Schnaps?

„Sassemal, hassemal Schnaps?“

„Nee, Schnaps hab ich sicher nicht. Aber ich glaube, Du brauchst auch keinen mehr …“

„Hasse vlleich‘ Rechd!“

„Also heimfahren?“

„Subber! Heimfahn!“

Manchmal ist Kundengewinnung doch recht einfach. 🙂

Der Winfried

„Winfried, geh‘ doch lieber nach vorne!“

„Winfried, das ist doch viel zu eng da.“

„Winfried, wie sollen wir denn da jetzt hinpassen?“

„Winfried, jetzt sei nicht so stur.“

„Winfried, so kann das doch nicht die ganze Fahrt gehen!“

„Winfried, guck doch: Die Monika hat gar keinen Platz!“

„Winfried, hörst Du mir überhaupt zu?“

„WINFRIED!?“

„Das wäre alles viel einfacher, wenn Winfried nicht hinten hätte sitzen müssen!“

Ich hab mich derweil mit Gerhard auf dem Beifahrersitz unterhalten, der war zufrieden und hatte Platz. 🙂

„Ährlich?“

„Ach Jungs! Stellt Euch nicht so an, ich komm‘ auch aus Stuttgart!“

„Ährlich? Du bisch au a Schwoab?“

„I kennd‘ au andersch schwätze, na wirded’ser vlleichd märgge.“

„Haha, i glaub’s ned! A Stuargarder!“

„Ja, is‘ ja gut jetzt! Aber ihr wollt sicher zu diesem Stripclub?“

„Ha glaar! Naggiche Weiber, was sonschd?“

Ach, mir wären da noch ein paar Adressen eingefallen, bei denen ich auch noch was verdient hätte. Aber ich bin da ja nett und lasse den Kunden ihre Wünsche. 😉

‚N Schrank

*Wink*

*Brems*

„Kann’s ma ma helfen?“

„Jo, klar. Was ist das?“

„‚N Schrank.“

„Immerhin praktisch zusammengepackt. Gefällt mir, mal mit Profis zu arbeiten.“

„Hör ma uff mit Profi! Wer schleppt schon’n Schrank ohne eigene Karre?“

Hab das so stehen lassen. War eine heitere Fahrt, wenn auch nur Kurzstrecke.

Beziehungskisten

Es ist ja kein Wunder, dass mich Jochen Knoblach von der Berliner Zeitung beim Interview unter anderem nach betrügenden Ehemännern gefragt hat: Man kriegt ja auf dem Fahrersitz durchaus mal mehr Einblicke in die Beziehungen der Fahrgäste, als einem lieb ist. Und nicht immer sind es die Ehemänner, die was zu erzählen haben.

Ich meine, klar, die gibt es schon. Mein liebster (ganz aus der Anfangszeit des Blogs, schaue ich jetzt nicht nach) fragte mich damals nach der Uhrzeit und als ich ihm mitteilte, dass es ungefähr ein Uhr sei, meinte er:

„Uff, dann bin ich jetzt so gut wie geschieden!“

Klang ganz so, als ob das alte Rollenbild mit der nudelholzbewehrten Frau hinter der Tür irgendwo weiterlebt.

Ähnlich bekloppt und für mich nicht nachvollziehbar war die junge Frau, die mich unterwegs rangewunken hat und mir von Friedrichshain eine gute Tour bis in den Westen zukommen ließ. Schöner Abend, ein klein bisschen was getrunken, mit den Freundinnen gequatscht, alles prima soweit. Und dann meinte sie ernstlich:

„Das Dumme ist nur: Eigentlich hätte ich heute gar nicht weggehen dürfen, mein Freund verbietet mir das.“

WTF, Menschheit?

Wieso tun sich solche Leute nur zusammen?

„Du, ich geh‘ übrigens voll gerne feiern.“

„Cool, aber jetzt nicht mehr.“

„Ok Schatz, nur noch heimlich …“

Schon klar, sowas passiert schleichend und mit viel Verdrängung, Ab- und Anhängigkeiten. Ja ja. Leute, für sowas gibt’s Therapeuten. Geht da ruhig mal hin, bevor ihr nackt bis auf eine Sonnenbrille im Park Schach mit Coladosen spielt oder mit dem Nudelholz hinter der Tür wartet, ok?

Meine danach nötige Ablenkung ließ nicht lange auf sich warten. Ebenfalls eine Frau, dieses Mal etwas stärker angetrunken, quatschte sich mit sichtlichem Vergnügen in Rage über das Abendessen mit zwei Pärchen, die auf der Gruselskala bezüglich Getue, Heimlichkeiten und Misstrauen noch eine weitere Stufe erklommen hatten.

„Warum nur? Warum tun sich Leute sowas an?“

Erklären konnte ich es ihr natürlich auch nicht, aber so ein WTF spricht sich gemeinsam nochmal viel erleichterter aus. 🙂

Nicht von hier

„Du komsch aber au ned von hier.“

„Ja, gut erkannt.“

„Eher aus’m Süda. Vielleicht Schtuergard?“

„Respekt, das merken aber auch nur Leute, die von dort kommen!“

Die drei Jungs waren tatsächlich aus’m Ländle, hatten aber auch darüber hinaus ordentlich einen an der Klatsche und einen im Tee. Auf liebenswerte Art und Weise. Offenbar in einem Strip-Club gewesen, fielen sie schon einmal dadurch auf, dass ihr betrunkenes Gelaber nicht dem üblichen sexistischen Klischee-Gedöns entsprochen hat. Keine abfälligen Bemerkungen, tatsächlich überhaupt nichts unschönes.

Stattdessen hatten sie einen Heidenspaß, als sie den Abend Revue passieren ließen. Denn zwei der drei sind offenbar nicht ganz untätig geblieben im Etablissement ihrer Wahl:

„Weißsch‘, mir hen‘ die Fraua au amol verdrähde an d’r Stang. Mir zwoi sen‘ nuffgledderd und hen‘ a weng ‚tanzd.“

„Joa, aber i hen‘ nur ‚en Fenfer griagt.“

„I au. Von Dir.“

„I woiß. Ond Du von mir.“

Und ich im Gegenzug weiß nicht, ob ich jetzt den Frauen ihre Pause gönnen, oder den anwesenden Herren im Publikum Erfolg dabei wünschen soll, ihr Geld zurückzufordern. 😉

Gesindel

„Hast Du mal Cottbus gesehen? Da möchte ich nicht wohnen. Ey, wie die Stadt aussieht! Und was da für Gesindel rumläuft …“

– Zwei türkische Jungs. Unterwegs zu einer polnischen Disco in Berlin-Neukölln.

Wird mal wieder Zeit für einige, die Vorurteile umzusortieren, oder? 🙂