Die Sendung mit dem Taxi

Irgendwo hatte ich es bereits mal erwähnt, dieses Video. Nun hat mich allerdings Christoph (@ch_lob) bei Twitter nochmal darauf gestoßen. Und man muss es sich wirklich mal reinziehen:

Ohne allzu vorschnell sein zu wollen und ohne zu vergessen, dass das Video für Kinder gemacht wurde und jetzt 40 Jahre alt ist: Das ist wohl die schlechteste „Doku“ übers Taxifahren, die ich bislang kenne. Ich will meinen Job nicht unbotmäßig in den Himmel loben, aber schon dieses minutenlange „Fahren. Schalten. 100 Meter, ein Groschen.“ ist so abgrundtief schlecht. Wer das gesehen hat, muss ja glauben, dass sich Taxifahrer durch Roboter ersetzen lassen.

Wenn ich mal versehentlich einen GNIT-Eintrag in dem Stil schreibe, hab ich doch am nächsten Tag 200 Leser weniger. Kein Wort darüber, dass man verschiedene Leute im Auto hat (also mehr als nur eine Zahl), kein Wort über irgendwas. Nur fahren, schalten, 100 Meter, ein Groschen.

Keine Frage, Langeweile kenne ich auch zur Genüge aus dem Alltag, aber das kann einen echt traurig machen.

Ich glaube, ich kann selbst für die Kollegen sprechen, die ihren Job nicht so gerne machen: Wenn wir an eines nicht ständig denken, dann ans Fahren und ans Schalten. Ans Geld vielleicht, aber sicher auch nicht alle 100 Meter 😉

Kaffee, Nachtschicht und PR (2)

Die Leute von Tchibo waren schnell und die Maschine kam binnen zwei Tagen bei mir an. Ich hab mich davor erst mal gar nicht mit Form, Farbe, Größe und sonstigen Dingen auseinandergesetzt – hätte aber sowieso nicht geklappt, es gab die Maschine ja noch nicht offiziell. Im Laufe der Woche müsste man sie im Shop bei Tchibo bekommen.

Was soll ich sagen: Wir haben uns ein bisschen verliebt. Die Cafissimo Compact war sowohl schick als auch umweltbewusst verpackt (fast nur Papier, kein unnötiges Plastik), reiht sich beim Design prima zwischen unseren Toaster und unseren Wasserkocher ein und macht schnell Kaffee. 🙂

Es bringt nichts, hier über die Glaubensfrage pro und contra Kapsel zu diskutieren – für uns ist das das sinnvollste. Und das hatten wir davor schon beschlossen. Der Preis pro Kapsel liegt bei 25 Cent und solange man nicht als Niedriglöhner wie ich eine Kanne täglich weghaut, finde ich das einen fairen Preis. Alles unter dem Preis an der Tanke steigert meinen Luxus, so sehe ich das. Die kompakte Maschine hat zwar keine großen Extras, aber mittels eines Hebels und dreier Knöpfe lassen sich verschiedenste Sorten Kaffee machen und obwohl ich ein Mensch bin, der permanent nach Idiotie im Alltag sucht, fand ich, dass das Gesamtkonzept bis hin zu einigen Detaillösungen sehr stimmig ist. Sicher hat jede andere Maschine nochmal ganz eigene Vorzüge, aber dass mir die Cafissimo Compact angeboten wurde, war wohl irgendwie ein Glückstreffer. Schön: Die angebotenen Kaffeesorten sind inzwischen allesamt als nachhaltig produziert zertifiziert. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber jeder weitere Schritt in Richtung komplett Fairtrade wäre natürlich noch wünschenswerter.

Ich weiß nicht, ob es den Leuten von Tchibo gefällt, aber ich mich persönlich begeistert hat die Idiotensicherheit der Maschine. Ohne zu wissen, wie das anderen hier geht: ich finde es vorteilhaft, wenn man nach dem Aufstehen nicht noch schwierige Dosierungs-Rechenaufgaben lösen muss. Oder einen Löffel finden, den man zum Dosieren abspülen … Nee, Tasse drunter, Knöpfchen drücken, fertig. Und das Ganze am Besten in weniger als 2 Minuten. Ich hab vielleicht nicht die Durchschnittsanforderungen an eine Kaffeemaschine (deswegen hatte ich ja auch keine!), aber meine werden von dem Tchibo-Teil erfüllt.

Ich selbst bin ja immer ein wenig skeptisch, wenn ich irgendwelche Dinge empfehle, von denen ich wenig Ahnung hab. Deswegen hab ich mir auch noch Meinungen von Kaffee-Junkies aus dem näheren Familienumfeld eingeholt – insbesondere des Geschmacks wegen. So gerne ich hier jetzt subversiv rumwettern würde, waren die leider auch alle positiv. Dabei haben wir die Einstellmöglichkeiten der Maschine noch nichtmal ausgereizt. Ich könnte jetzt versuchen, fachzusimpeln, aber das überlasse ich besser Leuten, die von Kaffeemaschinen ein bisschen mehr Ahnung haben als ich.

Zu guter Letzt meine zwei Kritikpunkte:

1.
Der Verschluss des Kapseleinwurfs sollte durchsichtig sein, falls man mal vergisst, was für eine Kapsel man eingeworfen hat. Die Sorge muss niemand teilen, aber es würde die Verpeilungsfestigkeit enorm erhöhen.

2.
Die Kapseln sollten entweder selbst aus abbaubarem Material sein oder wenigstens einfach auseinandernehmbar! Ausgerechnet Plastik- und Biomüll zusammen sollte doch vermeidbar sein. Dass so eine Maschine nie das Optimum rausholt, ist klar, aber das ist unnötig.

