Volle Jungs machen halbe Sachen

Und dann auch noch ausgerechnet beim Bezahlen!

Gut, beim Bezahlen kann eine Menge schief gehen – sogar wenn niemand die Gegenseite über den Tisch ziehen will. Und das war bei den beiden Typen so. Aufgegabelt haben sie mich an einer Ampel im Berliner Nordosten und wollten nach Lichtenberg. Eine problemlose Fahrt von knapp über 5 Kilometern. War nicht ganz der kürzeste Weg, dafür aber haben wir es bei nur zweimal abbiegen belassen.Ohne insbesondere auf den sehr besoffenen der beiden zu hören, hätte ich es sicher für unter 11 € geschafft, so standen halt 11,80 € auf der Uhr. Große Dramen sehen anders aus. Mir wurde ein Zwanziger gereicht und ich gab schon mal das Wechselgeld raus, bis mir eine, nun ja, geringfügige Unzulänglichkeit des Geldscheins auffällt: Er hatte, anders als seine Artgenossen in meinem Portemonnaie, keine zwei Hälften, sondern eine. Mit anderen Worten: er war nicht, wie ich zunächst dachte, gefaltet, sondern durchgerissen.

Da sich bekanntlich mit einem halben Schein nix anfangen lässt – bei einer so sauberen Trennung in der Mitte mit keiner der beiden Seiten – bin ich von einem Versehen ausgegangen und hab dem Nüchterneren (der auch bezahlt hatte) den Schein hingehalten.

„Schätze, da fehlt leider noch was.“

Er stierte den halben Schein an, und stellte fest:

„Öh, ja. Ein halber Zwanni quasi.“

Sein Kumpel hat überhaupt nicht begriffen, worum es ging und nebenher angefangen, darüber zu philosophieren, wie bei 11,80 € ein halber Zwanni fehlen könnte. Der letztlich nur in Maßen zurechnungsfähigere Geldgeber fragte indes, was er jetzt tun solle. Ich gab ihm den naheliegenden Tipp, vielleicht mal nachzusehen, ob er die andere Hälfte noch hätte.

Und siehe da:

Bisschen Klebeband, und der sieht wieder aus wie neu! Quelle: Sash

Bisschen Klebeband und der sieht wieder aus wie neu! Quelle: Sash


Festlich

Wo wir es gestern erst vom Zustand des Autos hatten und Weihnachten nur noch ein halbes Jahr weit weg ist, hat die kleine 72 beschlossen, das Display ein bisschen festlicher zu gestalten und mehr Fehlermeldungen als üblich anzuzeigen:

I2014-06-warnleuchten

Gut, dass ich am Stand die Handbremse angezogen habe und – am Sisyphos steht man auf offener Straße – zu meiner Sicherheit das Licht angelassen habe, ist normal. Weniger erwartbar, aber ebenfalls normal ist die Abgaswarnleuchte. Die kündigt zwar manchmal wirklich heftige Schäden an, im fortgeschrittenen Alter, so mein Chef, würde die aber bei allen Opel Zafira brennen, auch wenn die Mechaniker nix und wieder nix finden. Ich persönlich tippe ja auf sowas wie einen verschmandeten Messfühler, aber ich bin kein Techniker. Hat man halt ein Warnsignal weniger.

Das jetzt aber auch noch ABS- und ESP-Warnleuchten angehen, stand so nicht im Dienstplan. Da werde ich Cheffe mal in Kenntnis setzen heute. Am Auto bemerkt habe ich nichts, sonst hätte ich danach nicht noch 40 weitere Kilometer runtergerissen. Bin mal gespannt, was die Werkstatt sagt.

