Prenzl’berger Nachteulen

Nach fast 3 Jahren Taxifahren merke ich doch so langsam Fortschritte bei der Ortskenntnis. Immer öfter müssen mir Kunden auch bei Wohnadressen nicht mehr helfen und in Extremfällen kenne ich sogar etwa die Hausnummern. Soweit zum positiven Teil.

Auf der anderen Seite erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich Straßen in denen ich schon zig mal war, wieder vergesse. Bzw. sie nicht genau abspeicher. Auch wenn sie eigentlich in Stadtteilen liegen, von denen ich dachte, ich kenne sie gut. Das ist auch nicht immer schlimm, denn gerade wenn die Anfahrt ein bisschen länger ist, macht es ja auch mal nix aus, ob man jetzt nur weiss, dass das eine Querstraße unter dreien ist oder genau die erste. Je näher das Ziel ist, desto wichtiger wird das jedoch.

So ist mir die Heinrich-Roller-Straße in Prenzl’berg zweifelsohne ein Begriff. Aber mit der Marienburger und der Immanuelkirch bringe ich sie immer noch gelegentlich durcheinander. Doof, das!

Meine Kundschaft habe ich am Frannz-Club in der Kulturbrauerei eingeladen. Als der Name Heinrich Roller fiel, musste ich kurz überlegen. Aber klar, am Besten ist es, kurz 5 Meter zurückzusetzen, um dann rechts ab in die Sredzkistraße einzubiegen. Aber wie genau schlängel ich mich jetzt durch die ganzen Nebenstraßen am Kollwitzplatz? Mist!

Meine junge und äußerst lautstarke Beifahrerin bemerkte meine Unsicherheit, überschätzte diese allerdings maßlos.

„Erstmal fahren wir hier geradeaus!“

„Ähm… gut!?“

Eigentlich ist das Rechtsabbiegen in die Danziger gerade nicht erlaubt, ein kleiner Umweg wäre es so oder so, aber an das Abbiegeverbot hält sich keine Sau außer mir, da könnte ich sicher auch mal eine Ausnahme machen…

„Weiter geradeaus!“

„Ganz bestimmt nicht!“

„Wollen sie etwa mit mir streiten?“

fragte sie ziemlich keck.

„Nein, sicher nicht, aber die Heinrich-Roller liegt an der…“

„Prenzlauer!“

„Genau. Und die ist…“

„Da vorne links!“

„Nein, die ist eher so da hinten rechts.“

„Sie fahren jetzt geradeaus!“

„Ähm, nehmen sie bitte zur Kenntnis, dass ich das höchstens unter Protest tue!“

„Hey, ich hab Geburtstag und ich weiß, wo ich hinmuss.“

Wir waren inzwischen am Fahren. Richtung Pankow, Hamburg, Norden halt. Und die Heinrich-Roller-Straße, die ich so kenne, verschwand immer mehr hinter uns. Ich hab sie gebeten, wenigstens dem Navi zu glauben:

„Sehen sie mal hier: Heinrich-Roller-Straße, Prenzl’berg!“

„Ja, der will auch da vorne links!“

„Sicher will mein Navi das. Das will wenden! Weil wir genau in die entgegengesetzte Richtung fahren!“

„Fahren sie nur mal schön weiter!“

„Ich bitte sie: Lassen sie uns wenden. Ich weiss es sehr zu schätzen, dass sie die Tour zu meinen Gunsten so verlängern, aber sonst kommen wir sicher nie an.“

Das Spielchen dauerte bis zur Wichertstraße. Dann hat sie mich endlich wenden lassen. Puh! Der Rest der Strecke verlief dann so problemfrei wie nur möglich. Gut, sie hielt mir kurz noch vor, ich würde sie bezichtigen, ihr Sturheit zu unterstellen, aber das kann ich Anbetracht des Extra-Betrages gut verkraften. Gezahlt haben sie den Weg anstandslos. Sogar Trinkgeld gab es reichlich und das Whoiswho der nettesten Verabschiedungsfloskeln fehlte auch nicht. Alles in allem eine schöne Sache für mich. Für sie aber völlig unsinnig!

Das Bildchen zeigt recht eindrucksvoll, was ich meine:


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Taxis oder Taxen?

Die Frage nach dem richtigen Plural des Wortes „Taxi“ zieht sich durch alle Bereiche, in denen das Wort gebraucht wird. Und ebenso wie auf irgendwelchen halbhilfreichen Frageseiten für Suchmaschinenlegastheniker finden sich auch im wirklichen Leben an erster Stelle immer wieder die Leute, die mit ihrem sicher mühsam angeeigneten Halbwissen prahlen:

„Taxen! Glaub doch dem schlauen Fritz, dass das Taxen heißt und nicht Taxis!“

Ich widerspreche renitenten Fahrgästen nicht prinzipiell – aber wenn ich von einem Thema mal wirklich Ahnung habe, dann kann ich mich im Beisein Dritter auch nicht zurückhalten.

„Tut mir sehr leid, aber da muss ich sie enttäuschen…“

Nun ist die Frage tatsächlich ein wenig kompliziert, da sich natürlich ausgerechnet bei diesem Wort ein wenig die Umgangssprache mit der Hochsprache vermischt – und keine der beiden per se irgendwie „schlechter“ oder „falsch“ ist. Instinktiv ordnet man Taxi als eines der Worte ein, bei denen man als Kind besonders aufpassen muss. Sowie es keine Globusse und Atlasse gibt, gibt es eben auch keine Taxis. Aber das stimmt nicht. So gibt der Duden als einzige Pluralform „Taxis“ wieder und befindet sich damit mit der Wikipedia (siehe auch die Diskussion), bzw. auch dem Wiktionary und den dort verlinkten Referenzen in Einklang.

