Hilfe

Am Samstag Morgen stand ich wie gestern schon erwähnt plötzlich mit leerer Batterie am Ostbahnhof. Über die dazu passenden Worte und Gedanken wurde in den Kommentaren einiges gesagt, mir ging vor allem eines durch den Kopf:

„Es ist jetzt 7.30 Uhr – ich will verdammt nochmal nicht mit der S-Bahn nach Hause fahren!“

Eine kurze Nachfrage am Stand nach Starterkabeln verlief erfolglos – trotz hilfsbereiter Kollegen. Von meinen Chefs war keiner zu erreichen und ich hatte nur Kollegen im Handy abgespeichert, die nachts unterwegs waren. Das konnte ich um 7.30 Uhr natürlich auch vergessen. Außerdem war der Akku ohnehin fast leer. Über Funk entweder nach Leuten aus meiner Firma zu fragen oder gleich einen Auftrag für Starthilfe als Kunde zu vergeben, war auch nicht so ganz meine erste Wahl.

Aber ich hatte tatkräftige Hilfe. Der Kollege hinter mir – ein prima Kerl. Südländer, Grieche vielleicht, etwas korpulent und mit dicker Hornbrille unterwegs. Ich bin mir sicher, mit dem zusammen ein prima Comedy-Duo abgeben zu können. Optisch wären wir schonmal ein tolles Paar. Von seiner Gelassenheit könnten sich die meisten Kutscher ohnehin eine Scheibe abschneiden.

Er jedenfalls regte an, dass wir das Auto doch auch – einmal ins Rollen gebracht – wieder ankriegen würden. Ist mir schon klar, alleine: ich hab das noch nie selbst gemacht. Schon von der Statur her war ich immer derjenige, der in solchen Situationen geschoben hat – im Zweifelsfall alleine. Die (immerhin vorhandene) abschüssige Rampe am Ostbahnhof ist allerdings nur vielleicht 15 bis 20 Meter lang, ich hatte echt Schiss, dass ich das nicht hinkriegen würde. Aber nachdem wir zu zweit am morgendlichen Bahnhof sicher ohnehin ein ziemlich lustiges Bild abgegeben haben mussten, als wir das Auto wendeten um es in Position zu bringen, erklärte er sich auch noch bereit, diesen Part zu übernehmen.

Also hab ich die 1925 den Berg runtergeschubst, während der Kollege drin saß und hoffentlich keinen Funkauftrag verpasst hat. Und was soll man sagen: Die Kiste lief und sie läuft bis heute (wenn auch die Bremsen langsam den Geist aufgeben). Selbst der kurze Heimweg hat offenbar ausgereicht, um die Batterie ausreichend aufzuladen. Am Samstag Abend war ich dann betont vorsichtig unterwegs und hab den Motor öfter laufen lassen als sonst.

Am Ende bleibt – wie an Silvester – vor allem ein Danke an den Kollegen, der kompromisslos einfach mal geholfen hat. Schön, dass es das noch gibt! Ich bin bisher noch nicht wirklich in die Situation gekommen, jemandem mit ein bisschen Zeit helfen zu können, aber ich tue es selbstverständlich. Und am Ende sind zwei gerettete Schichten immer noch besser als eine! 🙂

Wie dem auch sei: Ich wünsche euch für die gerade wahrscheinlich unangenehm mit Aufstehen begonnene Woche, dass ihr im Falle ihr braucht sie, auch diese Kollegen findet. Guten Start allerseits!

Schichtende

Ach, das Ende einer Wochenendschicht ist immer wieder schön. Oftmals lasse ich mich ja einfach von A nach B treiben, meist nehme ich noch ein oder zwei Winker mit. Je näher ich dem Abstellplatz komme, desto mehr werden meine Gefühle ambivalent:

„Soll ich die Fackel ausmachen? Und wenn einer winkt? Ja, was aber, wenn der dann nach Spandau will?“

Es zerrt und reißt an einem, Jagdinstinkt und Müdigkeit zerren an einem wie Engelchen und Teufelchen und nur selten läuft es genau so, wie man es sich erhofft hat. Manchmal schlechter, manchmal passieren allerdings auch außergewöhnliche Dinge. Am frühen Samstagmorgen – also zum Ende der Freitagsschicht hin – war ich nicht so recht zufrieden mit meinem Umsatz. Der Schwan war weit entfernt, ich hätte dazu noch eine gute 30€-Tour gebraucht. Von meiner letzten Tour nach Schöneberg hab ich mich durch Kreuzberg treiben lassen, den Weg Richtung Heimat fest schon im Sinn. Aber es war gerademal 5:45 Uhr. Als ich in der Nähe des Ostbahnhofs war, beschloss ich, noch eben kurz eine Tour zu machen und dann abzuhauen.