Der letzte Punkt ist vor allem deswegen ärgerlich, weil ich mich wie eingangs erwähnt gefreut habe, dass die Verpackung weitgehend auf unnötigen Plastikmüll verzichtet, ein gewisses Bewusstsein dafür also vorhanden scheint – und ich für manches auch Pluspunkte verteilen würde. Sehr gut zum Beispiel, dass in der Anleitung das Entkalken mit Zitronensäure erklärt wird, obwóhl Tchibo auch selbst Entkalker vertreibt.

Alles in allem kann ich also ein positives Fazit ziehen. Und noch ’nen Kaffee machen vielleicht. Dann finde ich die Einstiegsluke auch im Taxi. Und wenn ich mir jetzt noch was wünschen dürfte, dann dass das Wort „Verpeilungsfestigkeit“ irgendwann im Duden landet. 🙂

Nachtschicht, Kaffee und PR

Ich bin ja quasi nur ein halber Taxifahrer gewesen all die Zeit. Ich weiß, ihr dachtet oftmals was anderes, aber ich hab einfach viel zu selten Kaffee getrunken, um ernst genommen zu werden. Damit könnte jetzt Schluss sein.

Das unglaublich blöde an Kaffee ist, dass er so stressig ist. Ehrlich. Ich trinke gerne mal einen, lasse mich gerne zum Kaffee einladen und ich bin dann auch nicht wählerisch. Grundsätzlich mag ich ihn zwar schon süß und mit Milch, aber manchmal ein schwarzer oder gleich ein Espresso ist auch was feines. Nur mach Dir mal einen als fauler Mensch! Da ich das Zeug einfach nur als Genußmittel betrachte und mir mein Koffein über verschiedene andere Wege zuführe, war mir das immer zu blöde. Eine Kaffeemaschine besaßen wir nie, nur so eine Kanne für türkischen Espresso. War ich müde, war mir die zu stressig und war ich wach, brauchte ich keinen Kaffee. Und kam ich zwischendrin auf die Idee, war der Kaffee schon wieder ein halbes Jahr alt und verlustlos durch Seife zu ersetzen.

Deswegen haben meine bessere Hälfte und ich uns schon ein Weilchen überlegt, dafür – oder wenigstens für unseren Besuch – mal über die Anschaffung einer Pad- oder Kapselmaschine nachzudenken. Ich finde zwar die Idee nicht toll, mit jeder Tasse Müll zu produzieren, blöderweise hab ich in den letzten Jahren als Wenigtrinker im Gegenzug sicher fünf Pfund Kaffee weggeschmissen, weil der irgendwann halt angebrochen und trotz sorgsamer Verpackung nicht mehr trinkbar war. Und das ist auch weder umweltfreundlich noch günstig. Also waren wir am Überlegen. Zuegegebenermaßen eher langsam.

Nun aber hatten wir doppelt Glück, denn bei mir hat sich die Marketingabteilung von Tchibo gemeldet – und zwar mit einer netten Mail von echten Menschen, keinem dummdreisten Rumgespamme wie die meisten Werbe- und Sonstwas-Angebote, die man als Blogger ständig kriegt. Und die wollten mir eine Maschine (die neue Cafissimo Compact) nebst Kaffeesortiment zum Testen zuschicken. So ich wollte. Überhaupt: Ihr könnt den Text meinetwegen als Werbung abhaken, ich müsste ihn nicht schreiben und da lege ich Wert drauf! Ich bin nicht verpflichtet, einen Artikel zu schreiben, schon gar keinen positiven. Mein Spamordner ist voll mit „tollen Angeboten“, die mir solche Vorgaben machen und ich weiß es wirklich zu schätzen, wenn mal was vernünftiges dabei ist. Und deswegen schreibe ich das hier gerne. Glaubt es oder nicht.

Mehr zur Maschine gibt es im nächsten Artikel und wenn ihr es schlimm findet, dass ich über ein geschenkte Kaffeemaschine schreibe, dann lest ihn einfach nicht.

Die bissige Kundschaft

Pressemeldungen haue ich hier ja nicht mehr oft raus, das ist meist öde. Aber in diesem Fall muss ich mal wieder eine Ausnahme machen: Eine Frau wurde nun zu 18 Monaten Knast auf Bewährung und zu 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, weil sie einen Taxifahrer gebissen hat. Klingt jetzt erstmal recht witzig, aber der Kollege hatte mit der werten Dame offensichtlich einiges zu ertragen: Sie soll während einer 300€-Tour dauernd versucht haben die Uhr auszuschalten, hatte letztlich zu wenig Geld, am Ende klappt es auch am Automaten nicht. Dann lässt sie sich zu einer anderen Adresse fahren und dort wollte der Fahrer wohl ihre Tasche als Pfand haben, bis sie mit einer gültigen Karte wieder herunterkommt. Und in die Hand, die nach der Tasche griff, biss sie dann wohl.
Angespuckt und getreten wurde der Kollege vor dem Eintreffen der Polizei dann auch noch und zu guter Letzt versuchte sie den Beamten wohl wenig glaubhaft zu vermitteln, der Fahrer hätte sie sexuell belästigt.

Verdammt, was bin ich froh, diese Tour nicht gemacht haben zu müssen! Und ich vermute, dem Kollegen geht es im Nachhinein ähnlich.

Danke an Moritz für den Hinweis.

PS: Ich kenne auch persönlich Kollegen, die von Fahrgästen gebissen wurden!