(Gute) Wünsche

Trotz zweitägiger Sendepause sei hier erst einmal allen versichert: Ich bin wohlbehalten von der Weihnachtsfeier heimgekehrt. Und das wie immer zufrieden und zumindest dieses Mal mit wenig Lust, betrunken noch irgendwas lustiges zu bloggen, für das ich mich am Morgen danach rituell ohrfeigen muss. Immerhin …

Nein, im Ernst: Es war wie immer gut – obwohl ich dieses Mal tatsächlich öfter am Kicker verloren habe. Aber nur im Doppel, das möchte ich mal anmerken … 😉

Wie immer eine lustige Mischung aus neuen und alten Kollegen – und natürlich auch aus netten und „Man sagt halt hallo“-Mitarbeitern. Wie das halt so ist. Das Ende des Ganzen war gewohnt spät, aber immerhin hab ich’s noch mit der Bahn nach Hause geschafft. Ich hatte also einen netten Abend und alles ist ok. Auch wenn Christian bei einem Gespräch am folgenden Nachmittag ganz vorsichtig ein „Naaaa?“ ins Telefon geflüstert hat, ging es mir erstaunlich schnell wieder recht gut. 🙂

Und da sind wir beim Thema: Gut.

Überwiegend verlaufen die Taxifahrten hierzulande gut. Vielleicht nicht perfekt, aber gut. Und wie sieht das dann aus? Wie verabschiedet Ihr euch vom Taxifahrer oder der Taxifahrerin, was wünscht Ihr ihm oder ihr?

Ich frage das vor allem, weil mich mal interessiert, ob Leser eines Taxiblogs da anders sind als meine Kundschaft. (Deswegen auch die Antwortmöglichkeiten, die erfahrungsgemäß und erkennbar eher von Taxifahrern benutzt werden)

Was wünscht Ihr dem Taxifahrer, der Euch nachts gut heimgebracht hat?

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Ich muss jetzt noch ein wenig andere Dinge erledigen, aber ab Donnerstag geht es wieder auf die Straße. Und ich freu mich drauf! 😀

Schichtrettung mal wieder

Die Nacht fing langsam an, es tröpfelten nur ein paar kurze Touren herein. Schlimmer noch: Das Trinkgeld war unterirdisch. Keine 50 Cent pro Tour. Und ich kann’s gerade echt gebrauchen.

Zuerst lief das mit den Touren an. Eine lange Tour nach Tempelhof, Winker nach Charlottenburg, ein weiterer auf dem Weg zurück Richtung Osten … aber das Trinkgeld war immer noch mau. Dann eine lange Tour mit netter Unterhaltung, der geplante Umsatz war fast eingefahren. Aber immer noch hatte ich bei 10 Touren und 116 € Umsatz kaum 5 € Trinkgeld zusammen. Die nette Tour hatte diesbezüglich nur 40 Cent abgeworfen. 🙁

Dann noch ein verstrahlter Weihnachtsfeierer.

„Bringst mich nach Pankow?“

„Klar.“

„Was macht das?“

„Boah, hast mich erwischt: Kann ich gerade schlecht einschätzen …“

„Na, ich geb‘ dir’n Zwanni, ok?“

„So teuer wird es nicht werden!“

„Egal, kriegst’n Zwanni!“

Und er hat Wort gehalten. Dabei standen trotz ziemlichen Umwegs (seiner und meiner Verpreilung gleichermaßen geschuldet) am Ende gerade einmal 10,80 € auf der Uhr.

„Ich geb‘ gern Trinkgeld.“

hat er beim Aussteigen gesagt. Und ich konnte nicht lügen:

„Naja, ich nehm’s auch gerne an.“

🙂

Ortskunde bei Fahrgästen

Zwei Touren heute:

Tour 1: Ostbahnhof bis S-Bahnhof Hohenschönhausen.

„Bitte bring mich da irgendwie hin, ich wohn‘ erst seit kurzem in Berlin, da in Hohenschönhausen – und ich hab keinen Plan, wie ich da hinkomme und wo ich hier überhaupt bin.“

Tour 2: S-Bahnhof Hohenschönhausen bis Osloer Straße im Wedding.

„Wenn wir da sind, kann ich dir zeigen, wo ich genau hin will, aber ich hab keine Ahnung, wo ich gerade bin und in welche Richtung ich muss!“

Ich hab an meiner Ortskunde zweifelsohne noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte zu feilen. Unter den Taxifahrern steche ich sicher nicht heraus, da will ich nicht angeben oder irgendwelche Lügen erzählen. Ich hab mich neulich erst wieder verfahren und demütig die Uhr ausgemacht, als ich es gemerkt hab – aber auch ohne das würde ich mich nicht einreihen wollen in die Riege von Vollidioten, die sich selbst Unfehlbarkeit attestieren. Aber gegenüber den Fahrgästen merkt man dann doch sehr schnell, was man mit dem Lernen auf die Ortskundeprüfung tatsächlich für eine Qualifikation erworben hat. Das jetzt – mit so bekannten Zielen – ist da sogar ein schlechtes Beispiel, aber es war so auffällig bei zwei direkt aufeinander folgenden Touren.

