Es geht doch …

„Wer langsam kackt, kriegt auch ’nen Haufen.“

Eine zur Gelassenheit mahnende Weisheit, für die mir oft genug – wenn mich was ärgert z.B. – auch der Sinn fehlt. Aber gut, merken wir uns doch bei all dem Mist, der so passiert, dass heute am 20.12. endlich mal ein kleiner Erfolg in Punkto „Taxiabzocke“ für die Berliner Polizei zu vermelden war: Sie haben einen der Verdächtigen erwischt und dass sie gleich sein Taxi einbehalten haben, lässt darauf schließen, dass sie sich der Sache recht sicher sind und es hier wirklich auf ein Verfahren und nicht nur ein kleines Bußgeld rauslaufen wird.

Ich bin jedenfalls gespannt. Und guter Laune. 🙂

Das Estrel in Lichtenberg

Immerhin ein Anfang: Am Flughafen Tegel werden jetzt offensichtlich Info-Plakate und Flyer zugänglich gemacht, die die Touristen davon abhalten sollen, bei den bekannten Abzockern ins Auto zu steigen. Das ist natürlich noch keine Gesamtlösung und es ist natürlich unabdinglich, dass man diese „Taxifahrer“ auch rechtlich belangt.

Aber ich finde das dennoch einen guten und wichtigen Schritt – denn wie ich schon oft geschrieben habe: Informationen sind wichtig!

Neben den potenziell abgezockten Touristen hab ich da ja selbst durchaus die durchschnittlich verängstigten Wenigfahrer im Kopf, die uns aus Unwissen schnell mal den dreifachen Preis unterstellen und deswegen so selten in ein Taxi steigen.

Gestern ist dann auch die Berliner Zeitung auf den Zug aufgesprungen und berichtet, natürlich traurigerweise auch erst einmal mit dem Aufhänger, dass in Tegel massiv betrogen wird. Aber immerhin ist der Artikel halbwegs informativ, das muss man ihnen lassen. Die weiter unten im Text eingebundene Grafik „So viel kosten Taxifahrten vom Flughafen Tegel“ ist mir besonders aufgefallen – zum einen, weil ich eine derartige Übersicht, so ungenau sie natürlich sein muss, echt schön finde. Zum anderen ist die Karte aber auch auf extrem lustige Weise völlig falsch, was die Lage der nach kuriosen Kriterien ausgewählten Objekte (U-Bahnhof Dahlem-Dorf, ehrlich?) angeht.

Der Alexanderplatz liegt ab heute in Pankow, das Estrel in Friedrichsfelde – warum auch nicht?
Und ich bin mir sicher, dass sich die Bewohner von Berlin-Lichtenrade über den Flughafen in ihrem kleinen Stadtteil freuen werden. 🙂

Für ein Fazit fehlt mir die Zeit.

 

 

Gaga-Meilensteine

Manchmal ist auf die Medien ja schon Verlass. Die meisten werden es gestern im bildblog schon gelesen haben, dass die Bild ihre Qualität im Grundschulrechnen mal wieder gnadenlos überschätzt hat und eine (vielleicht ohnehin nie stattgefundene) Taxifahrt mal eben von den Kosten her verdoppelt hat.

Das ist natürlich eine Meldung, die egaler nicht sein könnte. Ich möchte trotzdem anmerken, dass hier – sehr Bild-typisch – mal wieder das gemacht wird, was mir nicht nur als Taxifahrer übel aufstößt: durch lächerliche Übertreibungen blödsinnig Stimmung machen. Dass die Bild den im Artikel erwähnten Balotelli nicht sonderlich gut leiden kann, ist fast schon zu banal. Aber trotzdem, man muss ja nochmal draufhauen. Dieser Idiot gibt 2000 € dafür aus, dass ein Taxi vor ihm herfährt! Haha!

Im Umkehrschluss ist man also blöd, wenn man das macht.

OK, ich würde für die Strecke keine 2000 € ausgeben, auch keine 1000. Und schon gar nicht für eine Lotsenfahrt, ich kann via Karte navigieren und wäre bereit, diese Fähigkeit einzusetzen. Aber für mich sind 1000 € auch eine Menge mehr Holz und meine Zeit ist entsprechend weniger wert als die von Balotelli. Und wenn ich mich beim Einkaufen mal für ein bisschen Luxus entscheide und einen Zehner mehr zahle, dann sei das einem Fußballer in seinem Universum auch gegönnt.

Ich hatte ja auch schon mal einen Fußballer an Bord, der mir gerne 10 € für eine Fahrt zum nächsten Geldautomaten gegeben hat.