Vor mir standen nur 2 freie Taxen und zum Berghain wollte ich nicht, weil dort die Wahrscheinlichkeit ungleich größer war, wieder direkt nach Schöneberg zu fahren. Stets schöne Touren, leider halt in die komplett falsche Richtung.

Die Kollegen vor mir kamen recht schnell weg und kurz nach 6 Uhr stand ich erwartungsvoll auf der Pole-Position. Als ich an diesem Morgen Ozie erzählte, was dann passiert ist, hat sie lachen müssen. Hart lachen, wie man das heute offenbar nennt.

Zunächst passierte nichts. Die Menschen am Bahnhof wurden weniger, von Fahrgästen war schon mal überhaupt keine Spur. Hinter mir sammelten sich bereits wieder drei bis vier Kollegen. Dann kam Klaus vorbeigefahren und stellte sich zu einer kurzen Unterhaltung zu mir. Ich habe ihn gewarnt, sich ja nicht hier anzustellen – ich selbst hütete da bereits seit einer halben Stunde die erste Position, insgesamt stand ich schon seit einer Stunde. Beim kurzen Schnack zwischen Klaus und mir kroch die Sonne am Horizont höher, die letzten Reisebusse verließen den Bahnhof für ihre Touren und die Uhr zeigte die magische 7 an, die ich im Taxi so gut wie nie zu sehen kriege.

Um 7.15 Uhr verließ Klaus meine letzte Leidensstation, ich wartete weiter. Die Minuten zogen nur so ins Land und es regte sich nichts. Selbst der McDonald’s war inzwischen leer, vom Fritz-Club waren erst recht keine Fahrgäste mehr zu erwarten.

„Naja, als erster haut man nicht ab!“

hatte Klaus mir verbunden mit ein wenig Hoffnung mit auf den Weg gegeben. Klar, ziemlich eiserne Regel. Und anderthalb Stunden blöd für nichts in der Gegend herumzustehen um dann heimzufahren? Da sträubt sich das Gehirn einfach mit einem ganzen Bataillon an Rechtfertigungen dagegen. Um 7.30 Uhr wurde ich dann immer müder und müder und in halb ausgeschaltetem Zustand lässt sich die eigene Psyche schon viel besser überwinden. Ein bisschen schämte ich mich vor meinem Kollegen hinter mir, denn es ist nunmal wirklich blöd, nach so langer Zeit abzuhauen. Noch dazu hatte er den selben Funk. Der war bei mir zwar aus, aber er würde wissen, dass ich keinen Auftrag habe. *grummel*

Um kurz nach halb acht war mir das dann auch endlich scheißegal. Ich wollte heim. Jetzt! Sofort!

„Vergiss die Kohle, vergiss die letzten anderthalb Stunden, fahr heim, schlaf und rock am Abend wieder rein!“

Mit einer Mischung aus Scham, Ärger und Wut beschloss ich, die Schicht nun wirklich hinter mir zu lassen. Was dann geschah, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können: Ich legte den ersten Gang ein, trat die Kupplung durch, drehte den Zündschlüssel und stellte fest, dass die Batterie leer war.

Taxistand. Taxistand! TAXISTAND!!!

Ich bin wirklich keiner dieser sturen Rechthaber, die immer alles nach ihren Wünschen und ihrem Wissen durchprügeln müssen. Gerade im Verkehr. Im Grunde gibt es für mich eine einzige wirklich entscheidende Verkehrsregel. Und das ist witzigerweise die erste überhaupt: Straßenverkehrsordnung, §1:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Ich bin mir sicher, dass 95% allen Ärgers vermieden werden könnten, würden wir uns alle an diese Regel halten. Aber das ist natürlich Auslegungssache, weswegen wir all die anderen Paragraphen gleich noch miterfunden haben.

