: Ich hab auch an diesem 25. Mai wieder zu Ehren von Douglas Adams ein Handtuch dabei gehabt – und das natürlich auch im Taxi.

42, Quelle: Sash

42, Quelle: Sash

Was es damit auf sich hat, und warum Handtücher so unglaublich nützlich sind, das erfährt man außer in den außerordentlich lehrreichen Büchern von Adams auch auf der deutschen Handtuch-Tag-Seite.

So long, and thanks for all the fish!

Unmenschliche Strecke

Daniel hat mir eine Mail geschrieben, und deren Inhalt hat mich, kurz gesagt, fassungslos gemacht. Dass eine Menge Fahrer mal ausfällig werden, wenn Kunden eine kurze Strecke fahren, das ist leider hinlänglich bekannt.

So eine „kurze“ Fahrt hatte Daniel auch. Er musste vom Flughafen Schönefeld nach Rudow. Alle Fahrer da draussen wissen, dass das eine Tour für 10 € ist, natürlich nicht gerade das, was man sich unbedingt wünscht, wenn man 2 Stunden gewartet hat. Aber so ist das Geschäft nunmal. Es kommt vor und keiner von uns hat ein Abonnement auf die 50€-Touren.

Der Fahrer hat ihn immerhin mitgenommen und „nur kurz gegrummelt“, wie Daniel schreibt. Der Rest der Fahrt verlief schweigend. Die Fahrt wurde mit einem kleinen Trinkgeld beendet, und daraufhin meinte der Fahrer, Daniel solle das nächste Mal mit einem Kollegen fahren, nicht mehr mit ihm, das sei nämlich „unmenschlich“.

Das ist dreist und spricht auch deutlich für die Einstellung gegenüber den Kollegen. Sollen die anderen doch die kurzen Touren machen!

Soweit hätte mich das aber (leider) nicht weiter gewundert. Daniel war nun aber clever genug und hat eine Quittung verlangt. Er hat sogar die Konzessionsnummer kurz abgeglichen. Die wirkliche Frechheit hat er dann aber erst später bemerkt. Der Fahrer hat es offenbar für nötig erachtet, seinen Unmut auch nochmal schriftlich zu formulieren:

Unmenschlich! Quelle: Daniel

Unmenschlich! Quelle: Daniel

Anstatt sich der korrekten Ausfüllung bei der Mehrwertsteuer zu widmen, hat der Kollege lieber seine Meinung mal eben schnell oben hingekritzelt. Meines Wissens nach ist das zum einen nicht erlaubt – zum anderen aber vor allem der Gipfel der Frechheit!

Ich gehe einfach mal davon aus, dass sich die Sache so zugetragen hat, wie Daniel geschildert hat – den Fahrer und die Konzessionsnummer habe ich dennoch besser mal entfernt. Auch wenn die Sache schon eine Weile her ist, wird Daniel sich jetzt an den WBT wenden, um eine Beschwerde bei der Funkaufsicht loszuwerden. Ich hoffe mal, ich erfahre, wie es weitergeht.

Schwieriges Überholen

Mir ist heute mal aufgefallen, dass es nicht immer leicht ist, sich an die Regelung zu halten, keine freien Kollegen zu überholen…

Ist er frei? Quelle: Sash

Ist er frei? Quelle: Sash

Ich hätte mich ja gerne am Kollegen vorbeigedrängelt. Natürlich nur, falls er besetzt wäre. Aber wenn das Dach so hoch ist, dass ich die Fackel nicht sehe, und zudem die Scheiben getönt sind: Wie will ich es herausfinden?

Neue Ordnungsnummer

„Ick meld mir morjen sicher mit de Neunzehn-Fünfundzwanzich, nich mit de Einunfünfzich-Doppelvier…“

hat mein Tagfahrer letzte Woche gleich gemeint, als wir das „neue“ Auto bekommen haben.