Taxen sind sicher nicht die erste Wahl, wenn es um längere Strecken geht. Da sind wir einfach ein recht teures Personal, weil wir recht schnell sind und sich unser Preis in erster Linie nach Kilometern berechnet. Je nach Lebensumfeld ist das aber vielleicht auch gar nicht so entscheidend. Schicke ich jemanden nicht vielleicht doch lieber mit dem Taxi nach Hause, als ihm einen Tag Verdienstausfall und eine Übernachtung in seinem 4-Sterne-Hotel zu zahlen? Da werden 500 € schnell wieder zu einer gar nicht so abwegigen Lösung.

Eigentlich wollte ich gar keine langen Reden schwingen. Ich würde nur dazu raten, niemanden ernst zu nehmen, der einfach weiterverbreitet, dass ein Taxi irgendwo in Europa mal eben über drei Euro pro Kilometer kostet. Ich will es nicht ausschließen, aber ich würde zumindest mal recherchieren. Aber ich bin ja auch nur Blogger.

Taxifahrer und der Weltuntergang

Das ganze Gelaber über den ungefähr zwanzigsten Weltuntergang seit meiner Geburt nervt mich eigentlich nur noch. Schön, wenn ein paar sachliche Stimmen dagegen anreden. Noch schöner allerdings ist es, wenn Taxifahrer im Anblick des mindestens sichersten Endes aller Tage aller Tage ganz gelassen einen Text von geradezu lyrischer Schönheit schreiben.

Reinhold aus München, den ich hier ohnehin zu selten verlinke, hat das getan und das solltet ihr unbedingt alle lesen:

„Estoy el Taxista.“ bei Taxi München

In eigener Sache

Nachdem die Domain zwar gesichert war, aber lange brach lag, habe ich gestern meine persönliche Seite sascha-bors.de in Betrieb genommen. Da ist zwar erst einmal für euch Leser nicht wirklich was neues zu finden, es ist eher eine Auflistung der Dinge, die ich so im Netz tue und getan habe. Aber wie das immer so ist mit neuen Seiten:

Ich würde mich über Feedback und natürlich auch gerne ein paar sich gut machende Likes, Shares und Retweets freuen. Keine Sorge, ich werde dort nicht auch noch bloggen, das passiert weiterhin bei sashs-blog.de. Es ist mehr eine offizielle und repräsentative Seite für mich als Schreiberling, quasi eine Visitenkartenpage.

Wie gesagt, schaut’s euch an und meckert, was das Zeug hält! 🙂

out for art(icles)

Den ein oder anderen Fahrgast lasse ich dann ja schon wissen, dass ich blogge. Bei den meisten halte ich trotz potenzieller Leserschaft die Füße still, bei manchen merkt man ohnehin, dass ihr Interesse nicht gegeben wäre. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel und manchmal ergibt es sich dann auch eher zufällig.

So wie beim von Sarah von out for art recht frei wiedergegebenen Dialog am Ende einer Fahrt von Kreuzberg nach Prenzl’berg.

Dass wir uns trafen, war ein Zufall. Ich stand an einer Ampel und die Tür öffnete sich ohne Vorwarnung, so dass das nicht gerade auf Zimmerlautstärke laufende „Break on through“ von den Doors schlagartig eine gewisse Doppeldeutigkeit bekam. Die Fahrt war nett und das Lob für mich als Fahrer kann ich auch an meine Kundin zurückgeben. Ach, wären nur alle so nett und angenehm!

Die Erwähnung meines Blogs geschah wirklich so zufällig, wie bei out for art geschrieben. Genau genommen hab ich auf die Frage nach einer Karte geantwortet:

„Leider nicht. So professionell bin ich – keine Karte, aber eine eigene Website …“

Der selbstironische Touch meiner Ansagen fehlt mir dort im Blog etwas. Wie dem auch sei: Zum bereits zweiten Mal an diesem Wochenende bin ich zufällig auf eine Autorin gestoßen und so folgte im Anschluss noch kurzes Blog-Fachgesimpel über dies und das. Alles wie gesagt sehr angenehm, weswegen ich den Blog auch gerne verlinke. Wir suchen doch alle nach Lesern und Inspiration für neue Artikel, nicht wahr? Out for articles …

Dass ich das bisher nicht verbloggt hatte, erklärt sich im Übrigen zum einen dadurch, dass ich meist ein paar Tage im Voraus blogge, zum anderen, dass ich mir den Namen out for art nur so grob merken konnte und wusste, dass ich leichter zu googeln bin.

Und jetzt dürft ihr bei Sarah die Statistik explodieren lassen. 🙂

PS: Sarah, wenn Du das liest: Sash ist ok, Sascha Bors auch. Aber Sasch Bors? Bitte nicht …