Online-Welt

Irgendwas überrraschendes kann immer mal passieren während einer Taxi-Fahrt. So wie bei dieser. Dass ich zunächst bei der Schönholzer Straße an Pankow und nicht an Mitte gedacht habe, ist nicht schlimm gewesen. Das hatten wir gleich geklärt. Unterwegs verkündete mein Beifahrer auch schon, dass die Route wohl sinniger sei als die auf der Hinfahrt. Diesen Vorteil hatte ich allerdings schnell wieder verspielt. Gleich zwei Straßensperrungen hintereinander versauten uns die kürzeste Route derart, dass ich ziemlich wild durch die kleinen Gassen tingelte.

„Ja schade wegen den Umleitungen. Sonst hätte ich das ja vergleichen können – also ob es wirklich besser war als auf der Hinfahrt…“

„Was habt ihr denn auf der Hinfahrt gezahlt?“

„14 Euro.“

„14? Wow. Also da kommen wir sicher…“

„Naja, 14 hab ich gegeben. Wieviel das gekostet hat, weiss ich nicht mehr.“

„Ist ja sehr sinnig, Vergleiche anzustellen, wenn man den Ausgangswert nicht kennt.“

„Naja, ich hab gedacht, ich geb dir einfach weniger Trinkgeld, dann passt das schon. Oh, das hätte ich jetzt nicht sagen sollen, das war jetzt irgendwie nicht so nett, oder?“

„Mach dir mal keinen Kopf. Ich weise bloß darauf hin, dass ich blogge. Wenn mir jemand blöd kommt, kann ich damit also schon umgehen…“

„Oh, dann schreib bitte nix böses über mich! Ich lebe in einer Online-Welt!“

„Keine Panik! Wenn, dann sowieso nur anonym.“

„Puh! Kannst hier halten. Was macht das?“

„11,80 Euro.“

„Dann mach einfach mal 15!“

Nee Leute, so leicht kann man die Blogeinträge hier auch nicht verhindern, sorry! 😉

Sparen im Taxi

Ein netter Fahrgast, die Fahrtstrecke war Standard. Vom Ostbahnhof nach Neukölln. Er hatte sich von seinen Jungs frühzeitig losgeeist um pünktlich ins Bett zu kommen. Kurzer Dialog am Ende:

„So, dann wären wir bei quasi aalglatten 10 €.“

„Oh! Na dann machen sie mal bitte 12!“

„Das mach ich sehr gerne. Vielen vielen Dank!“

„Ach, ich hab ja so viel Geld dadurch gespart, dass ich so früh weg bin…“

Gefällt mir wesentlich besser als diese Preisdrückerei mit dem Argument, der Abend wäre bisher so teuer gewesen 🙂

Geldautenmat

Hat sich das Anstellen am Matrix also doch noch gelohnt. Ich war seit Monaten nicht mehr dort, entweder weil es sich nicht ergeben hat, oder weil ich keine Lust hatte. Passiert. Mein Kunde war Schotte. Ohne Kilt, aber somit immerhin auch ohne Nichts drunter. Hat ja alles Vor- und Nachteile 🙂

„I need to go zu den Europacenter, but I ich brauche ein Geldautenmat.“

Klar, kein Problem. Der Kerl hatte ordentlich einen im Tee, war aber ein wirklich total Netter. Ich hab ihn dann an der Skalitzer Straße an der Postbank Geld holen lassen – es ist mir einfach lieber, wenn ich den Eingang im Blick habe, wenn jemand mein Geld holt.

Nur für mich alleine sollte es gar nicht sein. Er wolle noch in einen Strip-Club. Den Plan hat er unterwegs aber auch wieder verworfen. Naja, egal. Irgendwann nachdem er mir erzählt hat, dass er schon das dritte Mal in Berlin sei, hat er dann kleinlaut gestanden:

„Well Guy, I’m really sorry I don’t speak German. But I want to learn it!“

Über das Thema hatten wir es dann eine Weile. Ich hab ihm zu Bedenken gegeben, dass Deutsch – insbesondere für englischsprachige Menschen – eine durchaus schwere Sprache wäre. Die erstaunliche Antwort von seiner Seite aus war dann:

Das sei ihm bewusst. Aber gerade deswegen würde es ihn so freuen. Das Schwierige an der deutschen Sprache wäre die Grammatik, und er sei ein großer Freund von Grammatik. Außerdem könnte seine Mutter ganz gut Deutsch und da könne er sicher viel lernen. Binnen weniger Minuten hätte der Kerl in seiner Euphorie beinahe mich als bekennenden Grammatik-Muffel überzeugen können, dass es nichts erstrebenswerteres gibt, als eine noch kompliziertere Sprache zu lernen.