Es ist ehrlich gesagt seltsam, eine andere Kiste zu haben. Mal abgesehen davon, dass sie leider auch nicht so fehlerfrei ist, wie ich das zunächst dachte, bin ich irgendwie immer noch in der Eingewöhnungsphase. OK, die Navi-Ansicht hab ich am ersten Tag gleich umgestellt, die Sitzverstellung klappt auch umso besser, je öfter man sie betätigt, und mit der Umsortierung des Fahrzeuginventars muss sich der eigentliche Fahrer dann in nächster Zeit auch wieder anfreunden, weil ich auch die komplett umgeändert habe.

Aber wie oft hab ich mich jetzt schon bei der blöden Ordnungsnummer verschrieben…

Die muss ich nämlich auf dem „Abschreiber“, den Zettel mit den Daten zur Schicht, eintragen – und es ist erstaunlich, wie eingeübt das gute alte 1925 einem von der Hand geht, wenn es da gar nicht hingehört 😉

Mein Tagfahrer ist jedoch ungleich mehr betroffen, da man diese Nummer wie bei fast allen anderen Maßnahmen um das Auto zu identifizieren beim Funken angibt. Im Übrigen ist es auch der Funksprache zu verdanken, dass so geistreiche Lesarten wie eben Einundfünzig-Doppelvier existieren. Vorgeschrieben ist das, soweit ich weiss (ui, ist der Funkkurs lange her…) nicht, aber es bürgert sich natürlich ein, was praktisch sowohl von der Aussprache als auch vom Verständnis her ist.

Die Ordnungs-, bzw. Konzessionsnummer ist aber so oder so mal eine grundsätzliche Erwähnung wert. Man wird ja als Fahrgast allerorten dazu angehalten, bei Beschwerden die Konzessionsnummer des Autos zu notieren. Die Nummer ist ebenso unverwechselbar wie das Autokennzeichen – im Gegensatz zu diesem allerdings auch schon im Auto lesbar. Sollte sie zumindest sein.
Wie für alles in diesem Land, gibt es auch für die Ordnungsnummer Vorschriften. Der Wikipedia-Eintrag schweigt sich aus, fündig wird man dennoch auch im Netz.

Die Vorschrift zur Anbringung der Ordnungsnummer findet sich in der BOKraft in §27 und besagt, dass die Nummer in der Heckscheibe im unteren rechten Eck anzubringen ist, und – wie eingangs erwähnt – von innen und außen lesbar sein muss.

So sieht das dann meistens aus (ich hab kein besseres Foto gefunden):

Das ist mal 'ne Nummer! Quelle: Sash

Das ist mal 'ne Nummer! Quelle: Sash

Zugegeben: In der Realität kommen auch hier kuriose Dinge zustande. Manche Unternehmer kleben die Nummer nicht auf die Scheibe, sondern haben sie mit Saugnäpfen befestigt – hier habe ich neulich einen gesehen, der sie kopfüber hängen hatte. Meist erschwert die Scheibe wegen Spiegelungen oder der Tönung das Ablesen, und besonders grandios fand ich einen Kollegen mit einem Geländewagen als Taxi, dessen Nummer zur Hälfte hinter dem Reserverad verschwunden ist. Aber überwiegend hängen sie so da wie sie sollen und erfüllen ihren Zweck.

Und wenn es wirklich um Beschwerden geht: Auf der Quittung muss die Konzessionsnummer aufgedruckt, bzw. gelocht sein. Und eine Quittung ist sowieso das A und O im Falle einer Beschwerde. Da hat man dann gleich noch die Unterschrift es Fahrers und den Preis in Kombination mit der Strecke. Das kann, wenn es – wie üblich – wegen dem Preis Ärger gibt, ja auch nicht schaden 🙂

Naja, jedenfalls ist die Nummer für uns Fahrer ständig präsent, und bis auf ein paar Wochenendfahrer mit ständig wechselnden Autos (da sollte es nicht allzu viele von geben) wird wohl jeder seine paar Ziffern auch wenn er nachts geweckt wird, sofort parat haben. Und entsprechend schwer tut man sich dann damit, sich nach zwei Jahren umzugewöhnen. Bei mir ist es ja nicht mehr lange. Irgendwann in dieser Woche sollte die 1925 wenigstens teilerneuert wieder von Onkel Doktor zurückkommen 😀