Wie gesagt: die 72 kommt auch so langsam in ein Alter, in dem die Besuche dort häufiger werden. Aber den Kilometerstand sieht man auf dem Bild ja auch recht gut …

Kleinere Schönheitsfehler

Ein leichtes Quietschen hier, ein kleines Klappern dort: wenn man sich an ein Auto gewöhnt, fällt einem vieles auf, was irgendwann nicht mehr ganz so ist, wie es früher mal war. Manche Dinge merkt man dafür sofort:

2014-05-zierleiste

In dem Fall ist das seit der letzteren größeren Reparatur so. Ich muss Cheffe beizeiten mal fragen, ob wir nicht vielleicht noch irgendwo so eine Leiste rumliegen haben … 🙂

Lembrackseterase

„To the Lem-brack-seterase please. In Feredihricksen.“

… da hat sie mich total stolz angegrinst. Ich wiederholte mit behutsam angepasster Aussprache:

„To the Lehmbruckstraße in Friedrichshain?“

„Yes! I’m so sorry!“

Ist ja kein Problem. Immerhin kannte ich die Lehmbruckstraße nur zu genau und … vergaß dabei, dass es durchaus noch andere Möglichkeiten gegeben hätte.

Ich bin immer soo vorsichtig bei zweifelhaften Adressen, aber dieses Mal war ich es nicht. Natürlich! Die Lehmbruck kannte ich, ich wusste, dass sie in Friedrichshain liegt … also was soll passieren?

Zum Beispiel gibt es auch noch eine Lenbachstraße in Friedrichshain. -.-

Immerhin ist das Mißverständnis so harmlos geblieben wie der Umweg:

Umparken im Kopf*

Es ist davon auszugehen, dass die Werbestrategen von Opel bei dem Slogan gerade eben nicht an solche Bilder dachten:

"Einmal die 72 mit allem und sehr laut!" Quelle: Sash

„Einmal die 72 mit allem und sehr laut!“ Quelle: Sash

Ich kann noch keine Einzelheiten nennen. Es war auf jeden Fall ein sehr lautstarkes Spektakel, was das Auto gestern veranstaltet hat und nach einem unvermittelten und nochmal lautstärkeren Knall wollte ich nicht mehr ausprobieren, was die nächste Eskalationsstufe sein würde. Bei Twitter wurden schon Spekulationen geäußert, ob es das jetzt endgültig mit der 72 gewesen wäre – aber auch dazu kann ich leider noch nix sagen. Man wird sehen.

*Danke an @Stephan535 für diesen netten Witz. 🙂

Erdgas und Liebe

Ich bin ja heute Nacht aus allen Wolken gefallen, als ich unser neues Tankbuch gesehen habe. Das Tankbuch ist ja so eine Sache, die so langweilig ist, dass ich sie in all den Jahren bei GNIT nie erwähnt habe. Im Grunde stehen zwar wie bei meinem Büchlein auch einfach endlos viele Zahlen drin, aber die sind noch öder als das, was ich für mich privat notiere:

Ausschließlich Datum, Kilometerstand, Menge an Sprit/Gas und der Preis in Euro wird dort für jeden einzelnen Tankvorgang festgehalten. Zur Kontrolle ggf. noch der Kraftstoffpreis pro Kilogramm oder Liter. Zahlen, die ganz ganz offensichtlich ausschließlich zum Abheften vorgesehen sind, Buchhaltung, notwendiges Übel …

Und dann jetzt das hier:

Das wohl langweiligste Poesiealbum der Welt. Quelle: Sash

Das wohl langweiligste Poesiealbum der Welt. Quelle: Sash

Ich hab zuerst gedacht, da liegt im Handschuhfach ein vergessenes Kleinod eines Kunden. Aber nein: Das ist das neue Tankbuch. 😀

Um es mal ganz sachlich zu anzugehen: Ja, das Ding ist schweinehässlich, doch keine Sau kriegt das je zu sehen und dem Aufkleber nach war es günstig. Also wayne?

…

Aber meine Fresse! Das ist wie ein Klassenbuch als Poesiealbum, wie ein Bandposter als Steuererklärung, wie ein getrockneter Stierhoden als Parfumbehältnis … das geht einfach überhaupt nicht! XD