Er war richtig gefuchst, dass auf der Insel offenbar kaum jemand sich die Mühe macht, eine andere Sprache zu lernen. Er spreche immerhin auch Französisch, obwohl er – da traten dann wohl doch alte Feindschaften zu Tage – NIEMALS Französisch sprechen würde! So ganz gestimmt hat das nicht. Er hat sich bei mir dreisprachig verabschiedet 😀

Es sind seltsame Vögel, die im Matrix unterwegs sind. Glücklicherweise sind auch solche wie er dabei…

Kleines Off-Topic-PS:
Los, wer von euch war der Spaßvogel mit der Danksagung am Ostbahnhof dieses Wochenende? So gefährlich, dass man gleich weiterrennen muss, sind Taxifahrer gar nicht. Auch nicht im Rudel!
Was ich eigentlich sagen wollte: Es hätte sich gelohnt, denn die Fragezeichen, die den Kollegen auf der Stirn standen, als sie darüber sinnierten, was „Blogeinträge“ sein sollen, waren unglaublich lustig 😀

Sprachlos

Es gibt Touren, die hinterlassen einen sprachlos. Nicht nur die ganz Schlimmen mit den Kotzern, sondern auch die schönen, die diese kleinen Lichtblicke im Alltag beinhalten. Und manche davon schlagen einen Bogen bis weit in die unglaubliche Geschichte dieser Stadt, dass es mir als jungem Menschen mit verhältnismäßig wenig Ahnung einfach die Sprache verschlagen muss.

Ich war gerade auf dem Weg in den Feierabend, wie immer in der Hoffnung, auf dem Rückweg würde sich noch eine kleine Tour ergeben. Das Schicksal meinte es gut mit mir, denn ein Mann, schätzungsweise in meinem Alter, winkte mich in Kreuzberg an den Straßenrand und fragte mich, ob ich eine bestimmte Adresse in Schöneberg kennen würde. War zwar nicht meine Richtung, aber gefreut habe ich mich trotzdem. Ich bestätigte, dass ich die Straße kenne, aber wider Erwarten stieg er nicht ein.

Er winkte einen alten Mann zu sich heran und bat mich:

„Bringen sie meinen Vater dann dahin?“

Wenn es weiter nichts ist…

Nach den ersten hundert Metern habe ich ihn gefragt, nur so zur Bestätigung:

„Ich nehme an, sie sprechen kein Deutsch?“

„Nein, sorry, but English.“

„Äh? OK! That’s no Problem!“

Die Fahrt war nicht weit, eine Strecke von nur knapp 3 Kilometern. Wir haben uns nicht lange unterhalten können. Er kam aus Israel und… nein eben eigentlich nicht. Er kam aus Berlin! Er war wohl gebürtiger Berliner und hat nach einer offensichtlich längeren Flucht aus Nazi-Deutschland sein Leben in Irael gelebt und nun, da sein Sohn beschlossen hat, ausgerechnet hier zu studieren, die Stadt seiner frühesten Kindheit wieder zu besuchen. Ich möchte nicht zu viel hineininterpretieren in die paar Sätze, die wir gewechselt haben, aber er erweckte irgendwie den Anschein, sich unglaublich zu freuen über das, was aus Berlin geworden ist.

Ich hab keine Ahnung, ob es für Menschen wie ihn überhaupt möglich ist, einen wirklichen Frieden mit Deutschland zu machen, aber die Hoffnung, dass so etwas möglich ist, hatte ich in den Sekunden, in denen wir uns verabschiedet haben. Dabei weiss ich nicht einmal, wie ich das Gefühl beschreiben könnte, dass ich hatte, als er mir ein kleines Trinkgeld gab, die Hand schüttelte und sagte:

„Well, thank you very much, and… ähm… auf Wiedersehn!“

Und nun?