Das tägliche Lotto

„Jungs, nehmt Ihr uns mit?“

Ich hab gerade mit einem Kollegen geplaudert, den ich nicht wirklich kannte, hab mich entsprechend schnell aus dem Gespräch gelöst und der Dreiertruppe zugesagt:

„Logo.“

Ich stand ganz vorne, der Kollege war der einzig weitere. Die Kunden konnten sich nicht gleich entscheiden:

„Wo stei’n wir ein? Opel, Daimler, Daimler, Opel?“

„Mir egal, aber mach hinne! Es ist kalt!“

Ich hab auch gleich gesagt, dass sie sich’s aussuchen können – angetrunkene Jungs, die rummeckern, braucht ja niemand. Sie haben sich dann aber spontan doch für mich entschieden und sind zügig eingestiegen.

„Du weißt aber schon …“

begann der erste fast schon bedrohlich irgendwas einzuwerfen, so dass ich vorsichtshalber gleich das Schlimmste erwartet hab. Aber nee:

„… dass Du jetzt ’ne ganz schöne Strecke vor Dir hast?“

Und wo ging’s hin? Tatsächlich bis nach Falkensee – und der kürzeste Weg war auch nicht ihr Ding:

„Ach, fahr ruhig Heerstraße.“

Und auch sonst war das die definitiv beste Fahrt der letzten Wochen. Sie hatten einen im Tee, und einem war sogar schlecht. Aber das Verantwortungsbewusstsein in Person. Man kann sich immer mal vertun, aber der hat mich umgehend überzeugt, dass er sich eher eine Tasche zum Reinreihern häkeln würde, bevor er das Auto in Mitleidenschaft zieht. Er hat mir gesagt, dass er sich nur gerne an die Scheibe lehnen würde, aber eine Mütze aufhätte, und sie deshalb nicht verschmieren würde. Die Scheibe nicht verschmieren! Der Kerl hat mit dem einen Satz 80% der Normalkundschaft hinter sich gelassen. Aus irgendeinem Grund sind Taxischeiben ja besonders anziehend für die Fahrgäste. Würde man die Scheiben mal ein Jahr nicht waschen, würde man die Fingerabdrücke und DNA-Spuren einer mittleren Kleinstadt mit sich rumfahren. Und ausgerechnet einer, der mit „Mir ist schlecht!“ das Gespräch beginnt, achtet darauf. Noch dazu Dorfis, die zum Feiern in der Stadt waren …

Am Ende hab ich mit den dreien großzügig scherzend übers Ins-Taxi-kotzen gelästert, tatsächlich vernünftigen Gesprächen gelauscht und zuletzt einen Fünfziger bekommen, auf den ich nicht einmal mehr etwas rausgeben musste.

Was der Kollege für eine Tour bekommen hat, weiß ich natürlich nicht. Aber ich hab arge Zweifel an der Theorie, dass sie besser war.

Was man halt so macht …

„Ah, warte hier mal kurz. Ich bin gleich wieder da.“

…

„Nee, fahr besser mal da hinten links. Da ist eigentlich immer …“

…

„Mist! Lass uns mal umdrehen und da wo ich vorher gesagt hab …“

…

„Ach Scheiße, bring mich einfach wieder zurück.“

Morgens um 5 Uhr in Spandau nach Drogendealern suchen? Check.

Und Euer Wochenende so? 🙂

Neuer Rekord!

Ein 401.227 km herumgekommenes Opel-Taxi und ein rauchender Fahrer. Und was sagt die Kundschaft:

„Dit is‘ mal’n jutes Taxi, wa Inge? Is‘ so bequem und so …“

„Ja, und dit riecht auch so jut hier. Wie neu.“

Yes! \o/

Im Ernst: Man merkt der 72 ihre Macken an. Ich bin auch kein Geruchskünstler, ich rauche nur draußen und kenne mich mit meiner Dusche etwa so gut aus wie ein Durchschnittsuser. Aber das scheint zu reichen. 🙂

(Tatsächlich hab ich heute gleich zweimal Lob fürs Auto gekriegt, obwohl ich mich geärgert hab, dass ich das Scheibenputzen nicht auf den Plan gekriegt hab. Aber die waren alle halbwegs zurechnungsfähig, ich schwör’s!)