Insgesamt scheint der Plural „Taxis“ also korrekt zu sein, auch wenn die Rechtschreibung nach dem Duden nicht mehr bindend ist.

Nun kommt der Begriff „Taxen“ aber zweifelsohne oft vor – und zwar nicht zu Unrecht. „Taxen“ existieren im Sprachgebrauch durchaus auch, allerdings als Plural des Wortes „Taxe“. Die „Taxe“ beschreibt hingegen hochsprachlich eine festgesetzte Gebühr und „nur“ umgangssprachlich wird der Begriff synonym ebenso wie das „Taxi“ verwendet. So kommt es, dass viele Menschen im Singular zwar „Taxi“ sagen, im Plural aber auf das vermeintlich schönere Wort „Taxen“ zurückgreifen.

Und damit lässt dich die Problematik wie folgt beantworten:

Die korrekte Mehrzahl von „Taxi“ ist „Taxis“. Es ist allerding überhaupt nicht schlimm, „Taxen“ zu sagen, da es zumindest umgangssprachlich das selbe Objekt bezeichnet.

Und wer sich jetzt ärgert, dass er da eventuell ewig falsch gelegen hat, der darf sich vor Augen halten, dass es nicht einmal die für die Beschilderung der Stadt zuständigen Ämter wirklich vernünftig umsetzen können:

Heißt es Taxis oder Taxen? Eigentlich falsche Schilder. Quelle: Sash

Den „schlauen Fritz“ hat das alles im Übrigen nicht überzeugt. Der rennt weiter durch die Gegend und erzählt, dass der Plural „Taxen“ heißt. Man kann ja nicht alle erreichen…

Schicht, heutige:

Ich hab ja Sonntags nicht gerade viel Zeit zum Schreiben – aber heute tue ich es mal. Ich wollte einfach mal loswerden, dass die Schicht fantastisch lief und der Umsatz bombig war.

Die negativen Seiten sind schnell erzählt: Wenn man kaum zum Aussteigen kommt, klebt man bei dem Wetter irgendwann am Sitz fest. Und liebe Fahrgäste: Etwas mehr als 6% Trinkgeld wäre doch wirklich drin gewesen heute! 🙁

Ansonsten hatte ich kuriose, aber nie irgendwie problematische Kundschaft im Wagen. Die Innenstadt hab ich nur selten gesehen, meist hat es mich in die Randbezirke getragen – die Fahrten waren eher überdurchschnittlich lang. Die ein oder anderen Kunden werden es als eigene Blogeinträge in nächster Zeit hier zu GNIT schaffen, aber nicht alle.

255 € sind zusammengekommen, ich hatte viele lustige Gespräche im Auto, und letztlich kann ich meine nicht wirklich ernsthaft geführte Promi-Liste um den Bassisten von Wir sind Helden erweitern. Auf den Straßen war viel los, und ausgerechnet auf den letzten Metern zum Abstellplatz hätte ich heute beinahe noch einen Umweg fahren müssen, weil an der Storkower Straße einer von vielen Verkehrsunfällen stattgefunden hat. Mal wieder ein Foto für die Reihe „Nie angekommen“:

Autsch! Quelle: Sash

Dort war die Polizei allerdings weit nicht so gereizt wie etwas früher in der Nacht in Hellersdorf in der Louis-Lewin-Straße, wo eine übereifrige Beamtin uns gleich mal zusammengeschissen hat, obwohl ich sie gar nicht um die Erlaubnis zur Durchfahrt bitten wollte, sondern mich erkundigen, wie weit die Sperrung reicht und ob sich für meine Kundschaft das Umfahren lohnt.
Aber es scheint auch was ernstes gewesen zu sein: Obwohl uns etwas von einem Verkehrsunfall vorgelogen wurde, sah es hinter der Absperrung (wo wir witzigerweise über unsere Ausweichroute hinkamen) nach irgendwas anderem aus. Zumindest hab ich keine Fahrzeuge gesehen…

Ansonsten: Ich hatte keine einzige Fahrt von der Biermeile aus – und ich bereue es nicht, da sich das nur ergeben hat, weil ich immer schon vorher rausgewunken worden bin 🙂

Ich hoffe, ihr habt alle ein ebenso geiles Wochenende!

Sonne!

In diesem Sommer kann man einen sonnigen Abend ja mal als Sondermeldung verkünden: Hier scheint die Sonne und die Temperaturen sind auch wieder ok. Am Wochenende bei der Arbeit sah das eher so aus:

Doof: Regen. Gut: Taxi. Quelle: Sash

Klaus hat zwar schon geschrieben, dass das Wetter auch Vorteile hat, aber mir ist es jetzt trotzdem Recht, mal wieder ein paar Sterne bei der Arbeit zu sehen…

Was ist ein Taxi?

Das Spiegeltaxameter im Frei-Modus, Quelle: Sash

Kinder im Taxi sind immer wieder herzig. Dazu müssen sie nicht einmal von Haien erzählen. So wie dieses junge Mädchen, das seiner Mutter Löcher in den Bauch gefragt hat:

„Mami, was ist das Rote da im Spiegel?“

„Das ist der Preis, den wir bezahlen müssen.“

„Warum haben wir sowas nicht?“

„Weil wir nur ein normales Auto und kein Taxi haben.“

„Mami, was ist ein Taxi?“