Hier und da mal eine Straße nicht wissen: Passiert.

Aber Berlin macht es uns Taxifahrern – und natürlich auch allen anderen Verkehrsteilnehmern – auch nicht wirklich leicht. Gerade in den ganzen Plattenbausiedlungen im Osten existieren zigfach Straßen, deren Nennung noch beinahe nichts über das Ziel aussagt. Dass eine Straße mal einen abknickenden Verlauf hat oder von einem Hindernis geteilt wird, ist das eine. Hier aber gibt es massenweise sich verästelnde Straßen, bei denen man dann ziemlich genau wissen sollte, wo man genau hin will.

Mein Kunde neulich wusste das glücklicherweise andernfalls wäre ich in Hellersdorf ein wenig aufgeschmissen gewesen, als ich kurz vor dem Ziel an einer Kreuzung stand, an der alle 4 einmündenden Straßen den Namen „Naumburger Ring“ hatten. DAS – muss ich zugeben – hab ich bisher auch noch nicht gesehen gehabt. Hat vielleicht ein Kollege noch ein paar solcher Kreuzungen im Repertoire?

PS: An dieser Stelle kann ich auch nur immer wieder auf einen alten Artikel von Klaus verlinken, der die offenbar bisher einzige namensgleiche Kreuzung (Weserstr./Finowstr.) in Berlin zum Thema hat.

Falsch geparkt

Im Großen und Ganzen versuche mich mich da darin, zumindest den Anschein zu erweckend, die StVO einzuhalten. Da macht das Parken keine große Ausnahme. Sicher muss man als Taxifahrer mal in zweiter Reihe halten und wenn es ganz dumm läuft, dann passiert das auch mal an einer einspurigen Straße. Das ist nicht immer schön für alle unfreiwillig Beteiligten hinter mir, aber wer selbst schon mal mit einem Taxi wohin musste, wird verstehen, dass die meisten Kunden vom Fahrer sicher nicht hören wollen, dass er mal eben um den Block fährt, um einen Parkplatz zu finden.

Da ich nachts unterwegs bin, hält sich das Behinderungsrisiko allerdings in engen Grenzen – und nebenbei ergeben sich auch sonst mehr Haltemöglichkeiten als tagsüber. Am Hauptbahnhof zum Beispiel. Jeden Tag ein unerträgliches Gewimmel auf dem kleinen Europaplatz zwischen der Invalidenstraße und dem Bahnhofsgebäude! Nachts, wenn der letzte Zug bereits raus ist, sieht das anders aus.

Deswegen war ich am Wochenende auch gar nicht zimperlich und hab mich auf den Entladeplatz für Taxen gestellt. Das ist insofern nicht legal gewesen, als ich mich eigentlich nur selbst entladen wollte und kurz auf einen Sprung zur Apotheke rein. Ich sollte meiner Freundin ein paar Tabletten mitbringen und da die Nacht gut lief, hatte ich keine große Lust, mich länger dort aufzuhalten.

Also bin ich schnell aus dem Auto rausgesprungen und die 10 Meter zur Tür gelaufen…

Und habe auf der Stelle bedauert, dass ich genau diesen Parkplatz zu diesem Zeitpunkt gewählt hatte. Denn statt die von mir erwartete gähnende Leere auf der anderen Seite der Tür vorzufinden, drückten sich plötzlich ein paar hundert Hooligans durch die Tür, dem Anschein nach zwei Truppen, die nicht so sonderlich gut aufeinander zu sprechen waren. Team Green war natürlich auch dabei, und so folgten ein oder zwei Einsatzhundertschaften dem aufgewühlten Mob und keine 30 Sekunden, nachdem ich mein Auto verlassen hatte, war es umzingelt von Hassparolen brüllenden betrunkenen Typen und ein paar Polizeiwannen nebst dazugehörigem Schlägertrupp. Als der erste Böller geflogen ist, hab ich nicht mehr damit gerechnet, mit meiner guten alten 1925 noch irgendwohin fahren zu können.