Die Halte am Ostbahnhof ist bekloppt. Ich habe das die Tage erst ausgesprochen und von einem Kunden (der dann bei einem Kollegen einstieg) bestätigt bekommen. Wir müssen an dieser Halte nämlich wenden. Das wird schon dadurch erschwert, dass auf der zu erreichenden Seite direkt an den Taxistand eine Halte für Einsatzwagen der Polizei grenzt. Dieses Problem ist rein geometrischer Natur – auf den letzten Platz der ersten Rücke könnten wir einfach leichter vorrücken, wenn der Platz frei wäre.

Das war er auch, als ein Kollege zum Blinken und Herüberrücken ansetzte. Doch dann geschah das hier:

Polizeifahrzeug parkt am Taxistand

„Weg gegangen Platz gefangen, nänänänänänä!“ Quelle: Sash

Ein Polizist hielt eben mal kurz am Taxistand (die Trennung zwischen den beiden Ständen ist das Schild hinter dem Corsa!) und ging in den Bahnhof. Der Kollege vor mir hatte ziemlich zu rödeln, um sein Auto (hier inzwischen vor dem Polizei-Corsa) zu wenden. Schließlich war er auf der anderen Seite (die, von der aus ich das Foto gemacht habe) bereits so weit vorgerückt, dass er vor dem Polizei-Bus hätte bequem einscheren können.

Aber man nimmt das ja mal hin. Abgesehen davon, dass man sich ungerne mit der Exekutive direkt anlegt. Man weiß ja auch nicht: Ist das wichtig? 5 Minuten später kam der blaubefrackte Scheinkollege dann zurück. Mit einer McDonalds-Tüte. Fragwürdig genug. Nun aber dauerte es zwei (zwei! ZWEI!!!) Minuten, bis er den Corsa aus der engen (siehe Foto) Lücke herausmanövriert hatte und mich derweil am Wenden hinderte …

Ja, die Polizei hat wichtige Dinge zu erledigen. Klar. Da werden wir uns drauf einigen können. Aber wenn es ums Essen geht, dann wäre es doch schön, wenn diejenigen die Plätze nutzen, die damit auch umzugehen wissen und dazu befugt sind. Und manchmal sind das eben auch wir Taxifahrer …

Nochmal zu Fürstenwalde

Wie gesagt: Die Tour nach da draußen war – abgesehen von der Laune – recht nett. Ich hatte allerdings, wie ich unterwegs erfahren habe, nicht nur das oberflächliche Glück, dass sie einfach bei mir eingestiegen ist. Nein, ich hatte das auch einem Kollegen zu verdanken, den sie bereits am Bahnhof Zoo angesprochen hatte. Der liegt natürlich noch mal ein paar Kilometer weiter weg von Fürstenwalde. Dass der Kollege also mehr verlangt hatte, wundert gar nicht. Die Fahrt vom Zoo zum Ostbahnhof kostet je nach Fahrtstrecke irgendwas um die 16 bis 18 Euro – wohlgemerkt inklusive Einstiegspreis und der teuren ersten Kilometer.

Nun also die Preisfrage:

Wieviel hat der Kollege dort für die Fahrt vom Zoo nach Fürstenwalde verlangt?

  • 200 €, nach Verhandlung 170. (28%, 113 Votes)
  • 170 €, nach Verhandlung 150. (26%, 106 Votes)
  • 150 €. Ohne Verhandlungsspielraum. (20%, 82 Votes)
  • 230 €, nach Verhandlung 180 (18%, 72 Votes)
  • Naja, äh … 120 € dann wohl, oder? (8%, 33 Votes)

Total Voters: 406

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Bis morgen früh um 7 Uhr könnt ihr tippen. Um 8 Uhr gibt es die Lösung.