Da ich in der Situation eh nicht viel machen konnte, bin ich in den Bahnhof und hab versucht, durch einen möglichst intellektuellen Blick der soeben nachrückenden Polizei das Gefühl zu vermitteln, ich sei kein Angriffsziel. Erfolgreich.

Als ich, nachdem ich in der Apotheke beim Security-Mitarbeiter Tabletten kaufen wollte und sie letztlich doch vom Apotheker bekam, wieder draussen war, musste ich mich immer noch durch die Menge drücken, aber Hools sind auch nur Menschen und als solche überwiegend kleiner als ich. Mein Auto stand allerdings schon wieder ausserhalb des operativen Einsatzgebietes aller Beteiligten und ich konnte nun als Außenstehender verfolgen, wie die Cops hinter einem Rudel Vollhorste herrannte, um sie wieder in den Bahnhof zu bugsieren.

Nochmal gut gegangen!

Und zudem hab ich jetzt eines der beklopptesten Argumente gegens Falschparken:

Nicht falsch parken, denn es könnte sein, dass euer Auto dann von Hooligans oder der Polizei beschädigt wird! 🙂

Aber vielleicht leuchtet bei der Polizei auch irgendwo ein Lämpchen auf, wenn ich illegal vor einer Apotheke halte und sie kommen deswegen…

Kommst du mit?

Es gibt Fahrten, die sind für Taxifahrer entweder besonders stressig oder besonders nett. In meinem Universum sind die meisten davon einfach nett. Der Grund dafür ist simpel: Zum einen mache ich diesen Job mit fast all seinen Widrigkeiten gerne. Da bin ich ein Optimist. Ist kein Kunde da, freue ich mich, dass ich Zeit zum Lesen habe. Ist ein Kunde da, freue ich mich über das Geld. Ist die Fahrt nur kurz, freue ich mich, dass ich gleich wieder frei bin. Macht der Kunde Stress, freue ich mich, dass ich was zu bloggen habe…

Ich nehme nunmal gerne die Vorteile wahr und abgesehen davon, dass ich sicher nicht das finanzielle Maximum aus dem Job raushole, hat das erstmal keine negativen Auswirkungen. Eine Tour vom vergangenen Wochenende könnte als Vorzeigebeispiel dienen:

Ich stand in dritter Position am Ostbahnhof, als sich eine junge Frau durch mein Beifahrerfenster lehnt. Noch bevor ich irgendwas in die Richtung unternahm, war es mir erst einmal peinlich, dass ich in ihren Ausschnitt sehen würde. Selbsterfüllende Prophezeihung nennt man das wohl.

„Hi!“

„Hallo!“

„Ähm!“

„Oh, haben sie Gepäck?“

Ich saß immer noch im Wagen und schielte an Gesicht und Schultern vorbei auf ihren Rücken, konnte die Maße des Rucksacks aber nicht einschätzen.

„Nee, aber puh!“

Dass das kurios wird, lies sich unschwer erahnen.

„Fährste mich bis Ecke Grünberger?“

„Klar.“

OK, hätte eine der üblichen pseudopeinlichen Kurzstrecken-Anfragen werden können. Wurde es aber nicht. Sie schwang sich freudig und mit einem Übermaß an Energie ins Auto. Betrunken. Und zwar ziemlich!

„Das is, das is gut. Weil wenn weil ich hier… ich verkack das gerade alles!“

„Was denn?“

„Ich muss zur Ecke Grünberger und da wohn ich. Wie wir das mit deinem Geld machen, müssen wir mal sehen!“

Da greift oben genanntes: Nur eine kurze Strecke, also bin ich bald wieder frei. Sollte es Ärger geben, hab ich was zum Bloggen und zudem: Kurze Strecke, wenig Geld, wenig potenzieller Verlust! Also alles super! 🙂
Sie bemängelte es zwar, dass ich ihren Zustand komisch fand, verhedderte sich allerdings meist zwischen den Aussagen, dass sie mir für meine Hilfe „alles auf der Welt“ geben würde und dass „wir das mit dem Geld mal klären“ müssten.