Sieg der Zurückhaltung

Kollege Thorsten ist ein netter. Wie sein h-loser Namensvetter aus Paderborn. Neulich sind wir am Stand jedoch fast aneinandergeraten. Also jetzt nicht ernsthaft. Es begann damit, dass wir an meinem Auto standen, Thorstens Wagen stand ein drei Plätze weiter vorne in der Schlange. Ein älterer Mann kam an und fragte, wer von uns ein Fahrrad mitnehmen könnte. Ich hab auf meinen Wagen gedeutet und einfach reflexmäßig geantwortet, dass bisher alle reingepasst hätten, man es aber einfach versuchen müsste, da es immer schwierig sei.

„Ja wissense, ich muss nach Müggelheim.“

Yeah! 30 €! Da moserte Thorsten:

„Naja, eigentlich steh ich ja vor Dir …“

Was eher als kleiner Neck gedacht war, sorgte nun dafür, dass der etwas ratlose Kunde sofort umschwenkte und mit Thorsten fahren wollte. Der Fairness halber. Jetzt, ein paar Tage später, kann ich da sehr gut drüber lachen. Klar, so eine gute Tour hab ich in der ganzen Schicht nicht mehr bekommen. Aber es war ja nicht aller Tage Abend. Am vergangenen Samstag stand ich dann an der Pole Position, Thorsten hinter mir. Wir quatschten und es kamen drei Mädels an. Mit einer nicht schlechten Tour nach Charlottenburg. Thorsten und ich unterstützten uns gegenseitig bei der Preisfindung, woraufhin die Mädels bei Thorsten mitfahren wollten. Der – vielleicht noch schuldbewusst vom letzten Mal – verwies darauf, dass ich erster sei, sie es sich aber aussuchen konnten.

Ich hatte das Gefühl, ich wäre den Mädels etwas unheimlich, weswegen ich gleich gesagt habe:

„Hey, es ist eure Wahl. Ihr könnt gerne mit meinem Kollegen fahren, wenn ihr wollt.“

„Hmm, ja uns ist es auch egal. Entscheidet ihr euch!“

Während ich überlegte, wie wir das nun angehen sollten, ohne dass wir wie streitlustige Taxler oder wie unwillige Dienstleister aussehen, trat eine junge Frau an mich heran:

„Sagen sie, was kostet es denn nach Fürstenwalde?“

Ich hab – als Umland-Unwissender – Thorsten angesehen und der antwortete recht beiläufig:

„100 Euro so in etwa.“

„Und das wird auch nicht mehr?“

„Nee, hundert sind schon ok.“

„OK, gut.“

Sprach’s und ging zu meinem Auto. Ich hab von Thorsten nur noch eines gehört an dem Abend:

„Orrr nee!“

Aber hey, er hatte schließlich auch eine gute Tour … 😉

Die Fahrt nach Fürstenwalde war letztlich sehr entspannt und hat mir einen echt bombastischen Schichtabschluss geliefert. Ein wenig schade war, dass die Tour natürlich nur aus der Not geboren wurde und die junge Frau alles andere als gute Laune hatte. Nicht nur das – kurz bevor wir ankamen, stellte sich sogar heraus, dass die Fahrt im Grunde völlig umsonst war. Zu meiner Freude allerdings eben nicht kostenlos. Die 100 €, die Thorsten genannt hatte, waren auch ein guter Wert. Da ich lieber schnell als kurz gefahren bin, hatte ich am Ende ein paar Kilometer über, aber nicht dramatisch viele. Und meiner Kundin war das letzten Endes ohnehin alles zu viel …

Ich nehme jetzt als Moral der Geschichte einfach mal raus, dass man sich nicht um Fahrgäste rangeln sollte 😉

Haariges Kriterium

Zwei Touris aus dem Süden Deutschlands. Nett, höflich und mit einer kurzen Tour im Gepäck. Warum sie aber mich als ca. 13. aus der Schlange gepickt haben – ohne dass ich an einer Position stand, die suggerieren konnte, dass ich erster bin – das musste ich sie dann doch fragen. Die Antwort war ebenso überraschend wie überhaupt nicht einleuchtend:

„Wir nehmen immer die mit Bart. Das sind die nettesten.“

Viel Reden für nichts

Die Frau, die für alle Kollegen außer mir am Stand noch als junge Frau gegolten haben dürfte, hangelte sich bereits vom fünften zum sechsten Taxifahrer. Ich war der siebte in der Schlange. Dass mit ihrer Anfrage irgendwas nicht so recht koscher sein konnte, war unschwer abzusehen. Allerdings behalte ich meine Freundlichkeit und mein Pokerface gerne bei, denn manchmal sind es ja nur die kleinen Dinge. Selbst wenn Kartenzahlung gewünscht ist, ist unter Umständen ein Halt an einer Bank etwas, an das alle Kollegen noch nicht gedacht haben.  Oder man kann mit drei Sätzen vernünftig erläutern, warum Kurzstrecke vom Stand aus nicht machbar ist und am Ende steigen die Leute dann doch zum Normaltarif ein. Ganz zu schweigen von den Kollegen, die Leute mit Hund / Rollstuhl / Dachschaden oder kurzen Touren aus Prinzip nicht mitnehmen wollen. Also hab ich abgewartet.

Auch beim Kollegen vor mir ist sie abgeblitzt, so dass sie mir endlich ihr Leid schildern konnte. Es ging um eine Tour nach außerhalb. Na gut, warum nicht. Dank S-Bahn-Ausfall war am vergangenen Samstag um den Ostbahnhof die Hölle los und mit dieser Fahrt hätte ich Feierabend machen können. Um halb zwei – mit einem Umsatz, den ich vielleicht für halb sieben erhofft hatte.

„Wir suchen nach einer Schwarzfahrt, muss also nicht auf der Uhr …“

Wegtreten, Flitzpiepe!

Hab ich so nicht gesagt, aber gedacht. Diplomatisch hab ich eingeworfen, dass wir nach außerhalb ja ohnehin verhandeln müssten.

„Naja, das sind 37 Kilometer und wir haben noch 40 Euro …“

Das ist immerhin mal nicht oberdreist und bei meinem Kilometerschnitt an dem Abend wäre das eigentlich vielleicht ganz ausnahmsweise und überhaupt … aber: nein!

Ja, irgendwie dringewesen wäre das. Sicher. Ich hab ihr auch angeboten, dass wir es umgehend machen könnten, wenn sie noch einen Zehner drauflegen würde. Nicht aus purer Geldsucht, damit läge ich immer noch unter dem, was mein Chef eigentlich von mir erwarten würde. Aber man muss die Kundenanfragen natürlich auch erstmal so lesen, wie sie dann in Realität aussehen. Die 37 Kilometer hab ich zwar nicht gleich überprüft, aber schon während unseres Gesprächs wurden sie zu 35. Wäre also nicht verwunderlich, wenn es eigentlich 50 sind. Vielleicht sogar 37 auf dem kürzesten Weg, aber über die Autobahn ist es ohnehin schneller, bla laber keks …

Und „wir haben nur 40 Euro“ kann ich auch lesen als „und Trinkgeld gibt es dann natürlich keines“. Muss nicht stimmen, man sollte aber vorsichtshalber damit rechnen.

Und außerdem war ihr (nur mal so: es waren insgesamt vier Leute!) einziges Problem, dass sie anderthalb Stunden auf den Zug warten mussten. An einem Bahnhof mit McDonalds, vielen Leuten und und und …

Auch wenn meine Artikel es manchmal vielleicht vermuten lassen. Ich geh nicht morgens ins Bett, hol mir einen runter und denk dabei daran, wie ich heute wieder den Taxitarif hochgehalten habe. Ich hätte den Leuten gerne einen Gefallen getan, aber es hätte sich – insbesondere in dieser Nacht! – nicht gelohnt für mich. Ich hab in der grob für die Tour veranschlagten Zeit ähnlich viel Geld – mit stattlichem Tip – eingefahren. Außerdem glaube ich auch, dass wenn 10 € für eine Fahrt von 40 Kilometern pro Person ok sind, 12,50 € kein allzu abbgehobenes Angebot sind. Dafür hätte es die Fahrt vor die Türe gegeben statt zum Bahnhof und es will mir doch keiner erzählen, dass von 4 erwachsenen Leuten, die in Berlin feiern gehen, nicht wenigstens einer noch einen Zehner bei der Bank abheben kann …

Am Ende haben sie wohl gewartet, die Taxi-Schlange endete kurz hinter mir. Ich hab es überlebt, sie haben es überlebt. So kann es eben gehen. Trotzdem schade.