An ihrer später und nach – für den kurzen Weg – relativ langer Diskussion ermittelten Adresse nannte ich dann den Fahrtpreis und sie bemerkte treffsicher:

„Ich bin in Taxi, oder? Scheiße ey, ist das krass!“

Das hat aber keine große Rolle gespielt, schließlich wollte sie mich ohnehin bezahlen 🙂
Geldbeutel war nicht vorhanden, folglich auch kein vernünftiges Pfand oder so. Aber die Lösung war offensichtlich:

„Kommst du mit?“

„Na klar.“

Ich parkte das Auto für eine Tour von 6,40 € mitten auf der Straße im Boxhagener Kiez, zweifelsohne locker 15 € Ordnungsgeld wert. Aber nee, das wollte ich jetzt sehen! Sie stolzierte voran, öffnete die Haustür mit einem beherzten Tritt und nach einem langen Flur, der Berlins umfangreichste Tag-Sammlung beinhaltete, gingen wir zum Hinterhaus, wo sie zunächst in einer dunklen Tür verschwand, um mir Sekunden später Licht anzumachen.

Den Weg die etwa 3 Stockwerke hoch verbrachte sie mit gelegentlichen Nachfragen, wer ich eigentlich sei und einem formschönen Flug auf die Schnauze. Tat ihr auch alles furchtbar leid und außerdem war sie dankbar, dass ich ja so nett sei. Na dann…

An ihrer Wohnung angekommen schloss sie erstaunlich fehlerfrei auf. Ich verharrte im Hausflur, bzw. auf der Türschwelle. Die Tatsache, dass sie mir Geld schuldete, hätte ich sicher als Berechtigung zum Eintritt in die Wohnung sehen können, aber ich weiss die Privatsphäre in meiner eigenen zu sehr zu schätzen, um ihr wegen 6,40 € auf die Pelle zu rücken. Unnötig.

„Komm rein!“

Ich betrat eine dieser typischen liebenswürdig chaotischen WG-Wohnungen. Abgeratzt bis zum Geht-nicht-mehr, aber auf urige Weise sehr gemütlich. Eine Wohnung, wie man sie vor den Eltern verstecken muss, vor den Freunden aber damit prahlt. Nun standen wir beide in ihrer Küche, ein paar Fliegen schwirrten um die 4 verlorenen Tomaten in einer Discounter-Pappbox auf dem Herd, und sie fragte mich abermals, wer ich eigentlich sei und vor allem, weswegen ich hier bin. Wahrscheinlich hätte ich sagen können, wir hätten uns im Club kennengelernt und wären zum Vögeln hier. Die drei Gründe, die dagegensprachen waren zweifelsohne: Meine Freundin, die mir auch nicht alles durchgehen lässt, mein Auto im Parkverbot und sowas ähnliches wie Moral.

Ich hab ihr also gesagt, dass ich der Taxifahrer bin und noch ein wenig Geld bekommen würde. Sie öffnete ihre Hand, legte dabei ein paar Münzen frei und fragte, wie viel es sei.

„6,40 €.“

„Und… und warum hab ich die dir nicht gleich gegeben?“

Wenn ich das mal wüsste 🙂

„Und was krieg ich jetzt von dir?“

„Leider nichts. Das Geld ist für die Fahrt hierher gewesen.“

Ein bisschen betrübt drückte sie mir 6,50 € in die Hand und umarmte mich.

„Weisst du, du bist ganz schön nett.“

„Ich versuche mein Bestes.“

Ein nettes Grinsen und dann schnell weg!

„Warte warte, ich mach dir das Licht an!“

Und so standen wir dann im Treppenhaus und sie forderte mich auf, sie nochmals zu umarmen. Ich hab ja auch Grenzen. Aber warum nicht? Ist ja dann doch ganz nett 🙂
Nach einer dritten Umarmung und einem Kuss hab ich mich dann aber gelöst und ihr von ein paar Stufen weiter unten noch eine gute Nacht gewünscht. Sie hatte sich noch nicht so recht mit unserer völlig überraschenden Trennung abgefunden, streckte sich theatralisch  mir hinterher und wiederholte, wie verdammt nett ich doch sei. Damit das nicht noch ausartet, bin ich aber wirklich los und hab mein Auto aus dem Parkverbot befreit, bevor die Cops es registriert hatten. Puh!

Aber auch wenn es nur 10 Cent Trinkgeld waren. Verkraftbar wäre das ja auch noch gewesen 🙂